Ich liege zwischen martinus' Kategorien "Genesis-Camp"- und "globaler" Bewerter: Mein Raster, an das ich mich wahrscheinlich relativ konsequent gehalten habe, ist das Genre "Pop- / Rockmusik". Mit "You're my heart, you're my soul" sowie "Since I lost you" an unterster Stelle sowie "Entangled" und "Close to the edge" als Spitze des Genres.
Wir stellen vor: den "Track of the Week"
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Hinzu kommt, daß wir buchstäbliche Musiksachverständige haben, deren Kommentare ich immer sehr gerne und oftmals begeistert lese (zB prophet, little nick u.a.)
Allein dafür lohnt es sich, den SdW zu verfolgen und ihn sich unter diesen Gesichtspunkten noch einmal genau - oder vielleicht zum ersten Mal - anzuhören. Danke an die MSVs (Musiksachverständigen). -
Ich denke Martinus hat alles wichtige schon zusammengefasst.
Ich gehöre zu den "globalen Bewertern", das ist für mich schon durch die Schulnotenskala vorgegeben. Ich kenne halt kein Lied von Genesis dass ungenügend wäre. Daraus ergeben sich meine Wertungen.
Auch wenn man ein Bewertungsschema für alle vorgeben würde bekäme man keine wirklich einheitliche Bewertung hin weil es doch jeder nach seinen persönlichen Maßstäben auslegen würde. Außerdem fallen die Bewertungen schon durch den langen zeitlichen Abstand unterschiedlich aus. Es gibt Lieder die ich heute anders bewerte als noch vor einem oder zwei Jahren. Aber auch wenn ich innerhalb eines kurzen Zeitraums sämtliche Lieder von Genesis bewerten müsste wäre das schwer. Um jedem Lied gerecht zu werden müsste ich es doch vorher nochmal intensiv anhören. Damit wäre der kurze Zeitraum nicht zu halten.
Wie man's auch dreht & wendet, das Ergebnis wird nie objektiv sein und es wird auch nie ultimativ und endgültig sein.
Für mich selbst sind die Noten-Bewertungen auch gar nicht wichtig. Ich finde - wie Townman - die Erläuterungen viel interessanter. Text-Interpretationen, Hintergründe zur Entstehung der Lieder, die persönlichen Gedanken von euch, das macht für mich den "Song der Woche" interessant. -
Wenn man´s genau bedenkt ist die subjektive Bewertung der Sinn der Sache. In diesem Zusammenhang stelle ich mal folgende Frage:
Wie schwer wiegt bei Eurer Bewertung die handwerkliche Leistung ?
Bei mir ist das nämlich so:
Oft wird kritisiert das man in seiner Bewertung die Leistung der Band mit einfließen lässt. Schließlich sei es eine rein emotionale Angelegenheit und die Frage einzig ob Musik berührt oder nicht.
Für mich kann Virtuosität und Spielfreude einen stark auffordernen, anmachenden Reiz haben. Das ist ähnlich wie das Bedürfnis mitzusingen oder zu tanzen. Trivial ausgedrückt: Ja, ich geile mich am Können der Musiker auf! Möglicherweise ist das auch eine Musikerkrankheit. :pLetzten Endes lässt sich diese Virtuosität natürlich viel einfacher messen/bewerten. Je nach Song spielt dieses Können in der Bewertung eine Rolle. Bei Mama bewerte ich die Virtuosität natürlich überhaupt nicht. Beim instrumentalen Teil der Cinema show aber sehr wohl.
Auch beim aktuellen Song der Woche (Aiamn) fasziniert mich die Rhytmik und das Arrangement der Instrumente, die Phrasierung des Gesangs usw.... -
- Offizieller Beitrag
Ich gehöre zu denjenigen, die C-Dur nicht von Tesa-Moll unterscheiden können, insofern bewegt sich meine Auseinandersetzung mit der musikalischen Seite zwischen "find ich toll" und "gefällt mir nicht besonders".
Was mich besonders reizt, ist die Auseinandersetzung mit dem Text - wenn er mich denn anspricht. Mir ist es dabei egal, dass das anderen Leuten scheißegal ist. -
Ich gehöre zu denjenigen, die C-Dur nicht von Tesa-Moll unterscheiden können,
Martinus, Du bist der Größte!! -
[quote='brecher','RE: Wir stellen vor: Den "Song der Woche"']Wenn man´s genau bedenkt ist die subjektive Bewertung der Sinn der Sache. In diesem Zusammenhang stelle ich mal folgende Frage:
Wie schwer wiegt bei Eurer Bewertung die handwerkliche Leistung ?
Spannende Frage, das. Ich möchte grundsätzlich das Handwerkliche gerne an den musikalischen Ausdruck binden und nicht als isolierten Aspekt betrachten.
Sprich: Im Optimalfall sollte Virtuosität im Dienst des musikalischen Ausdrucks stehen.Extremfall: An einem Weltrekordversuch, wer die Tesa-Moll-Tonleiter am schnellsten spielen kann, hätte ich keine Freude. Da würde sich keinerlei musikalische Energie auf mich übertragen.
Andrerseits: Auch ich kenne mich in einem Zustand völliger Verzückung und Extase, wenn ich bestimmte virtuose Passagen von Liszt, Chopin oder Debussy höre. Daryl Sturmer sagt völlig zurecht, dass z.B. schnelle Passagen Musikstücke auf ein höheres Energielevel bringen können (nicht zwangsläufig müssen), also eine gewisse zusätzliche Intensität schaffen können. Wenn dies allerdings in keinen substanziellen musikalischen Kontext eingebettet ist, sondern nur als Selbstzweck dient, als äußerliche Zurschaustellung von antrainierter Fingerakrobatik, dann tschüss.
Zu Genesis: Ich bleibe dabei, dass Genesis grundsätzlich kaum etwas mit echter Virtuosität zu tun hat. Trotzdem gibt es handwerkliche Stärken der Musik - eben z.B. wenn im zweiten Teil von "Cinema show" das Timing der dezenten Gitarren auf den Punkt ist, Phil seine schönen Ghostnotes einbringt und Tony seine Läufe akkurat phrasiert. Diese Art der etwas frickeligeren Solo-Parts lebt ungemein auch vom handwerklichen Können, welches spieltechnische Souveränität und Genauigkeit, aber eben auch das richtige "Feeling" gleichermaßen erfordert. Nur dann wird's auch was.
Ich schließe mich deinem Begriff "Spielfreude" nur zu gern an. In diesem Wort sind die positiven Ausprägungen der handwerklichen Aspekte mit enthalten. Bei dieser "Spielfreude" ist auch die Unterscheidung zwischen MSV's und Liebhabern sympathischerweise hinfällig, da die Wirkung einer musikalisch motivierten technischen Könnerschaft eben den Laien ganz direkt erreicht. Und der MSV kann einfach womöglich die Ursachen dieser Wirkung noch für sich bestimmen (in Grenzen jedenfalls).
Irgendwo hat Mozart mal ein musikalisches Credo in dem Sinne formuliert, dass gute Musik eben für Liebhaber UND Experten etwas bieten können muss. Diesen Anspruch an Musik finde ich wunderbar.
Fazit 1: Mein Posting ist zu lang und führt ab vom Thema.
Fazit 2: Genesis haben m.E. größtenteils andere Stärken als Virtuosität an sich. Deshalb denke ich darüber auch beim SdW seltenst nach. Und dass das so ist, dass ich also gar nicht erst in Versuchung komme zu überlegen, ob ich hier "bloß" auf den technischen Aspekt abfahre, empfinde ich als große Stärke ihrer Musik.
Fazit 3: Wenn so etwas wie "Spielfreude" aufkommt (z.B. auch bei "Riding the scree", "That's all", "Second home by the sea", "Los endos", dem Gesangspart von "Duke's travels", "Duke's end" u.a.), dann kann ich mich daran extrem aufgeilen und bewerte das auch mit - weil's zur musikalischen Wirkung essenziell beiträgt.
Fazit 4: Wenn der handwerkliche Aspekt nicht professionell ist, werde ich richtig ätzend und bewerte das selbstverständlich auch mit. Gepfusche finde ich ganz schlimm, weil die Musik dann automatisch eine gewisse Schwelle der subtilen Entfaltung erst gar nicht erreichen kann.
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Was die Bewertung von Musik angeht, gibt es immer aufgrund von Stimmung, Zeit, Ort oder anderen Umständen eine Problematik der Verhältnismäßigkeit.
Bei Genesis Musik bin ich im Laufe von 35 Jahren ziemlich mit mir im Reinen, was die Einteilung in gute, sehr gute und überragende Stücke angeht.
Einige Stücke gehören für mich in keine dieser 3 Kategorien, weil sie keinen Teil der Musik darstellt, die ich an Genesis Musik so einzigartig finde - und dann ist die Musik halt vielleicht 1-5 P wert.Es gibt sicherlich genug andere Leute, die alle Stück SUPER finden - für Fans durchaus ok.
Ich habe nur ein Problem mit der recht "wahllosen Vergabe" von Punkten - natürlich auch jedem zugestanden...Bei der Vorstellung des Threads hieß es bzgl. Details & Regeln :
"Einordnungen in das Gesamtwerk, die Interpretation der Songtexte und Diskussionen über die beteiligten Musiker usw. sind gefordert und erwünscht"Wenn das Forum schon Ranglisten und sogar Ligen erstellt, um Vergleiche von Titeln und Alben zu ziehen, sollte man sich auch die Mühe machen im Gesamtkatalog aller Stücke gewisse Relationen setzen können.
So verstehe ich jedenfalls die Kriterien für eine Punktvergabe in diesem Thread.
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Vielleicht sollte man auch wirklich nur Perlen zum Song der Woche machen Nur weil es aus dem Genesis Umfeld ist muss es ja nicht zwangsläufig gut sein. Oder haben wir schon alle Genesis Songs durch?

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- Offizieller Beitrag
Vielleicht sollte man auch wirklich nur Perlen zum Song der Woche machen Nur weil es aus dem Genesis Umfeld ist muss es ja nicht zwangsläufig gut sein. Oder haben wir schon alle Genesis Songs durch?

Und nach welchem Kriterium willst du im Vorfeld eine "Perle" definieren? Beispiel: für die einen ist "Who dunnit" eine Perle, für andere absoluter Schrott. Ist's also eine Perle oder ist es Schrott?
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