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Das letzte richtige Prog-Stück von Genesis?

  • little nick
  • 14. Oktober 2007 um 21:38
  • mutzelkönig
    Giant Hogweed
    Beiträge
    10.594
    • 14. Oktober 2007 um 23:29
    • #11
    Zitat von Eric


    Ach Herrje, was genau ist denn überhaupt Prog? Ist ein Song dehalb progressiv, weil es schnelle Keyboardsoli und Trommelwirbel enthält? Das kann es doch wohl nicht sein. Auch die Länge eines Songs kann da nicht wirklich ausschlaggebend sein. SO wird aus Tonight, Tonight, Tonight nie ein Progsong, auch wenn er 30 Minuten dauern würde. Bowler/Dray verteten in ihrer Genesis-Biographie vehement die Meinung, dass Genesis überhaupt nie ein Prog-Band waren. Diese These ist natürlich strittig und nur wenige würden wohl zustimmen. Was mir die Debatte aber eindeutig zeigt, ist wie unsinnig dieses Schubladendenken im Grunde ist. Ich kann mich mittlerweile nur noch kaputtlachen über die albernen Reviews auf den babyblauen Seiten von selbsternannten Musikexperten, die die Qualität eines Songs daran bemessen, wie viele verschiedene Akkorde und Tempi (krumme Takte bevorzugt) er enthält. Was soll der Scheiß?

    Für viele ist der Begriff Progressive Rock ein Synonym für Langeweile. Oftmals leider zu Recht, wenn ein endloses Solo das nächste jagt und man den Eindruck erlangt, der Song ist eben nur deshalb nicht zu Ende, weil er die 12-Minuten-Untergrenze noch nicht erreicht hat. Also schnell noch mal ein Zwischenstück im 7/8-Takt eingeschoben, dann nochmal das Eröffnungsthema mit anderer Harmoniefolge variiert, zum Schluss noch ein wenig Gitarrengefrickel... 13:43 Minuten... Ok Jungs, der Song ist fertig.

    Genesis haben glücklicherweise nie nach diesem Prinzip gearbeitet; allenfalls auf Selling England waren sie manchmal dicht dran, ins "Rumgeplänker" abzudriften.

    Gute Musik muss überhaupt nicht progressiv sein. Um sich von der drögen Masse abzuheben, muss Musik originell sein. Ist sie auch das nicht, dann sollte sie wenigstens interessant sein. Genesis haben es in jeder Ära geschafft, sehr ausgezeichnete originelle Musik zu erschaffen und dann wenn sie mal weniger originell waren, zumindest auch eine Menge interessante Musik hervorzubringen.

    Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen.

    But we never leave the past behind, we just accumulate...

    "Von jedem Tag will ich was haben

    Was ich nicht vergesse

    Ein Lachen, ein Sieg, eine Träne

    Ein Schlag in die Fresse"

  • duke77
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.166
    • 14. Oktober 2007 um 23:47
    • #12
    Zitat von little nick

    Nachdem Genesis mit ATTWT eher in kommerziellere, poppigere Fahrwasser geraten sind,

    Down And Out? Burning Rope?

    Ich finde es immer witzig, dass ATTWT auf Follow You reduziert wird. ATTWT ist eine Fortsetzung von Wind & Wuthering, nur ohne Ausnahmegitarristen und weniger originell. Und bei W&W wird ja auch nicht Your Own Special Way herausgehoben. (Vielleicht liegts daran, das FYFM der bessere Song und insgesamt das beste Stück auf ATTWT ist?)

    Zum "letzten Progstück"... Definitionsfrage, wirklich. Ich bin ein Vertreter der "progressiv im Wortsinne"-Lehre ;) von daher tu ich mir mit der Genredefinition des klassischen Prog etwas schwer und ich finde nicht, dass besonders virtuos musiziert bzw. gefrickelt werden muss, damit es ein Progstück ist. Auch die Länge ist wirklich sekundär. Gerade Genesis haben sich da in den 70ern nicht mehr hervorgetan als in den 80ern und 90ern. Gibt ja nur ein Stück, das länger als 13 Minuten ist, oder? Und maximal 2 10minüter pro Platte, wenn ich mich nicht ganz täusche, und diese Maximalzahl erreichten sie auf Selling und auf: We Can´t Dance.

    Also sag ich mal das letzte proggige für mich...: Anything Now.

    ____________________

    This is love, girl, call it what you will. This is love. (Tony)

    1986’s “Invisible Touch” was an updated prog manifesto camouflaged as pop artifact. (LA Times)

  • Eric
    Squonk
    Beiträge
    4.755
    • 15. Oktober 2007 um 00:20
    • #13
    Zitat von little nick

    Ich denke, es gibt ziemlich eindeutige Merkmale für das, was man unter Prog versteht...zahlreiche Genesis-Klone demonstrieren das zu Genüge...ob das jetzt originell oder interessant ist, sei dahingestellt...hier geht es um einen Stil, den Genesis maßgeblich geprägt haben und in dessen Fußstapfen Gruppen wie Marillion oder IQ getreten sind...hier geht es nicht um eine Grundsatzdiskussion, was nun wirklich progressiv ist und was nicht, was nun anspruchsvolle Musik ist und was nicht...


    Warum ist Schubladendenken unsinnig? Wenn man sich über Musik verständigen und unterhalten möchte, muss man gewisse Merkmale auch irgendwie benennen. Da kommt man um gewisse Schubladen nicht umher...

    Was genau sind denn die eindeutigen Merkmale von Prog? Die von dir angesprochenen Genesis-Klone kopieren meiner Meinung nach lediglich den Stil von Genesis (und zwar im Regelfall nach meiner Ansicht schlecht). Was aber sind jetzt die typischen Merkmale von Progressive Rock? Reicht es aus, wenn man ähnlich wie Genesis klingt? Also einfach ein paar Mellotronsounds, 12-Saiten-Gitarren und Keyboardsoli? Du bezeichnest SHMBTS oder Fading Lights als weniger progressiv mit der Begründung, dass die Soli nicht so schnell/schwierig zu spielen sind. Ist das jetzt entscheidend? Dann widerspricht das aber deiner Aussage, dass es nicht darum geht, ob es sich um anspruchsvolle Musik handelt (wenn ich dich da richtig verstanden habe).

    Natürlich müssen wir manchmal in Schubladen denken, um diverse Stilrichtungen gegeneinander abzugrenzen und damit wir uns darüber unterhalten können. Das will ich auch gar nicht kritisieren. Meine Häme bezog sich ausschließlich auf die vielgehörte Meinung, dass sich die Qualität eines Stückes an seiner "Progressivität", gemessen an eher quantitativen Merkmalen wie Länge des Songs, Anzahl der Akkorde, Tempi und Noten, ablesen lasse. Mit "unsinnigem Schubladendenken" meinte ich also Aussagen wie: Das ist nicht proggig genug, das ist nicht gut.

    “THE NIGHT WE TRACKED DOWN PHIL COLLINS, BECAME BEST FRIENDS WITH HIM, AND TALKED HIM INTO REUNITING WITH PETER GABRIEL, AND THEN WE GOT TO SING BACKUP ON THE NEW GENESIS ALBUM AND IT WAS AWESOME!”

    — Barney Stinson, How I Met Your Mother, Season 7, Episode 21 ‘Now We’re Even’

  • brecher
    Slipperman
    Beiträge
    2.556
    • 15. Oktober 2007 um 00:35
    • #14
    Zitat von Eric

    Was genau sind denn die eindeutigen Merkmale von Prog? Die von dir angesprochenen Genesis-Klone kopieren meiner Meinung nach lediglich den Stil von Genesis (und zwar im Regelfall nach meiner Ansicht schlecht). Was aber sind jetzt die typischen Merkmale von Progressive Rock? Reicht es aus, wenn man ähnlich wie Genesis klingt? Also einfach ein paar Mellotronsounds, 12-Saiten-Gitarren und Keyboardsoli? Du bezeichnest SHMBTS oder Fading Lights als weniger progressiv mit der Begründung, dass die Soli nicht so schnell/schwierig zu spielen sind. Ist das jetzt entscheidend? Dann widerspricht das aber deiner Aussage, dass es nicht darum geht, ob es sich um anspruchsvolle Musik handelt (wenn ich dich da richtig verstanden habe).

    Natürlich müssen wir manchmal in Schubladen denken, um diverse Stilrichtungen gegeneinander abzugrenzen und damit wir uns darüber unterhalten können. Das will ich auch gar nicht kritisieren. Meine Häme bezog sich ausschließlich auf die vielgehörte Meinung, dass sich die Qualität eines Stückes an seiner "Progressivität", gemessen an eher quantitativen Merkmalen wie Länge des Songs, Anzahl der Akkorde, Tempi und Noten, ablesen lasse. Mit "unsinnigem Schubladendenken" meinte ich also Aussagen wie: Das ist nicht proggig genug, das ist nicht gut.


    Na, an deiner Kritik erkennt man doch das du weißt was gemeint ist. Die Frage ist ja nicht wann erschien das letzte wirklich anspruchsvolle Stück von Genesis. Das Genesis solange "überlebten" lag nicht zuletzt an ihrer wandlungsfähigkeit. Tony beschreibt das ganz gut in dem making of Interview auf der ATTWT. ELP oder Gentle Giant waren zu dieser Zeit dem Tod geweiht und Genesis hatten mit Follow you ne Single in den Charts. Na egal-beschränken wir uns doch auf die Fragestellung ( sofern wir sie verstehen ) und diskutieren an anderer Stelle über die Qualität......;)

    Wie dem auch sei, bei mir ist´s 5 vor 3

    http://www.myspace.com/progtronaut

  • Eric
    Squonk
    Beiträge
    4.755
    • 15. Oktober 2007 um 01:27
    • #15
    Zitat von brecher

    Na egal-beschränken wir uns doch auf die Fragestellung ( sofern wir sie verstehen ) und diskutieren an anderer Stelle über die Qualität......;)

    Naja, genau das ist aber mein Ansatz. Die Fragestellung ist ja eben, was das letzte Progessive Stück von Genesis ist. Um das zu beantworten, kann man schon ein paar Gedanken daran verschwenden, was denn nun genau unter "progressiv" zu verstehen ist. Einige halten Fading Lights oder Dividing Line für das Letzte (also jetzt nicht für "das Letzte", sondern das letzte ProgressivRock Stück von Genesis ;-)), anderen fehlt es bei diesen Stücken bereits an der notwendigen Komplexität/Schwierigkeit, um es noch als lupenreinen Prog durchgehen zu lassen (zumindest mein Verständnis der Aussagen von Little Nick).

    @ Little Nick: Vielleicht kannst du deine Fragestellung ein wenig konkretisieren, etwa indem du in ein paar Worten beschreibst, was Du unter progressiv verstehst.

    “THE NIGHT WE TRACKED DOWN PHIL COLLINS, BECAME BEST FRIENDS WITH HIM, AND TALKED HIM INTO REUNITING WITH PETER GABRIEL, AND THEN WE GOT TO SING BACKUP ON THE NEW GENESIS ALBUM AND IT WAS AWESOME!”

    — Barney Stinson, How I Met Your Mother, Season 7, Episode 21 ‘Now We’re Even’

  • Detlev Jäschke
    Gast
    • 15. Oktober 2007 um 11:19
    • #16

    Progressive Rock (kurz: Prog oder Prog-Rock) ist eine Musikrichtung, die ab der Mitte der 1960er-Jahre die damals von einigen Musikern als zu einfach aufgebaut empfundene populäre Musik (Popmusik, Rockmusik, Blues oder Rock ’n’ Roll) um neue Harmonien und Instrumente erweiterte, wobei vielfach Einflüsse aus anderen Stilen wie Klassik, Jazz oder Weltmusik einbezogen wurden.

    demnach könnte man ja alles als Prog definieren. Alles, was eben etwas umfangreicher ist als die üblichen 3-Minuten-Stücke. Die aber auch wieder Prog sein könnten, weil entsprechend arrangiert.


    also ich habe mich nie danach gerichtet ob etwas progressiv ist oder nicht. Es gibt auch heute gute Musik die als Mainstream gelten, die ich mir dennoch gerne anhöre und die ich gut finde. Noch dazu sind Metallica dann ja auch progressiv, wenn man zB nothing else matters hört oder Guns´n´Roses, november rain ... etc pp.:gruebel:

  • Squonk 8691
    Banjo Man
    Beiträge
    961
    • 15. Oktober 2007 um 13:31
    • #17

    Also für mich persönlich ist "Fading Lights" das letzte richtige Prog-Stück, andere werden mir da wiedersprechen, andere nicht! Ist halt Geschmacks-; oder vielmehr Auslegungssache, aber für mich ist der Instrumentalteil eben kein "Mainstream" mehr, auch wenn er vielleicht nicht so anpruchsvoll wie "Duke's Travels" ist! Auf jeden Fall findet sich hier die letzte spielerische Meisterleistung von Phil am Schlagzeug!:topp:

  • doctordiper
    Slipperman
    Beiträge
    2.993
    • 15. Oktober 2007 um 14:13
    • #18

    Invisible Touch !!!
    Ja, es ist ein 13/8 Takt ;)

  • Dead Flower
    Gast
    • 15. Oktober 2007 um 15:15
    • #19

    Ganz klar Fading lights!

  • Detlev Jäschke
    Gast
    • 15. Oktober 2007 um 15:20
    • #20

    nein nein nein ! hold on my heart ! hold on my heart ! ganz klar! wunderbare Harmonien, Instrumentalisierung, Einflüsse von Weltmusik, Klassik und Jazz (Jazz ?? hm, wohl weniger).

    fading lights scheint mir hier eher aus dem Grunde so oft genannt zu werden, weil´s der letzte Song auf einer Genesis-CD mit Phil Collins ist! wenn man´s genau nehmen will, müsste man aus der CAS zB alien afternoon nennen o.ä. (wobei ich den Titel nicht mag !!). Aber wieso wird CAS ständig komplett ausgeschlossen ?????

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