Für mich hat die ganze Diskussion in seiner ganzen Dimension schon lächerliche Züge.
Onkel Günther mischt wieder mal erfolgreich den Laden auf, und bekommt wieder die Aufmerksamkeit, die er ja so gerne hat. Alte Weggefährten wie Hochhuth und Intimfeinde wie Reich-Raniki dürfen auch ihren Senf dazugeben. Herr Broder, der Meister der inhaltlosen Provokation, kriegt auch mal wieder Presse.
Und ganz nebenbei überschlagen sich so ziemlich alle Kommentatoren in ihrem Bemühen, möglichst hieb- und stichfest den Antisemitismus bei Herrn Grass nachweisen zu können.
Und als Sahnehäubchen wird Grass von der hochnervösen und wenig souveränen Regierung Israels zur unerwünschten Person erklärt.
Wirklich nicht schlecht für nen alten Mann....
Meiner Ansicht sind Grass "Verbrechen" bei diesem Gedicht, fürchterlicher Pathos, ein arg hölzerner Stil und eine zu starke Vereinfachung eines hochkomplexen Konflikts.
Wenn man von dem Spruch "Viel Feind viel Ehr"ausgeht, würde ich sagen, viel zu viel Ehre für Herrn Grass.