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  4. Song der Woche / Track Of The Week

TotW [19.04.-25.04.2010]: GENESIS - Calling All Stations

  • Christian
  • 21. März 2010 um 20:59
  • Sebastian
    Squonk
    Beiträge
    3.847
    • 21. April 2010 um 18:57
    • #41

    Crime Of The Centrury ist ein sehr toller Song von einem sehr tollen Album. Beide kenne ich schon sehr lange. Aber mir ist noch nie, wirklich noch nie und nicht im geringsten eine Gemeinsamtkeit zu Calling All Stations aufgefallen und ich habe auch keinerlei Ahnung, wo ich diese suchen sollte... :augenrollen:

    1. Vorsitzender des Deutschen Mike Rutherford Fanclubs

    Pure Vernunft darf niemals siegen!

  • Caspar80
    Banjo Man
    Beiträge
    765
    • 21. April 2010 um 20:09
    • #42

    Dieses langgestreckte Solo am Ende mit den dramatischen Akkorden, das könnte auch von Genesis sein (ab 2:29) usw. ein dramatischer Loop, quasi eine Schleife mit streicherartigen, dramatischen Akkorden und virtuosem Solo in Gitarre oder Saxophon darüber, welches sich rythmisch/dramatisch immer mehr hochschraubt.

    And the Lamb lies down ... on broooooooaaaaadddddwayyyy ......

  • martinus
    Giant Hogweed
    Beiträge
    5.756
    • 21. April 2010 um 20:26
    • Offizieller Beitrag
    • #43

    CQ, QST, CAS.

    Preisfrage: Was haben diese drei Buchstabenfolgen gemeinsam?

    Antwort: Wenn man die jeweils richtigen Leute fragt, bekommt man dreimal dieselbe Antwort. Hier im Forum haben gewiss die wenigsten Schwierigkeiten, CAS als Abkürzung für den Album- und Songtitel Calling All Stations zu identfizieren.
    In den Anfängen der Morsetelegraphie bedeutete CQ "an alle Stationen", englisch eben "[I am] calling all stations" (gut zu merken übrigens, wenn man die Buchstaben englisch ausspricht, ergibt sich: "seek you"). Da man manchmal aber nicht unbedingt die Aufmerksamkeit aller Stationen, sondern nur irgendeiner suchte, wurde CQ bald "calling any station" (wer halt gerade da ist) und QST wurde das neue Rufzeichen für "calling all stations". Am Ende dieses Ausflugs in die Urzeiten der Telekommunikation sei noch angemerkt, dass die Titanic nicht SOS funkte, sondern CQD ("calling all stations: distress" - "an alle Stationen: Notfall").

    Passionierte Funker würden also alsbald Klage führen, dass die Herren Genesis nicht "calling all stations", sondern "calling any station" senden sollten: Es melde sich bitte mal, wer sich berufen fühlt - kann mir irgendjemand da draußen sagen, wo ich bin?

    Im ersten Song dieser Platte taucht also schon das Thema auf, das später wieder aufgegriffen wird: "I am a million miles from anywhere - where can I be? I feel shipwrecked" In Shipwrecked ist es eine Metapher, da hat jemand mit seiner Beziehung Schiffbruch erlitten. Hier kann man sich aber schon einen einsamen Überlebenden im Rettungsfloß vorstellen: Nass, kalt, durchfroren, und ohne große Hoffnung auf Rettung ruft er in sein Notfunkgerät - und läßt sein Leben in nahezu philosophischer Erkenntnis Revue passieren.

    Der Anfang des Stückes - die ersten Töne der Genesis nach Phil Collins - schlägt gleich mal zwei Pflöcke ein: Erstens - die Gitarre rückt nach vorne. Weit nach vorne. Und zweitens - ja, Collins ist weg, aber das heißt nicht, dass das Schlagzeug jetzt unter "ferner liefen" rangiert, sondern es ist gleich von vorne weg mit Macht dabei. Genesis machen einen Ruck in Richtung Rockmusik. Leidenschaftliche Rocker rümpfen womöglich weiter die Nase, wenn sie finden, dass Rock nur Rock ist, wenn eine schöne Frau drinsteckt oder man das Keyboard zerdeppert oder wenigstens unter krachenden Gitarren unhörbar macht. Aber hier rockt es schön. Dafür sorgt auch Ray Wilson, dessen Stimme mir mit diesem Song viel glücklicher zu sein scheint als mit mancher Ballade, die er weiter hinten auf dem Album singt. Ein Freund sagte mir mal: "Rays Stimme klingt doppelt so gut, wenn ordentlich Gitarren dahinter unterwegs sind." Damit hat er gar nicht so unrecht.

    Abschließend gieße ich noch etwas Öl ins Feuer der "Fadeout-Diskussion": Supper's Ready hat ein Fadeout. Auch live meistens. Und ich behaupte: Calling All Stations muss ein Fadeout haben, weil die Situation, die beschrieben wird, eben gerade auch keinen Endpunkt und schon gar keine Auflösung hat.

    10 Punkte. Haarscharf an 11 vorbei.

    ... cried a voice in the crowd.

    Förderer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

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  • Aprilfrost
    Giant Hogweed
    Beiträge
    6.236
    • 21. April 2010 um 20:54
    • #44

    Chapeau martinus! Ich finde, Du hast eine unnachahmlich tolle Art, Musik zu erklären - ohne Besserwisserei, Angeberei oder "sophistication". Diese Beiträge sind für mich Highlights zwischen unseren "normalen" und manchmal auch (sorry) niveauarmen Posts. Danke. Und das fade out bei diesem Song sehe ich genau so.

  • Sebastian
    Squonk
    Beiträge
    3.847
    • 21. April 2010 um 21:12
    • #45
    Zitat von Caspar80

    Dieses langgestreckte Solo am Ende mit den dramatischen Akkorden, das könnte auch von Genesis sein (ab 2:29) usw. ein dramatischer Loop, quasi eine Schleife mit streicherartigen, dramatischen Akkorden und virtuosem Solo in Gitarre oder Saxophon darüber, welches sich rythmisch/dramatisch immer mehr hochschraubt.

    Von Genesis gerne, aber doch nicht von CAS...:huhu:

    1. Vorsitzender des Deutschen Mike Rutherford Fanclubs

    Pure Vernunft darf niemals siegen!

  • martin
    Intruder
    Beiträge
    40
    • 21. April 2010 um 21:29
    • #46
    Zitat von martinus

    Und ich behaupte: Calling All Stations muss ein Fadeout haben, weil die Situation, die beschrieben wird, eben gerade auch keinen Endpunkt und schon gar keine Auflösung hat.

    ok! ich gebe mich geschlagen!! :D
    dieser wirklich charmanten erklärung habe ich nichts mehr entgegenzusetzen. *inhaltlich* gesehen passt das fade-out zur aussage des songs, ja.

    und wo wir gerade über die wortbedeutung "calling all stations" reden, möchte ich noch einwerfen, dass ich die szene, die in dem song beschrieben wird, immer an einem verfrorenen einsamen britischen bahnhof verortet habe. nach meiner persönlichen assoziation, die weder mit eurer noch mit der des autors übereinstimmen muss, spiel der titel mit der doppeldeutigkeit: rufe nach kontakt (wie von martinus beschrieben) einerseits - und dem zug, der an allen stationen hält, andererseits. zug/bahn ist ja immer wieder eine gern gesehenes symbol für entkommen / flucht / ausbrechen aus der umgebung. und in dem song kommt der zug eben nicht. sondern der arme mensch steht frierend und verlassen am bahnhof.
    so sieht die szene in meinem kopf aus. ;)
    vielleicht teilt ja jemand zufällig diese bildwelt...

    neulich in meinen Ohren...
    > Last.fm

  • Doctone
    Banjo Man
    Beiträge
    1.324
    • 21. April 2010 um 22:19
    • #47
    Zitat von martinus

    CQ, QST, CAS.

    Und ich behaupte: Calling All Stations muss ein Fadeout haben, weil die Situation, die beschrieben wird, eben gerade auch keinen Endpunkt und schon gar keine Auflösung hat.

    Ein Fade Out an sich finde ich auch gar nicht mal schlimm. Aber es gibt ja im Studio verschiedene Arten und Techniken, wie man ein Stück ausblenden kann. Und da finde ich, dass man sich bei "Calling All Station" für das ganze Album nicht so viel Mühe gegeben hat. Das Fade Out kommt irgendwie für meinen Geschmack zu schnell und teilweise nicht an wirklich günstigen Stellen. Ich habe selbst bei CD-Produktionen mal gesehen, wie viel Zeit man in ein Fade Out investieren kann und wie unterschiedlich das Ergebnis nachher ist. Bei "Calling All Station" wirkt es für mich so, als wenn es halt ohne Sinn und Verstand irgendwie zu Ende gebracht worden ist. Das finde ich bei keinem anderen Genesis-Album so negativ. Auch wenn der Song trotz allem sehr gut ist!

  • Aprilfrost
    Giant Hogweed
    Beiträge
    6.236
    • 22. April 2010 um 07:17
    • #48
    Zitat von Doctone

    Und da finde ich, dass man sich bei "Calling All Station" für das ganze Album nicht so viel Mühe gegeben hat. Das Fade Out kommt irgendwie für meinen Geschmack zu schnell und teilweise nicht an wirklich günstigen Stellen.

    Da magst Du Recht haben. Hätte man mehr draus machen können.

  • tamatze
    Lurker
    Beiträge
    304
    • 22. April 2010 um 07:45
    • #49

    Mein Lieblingssong auf CAS. Ein echter Kracher als Opener, der eigentlich 15 Punkte verdient hätte. Abzug gibt es für den Fade-Out - 13 Punkte. Ein echter Pluspunkt ist der druckvolle Sound.

    :genesis:

  • Zy
    Giant Hogweed
    Beiträge
    4.906
    • 22. April 2010 um 13:09
    • #50

    Fand CAS immer das stärkste Stück auf dem Album. Kraftvoller Einstieg und genialer Gesang von Ray. Endlich wieder einmal kräftige Gitarren durch das ganze Stück hindurch. Tony gekonnt wie immer.
    Schwachpunkt für mich ist das Drumming. Das wirkt für mich einfach zu eintönig und einfallslos, ob gewollt oder nicht, ist mir eigentlich egal. Das Fade out ist für mich auch schwach - nicht Fade Out an sich, aber ganz sicher der Fade out wie er hier verbrochen wurde (btw. ich hasse den Fade out auf Suppers Ready - mich interessiert bis heute, wie der Part dort weitergeht).
    Ich finde ausserdem, dass CAS ein wenig lieblos oder ideenlos abgemischt ist.
    Unter dem Strich gibt es 12 Punkte.

    Zy
    ------
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