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Sind Genesis in der Musik unterbewertet?

  • Monti
  • 13. Januar 2012 um 22:43
1. offizieller Beitrag
  • Monti
    Banjo Man
    Beiträge
    1.080
    • 13. Januar 2012 um 22:43
    • #1

    Ich kenn es noch von meinem Musikunterricht von vor 10 Jahren. Wenn wir mal was Rockiges gesungen haben, waren es Beatles oder gar Hendrix. Aber auch allgemein, wenn man sich mit Leuten unterhält von denen man ausgeht, dass sie eigentlich Genesis hören und eigentlich mögen "müssen" kommen nur Sprüche wie "Ich steh mehr auf Floyd oder Purple".

    Natürlich ist Genesis mein absoluter Favorit in jeglicher Musik der letzten 40 Jahre. Auch Floyd, Purple, Stones etc. kamen mE niemals an Genesis ran. Das ist natürlich eine reine Geschmackssache. Aber zu selten höre ich von begeisterten Rockfans die auch den Progressive sehr schätzen, dass sie aufrichtige Genesisfans sind. Und ich rede von Leuten im Alter 40-50 Jahren.

    Woher kommt das? Ist das nur bei mir so, dass sich niemand so richtig für Genesis interessiert? Und wer kennt eigentlich Gabriel als Frontsänger der Band richtig? Die meisten Leute kennen Phil Collins und einige Hit-Singles aus den Charts.
    Auch im Radio, Foren, TV... Wirklich kaum etwas!

    Sind Genesis musikalisch und fantechnisch unterbewertet?

    It requires that you leave behind everything of human ways, human behaviour, human ignorance, human disinformation.

    Last Chance to evacuate Planet Earth before it is recycled

  • revelation
    Squonk
    Beiträge
    3.744
    • 13. Januar 2012 um 22:57
    • #2

    Das mit dem "aufrichtig zu Genesis stehen" ist m. E so eine Sache. Genesis stehen ja nunmal für sehr unterschiedliche musikalische Spielarten. Ich persönlich kann zwar sehr vielen Stilen etwas abgewinnen, aber meine erste und grösste Liebe war und ist Fräulein Prog.

    Nun gibt es Bands, die eindeutiger und fortwährender für Prog standen ( King Crimson,Gentle Giant z.B).(M.E.)

    Wenn ich einem Unwissenden von meinen musikalischen Vorlieben erzähle, dann nenne ich zwar auch Genesis, habe aber immer das Gefühl, dass ich das besonders erläutern muss,um nicht falsch verstanden zu werden.

    Zu der Bewertung, oder musikgeschichtlichen Einordnung hatten wir ja neulich schonmal eine Diskussion.
    Meiner Meinung nach ist Genesis im Lexikon der musikalischen Hochkulturgüter der 1970er Jahre ein gewichtiger Eintrag sicher.
    Das zeichnet sich ja heute schon ab.

    Nun, und die Fans? Das sind dann doch wohl wir, oder? Wie bewerten wir wohl unsere Lieblingsband, Monti?
    Mindestens wohlwollend, oder? Und differenziert,hoffentlich.

    Hier steht nichts Wichtiges! Trotzdem danke fürs Lesen.

    3 Mal editiert, zuletzt von revelation (13. Januar 2012 um 23:19)

  • Erdbeerteufelchen
    Lurker
    Beiträge
    483
    • 13. Januar 2012 um 23:03
    • #3
    Zitat von Monti

    Ich kenn es noch von meinem Musikunterricht von vor 10 Jahren. Wenn wir mal was Rockiges gesungen haben, waren es Beatles oder gar Hendrix. Aber auch allgemein, wenn man sich mit Leuten unterhält von denen man ausgeht, dass sie eigentlich Genesis hören und eigentlich mögen "müssen" kommen nur Sprüche wie "Ich steh mehr auf Floyd oder Purple".

    Natürlich ist Genesis mein absoluter Favorit in jeglicher Musik der letzten 40 Jahre. Auch Floyd, Purple, Stones etc. kamen mE niemals an Genesis ran. Das ist natürlich eine reine Geschmackssache. Aber zu selten höre ich von begeisterten Rockfans die auch den Progressive sehr schätzen, dass sie aufrichtige Genesisfans sind. Und ich rede von Leuten im Alter 40-50 Jahren.

    Woher kommt das? Ist das nur bei mir so, dass sich niemand so richtig für Genesis interessiert? Und wer kennt eigentlich Gabriel als Frontsänger der Band richtig? Die meisten Leute kennen Phil Collins und einige Hit-Singles aus den Charts.
    Auch im Radio, Foren, TV... Wirklich kaum etwas!

    Sind Genesis musikalisch und fantechnisch unterbewertet?

    Hallo Monti,

    da sprichst Du interessanterweise verschiedene Themen an.

    Meine ersten Gedanken dazu:

    - zum Thema Schulunterricht: Zu meiner Zeit in der Schule (von 1975-1989) wurde im Schulunterricht im Fach Musik fast nur klassische Musik behandelt. Wenn es mal eine Ausnahme gab, dann war es "Spiel mir das Lied vom Tod" - Filmmusik von Ennio Morricone... sogesehen aus dieser Sichtweise wäre die gesamte Rockszene unterbewertet gewesen aus damaliger Sicht. War es das... ich glaube weniger ;)

    - abgesehen vom Schulunterricht:

    In der Altersklasse 40-50 (gehöre nun auch dazu) kennen die meisten (ich gehe mal von meinem Bekanntenkreis aus) nur die üblichen Lieder der 80er, welche heute noch oft im Lokal-Radio laufen. Auch ich wusste nicht, daß Peter Gabriel mal Front-Sänger bei Genesis war bis vor ein paar Jahren, nachdem ich mich etwas näher damit beschäftigt habe.
    Man muss allerdings auch dazu sagen, als damals die "So" von PG rauskam, ich die auch total toll fand, da gab es noch kein Internet, wo man hätte mal recherchieren können... nur diverse Zeitschriften halfen einem damals weiter. Das war aber mit erheblichen Kostenaufwand verbunden, auch Taschengelder hatten damals schon ihre Grenzen.

    Ich bin selbst auch nur Jahre später auf die früheren Zeiten von Genesis gestossen, auf einem Flohmarkt und wurde dann erst neugierig.

    Persönlich hab ich aber auch oft das Gefühl, daß heutige Medien die Stones, The Who und andere der Rockszene immer sehr gerne "hoch" halten. Klar waren die Meilensteine, genauso wie Beatles. Aber ich bin halt eher im Prog-Rock gelandet, so halt auch bei Genesis. Das ist aber auch Geschmacksache. Andere
    mögen es halt mehr "rockiger" oder "härter" ... ich drück das mal so aus. Ist schwer zu beschreiben.

    Ich hoffe, ich hab ein paar Eindrücke eines 40-50-jährigen beschreiben können, um Dir Deine Fragen zu beantworten. Kann auch nur für mich sprechen.

    Abschliessend kann ich aber sagen, wie Genesis von anderen bewertet wird, ist für mich nebensächlich. Für mich ist wichtiger, wie ich diese Musik finde, wie ich sie für mich bewerte und was sie mir gibt. Und das ist ne ganze Menge.

    grüssle, das Erdbeerteufelchen :teufelgrins:

    ------------------------------------------------------------
    Alles Gute fängt mit G an: Genesis, Peter Gabriel, Grobschnitt, Gott (welcher auch immer) usw.:topp:

  • Monti
    Banjo Man
    Beiträge
    1.080
    • 13. Januar 2012 um 23:07
    • #4
    Zitat von revelation

    Das mit dem "aufrichtig zu Genesis stehen" ist m. E so eine Sache. Genesis stehen ja nunmal für sehr unterschiedliche musikalische Spielarten. Ich persönlich kann zwar sehr vielen Stilen etwas abgewinnen, aber meine erste und grösste Liebe war und ist Fräulein Prog.

    Nun gibt es Bands, die eindeutiger und fortwährender für Prog standen ( King Crimson,Gentle Giant z.B).

    wenn ich einem Unwissenden von meinen musikalischen Vorlieben erzähle, dann nenne ich zwar auch Genesis, habe aber immer das Gefühl, dass ich das besonders erläutern muss,um nicht falsch verstanden zu werden.

    Zu der Bewertung, oder musikgeschichtlichen Einordnung hatten wir ja neulich schonmal eine Diskussion.
    Meiner Meinung nach ist Genesis im Lexikon der musikalischen Hochkulturgüter der 1970er Jahre ein gewichtiger Eintrag sicher.
    Das zeichnet sich ja heute schon ab.

    Nun, und die Fans? Das sind dann doch wohl wir, oder? Wie bewerten wir wohl unsere Lieblingsband, Monti?
    Mindestens wohlwollend, oder?

    Da hast Du fast in allen Punkten recht. Ich sage das ich Genesis höre (Kennt erstmal keine Sau in meinem Alter) und argumentiere dann mit Phil Collins. Den kennt dann natürlich jeder. Sofort werd ich dann allerdings als Schlappschwanz abgestempelt :P
    Und Gabriel? Bekannter Sänger, klar! Aber wirklich noch bis heute bekannt in heutigen Generationen? Leider kaum bis gar nicht.

    Genesis sind natürlich fester Bestandteil des Progs und der 70-er. Jedoch werden anderen Bands viel mehr Beachtung geschenkt was mich stört. Wie gesagt, kann alles daran liegen das es die Musik ist die ich ewig gesucht habe. Aber das den wenigsten Leuten selbst mit vollen 30 Jahren Lebenserfahrung der Name "Genesis" nicht einmal aus der Bibel bekannt ist... Ergo komm ich auch zu dem Schluss, dass Genesis ziemlich unterbewertet sind was damalige Leistungen angeht. Sie dudeln natürlich heute noch im Radio. Aber "Jesus he knows me" spiegelt sicherlich nicht das musikalische Können der Band wieder. Wenigsten das "Lamb"-Album war Mainstreamtauglich. Und dieses Meisterwerk wird wirklich kaum irgendwo erwähnt.
    "The Dark Side of the Moon" ist den meisten leuten jedoch bekannt.

    Zitat

    Mindestens wohlwollend, oder? Und differenziert,hoffentlich.


    Ich würde sogar schon so weit gehen zu sagen, das Genesis mich stark geprägt und verändert haben. Und Differenziert? Nun, Deinem Avatar kann ich nur zustimmen (Auch wenn ich the Lamb immer noch unangeteastet lasse).

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    Einmal editiert, zuletzt von Monti (13. Januar 2012 um 23:32)

  • StefanK.
    Banjo Man
    Beiträge
    698
    • 13. Januar 2012 um 23:16
    • #5

    Bei Menschen mit gutem Musikgeschmack bestimmt nicht....:)

    Aber wer hat den schon ? :gruebel:
    Genesis bis 77/78 war das Beste aus dem Genre "Art-Rock"/Rock in den 70ern. Und danach ?
    Naja, aber kommerziell erfolgreich. :augenrollen:

    Wenn ich aktuell an Coldplay denke, sehe ich Parallelen. Platten werden immer poppiger, musikalisch uninteressanter , aber die Konzerte sind im Nu ausverkauft.

    The Lamp ist ein Meilenstein und hat mit Invisible Touch nun gar nichts mehr gemein. Der Coldplay- Vergleich "hinkt" etwas, aber beides steht für das Dilemma der Akzeptanz guter Musik im Bereich Rock/Pop.

    Wie ist die Akzeptanz von Radiohead ? Bei mir hoch, frag ´mal die Leute auf einem Coldplay- Konzert.....

  • chinwildchicken
    Slipperman
    Beiträge
    2.392
    • 14. Januar 2012 um 01:09
    • #6

    Hier mal ein Beispiel auf Facebook, wo ich mal kurz die Fans vergleiche

    Pink Floyd

    Zitat

    16.461.211
    gefällt das


    Bei Genesis

    Zitat

    562.515
    gefällt das

    Wobei man inzwischen mehr KennenSies statt Genesis sagen kann, denn es stimmt.

    Ich denke es liegt daran, das sie nie sowas wie ein Dark Side of The Moon hatten, hat Mike selber mal gesagt.
    Vielleicht ist es einfach diese Vielschichtigkeit,womöglich ist der auch einfach nur untergegangen.

    Einerseits ist es eine Band, die einen Sängerschauspieler mit LSD Einfluss haben, der sich ständig als Blume verkleidet oder als Eiermann, oder die Band, mit dem schmalzigsten Sänger der Welt, der auf möchtegern "Ich mache Rock" macht.

    Dass das alles Quatsch ist weiß ich, aber versucht doch mal jemandem zu erklären das In Too Deep nichts mit Phils Solozeug zu tun hat? Das der Song hauptsächlich von Tony stammt ist zwar richtig, aber Unterschiede zu One More Night,Seperate Lives,Another Day in Paradise oder Thats Just the Way it is gibt es da nicht wirklich, außer höchstens zu den letzteren Beiden.

    Bei vielen ist Phil einfach nur als Balladenheini bekannt.Es ist doch bei jeder Band so, die Masse kennt nicht Nick Mason zB, die kennt nur Roger Waters bzw Gilmour. Die Masse kennt auch nur Bono, die Masse kann wahrscheinlich nicht genau sagen wie der Keyboarder von Queen heißt, sehr wohl aber den Namen des Sängers.

    Und so gehts immer weiter, und Phil hatte halt so eine extreme Solokarrierre, da ist es leider verschmolzen, was eben oft hieß Genesis= Phil's Band, was nicht ganz richtig ist.

    Wie dem auch sei, da von Genesis oft auch nur Follow You Follow Me,No Son Of Mine,Shipwrecked,In Too Deep,Land of Confusion und hier und da Mama kommt denken viele Leute auch dasselbe über die Band. Ich habe bisher nur selten erlebt, das Home by the Sea im Radio kam, ist mir aber letztes Jahr passiert, sollte öfter drankommen.

    Ich denke daran sind einfach auch die Singleauskopplungen schuld. Wobei, was hätte man auch als Single auskoppeln sollen? Ich glaube es liegt einfach an den Style die Band eingeschlagen hat.
    Die Chartsongs sind meistens simpler gehalten währrend der Rest experimenteller wirkt.

    Was auch ein Grund ist:

    Mit ROCKMUSIK verbindet man E Gitarren, wo gibts da was in den Charts groß bis auf das oft ausgefadete No Son Of Mine, den Part in Mama und vielleicht Calling All Stations, falls es überhaupt mal gespielt wird?

    Ok, Land of Confusion ist ne Ausnahme und auch Mama...

    Mit Another Brick in The Wall oder Comfortable Numb verbindet man wegen der dominanten Gitarre automatisch die Band mit Rockmusik, wobei man sagen muss, das gerade The Wall bis auf sehr wenige Songs garnicht soo viel mit Rock zu tun hat, weil vieles auch so zwischenspiele sind.Und The Trial würde ich auch nicht als Rocksong durchgehen lassen :D

    Um mal meine Gedankengänge nochmal kurz zu fassen

    :
    -Phil war Solo auch stark aktiv, dies brachte Genesis Fans die auch Balladen und Popsongs erwarteten
    -Durch Phils Erscheinung dachte man, Genesis sei seine Band, wobei man sagen muss, dass so ein Image jeder Frontmann hat, egal ob David Gilmour,Bono oder Freddie
    -Genesis Musik ist nicht gitarrenlastig bis auf einige Songs, und Gitarren bringt man mehr mit Rockmusik in Verbindung als die ganzen Singleauskopplungen die rauskamen
    -bis auf Mama und Land of Confusion und Thats All keine richtigen gitarrenlastigen Songs, ok I Cant Dance vielleicht noch, der Rest war gut gemachte Popmusik (wobei sich bei In Too Deep die Fans spalten :rolleyes:)
    -Es gab niemals DAS Album, so wie es mit Pink Floyd Dark Side of The Moon war, wobei ich persönlich Wish You Were Here und Animals immer noch besser als Dark Side oder The Wall finde :D
    -Durch diese Popsongs kamen Leute nie in Genuss vom Songs wie Abacab(komplett),Dodo,Behind The Lines,Dance on a Volcano,Cinema Show (wenigstens Part 2),The Lamb...,Down and Out,Feeding the Fire.

    Macht mal einen Test und spielt jemandem Los Endos,Who Dunnit oder Do The Neurotic vor, wer würde auf Anhieb sagen, dass da der Schnulzenheini an den Drums sitzt, bzw darauf steht bei Who Dunnit?

    Die Leute kennen nur Phil und die Popsongs und die Geheimtipps bleiben den Leuten verwehrt von den Radiostationen,daher gibts da nicht so viele Fans wie eben Pink Floyd. Wobei bei Pink Floyd auch Drogen im Spiel sind, wer LSD nimmt, bevorzugt oft Pink Floyd beim hören, wobei ich da nicht von Erfahrung sprechen kann ;)

    Noch dazu ist Genesis eine Boyband, Ray Wilson war ja damals gerademal 26 glaub ich, eine Boyband die mit Calling All Stations einen Rockhit landete. Zu viele Facetten hat halt unsere Lieblingsband, daher lieben wir sie.
    Aber es herrscht leider überall oft der Mainstream.

    DSDS z.B ist sowas, warum denken die Leute, man wird da Superstar?
    Mehrzad,Thomas Godoy,Michael sonstwas, Mark Dampflok, Andreas Elsholz und viele mehr... DIe Leute sind in den Charts paar Monate vielleicht und sind dann weg vom Fenster, wenn das Ruhm sein soll.

    Was ich am liebsten bringen würde wenn ich gut singen könnte :D : Mich bei DSDS bewerben, im Idealfall wenigstens in die Top5 kommen, am Schluss As Sure as Eggs is Eggs oder wenn möglich Duchess und dann sagen " Wofür DSDS,nach paar Monaten erinnert sich eh keine Sau mehr an mich, ich gründe meine eigene Band. Danke Leute,ihr braucht net für mich Anrufen.Ciao", und verschwinde dann normal von der Bühne. dadurch das ich im Fernsehen war, würden meine Fans,jedenfalls ein Teil von denen, noch immer zu mir halten und mit mir eine Band gründen, dadurch das es das erste Mal wäre, würde ich noch bekannter. Am Schluss wäre ich erfolgreicher als alle Letzten Gewinner zusammen :D

    Das war jetzt leider etwas offtopic, aber so ist es nunmal.
    Musikvideos,Skandale und Tanzbarkeit sind die wichtigsten Faktoren, um Bekanntheit zu erlangen, und da hatte Michael Jackson von allen 3 etwas,nicht umsonst hat er 43.514.202 Fans allein auf Facebook.
    Auch wenn Michael nichts groß mit Rock zu tun hatte, so hatte Pink Floyd dank Syd Barett schon anfangs eine große Publicity erlangt, was auch an LSD lag. Pink Floyd waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, wohingegen Genesis bis zur Lamb Tour (bzw eher Trick Tour) eher eine Randerscheinung waren mit kleiner Fangemeinde. Zu dieser Zeit war Pink Floyd schon so bekannt, und die ist mit Tod von Richard Wright nochmals gestiegen 2008.

    Aber ich glaube das Longtracks und Progbands allgemein bald eine Art Rennaissance erleben, würde mich jedenfalls nicht wundern, denn bisher ist so ziemlich jede Musikrichtung mal gestorben, die es heute noch gibt :)

    Ich,Matze und Monti sind aktuell eine aussterbende Spezies im Forum, eigentlich sollten sich alle junge Fans zusammentun und in einer Reihe aufstellen. Dann würdest du sehen das es WELTWEIT definitiv noch ganz viele gibt. Die Frage ist nur, wie man sie findet. Wobei ich zugeben muss das es bei Steve Hackett letztens in Stuttgart mich eingeschlossen auch nur insgesamt 2-4 Leute gab unter 20 Jahren 8|

    Allerdings,als ich 2009 beim "Phil" Open Air in Bruchsal war( ist so eine Coverband), da waren auch so einige junge Leute dabei, sowohl Jungs als auch Mädchen, wobei Mädchen eher in der Überzahl waren. Mal schauen wie es sich ändert wenn "Phil" mal Los Endos oder so ins Live Reportoire aufnimmt? :gruebel:

    Es gibt noch Hoffnung, Legende wird man eh erst, wenn man Tod ist,so ist es leider immer,wobei ich hoffe das unsere Helden noch lange leben. jedenfalls so lange, bis sie ich sie mal live erleben kann :D

    Falls es niemanden auffällt
    -Michael Jackson = Tod
    -Amy Winehouse = Tod
    -Kurt Kobain = Tod
    -Hendrix = Tod
    -Syd Barett = Tod
    -Elvis Presley = Tod
    -Freddie Mercury = Tod
    ..... und so einige mehr sind heutzutage richtige Legenden, wird bei unserer Lieblingsband auch nicht viel anders aussehen.

    Wobei, Phil hat 1.356.096 Fans auf Facebook, der hat also mehr als Genesis, ist ja auch nicht schlecht, wenn er tot ist, wird auch sicher das doppelte haben :D

    <!---

    The rain auditions at my window
    Its symphony echoes in my womb
    My gaze scans the walls of this apartment
    To rectify the confines of my tomb


    -->

    Einmal editiert, zuletzt von chinwildchicken (14. Januar 2012 um 01:19)

  • Lamm1955
    Lurker
    Beiträge
    372
    • 14. Januar 2012 um 10:37
    • #7

    Zu meiner Schulzeit wurde im Radio noch ganz andere Musik gespielt als heute.
    Ich erinnere an die komplette A-Seite von Nektars 'Journey into the center of the eye' oder Genesis 'Watcher ...'.
    Heute undenkbar.
    Damals war Genesis mit 'Lamb' in aller Munde, sogar die BRAVO berichtete.
    Aber wie das so ist, die Zeit schreitet voran, neue Dinge entstehen, vieles verschwindet im Orkus der Geschichte.
    Nicht traurig sein.

  • Herma
    Giant Hogweed
    Beiträge
    8.491
    • 14. Januar 2012 um 13:00
    • #8
    Zitat

    Sofort werd ich dann allerdings als Schlappschwanz abgestempelt :P


    Ich weiß gar nicht, wie sowas passieren kann. :rolleyes:

    @CWC: John Mayhew ist auch schon tot, das hat Trespass nicht mainstreamiger bzw. bekannter werden lassen.

    Zitat
    Zitat


    Sind Genesis musikalisch und fantechnisch unterbewertet?


    Warum interessiert es die Leute immer so, ob ihre Band auch ja berühmt und geschätzt genug ist. Ist das so eine Art musikalisches Statusgehabe. "Ey, meine Band is voll angesagt und nachher fahr ich mit meinem Pornobenz durchs Sträßle!" Stell ich mir bei Genesisfans sehr lustig vor.

    Mir persönlich ist es vollkommen egal, ob jemand Genesis, Trespass oder Stagnation mag. Sollte das in den letzten beiden Fällen nicht der Fall sein, dann ist das eben so. Und wenn doch, dann hat er den perfekten Musikgeschmack. Kann ich mir auch nichts von kaufen. Im Ernst, dieses "Meine Band hat den Längsten" ist irgendwie... peinlich.

    🦄Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.🦄

  • Monti
    Banjo Man
    Beiträge
    1.080
    • 14. Januar 2012 um 14:56
    • #9
    Zitat von Herma

    Ich weiß gar nicht, wie sowas passieren kann. :rolleyes:

    @CWC: John Mayhew ist auch schon tot, das hat Trespass nicht mainstreamiger bzw. bekannter werden lassen.

    Warum interessiert es die Leute immer so, ob ihre Band auch ja berühmt und geschätzt genug ist. Ist das so eine Art musikalisches Statusgehabe. "Ey, meine Band is voll angesagt und nachher fahr ich mit meinem Pornobenz durchs Sträßle!" Stell ich mir bei Genesisfans sehr lustig vor.

    Mir persönlich ist es vollkommen egal, ob jemand Genesis, Trespass oder Stagnation mag. Sollte das in den letzten beiden Fällen nicht der Fall sein, dann ist das eben so. Und wenn doch, dann hat er den perfekten Musikgeschmack. Kann ich mir auch nichts von kaufen. Im Ernst, dieses "Meine Band hat den Längsten" ist irgendwie... peinlich.

    Sowas wollte ich mit dem Thread eigentlich nicht bezwecken! Mir gehts nicht darum ob ich höre was Andere hören, denn dann würde ich nicht Genesis lieben. Mir gehts um die Gleichberechtigung um es mal komisch zu sagen. Was hat Genesis nicht was andere Bands haben die genauso lange existieren aber dennoch bis heute sehr bekannt sind. Das war meine eigentliche Frage.

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  • townman
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.036
    • 14. Januar 2012 um 15:57
    • #10
    Zitat von Herma


    Warum interessiert es die Leute immer so, ob ihre Band auch ja berühmt und geschätzt genug ist. Ist das so eine Art musikalisches Statusgehabe. "Ey, meine Band is voll angesagt und nachher fahr ich mit meinem Pornobenz durchs Sträßle!" Stell ich mir bei Genesisfans sehr lustig vor.

    Mir persönlich ist es vollkommen egal, ob jemand Genesis, Trespass oder Stagnation mag. Sollte das in den letzten beiden Fällen nicht der Fall sein, dann ist das eben so. Und wenn doch, dann hat er den perfekten Musikgeschmack. Kann ich mir auch nichts von kaufen. Im Ernst, dieses "Meine Band hat den Längsten" ist irgendwie... peinlich.

    Manchmal kommt es mir im Forum auch so vor, dass Leute womöglich ganz ernsthaft davon überzeugt sind, Genesis & Co seien der Gipfel der Musik. Und die es kaum ertragen können, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass man die musikalischen Ergüsse ihrer Idole auch für äußerst mittelmäßig halten kann...Oooooooooooh, dann ist hier aber zuweilen Empörung angesagt: Das könne ja objektiv gesehen gar nicht stimmen, man wolle damit doch wohl nur eine bewusste Provokation versuchen, man sei ja voreingenommen und habe sich sicherlich in seiner bösartigen Ignoranz noch nicht hinreichend mit den Werken desjenigen beschäftigt usw. usw.
    Gänzlich komisch finde ich dann, wenn man sich über einen allzu unsanften verbalen Umgang mit seinen Lieblingen beschwert (Blasphemie! Unfair! Anmaßend! Beleidigung!) und selbst nichts Besseres zu tun hat, als andere User auf persönlicher Ebene zu attackieren / abzuwerten / zu diskreditieren, um sein Geschmacksideal von der Befleckung zu säubern. Da geht mir das Fansein dann schon in eine etwas ungesunde Richtung.
    Insofern möchte ich Herma also zustimmen: Ein solcher (total unberechtigter) "Standesdünkel" macht die Sache hier manchmal wirklich verkrampft und obskur.

    Was mich persönlich sicherlich interessiert, ist nicht nur mein eigener Musikgeschmack, sondern auch sozusagen Musik als gesamtkulturelles Gut. Ich beschäftige mich unwahrscheinlich gerne mit Künstlern und deren Versuchen, ihre Ideen und zuweilen auch Ideale / Visionen umzusetzen - und ob und wie das dann auch funktioniert hat.
    Insofern denke ich auch gerne über die Wirkungsgeschichte u.a. von Genesis nach - in welchem Verhältnis deren heterogener Output zur Wahrnehmung beim Publikum steht usw. Warum ich das interessant finde - keine Ahnung. Genauso könnte mich jemand fragen, warum ich mich für Fußball interessiere und ich schon als Knirps irgendwelche Schwarzweißbilder von vorchristlichen Weltmeisterschaften gesammelt habe und mir vorstellte, wie das damals so war...ich wüsste keine Antwort und könnte nur sagen, dass einfach eine Faszination da ist. Fertig.

    Ich habe keinen blassen Schimmer, inwiefern Genesis unterbewertet werden. Mir fehlen für eine solche Fragestellung irgendwie belastbare Fakten / Kriterien, anhand deren man eine sinnvolle Antwort begründen könnte.
    Ganz subjektiv ist es so, dass ich registriere, dass es hier noch Genesis-Interessierte gibt, und daran mache ich für mich fest, dass ihre vorsintflutliche Musik noch gewürdigt wird. Ein schönes Zeichen von Wertschätzung, oder nicht?
    Andererseits würde ich mich jederzeit auf intensive Diskussionen darüber einlassen, ob Pink Floyd womöglich die bessere Musik gemacht haben bzw. die bedeutendere Band waren. Der Langzeiterfolg von "Dark side..." spricht eine deutliche Sprache. Trotzdem gäbe ich zu bedenken, dass "The lamb..." und "Seconds out" Qualitäten aufzuweisen haben, gegen die Pink Floyds "technologisch aufgeplusterte Bluesmusik" recht banal und wenig subtil wirkt...
    Das Wichtige an solchen Diskussionen wäre aber, dass es nicht primär um den Ausgang ginge, sozusagen um eine unumstößliche Wahrheit, die man letztendlich für alle Zeiten in Stein meißeln möchte. Nein, bei so etwas geht es schlichtweg um gegenseitige Verständigung über Kultur. Du sagst mir, was du weißt - ich sage dir, was ich weiß. Für mich bedeutet das Bereicherung. Und nur aus diesem Antrieb heraus bin ich überhaupt im Forum. Und nur aus diesem Grund führe ich auch mal kontroverse Diskussionen über Musik.

    Was ich z.B. weiß: Viel von dem, was ich höre, ist kulturell absolut unbedeutend. Das ist mir jedoch dann völlig egal, wenn mich die Musik intensiv erreicht. Würde ich ständig nach kultureller Bedeutsamkeit und Relevanz gehen, müsste ich vielleicht eher die Beatles hören, mit denen man mich teilweise sogar fast jagen kann.
    Und würde ich künstlerischen Anspruch als Maßstab für meinen Musikkonsum ansehen, müsste ich konsequenterweise "Foxtrot" und "Duke" in die Mülltonne schmeißen, um in den Regalen Platz für Bach-Fugen, Beethoven-Streichquartette, Wagner-Opern und Ives-Sinfonien zu machen.
    Das Dumme ist: Ich liebe "Duke"... (und glaube trotzdem nicht, dass das Album 'unterbewertet' ist)


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