Falls du männlich bist und dein Blick gerade unwillkürlich an deiner Frontseite nach unten gleitet - darum geht's mir nicht.
Nein, was mich schon länger hier im Forum beschäftigt (und letztlich auch ausgelöst durch den SdW-Thread zu "Undertow"), ist die Frage, ob Genesis früher unfähig waren, kurze, aber musikalisch überzeugende Songs zu schreiben. Schon häufiger wurde hier im Forum der Eindruck (z.T. auch durch Aussagen der Musiker selbst provoziert) geschildert, Genesis hätten früher verkrampft versucht, "Hits" zu schreiben, und dabei im Gegensatz zu den kommerziellen Erfolgszeiten ziemliche Gurken produziert.
Sicherlich: Wenn es um "Hits" geht, dann haben die Jungs früher definitiv nicht so gut funktioniert und abgeliefert, das steht wohl unbestritten fest.
Allerdings bin ich als bekennender "For absent friends"-, "Harold the barrel"-, "Dusk"-, "Please don't ask"-, "I know what I like"-, "The lamb lies down on broadway"-, "Anyway"-, "In the rapids"-, "No reply at all" und "Keep it dark"-Fan mit einer solchen Sichtweise nicht ganz zufrieden. Dafür gehen mir diese Songs zu nahe - und ich halte sie auch für sehr gelungen (das Kriterium "Hit"-tauglich interessiert mich da wenig).
Und es gibt ja auch Aussagen aus dem Genesis-Lager, wie z.B.: "(...) aber Hits interessierten uns auch nicht so besonders, also machten wir uns auch keine weiteren Gedanken darum. (...) wir hätten sogar die Möglichkeit gehabt, bei TOP OF THE POPS aufzutreten. Wir lehnten ab." (Tony über "I know what I like" in "Chapter & Verse", S.145).
Wie seht ihr das? Welche früheren "Shorts" mögt ihr, welche haltet ihr für misslungen? Und woran lassen sich derartige Urteile womöglich auch festmachen? Ich wäre sehr gespannt auf eure Gedanken dazu.