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  4. Song der Woche / Track Of The Week

TotW [07.11.-13.11.2016]: GENESIS - Harlequin

  • tom
  • 6. November 2016 um 16:16
1. offizieller Beitrag
  • tom
    Moderator
    Beiträge
    7.991
    • 6. November 2016 um 16:16
    • Offizieller Beitrag
    • #1

    Bewertung des Tracks "Harlequin" nach Schulnoten 75

    1. 15 Punkte - überragend (1+) (4) 5%
    2. 14 Punkte - sehr gut (1) (12) 16%
    3. 13 Punkte - sehr gut (1-) (10) 13%
    4. 12 Punkte - gut (2+) (10) 13%
    5. 11 Punkte - gut (2) (9) 12%
    6. 10 Punkte - gut (2-) (8) 11%
    7. 9 Punkte - befriedigend (3+) (1) 1%
    8. 8 Punkte - befriedigend (3) (7) 9%
    9. 7 Punkte - befriedigend (3-) (8) 11%
    10. 6 Punkte - ausreichend (4+) (4) 5%
    11. 5 Punkte - ausreichend (4) (1) 1%
    12. 4 Punkte - ausreichend (4-) (1) 1%
    13. 3 Punkte - mangelhaft (5+) (0) 0%
    14. 2 Punkte - mangelhaft (5) (0) 0%
    15. 1 Punkt - mangelhaft (5-) (0) 0%
    16. 0 Punkte - ungenügend (6) (0) 0%

    45 Jahre Nursery Cryme

    GENESIS - Harlequin

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    Jahr: aufgenommen: August 1971 (Trident Studios, London), veröffentlicht: 12.11.1971
    Album: Nursery Cryme [Rezension]
    Arbeitstitel: unbekannt
    Credits: Tony Banks, Phil Collins, Peter Gabriel, Steve Hackett, Mike Rutherford
    Länge: 2:55
    live gespielt: 1971, 1972
    bekannte Coverversionen: keine

    Link zum Anhören: https://www.youtube.com/watch?v=XJ-I0htgXYI# (ab 28:36 min)

    Bemerkungen: Eine von mehreren akustischen Miniaturen, die kennzeichnend sind für die frühen Genesis. Wie schon Dusk auf "Trespass", Time Table auf Foxtrot, More fool me auf Selling England By The Pound oder Your own special way auf Wind & Wuthering ist auch Harlequin eine willkommene Auflockerung der Album-Dramaturgie - meist eine Art "Atemholen" vor oder nach einem klassischen Prog-Rock-Longtrack. Obwohl jeder Genesis-Song natürlich auch außerhalb seines Kontexts funktioniert, werden Stücke dieser Art jedoch leicht übersehen und auch von Fans eher gering geschätzt, dabei sind sie musikalisch durchaus nicht weniger anspruchsvoll.

    Hier erklingen Gitarren im klassischen Folk-Picking (Wechselbass), im Refrain wird lagerfeuermäßig geschrammelt, als einziges Percussions-Element dient ein Shaker, Bass und Keyboards haben Generalpause. Gabriel und Collins teilen sich den mehrstimmigen Gesang gleichberechtigt.

    Der "Harlekin" war die zentrale Figur der "Commedia dell'arte", dem berühmten italienischen Volkstheater des 16.-18. Jahrhunderts - eine von vielen Figuren mit festgelegten Eigenschaften, die in allen Stücken unabhängig von der eigentlichen Handlung vorkamen. Der Charakter selbst war meist vielschichtig angelegt und hatte neben seiner Funktion als Spaßvogel immer auch eine zweifelhafte, teuflische Komponente. Einem Harlekin war daher alles zuzutrauen.

    In den Lyrics von Harlequin kommt sein Name nicht im Refrain vor, sondern nur am Ende der zweiten Zeile der zweiten Strophe, wie als Beschwörung dort gleich zweimal hintereinander. Im leicht kryptischen Text geht es um den Nebel in den Bäumen, gebrochenes Licht mit vorbeifliegenden, verblassenden Farben, einen türkisfarbenen Himmel und die Schatten der Dämmerung, in denen bleiche und kalte Gestalten immer wieder graue Netze spinnen. Stimmungsvoll wird die Erinnerung an ein Erntedankfest beschrieben, drei tanzende Kinder um ein großes Feuer, in dessen Flammen der Sommer immer noch fortbesteht. Nicht alles ist verloren, lautet die frohe Botschaft am Ende, im Schatten wird es Licht geben und die Augen werden wieder sehen können, um der Natur ihre Ordnung zurück zu bringen. - Was das alles bedeuten soll, mag jeder selbst herausfinden.

    Paul Whitehead hat in seiner Illustration im Innencover des Albums jedenfalls eine eigene Interpretation gefunden (siehe Bild oben). Dort ist eine gut gekleidete junge Frau (vielleicht eine Prinzessin) im Vordergrund zu sehen, den etwas skeptischen Blick nach unten gerichtet. Ihr langes schwarzes Haar verschmilzt mit einem dunklen Himmel aus fledermausartigen Gestalten, die kaum das Licht durchlassen. Dazu im Hintergrund ein Reiter auf einem scheuenden Pferd und weitere Figuren, die offenbar am Boden liegen.

    Passend zur Jahreszeit und zum 45-jährigen Jubiläum des Nursery Cryme-Albums ein stimmungsvoller Song, der vielleicht nicht unbedingt repräsentativ für das Album steht, dessen Wert ihr dennoch jetzt in bewährter Weise bemessen dürft.

    Mein Blog: Rockworte
    Mein Solo-Album: "Geduld, meine Herren, Geduld! (Die Grundig-Demos 1980-83)"

    12 Mal editiert, zuletzt von UK76 (4. November 2025 um 20:31) aus folgendem Grund: TotW Remastered

    • Nächster offizieller Beitrag
  • UK76
    Moderator
    Beiträge
    5.945
    • 6. November 2016 um 20:29
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Ein weiteres Jubiläum. Wir wünschen eine schöne Woche mit Harlequin.

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    • Nächster offizieller Beitrag
  • Helge
    Gast
    • 6. November 2016 um 22:40
    • #3

    Danke erst einmal an TM Productions für die sehr interessante Einleitung.

    Wow, dass HARLEQUIN noch war, unglaublich.
    Ich brauch gar nicht lange zu zögern - 15 Punkte.
    Auf einem meiner Lieblingsalben ist es einer der vielen Glanzpunkte.
    Verschnaufpause schön und gut...
    Aber ich mag dieses Konstrukt, die sanfte Instrumentierung, diesen säuselnden Gesang der Jungs, diese wunderbare Melodie und dieser märchenhafte Text...
    HARLEQUIN verleitet mich zum Träumen und zeigt die balladeske Seite der Band.

    PS: Hat damals nicht TMB beim NC Event in Duisburg den Song dargeboten?
    Das hatte Gänsehaut pur.

    Einmal editiert, zuletzt von Helge (6. November 2016 um 22:47)

  • Fritzinger
    Lurker
    Beiträge
    311
    • 6. November 2016 um 23:23
    • #4

    Ich Vollidiot habe auf den ersten Blick in Gedanken Harlequin mit Harold The Barrel verwechselt. Kann ich meine Wertung irgendwie ändern?

    me desperté en un mundo con dos tipos de gente: la mas y la menos extrema

  • Christian
    Administrator
    Beiträge
    22.831
    • 6. November 2016 um 23:29
    • Offizieller Beitrag
    • #5
    Zitat von Fritzinger

    Ich Vollidiot habe auf den ersten Blick in Gedanken Harlequin mit Harold The Barrel verwechselt. Kann ich meine Wertung irgendwie ändern?

    Nein, das ist nicht möglich ...

    Christian
    it-Redaktion

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  • Online
    chandelier
    Giant Hogweed
    Trophäen
    1
    Beiträge
    5.963
    • 7. November 2016 um 09:34
    • #6

    TM hat alles gesagt....Wunderschön, versponnen, verträumt, wie ein Gedicht von Wordsworth oder Keats....
    Ich liebe das Stück - 15 Punkte.

    Hier noch eines der in meinen Augen schönsten Bilder (ein Tryptichon) von Kim Poor, das dieses Kleinod zum Thema hat (aus: Kim Poor. Genesis Lyrics): http://www.kimpoor.com/image/genesis_lyrics/harlequin.jpg

  • doctordiper
    Slipperman
    Beiträge
    2.993
    • 7. November 2016 um 10:52
    • #7

    Schade dass es nicht mehr von diesen kürzeren Folkartigen Balladen wie Harlequin, Happy The Man, More Fool Me oder noch More Fool Me oder noch Ant's "Silver Song/Only Your Love" gab.
    Cinema Show, Ripples, Your Own Special Way und Entangled sind ja fast aus den gleichen Holz geschnitten aber daraus wurden Epics, sowie einiges aus Trespass und Foxtrot.
    Aber gerade zwischen 70-75 hatten diese kurzen Songs etwas ganz spezielles, und deswegen wie schon erwähnt, nicht weniger anspruchsvolles.

    Zitat

    Hier erklingen Gitarren im klassischen Folk-Picking (Wechselbass), im Refrain wird lagerfeuermäßig geschrammelt, als einziges Percussions-Element dient ein Shaker, Bass und Keyboards haben Generalpause.

    Genial, es bleibt also leicht instrumentiert in Erinnerung! Dass da noch E-Piano, Vibes und E-Gitarre (von Steve) dazu gemischt worden sind (besonders deutlich in den Remixes zu hören) bleibt unterschwellig.
    Dass ganze Genie Genesis-Arrangements ;)

  • Fritzinger
    Lurker
    Beiträge
    311
    • 7. November 2016 um 12:31
    • #8

    SO geht es mir auch. Ich liebe Harlequin, als kleines verschrobenes aber schönes Gedicht, was einfach verträumt vorgetragen wird..
    Und ich Affe hab nur 11 Punkte vergeben..

    me desperté en un mundo con dos tipos de gente: la mas y la menos extrema

  • Zy
    Giant Hogweed
    Beiträge
    4.902
    • 7. November 2016 um 13:01
    • #9

    Eins von diesen herrlich athmosphärischen Stücken mit akkustischen Gitarren, die diese für Genesis typische, zauberhafte Stimmung weben. Wunderschön der Gesang von Peter und Phil. Das Ganze ist in sich geschlossen, rund und stimmig.
    Von mir 13 Punkte.

    P.S. Ich mochte den Song schon in meinen Teeny-Jahren sehr, habe jedoch nie verstanden, was dieses Bild der für mich orientalischen Prinzessin mit dem Song zu tun hatte. Ich habe Stunden darüber gerätselt, den Liedtext genauestens übersetzt, etc.

    Zy
    ------
    "The music is the true currency. It's more valuable than the accolades or the money. The relationship is with the invisible muse and you know if she's pleased or if she ain't." - Steve Hackett

    Einmal editiert, zuletzt von Zy (7. November 2016 um 13:05)

  • Herma
    Giant Hogweed
    Beiträge
    8.490
    • 7. November 2016 um 13:41
    • #10

    Schönes Stück, um bei diesem Wetter über die Autobahn zu hotten. 14 Punkte, weil ich es kann.

    🦄Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.🦄

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