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  3. PHIL COLLINS
  4. PHIL COLLINS - Alben und Songs

Both Sides: unterschätzt oder verachtet?

  • sussudio
  • 31. Januar 2011 um 14:53
1. offizieller Beitrag
  • sussudio
    Squonk
    Beiträge
    4.625
    • 31. Januar 2011 um 14:53
    • #1

    Habe mich gerade mal durch dieses Unterforum gewühlt und dabei erstaunt festgestellt, dass es noch gar keinen Diskussionsthread zu Phil's 5. Soloalbum gibt und da ja Christian sich schon für "Dance Into The Light" stark gemacht hat, wollte ich einen ähnlichen Thread für dessen Vorgängeralbum starten.

    Das soweit zu diesem Thread, nun meine persönliche Meinung zu "Both Sides":

    Auf jeden Fall ist es wohl sein intimstes, persönlichstes Album. Außerdem war es für mich auch immer ein sehr mutiges Experiment für Phil (ähnlich wie "Abacab" bei Genesis), dass er längst ausgetretene Pfade verließ und mal was anderes ausprobierte. Er hätte sich's auch ganz einfach machen können und musikalisch an "No Jacket" und "But Seriously" anknüpfen können, der Erfolg wäre ihm gewiss gewesen. Aber da ist er schon ein ganz großes Risiko eingegangen, alles allein zu machen. Teilweise krankt es natürlich darunter auch hie und da und sicher sind nicht alle Instrumente echt (Gitarren), aber da kann man drüber hinweghören.

    Irgendwo las ich hier auch mal, dass viele der Songs auf dem Album sich nicht gut für Livekonzerte eignen. Ich aber sage: Gerade live gewinnen die Songs noch um Einiges dazu. So habe ich mir vor 'ner guten Zeit wieder mal die Liveaufnahme von "Survivors" (Hannover, 1994) bei youtube angehört und da hat die Nummer noch mal so einen richtigen Pepp bekommen, gerade wahrscheinlich auch, weil der Song von Phil's kompletter Liveband interpretiert wird. Diese Nummer, "Can't Find My Way" und "We Fly So Close" sind wohl meine Lieblingssongs auf der CD. Von den letzteren Songs habe ich allerdings noch keine Liveversionen gehört (gut, WFSC wurde ja auch nie live gespielt).

    And now, it's up to you! :D

    31.10.1997 PHIL COLLINS (Hannover)
    11.06.2004 PHIL COLLINS (Berlin)
    15.06.2007 GENESIS (Hamburg)
    15.06.2012 ROACHFORD (Kiel)
    24.06.2012 MIKE & THE MECHANICS (Kiel)
    18.05.2014 STEVE HACKETT (Hamburg)

  • Helge
    Gast
    • 31. Januar 2011 um 16:32
    • #2

    Tja, BOTH SIDES empfand ich immer als das Pendant von CAS.
    Viele gute Ansätze, aber eben doch mehr Fisch als Fleisch.
    Als damals die Single (BSOTS) als Kraftrille gespielt wurde, dachte ich: Wow, rockig, würzig, sozial und irgendwie Collins... Ich hatte Lust auf mehr...
    Da störte auch die teilweise dillentantische Produktion nicht. Ich sag nur Sesselknirschen bevor der Song startet.
    Dann kam das Album raus und ich konnte bei Weitem nicht uneingeschränktes Lob dem Phil schenken.
    Da waren durchaus brillante Perlen drauf. WE FLY SO CLOSE hat bis heute nichts von seinem Glanz verloren. Noch heute schätze ich die LIVE AT FURUOKA-Version die bei meinen Youtube-Besuchen unbedingt dazugehört. Ein warmer Sound mit der typischen Prise Collins'schem Herzschmerz die jedoch verspielt und authentisch daherkommt. Auch ein WE WAIT AND WE WONDER klang frisch und befreiend, wenngleich das Untermalung des Videos mehr als dürftig ist...
    Doch BOTH SIDES hat eben m.M. nach zu viele Schwachpunkte.
    Christian wird es sicherlich nicht gerne hören, aber es erschließt sich mir nicht, wie CAN'T FIND MY WAY und speziell THERE'S A PLACE FOR US es auf's Album geschafft haben.
    Während BUT SERIOUSLY durch seine Vielseitigkeit bestach und quasi mit einem Hitmedley vergleichbar war, gähnte BOTH SIDES, geschuldet durch 2 bis 3 Lieder vor sich her...
    Ich hab auch nie verstanden, warum Phil ausgereichnet EVERYDAY und PLEASE COME OUT TODAY als Singles auskoppeln musste.
    Irgendwo war es klar, dass solche Lieder der damaligen Chart-Konkurrenz nicht standhalten konnte.

    Ich hatte es schon öfter erwähnt, dass der Alleingang nicht unbedingt die beste Lösung war und durch BS Phil viel von seinem Renomee verloren hatte.

    Übrigens, das Drumming hab ich nie so als Problem gesehen, ich persönlich fand die stsändig wabernden Keyboards total fehl am Platze...

  • Zy
    Giant Hogweed
    Beiträge
    4.902
    • 31. Januar 2011 um 17:44
    • #3

    Ich habe Both Sides damals von einer Freundin geschenkt bekommen, die wusste, dass ich Genesis Fan bin. Beim ersten Anhören, erstaunte mich wie 'ruhig' das Album ist und man merkt sofort, dass es sehr persönlich ist.

    Spätestens beim dritten Anhören schienen aber viele der Songs wie ineinanderzufliessen, gleich zu werden. Manchmal hatte ich Mühe sie auseinander zu halten (das betrifft in etwa die Hälfte der Songs). Andere Songs wie Survivors, We fly so close und We wait and we wonder stechen dann umso mehr heraus.
    Für mich besticht das Album heute daher eher durch diese Songs, von denen ich eigentlich auch die Live-Versionen noch mehr schätze, da diese deutlich kraftvoller sind. Der eine Teil des Albums erscheint mir aber irgendwie 'schlapp' und 'saftlos'. Zwei, dreimal im Jahr brauche ich aber genau das, und dann wandert die Scheibe in den Player und dann passt die Musik perfekt zu meiner Stimmung.

    Für mich ist es ein spezielles Album. Phil hat es nach meiner Meinung gemacht, um sich etwas von der Seele zu schreiben und weniger an kommerziellen Erfolg gedacht oder das Gefühl gehabt, etwas schreiben zu müssen, was seinen Fans gefallen wird. Da kann natürlich Kritik nach sich ziehen.
    Ich finde es gut, wenn ein Musiker, die Musik produziert, die aus seinem Herzen kommt. Auch wenn es mir persönlich vielleicht nicht so gefällt. Sein neuestes Album fällt in die gleiche Sparte. Ich kann damit nicht so viel anfangen, aber Phil hat offensichtlich viel Freude daran.

    Zy
    ------
    "The music is the true currency. It's more valuable than the accolades or the money. The relationship is with the invisible muse and you know if she's pleased or if she ain't." - Steve Hackett

  • charles bukowski
    Gast
    • 31. Januar 2011 um 18:15
    • #4

    Schade, dass Herma nicht seinen Senf dazugibt!!

  • stevehogarth
    Banjo Man
    Beiträge
    776
    • 31. Januar 2011 um 18:17
    • #5

    Ich werde glaube ich niemals müde, BS als das verkannte Juwel in der Collinsschen Dicography zu preisen und ich gehe noch weiter und benenne die Platte als eine der besten Soloplatten der Genesisfamilie und generell ist sie sowieso ein Meisterwerk.....und warum?

    Weil genau so Musik gemacht werden muss! Getrieben durch Gefühle, in Situationen geworfen, nur mit sich und der Musik alleine, allle Instrumente nah bei sich, die Produktion spielt eine untergeordnete Rolle, selbst die kompositorischen Regeln außer acht lassend! Und genau so fühlt und hört sich BS an, das ist Gefühl in jeder Sekunde und man scheint förmlich Collins in sich gesunken in seinem kleinen Studio vor sich hin komponieren zu sehen...ohne riesen Schlagzeug Türme und Brimborium...das ist BS! Und dafür liebe ich diese Platte...

    I am the other half
    And you are what I am for
    I won't lie to you or hurt you
    I'm not like that anymore

    I am with you all the time now
    One soul. One mind. One heart.
    The other half cannot be parted
    From the other half

  • Country Man
    Banjo Man
    Beiträge
    1.092
    • 31. Januar 2011 um 20:24
    • #6

    Für mich (-75Fundamentalist;-)) ist der Titelsong das Beste was Phil je gemacht hat.
    Ist einfach Klasse und für mich immer hörenswert.


    CM

    "Ich glaube, dass sich mein Standpunkt, nachdem ich die Band verlassen habe, nicht dramatisch geändert hat.(...).

    Aber ich bin immer stolz darauf, was ich tat und was sie taten"

    Peter Gabriel

  • Bert
    Lurker
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    dawnation.de
    • 1. Februar 2011 um 12:38
    • #7

    Das Problem ist: Die ehemalige magie, und das scheinbar lockere hervorzaubern von unschlagbaren Melodien und Refrains ist ab Both Sides einer verkrampften Baukastenkonstruktionsweise gewichen, die sehr schnell abnutzt und nicht mehr fasziniert.

    Aus künstlerischer Sicht wär´s sicherlich besser gewesen entweder, es komplett zu reduzieren, meine güte die aksutischen versionen von Two Hearts, Do you remember und vielen anderen, die auf youtube so herumgeistern sind der Hammer, und stellt euch vor, nur Collins mit Klavier. Oder eben wenigstens mit nem Bassisten und nem Gitarristen für die Uptemponummern, die Samples gingen auch schon 1993 gar nicht. Und leider setzt sich auch der Niedergang seiner grandiosen Stimme weiter fort.

    Also so leid es mir tut, Both Sides war Collins´Abstieg in die Künstlerische Mittelmäßigkeit. Und ich find Face Value und hello I must be going viel intimer und persönlicher.

    Findet Bert

    "Sie machen Ihr Abitur in MATHEMATIK und nicht in PHIL COLLINS"
    Herbert Larisch, Lehrer für Mathematik 1994, nach einer verpassten Mathestunde aufgrund meines Besuches eines Phil Collins Konzertes in Berlin

    http://www.dawnation-band.de

    https://www.facebook.com/dawnation.de/

    https://www.instagram.com/dawnationband/

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  • tom
    Moderator
    Beiträge
    7.991
    • 1. Februar 2011 um 14:37
    • Offizieller Beitrag
    • #8
    Zitat von Bert

    Findet Bert

    Findet tom auch. Hätte es nicht besser formulieren können. Ich habe es schon mal im SdW Lorenzo Thread gesagt - "Both Sides" war damals, als es erschien, eine ziemliche Enttäuschung, weil es die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnte oder wollte.

    Im Rückblick denke ich, Collins wusste, dass er nach "...But Seriously", der superben Tour und der Berlin-Live-CD/VHS (und auch nach dem extrem erfolgreichen "We can't dance" und der zugehörigen Tour) eigentlich nur verlieren konnte, denn auch ihm wird klar gewesen sein, dass er da auf seinem Höhepunkt angekommen war. Der Ansatz, bei der Produktion des Nachfolgealbums alles anders zu machen, war nur folgerichtig und hätte vielleicht auch gelingen können, aber man wird beim Hören das Gefühl nicht los, dass er sich mit der Aufgabe, alles allein zu machen, kräftig überhoben hatte. Seine instrumentalen Spielfähigkeiten waren und sind nun mal begrenzt, daher hätte wenigstens ein Bassist und ein Gitarrist gut getan und ein externer Produzent hätte aus dem ein- oder anderen Song sicher noch mehr rausholen können. Dass die Songs auf der anschließenden Tour deutlich besser rüberkamen, verwundert daher nicht.

    Habe das Album viele Jahre nicht mehr gehört (und auch keine Lust, es wieder aufzulegen) - im Ohr geblieben ist bei mir außer Both Sides Of The Story (der einzige Song, der an frühere Klasse heranreicht) nur noch der Dudelsack von We Wait And We Wonder und vielleicht ein klein wenig vom Refrain des ekligen Every Day. Den Rest bedeckt der gnädige Schleier des Vergessens... ;)

    Mein Blog: Rockworte
    Mein Solo-Album: "Geduld, meine Herren, Geduld! (Die Grundig-Demos 1980-83)"

    Einmal editiert, zuletzt von tom (1. Februar 2011 um 14:39)

  • Matze 13
    Slipperman
    Beiträge
    2.022
    • 1. Februar 2011 um 15:29
    • #9
    Zitat von TM Productions

    Habe das Album viele Jahre nicht mehr gehört (und auch keine Lust, es wieder aufzulegen) - im Ohr geblieben ist bei mir außer Both Sides Of The Story (der einzige Song, der an frühere Klasse heranreicht) nur noch der Dudelsack von We Wait And We Wonder und vielleicht ein klein wenig vom Refrain des ekligen Every Day. Den Rest bedeckt der gnädige Schleier des Vergessens... ;)

    Grade We Fly so Close ist doch nun wirklich ein toller Song. Mit wie viel Gefühl er dieses Lied singt und spielt, einfach himmlisch! Das konnte er 81 auch nicht wirklich besser. Das sich Phils Stimme veränderte, haben sich die meisten nun dran gewöhnt.
    Tom lege die Platte doch noch einmal für mich auf und höre sie in Ruhe an! ;)

    Eric Clapton: Hamburg Phil Collins: Köln (5x) , Hannover (2x) , Köln (2x) Genesis:15.06.2007 - Hamburg (AOL Arena) Peter Gabriel:18.10.2013 - Hamburg; 03.05.2014 - Hannover Steve Hackett:11.09.2015 - Hamburg, 23.04.2019 - Hamburg The Musical Box: 31.10.2014 - Bremen, 23.11.2018 Bremen Australian Pink Floyd Show: 5x (seit 2015) Roger Waters:14.05.2018 - Hamburg Nick Mason's A Saucerful of Secrets:13.09.2018 - Hamburg Queen+ Adam Lambert: 20.06.2018 - Hamburg Robbie Williams:11.07.2017 - Hannover

  • Bert
    Lurker
    Trophäen
    1
    Beiträge
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    Facebook
    dawnation.de
    • 1. Februar 2011 um 15:52
    • #10
    Zitat von Matze 13

    Grade We Fly so Close ist doch nun wirklich ein toller Song. Mit wie viel Gefühl er dieses Lied singt und spielt, einfach himmlisch! Das konnte er 81 auch nicht wirklich besser. Das sich Phils Stimme veränderte, haben sich die meisten nun dran gewöhnt.
    Tom lege die Platte doch noch einmal für mich auf und höre sie in Ruhe an! ;)

    Ich gebe zu, den Song fand ich damals auch am besten, jedoch auch der hätte ohne diese komische Gitarre am Anfang und mit nem Bassist oder Produzenten noch besser sein können. Und an Phils veränderter Stimme kann man sich zwar gewöhnen, aber ich mag´s nicht mehr. Und wer daran zweifelt, sollte mal die FFF Tour DVD anmachen, erst Against all Odds live und danach das original Video klicken. Man möchte meinen, es wären zwei unterschiedliche Personen, die dort singen, aber egal, das gehört woanders hin.

    Both Sides selbst ist ein recht guter Song, gibt´s auch mit phil allein am Klavier, funktioniert.

    Survivers ist ein gutes Beispiel, daß es Live mit Band einfach viel besser ist, ist halt n Demo

    Everyday ist ein gescheiterter Versuch, den an David Crosby geschenkten brillianten Song Hero noch mal für´s eigene Album zu schreiben, schlimmer Song, nicht wahr Herma...?

    Can´t turn back the Years ist auch recht gut, aber ein schlechteres Do you remember

    We Wait and we wonder : würd ich sogar ne 1- geben

    War da noch was drauf?:gruebel:

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