SdW [04.-10.01.10]: GENESIS - Turn It On Again

    • Offizieller Beitrag

    @ little nick: Die Diskussion darüber gab es ja schon mal - meine "Interpretation" stammt hauptsächlich von der Songbook DVD, ich stelle auch keinen Anspruch auf Präzision diesbezüglich. Rutherford nannte den Rhythmus "13", dachte aber, es wäre n 4/4. Collins sagte dann, es wäre ein 13/8 und irgendwann sagte Thompson mal was von 5/4 Elementen im Song, die sich mit 4/4 abwechseln.

    • Offizieller Beitrag

    Das Hauptriff besteht aus 2 4/4 Takten und einem 5/4 Takt. Zumindest spielt das Schlagzeug diese Rhythmik drüber. Für den Zuhörer sinds so hauptsächlich ganz gewöhnliche 4/4 Takte bei dem nur jeweils einmal ein einziger Schlag dazukommt, der einem aber nicht aus dem Taktgefühl reißt. Daher "tanzbar". :)

  • Womöglich der Genesis-Chartsong, der mir am besten gefällt. Vermutlich weil er mehr die Art von 'Genesis' ist, wie ich es halt gern habe. Macht gute Laune, hat ein paar schräge Elemente und ist nicht so nach einem Hit-Strickmuster.
    Für mich eine glatte 2 und 11.

    Zy
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    "The music is the true currency. It's more valuable than the accolades or the money. The relationship is with the invisible muse and you know if she's pleased or if she ain't." - Steve Hackett

  • Als ich damals mein Invisible Touch Tour Video bekam und rauf und runter nudelte liebte ich den Song wegen des Medleys. Netter Popsong der mir 11 Punkte wert ist.

  • Ich hab mal 14 gegeben.
    Ich finde den Song klasse, obwohl mit die meisten Liveversionen nicht gefallen.
    1982 und 1992 sind gut, ansonsten nur die Studioversion.
    Der Song rockt einfach und macht mir tierisch Spaß - ob zum Trommeln oder nur zum Hören :)
    Es is -ähnlich wie Solsbury Hill - einfach irgendwie befreiend und motivierend anzuhören, ich fühle mich gut, wenn ich Turn it on again höre...

  • 14 Punkte! Klasse Song.


    Erst 1992 das Album "Turn It On Again - Best Of 81 - 83", dann 1999 "Turn It On Again - The Hits", dann 2007 noch einmal "Turn It On Again - The Tour Edition" und natürlich die Tour selbst. Irgendwie ist es ja auch naheliegend, dass man diesen Titel gut für Best Of-Alben usw. verwenden kann. Aber die nächste Greatest Hits-CD hat ausnahmsweise einen anderen Titel verdient! ;)


    Und um nicht zu vergessen wurde 2008 auch eine ziemlich zwielichtige DVD-Box mit dem Namen "Turning it on again" veröffentlicht, die überall sehr verrissen wurde

  • Das Hauptriff besteht aus 2 4/4 Takten und einem 5/4 Takt. Zumindest spielt das Schlagzeug diese Rhythmik drüber. Für den Zuhörer sinds so hauptsächlich ganz gewöhnliche 4/4 Takte bei dem nur jeweils einmal ein einziger Schlag dazukommt, der einem aber nicht aus dem Taktgefühl reißt. Daher "tanzbar". :)


    ...alles klar, stimmt...das Schlagzeug selbst lässt sich in 2 4/4-Takte und einen 5/4 Takt aufteilen...nimmt man aber die Instrumente hinzu, ist es eher ein 6/4-Takt und ein 7/4-Takt...die Betonung liegt nämlich nicht auf der "Eins" des zweiten 4/4-Taktes sondern auf der "Drei", also nach 6/4...
    ...die "Tanzbarkeit" liegt meiner Meinung nach weniger an der Einteilung 4/4 - 4/4 - 4/5 sondern an an den gleichmäßig durchlaufenden Achteln (die auch vom Basspedal gespielt werden)...


    Sorry, für meinen Regelverstoß...halte jetzt die Klappe :o

  • Eigentlich ein guter, recht "rockiger" Popsong, bei dem mir die Gitarre aber immer viel zu brav rüber kam. Den Rhythmus mitzuzählen/nachzuvollziehen habe ich schon vor mindestens 10 Jahren aufgegeben ;) . Es stimmt schon, in dem Song ist viel mehr drin, als man zunächst erahnt. Trotzdem gibt es spannendere Songs von Genesis, auch wenn diese womöglich simpler gestrickt sind als TIOA. Hauptkritikpunkt ist und bleibt aber, dass der Song einfach nur noch totgenudelt ist. Bereits 1992 war der Song schon tot. 1998 hatte das schon was von Nekrophilie; 2007 war es der lahmste Song im Set und die schlechteste Version aller Zeiten, das war nur noch Leichfledderei! :teufelgrins:

    10 Punkte

    “THE NIGHT WE TRACKED DOWN PHIL COLLINS, BECAME BEST FRIENDS WITH HIM, AND TALKED HIM INTO REUNITING WITH PETER GABRIEL, AND THEN WE GOT TO SING BACKUP ON THE NEW GENESIS ALBUM AND IT WAS AWESOME!”

    — Barney Stinson, How I Met Your Mother, Season 7, Episode 21 ‘Now We’re Even’

  • 6 Punkte - Das Stück ging/geht und wir mir wohl auf immer am Gesäß vorbeistreifen. Kann nicht mal so genau sagen warum. Vielleicht weil die Gitarre dergestalt brav durchzuckelt als würde sie sich dafür schämen von Rutherford gehalten zu werden, vielleicht auch wegen Collins schon damals leicht penetranten Gesang oder daran dass das Lied trotz seiner 13/8 (Progfetischisten mögen bitte Taschentücher benutzen) auf mich absolut belanglos wirkt. Es reiht sich damit in die von mir stets gehegte und gepflegte "Unverstandene-Musik" Liste ein, in der sich auch Afterglow, Mama und Land of Confusion tummeln.


    Dennoch hat das Stück auch seine guten Seiten. Es hört irgendwann wieder auf.

    Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.

    Einmal editiert, zuletzt von Herma () aus folgendem Grund: Legasthenie lässt grüßen

  • Der Song rockt einfach (...)



    Genau das ist mein stärkstes Empfinden bei TIOA. Mikes Riff ist für mich ein richtiges "Killerriff", eines der ganz großen in der "Riff-Geschichte". (Das ist z.B. auch harmonisch sehr farbig.)
    Dass sich hier viele den Song überhört haben - na ja, das macht den Song nicht schlechter, nur das eigene Empfinden. PC hat das ,glaube ich, doch auch in der Sendung von Kavka gesagt, dass es nicht sein Problem ist, wenn die Songs so häufig gespielt werden, dass irgendwann einige Leute davon sehr genervt sind (war, glaube ich, auf seine Solosachen bezogen, gilt für mich aber hier auch).
    Allerdings könnte natürlich hierzu der Einwand sein, dass der Song dann vielleicht nicht genug Substanz hat, um auf Dauer lebendig zu bleiben. Wie auch immer - das ist einer der Songs, die ich nach wie vor sehr frisch (trotz hochfrequenten Hörens!) finde und quasi auch ein gewisses Suchtverhalten zeige (ähnlicher Fall: "Abacab", das auch enorm geil "rockt").
    Und die rhythmischen Finessen könnten hierzu ihren Teil beitragen. Es ist ja nicht nur so, dass das Hauptriff asymmetrisch komponiert ist, sondern auch - und insbesondere! - der "I, I get so lonely"-Teil ist metrisch ziemlich abwechslungsreich und hat diesen tollen Effekt des Taumelns, als ob einem jemand den Boden unter den Füßen wegzieht (wie ich das liebe... Warum eigentlich?:gruebel:).
    Hier ist es jedenfalls so, dass nicht nur wild zwischen z.T. auch asymmetrischen Taktarten gewechselt wird, sondern eben auch der Grundschlag, der sonst ja als Viertel empfunden wird, kann hier stellenweise nur noch als Achtel aufgefasst werden.
    Heraus kommt (ab "I"): 5/8-6/8-5/8-4/4-4/4-5/8-6/8-6/8-5/8-4/8-4/4-5/4-4/4-4/4
    Hierbei hört die Tanzbarkeit definitiv auf, zumindest wenn man zuvor - wie es ja normal ist - die Viertel als Bewegungsimpuls fühlt ( Nick: Für die Tanzbarkeit sind die Viertelgrundschläge die entscheidenden, wobei der Bass im Hauptriff natürlich eine Achtelbewegung hat - wenn allerdings eine unregelmäßige Achtelmetrik vorliegt wie im oben dargestellten Zwischenteil, dann kann man das als Tänzer nicht mehr kompensieren, die unregelmäßigen Viertel - ähnlich wie bei "Solsbury hill", wo man die Bassdrum richtig schön als Grundschlag reingezimmert bekommt - dagegen schon).
    Übrigens ist dieser Zwischenteil sogar noch vertrackter, wenn man bedenkt, dass die 5/8-Takte mal die Zwischenbetonung auf der 3, mal jedoch auf der 4 haben - hört man sehr schön anhand der Drums.
    Zur metrischen Aufteilung des Hauptriffs: 4+4+5 macht, wie von nick dargelegt, keinen Sinn, da sonst der zweite Teil des Riffs auf der "Drei" des zweiten Taktes beginnen würde. 6/4-7/4 macht aber auch keinen Sinn, da ja die Zwischenbetonung eines 6er-Taktes auf der "Vier" liegt (ein 6er hat ja immer zwei Dreiergruppen) und das kann hier keinesfalls hinkommen (wir hören ja deutlich Zweiergruppen). Also bleibt m.E. nichts anderes übrig, als entweder 4/4-2/4-4/4-3/4 zu notieren oder gleich einen 13/4-Takt (dies finde ich aber nicht so übersichtlich und schön).
    Ich habe mich schon oft gefragt, ob das letzte Viertel überhaupt sein muss. Das Riff könnte man nämlich locker in einem symmetrischen 12/4 (oder eben 4/4-2/4-4/4-2/4) spielen, ohne dass man das vordergründig so stark merken würde. Aber ich denke, dass die drei (die nach Christians Darstellung womöglich ihre eigenen Strukturen nicht so genau durchschauen - na ja, Collins hat sich vielleicht nur versprochen und statt 13/4 eben 13/8 gesagt) hier ein tolles Näschen bewiesen haben: Mit dieser letzten Viertel atmet der Song viel mehr. Würde das jeweils nächste Riff nämlich immer schon ein Viertel früher beginnen, dann würde einem das noch viel schneller auf den Geist gehen; so hat man - auf Kosten der Symmetrie, die einigen anderen Bands wie eine heilige Kuh vorzukommen scheint - jedenfalls eine Zwischenpause eingebaut, die eine gebotene Leichtigkeit erzeugt, sonst würde das Riff einfach den Song totmatschen.
    Tolle Sache jedenfalls, dass der Song so "straight rockig" daherkommt und die rhythmischen Feinstrukturen hier ganz "natürlich" funktionieren und nicht als selbstzweckhafte "Frickelei" daherkommen. (13 P.)