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  3. STEVE HACKETT
  4. STEVE HACKETT - Tourneen und Live-Konzerte

Hackett-Gesang Playback?

  • little nick
  • 4. November 2009 um 20:13
  • mutzelkönig
    Giant Hogweed
    Beiträge
    10.598
    • 5. November 2009 um 15:25
    • #21
    Zitat von TM Productions

    Ich denke auch, hier und da ist es durchaus zulässig, Stimmen und/oder Instrumente einzuspielen. Letztlich sind ja auch Kings Piano-Sounds lediglich gesampelt und eine Grenze wäre hier etwas willkürlich. Außerdem hat er das immer schon gemacht. Z.B. das Intro von Hope I don't wake auf der 1981er Tour kam ebenfalls vom Band.

    Zitat von Eleventh-Earl

    Jethro Tull lassen das a cappella Intro von Songs from the wood auch schon seit langem ( seit Dave Pegg nicht mehr dabei ist) vom Band einspielen ... is nichts schlimmes dabei, finde ich.

    Ich habe ja auch nichts dagegen, wenn mal ein Song-Intro oder eine Drum Machine vom Band kommt. Entscheidend ist, dass für den Zuhörer klar zu erkennen ist, was live ist und was nicht. Wenn aber jemand auf der Bühne steht und so tut, als würde er singen oder ein Instrument spielen, dieses aber in Wirklichkeit ein Playback ist, so ist das eine ziemliche Verarsche - wenn man böse ist, könnte man auch von Betrug sprechen! Wenn ich ein Live-Konzert besuche, dann erwarte ich, dass die Musiker auch wirklich "live" spielen. Ich bezahle nämlich nicht nur dafür, ein tolles Hörerlebnis zu haben - das habe ich auch beim Anhören einer CD -, sondern ich möchte eine gute Show und musikalische Performance sehen bzw. echtes musikalisches Handwerk, das ich dann auch bestaunen und bewundern kann. Jede Form von "technischem Doping" sollte man bei Live-Auftritten äußerst kritisch sehen. Gerade ein Steve Hackett wird von vielen uns deshalb verehrt, weil er ein guter Musiker ist. Der Einsatz von Playbacks gereicht einem guten Musiker nicht zur Ehre. Meines Erachtens hat Hackett also drei Möglichkeiten: (1) Akzeptieren, dass sein Gesang live nicht so gut klingt wie auf dem Album, (2) mit einem Sänger auf Tour gehen oder (3) Gesangsunterricht nehmen!
    :)

    But we never leave the past behind, we just accumulate...

    "Von jedem Tag will ich was haben

    Was ich nicht vergesse

    Ein Lachen, ein Sieg, eine Träne

    Ein Schlag in die Fresse"

  • Max
    Banjo Man
    Beiträge
    1.904
    • 5. November 2009 um 15:41
    • #22
    Zitat

    Ich denke auch, hier und da ist es durchaus zulässig, Stimmen und/oder Instrumente einzuspielen. Letztlich sind ja auch Kings Piano-Sounds lediglich gesampelt und eine Grenze wäre hier etwas willkürlich.

    Der Vergleich hinkt.
    Ein gesampletes Klavier samplet die einzelnen Töne, die noch keine Musik ergeben. Die Töne müssen dann noch geschickt durch den Keyboarder ausgelöst werden.

    Außerdem sieht man, dass der Keyboarder keinen Flügel, sondern Keyboard spielt - er täuscht die Zuschauer also nicht.

    Zitat von mutzelkönig

    Ich habe ja auch nichts dagegen, wenn mal ein Song-Intro oder eine Drum Machine vom Band kommt. Entscheidend ist, dass für den Zuhörer klar zu erkennen ist, was live ist und was nicht. Wenn aber jemand auf der Bühne steht und so tut, als würde er singen oder ein Instrument spielen, dieses aber in Wirklichkeit ein Playback ist, so ist das eine ziemliche Verarsche - wenn man böse ist, könnte man auch von Betrug sprechen! Wenn ich ein Live-Konzert besuche, dann erwarte ich, dass die Musiker auch wirklich "live" spielen. Ich bezahle nämlich nicht nur dafür, ein tolles Hörerlebnis zu haben - das habe ich auch beim Anhören einer CD -, sondern ich möchte eine gute Show und musikalische Performance sehen bzw. echtes musikalisches Handwerk, das ich dann auch bestaunen und bewundern kann. Jede Form von "technischem Doping" sollte man bei Live-Auftritten äußerst kritisch sehen. Gerade ein Steve Hackett wird von vielen uns deshalb verehrt, weil er ein guter Musiker ist. Der Einsatz von Playbacks gereicht einem guten Musiker nicht zur Ehre. Meines Erachtens hat Hackett also drei Möglichkeiten: (1) Akzeptieren, dass sein Gesang live nicht so gut klingt wie auf dem Album, (2) mit einem Sänger auf Tour gehen oder (3) Gesangsunterricht nehmen!
    :)

    Wieder volle Zustimmung.

    So, let's drink some wine
    And have a good time.
    But if you really want to come through
    Let the good time, good time have you.
    It's what you've got to do.

  • Relaxo
    Intruder
    Beiträge
    12
    • 5. November 2009 um 16:19
    • #23

    Beim Konzert gestern in Stuttgart war z.B. Mechanical Bride meiner Meinung nach live gesungen. Bei anderen Titeln ist es schwieriger zu beurteilen, da eben Bassist und Schlagzeuger auch singen. Bei den neuen Sachen wie z.B. Fire on the moon oder Emerald and Ash kommen mir im Nachhinein, nach dem Sichten meiner Aufnahmen, auch Zweifel, ob das alles live ist. Überhaupt hatte ich gestern das Gefühl, dass die Vocals insgesamt fast zu gut klangen. Man hört ja so einiges (negatives) über Steves Gesangskünste.

    Wenn hier die Rede ist, dass der Gesang (teilweise) vom Band kommt, soll das bedeuten, dass dann die jeweiligen Gesangsparts der Albumversion eines Stücks eingespielt werden oder eine Gesangsspur, die vor der Tour extra für die Tour aufgenommen wurde?

    Insgesamt war ich aber in jeder Hinsicht vom Konzert begeistert.

  • townman
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.036
    • 5. November 2009 um 16:30
    • #24

    mutzelkönig: Deine Meinung überzeugt mich 100%-ig:topp:!
    Lediglich einen Zusatz würde ich noch in Betracht ziehen (allerdings - wie mutzelkönig deutlich gemacht hat - nur unter der Voraussetzung sensibelster und vorsichtigster Handhabung):
    Prinzipiell würde ich für eine Live-Darbietung gar nichts ausschließen, also auch nicht beigemischte Gesangsspuren, wenn das musikalische Ergebnis es rechtfertigt; das klangliche Endprodukt muss ja der höchste Wert in einem Konzert sein. Aber falls Steve live den Eindruck erweckt, er würde singen, dann muss das auch wirklich so sein und kein Fake, denn das wäre definitiv eine Täuschung des Publikums.
    Meine Konsequenz: Ich hätte nichts dagegen, wenn er vom Mikro weggeht und seine Stimme aus der Konserve (wenn sie denn auch wirklich gut eingesungen wäre und sie "stimmig" in die Performance integriert wird) in aller Seelenruhe auf der Gitarre begleitet. Wäre lediglich Gewöhnungssache... und nimmt natürlich auch eine gewisse Spontanität.
    (Zusatz-Einwand: Ich würde ihm raten, das mit dem Gesang sein zu lassen, er ist einfach kein guter Sänger. Dieser Thread ist ja auch eine Folge davon.)


  • bekkie
    Banjo Man
    Beiträge
    990
    • 5. November 2009 um 16:47
    • #25

    Da gab es viele Jahre zurück dieselbe Diskussion im Englischen Genesis-Forum. Damals wurde gesagt das es kein Playback ansich ist aber "eine gewisse Form von...." indem Steve mit hilfe eines Bandes (im jetzigen Fall also der MP3 Track) der Gesangpart lediglich 'unterstutzt'. Was das alles bedeuten soll und wie das praktisch wirkt, keine Ahnung. Aber die Diskussionen darüber im Forum waren sehr heftig. In Zoetermeer war ich mich ziemlich sicher dass Steve 'unterstutzt' würde. Seine Mundbewegungen und der Gesangteil liefen nicht ganz synchron. Ich denke aber diese Form von "Live Gesang" geht in Ordnung. Punkt ist das der Steve & seine Band eine gewaltige Show gaben!

  • Forth
    Lurker
    Beiträge
    153
    • 5. November 2009 um 17:29
    • #26

    Ich war gestern auch in Stuttgart.
    Ohne vorher diese Diskussion gesehen zu haben ist mir gleich zu Beginn des Konzertes am Gesang was komisch vorgekommen, da waren diese Megachöre...
    Da habe ich dann genauer aufgepasst und auch am Mischpult ein bischen gespickelt. Die (meisten)Chorsätze sind definitiv nicht original gesungen, sondern werden zugeschaltet - ob dies mittels MP3-Samples oder mit Harmonizern erzeugt wird, konnte ich nicht erkennen. Ganz augenfällig wurde dies, als an einem Stück gegen Ende nur Steve ins Micro gesungen hat und ein mindestens vierstimmiger Chorsatz zu hören war.
    Gestört hats mich schon ein bischen.
    Aber das Konzert war klasse.

    http://www.myspace.com/sternfeld.de

  • Aprilfrost
    Giant Hogweed
    Beiträge
    6.235
    • 5. November 2009 um 17:52
    • #27
    Zitat von mutzelkönig

    ...oder ein Instrument spielen, dieses aber in Wirklichkeit ein Playback ist, so ist das eine ziemliche Verarsche - wenn man böse ist, könnte man auch von Betrug sprechen! Wenn ich ein Live-Konzert besuche, dann erwarte ich, dass die Musiker auch wirklich "live" spielen. Jede Form von "technischem Doping" sollte man bei Live-Auftritten äußerst kritisch sehen.

    Ich geb mal den Advocatus diabolus. Wo soll man denn da eine Grenze ziehen, und was kann als "technisches Doping" bezeichnet werden?
    Jede elektronische Verstärkung ist ja schon ein Doping an sich. Aber anders geht es nicht, denn sonst wäre ab Reihe 15 nichts mehr zu hören. Jegliche Verfremdung eines Instruments ist nicht zulässig. Wieso klingt eine Gitarre mal wie Gitarre und dann wieder nach "Wah-Wah"? Das ist doch Betrug! Mit den Keyboards ist es am schlimmsten. Insbesondere Altmeister Wakeman orgelt, spielt Flügel, Halleluja-Chöre und sogar Bombenabwürfe an Instrumenten, die alle irgendwie gleich aussehen. Auch sind da noch Schlagzeugelemente, die aussehen, als wären sie für Fünfjährige konzipiert. Trotzdem fetzen sie Dir die Ohren weg. Und der Gesang kann zuweilen (gewollt) wie aus einem Telefonhörer klingen.
    Sogar die Unplugged-Konzerte tragen ihren Namen ja eigentlich zu Unrecht.
    Nehmt das hier alles nicht zu ernst. Ich übertreibe natürlich in unzulässiger Weise, möchte aber im Kern die Schwierigkeit aufzeigen, da Grenzen zu ziehen.
    Im übrigen glaube ich, dass Steve Hackett nicht nur die Lippen bewegt hat. Wenn seine Live-Stimme vom Playback übertönt wird, ist das noch was anderes, als wenn er "nur so tut, als ob er singt".

  • Max
    Banjo Man
    Beiträge
    1.904
    • 5. November 2009 um 18:31
    • #28
    Zitat von Aprilfrost


    Jede elektronische Verstärkung ist ja schon ein Doping an sich. Aber anders geht es nicht, denn sonst wäre ab Reihe 15 nichts mehr zu hören. Jegliche Verfremdung eines Instruments ist nicht zulässig. Wieso klingt eine Gitarre mal wie Gitarre und dann wieder nach "Wah-Wah"? Das ist doch Betrug! Mit den Keyboards ist es am schlimmsten. Insbesondere Altmeister Wakeman orgelt, spielt Flügel, Halleluja-Chöre und sogar Bombenabwürfe an Instrumenten, die alle irgendwie gleich aussehen. Auch sind da noch Schlagzeugelemente, die aussehen, als wären sie für Fünfjährige konzipiert. Trotzdem fetzen sie Dir die Ohren weg. Und der Gesang kann zuweilen (gewollt) wie aus einem Telefonhörer klingen.

    Das hat alles nichts mit Hacketts Playback und auch nichts mit der Kritik an ihm zu tun.
    Den Grundkern verstehe ich, aber das Grenzenziehen ist an dieser Stelle denkbar einfach.

    Du setzt die Manipulation von Klängen mit dem Abspielen von Tönen gleich. Da gibt es aber einen entscheidenden Unterschied.

    Bei der Manipulation verfremdet man die Töne nur: es ändert sich dabei aber nichts daran, dass der Musiker diese Töne noch spielen muss, er hat immernoch ein Instrument, das er zu bedienen hat.

    Der Playback läuft vollautomatisiert ab; hier muss Hackett die vorher aufgenommenen Töne nicht bedienen, sondern nur abspielen.


    Beim Playback vom Gesang liegt als Vergleich der Mellotron-Chor nahe.

    Der Mellotronist hat mehrere Oktaven zur Verfügung, wobei jede Taste einen bestimmen Ton aufruft, der insgesamt 8 Sekunden lang andauert. Der Mellotronist hat hier also insgesamt um die 40 Töne, die er bedienen und kombinieren kann.
    Darüber hinaus ist das Mellotron ein Musikinstrument, das prägend für die jeweilige Musik ist. Es gilt nicht als billiger Versuch, ein Streichorchester zu imitieren, sondern wird als eigenständig angesehen.

    Hackett spielt ein komplett eingespieltes Sample ab. Dieses dauert vielleicht von einer halben bis zu ein paar Minuten.
    Hier wurde die Tonkombination schon im Studio durchgeführt, die nun auf Knopfdruck abgespielt wird - vergleichbar mit einer einzigen Mellotron-Taste. Außer dem "Play"-Schalter gibt es hier nichts zu bedienen.
    Darüber hinaus ist dieser Playback nicht prägend und gewollt für diese Musik (was man an Hacketts "Faken" erkennt), sondern eine Notlösung: der Playback-Computer ist kein eigenständiges Instrument: das ist nicht professionell.

    So, let's drink some wine
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    It's what you've got to do.

  • Royale
    Banjo Man
    Beiträge
    1.931
    • 5. November 2009 um 19:25
    • #29

    Dass Steve Emerald and Ash gesanglich so perfekt hinkriegt, wie bspw. hier:

    YouTube - Steve HACKETT - Emerald & Ash

    halte ich auch für unwahrscheinlich.

    Auf dem Konzert ist es mir übrigens nicht aufgefallen, da kannte ich aber auch die Studioversionen der neuen Songs nicht. Mechnical Bride klang zwar auch erstaunlich gut, allerdings halt ich das für live. Es sei denn, Steve hat mehr als fünf unterschiedliche "Live"-Versionen auf Band :p

    Saw that look of recognition

    When they know just who you are

  • bekkie
    Banjo Man
    Beiträge
    990
    • 5. November 2009 um 19:51
    • #30

    Auch dem offiziellem Forum:

    It's live singing with prerecorded vocal support and harmonies. You can hear Steve's vocal and the backing track quite clearly.

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