Geiler Song!![]()
Ich hab sofort 15 Punkte gegeben.
TotW [07.06.-13.06.2010]: PETER GABRIEL - San Jacinto
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ihr sprecht immer von 2 versionen, welche sind denn das und was ist der unterschied?
Es gibt nur eine Studio Version (evtl. auch eine gekürzte Single Version, jedenfalls nur eine Aufnahme) - bislang, d. h. bis zum demnächst erscheinenden Album.
Gemeint sind die von der Studio Version mehr oder weniger erheblich abweichenden Live Versionen, z. B. auf "Plays Live". -
Toller Song, bedrohliche Atmossphäre, Dramatik, toller Text. Nur der Schluss gefällt mir nicht so sehr, daher 14 Punkte.
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Ansich ein tolles Lied. Aber der Anfang? Der macht mindestens 5P kaputt!
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Wie, ich hab noch nichts zu dem Song geschrieben??? Hab damals 13 Punkte gegeben, könnten nun aber auch 14 sein. Egal, lassen wir Zahlen mal Zahlen sein, einfach ein wunderbares Stück Musik. u Besonders mag ich den Anfang, die klirrenden Keyboards und Gabriel ruhiger Gesang und diese kryptischen Texte. Das schafft einfach eine Wahnsinss-Atmosphäre. Dann natürlich diese Steigerung, die in das tolle Finale mündet. Allerdings liebe ich auch den Schlussteil des Songs. Richtig düster, die Sonne ist untergegangen, der Protagonist sitzt alleine im dunklen Zwielicht. Es ist manchmal schon cool, ein Geek zu sein

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"Wir waren irgendwo im mittleren Westen auf Tour", erinnerte sich Gabriel 2011. "Wir fuhren selbst und waren nach einem Gig in einem Motel abgestiegen. Ich plauderte mit dem Portier, der Apache war. Er sagte: 'Entschuldigen Sie, aber ich bin heute nicht wirklich mit dem Kopf bei der Arbeit, weil man mir am Telefon gesagt hat, dass meine Wohnung abbrennt. Es ist mir eigentlich egal, aber meine Katze ist noch dort.' Ich fragte ihn, warum er dann noch hier wäre. Er meinte, dass er eben arbeite und auch keine Möglichkeit habe, dorthin zu gelangen. Also fuhr ich ihn hin. Als er zuhause ankam, interessierte er sich tatsächlich nur für die Katze, was mich sehr beeindruckte. Sie war bei seinem Nachbarn, also war alles in Ordnung. Danach saßen wir fast die ganze Nacht zusammen, und er erzählte mir, welche Riten man durchmachen müsse, um ein Apachen-Krieger zu werden."
[…]
Tony Banks schließt sich [Anthony] Phillips an: "Das dritte Album war brillant, das vierte fand ich sogar noch besser. In puncto Komposition war es wunderbar. 'San Jacinto' ist vermutlich mein Lieblingssong von Peter. Ich wäre auch ein großer Fan von ihm, wenn ich ihn nicht persönlich kennen würde."
Daryl Easlea, "Das Leben und die Musik von Peter Gabriel" (2013), S. 271 f. ; S. 287
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15 Punkte kriegen bei mir nur wenige Songs, die bekommen wirklich nur die ganz großen Highlights. Und "San Jacinto" gehört eindeutig dazu.
Bis vor Kurzem hätte ich aufgrund des grandiosen Pathos' und Tony Levins famoser Bass-Arbeit zwischen den Textstellen "letting go of life" und "medicine man" immer eine Live-Version (entweder die von "plays live" oder die aus "Live in Athens") gewählt. Mittlerweile habe ich aber auch wieder extremen Gefallen an der Studioversion gefunden.
Ohnehin schaffte es Gabriel, auf dem vierten Album wunderbar emotionale und oft regelrecht mysteriöse Stimmungen einzufangen. Auch sein Gesang ist auf allen acht Stücken sehr ausdrucksstark. Die Songs selbst haben enorme Substanz, aber hinzu kommt natürlich vor allem bei "San Jacinto" die - dem Fairlight sei Dank - große Bandbreite an völlig neuen Sounds.
In der Studioversion weiß ich, je älter ich werde, den Keyboardbass (so klingt es zumindest) im oben erwähnten Part immer mehr zu schätzen. Er kommt unauffälliger daher, aber hat vielleicht sogar genau deswegen etwas sehr Geheimnisvolles an sich. PG und David Lord hatten beim Produzieren der Platte ein bewundernswert gutes Händchen für den Ausdruck von unterschiedlichen Stimmungen und Emotionen.
Der von einigen "Vorrednern" eher kritisch gesehene Schluss ist ein Paradebeispiel dafür. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mich der Sound (entstanden durch das gesamplete Blasen in irgendwelche Metallrohre, wenn ich mich auch aus der damaligen Doku recht erinnere) und die Melodie, über die PG dann seinen elegischen "we will walk..."-Gesang legte, verzaubert und mir heute noch Gänsehaut bereitet. Auch das hieraus recycelte Instrumental "Powerhouse At The Foot Of The Mountain" von "Birdy" weiß ich daher natürlich sehr zu schätzen.
Der empathische und gleichzeitig kunstvolle Text tut sein Übriges hinzu. Hier wurde nicht weniger als Musikgeschichte geschrieben. Kein Wunder, dass Tony Banks derart positive Worte für das Lied fand.
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Gehört zu meinen Top 3 Songs von PG. Atmosphärisch dicht, genial aufgebaut, nimmt mich mit wie beim ersten Hören vor 40 Jahren. Natürlich 15 Punkte.
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Ich finde es bewundernswert, wie Gabriel, zumindest für meine Ohren, gefährliche Klippen des Kitsches umschifft.
Ich höre da trotz dramatischen Anschwellens kein Stadionpathos wie bei Bono, Kerr und Konsorten raus. Dieser Indianerchant ist auch absolut gut und unkitschig gesetzt.
Gabriel ist ein begnadeter Songschreiber, keine Frage. Hier würde ich ihn eher Klangmaler oder Klangerzähler nennen. Die Art, wie er als Sänger langsam die Melodie herausarbeitet und den trotz (oder wegen?) seiner Skizzenhaftigkeit phantastischen Text interpretiert, ist überragend.
Tatsächlich projiziert mir dieser Song wahlweise Bilder der Landschaften eines John Ford Western, aber auch das Elend der Reservation in den Kopf.
Kein Wunder das Gabriel nur wenig später zum begehrten Filmkomponisten wurde.
14 Punkte
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Einer meiner absoluten Lieblingssongs von Peter. Herrlich die hypnotischen Fairlightklänge, die eine zutiefst mystische, spirituelle Stimmung erzeugen. Der Text erzählt in gabrielsker Bildersprache den Gegensatz vom „modernen“ rationalen, kapitalistischen Amerika des „Weißen Mannes“ gegenüber dem archaischen der indigenen Bevölkerung. Zwischen diesen Welten liegt nur ein Berg: San Jacinto. Die andere, tiefer liegende Storyline beleuchtet einen Initialisierungsritus, den Peter von einem Apachen erzählt bekommen hat. 14 jährige männliche Jugendliche mussten, begleitet vom Medizinmann, der einen Beutel mit einer Klapperschlange bei sich trug, einen Berg hinauf, den Biss der Klapperschlange ertragen und vergiftet den Weg zurück in die menschliche Gemeinschaft finden. Wenn sie es schafften, wartete das Gegengift und die Aufnahme in die Erwachsenenwelt auf sie. Wenn nicht, der Tod. In unseren, ach so zivilisierten Augen mag es brutal sein, aber in den Augen eines Volkes, das unmittelbar in der Natur ums Überleben kämpft, eine sehr wichtige Erfahrung. Muss der/die Hörer*in nun zwischen den Welten wählen, zwischen dem Leben in der technisierten, kapitalistischen Umgebung, das seiner Seele verloren gegangen, vor sich hindämmert, oder dem archaischen, oft brutalen, aber wunderbaren Einssein mit der Natur und ihren spirituellen Reisen? Peter beantwortet diese Frage eher unbestimmt. Mit veränderter Stimme singt er am Ende des Liedes halluzinierend, wie ein Schamane, „We will walk, on the land/We will breathe, of the air/We will live, hold the line“
Nun, es ist nur die männliche Sichtweise. Der weibliche Part fehlt. Der findet in The Family And The Fishing Net seinen Ausdruck. Vielleicht trägt das Weibliche zur Versöhnung beider Welten bei? Die Musik begleitet mäandrierend, bedrohlich leise, ekstatisch laut, säuselnd, rhythmisch, unglaublich warm und tiefsinnig diese Reise ins zerrissene Amerika. Viel später in Passion findet sie ihre Vollendung. 15 Punkte + -