Ich denke auch, hier und da ist es durchaus zulässig, Stimmen und/oder Instrumente einzuspielen. Letztlich sind ja auch Kings Piano-Sounds lediglich gesampelt und eine Grenze wäre hier etwas willkürlich. Außerdem hat er das immer schon gemacht. Z.B. das Intro von Hope I don't wake auf der 1981er Tour kam ebenfalls vom Band.
Jethro Tull lassen das a cappella Intro von Songs from the wood auch schon seit langem ( seit Dave Pegg nicht mehr dabei ist) vom Band einspielen ... is nichts schlimmes dabei, finde ich.
Ich habe ja auch nichts dagegen, wenn mal ein Song-Intro oder eine Drum Machine vom Band kommt. Entscheidend ist, dass für den Zuhörer klar zu erkennen ist, was live ist und was nicht. Wenn aber jemand auf der Bühne steht und so tut, als würde er singen oder ein Instrument spielen, dieses aber in Wirklichkeit ein Playback ist, so ist das eine ziemliche Verarsche - wenn man böse ist, könnte man auch von Betrug sprechen! Wenn ich ein Live-Konzert besuche, dann erwarte ich, dass die Musiker auch wirklich "live" spielen. Ich bezahle nämlich nicht nur dafür, ein tolles Hörerlebnis zu haben - das habe ich auch beim Anhören einer CD -, sondern ich möchte eine gute Show und musikalische Performance sehen bzw. echtes musikalisches Handwerk, das ich dann auch bestaunen und bewundern kann. Jede Form von "technischem Doping" sollte man bei Live-Auftritten äußerst kritisch sehen. Gerade ein Steve Hackett wird von vielen uns deshalb verehrt, weil er ein guter Musiker ist. Der Einsatz von Playbacks gereicht einem guten Musiker nicht zur Ehre. Meines Erachtens hat Hackett also drei Möglichkeiten: (1) Akzeptieren, dass sein Gesang live nicht so gut klingt wie auf dem Album, (2) mit einem Sänger auf Tour gehen oder (3) Gesangsunterricht nehmen!![]()