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Scratch der Woche [16.04.2010]: PETER GABRIEL - Après Moi

  • Christian
  • 7. Februar 2010 um 14:43
  • THOM
    Moderator
    Beiträge
    4.334
    • 18. April 2010 um 12:23
    • Offizieller Beitrag
    • #11

    Hallo martinus
    ich bin ja erstaunt, dass du einen Song in dem dauernd von "afraid", "I must" und "not my choice" gesungen wird als leichtfüßig bezeichnest (wo du doch den Text schon so auseinandernimmst). Meiner Meinung nach ist das ein ganz schön fatalistischer Klopper mit einer Prise 'und ich muß mich doch durchkämpfen'. Aber Tempo hat er, ja.

    Übrigens erzählt PG selbst im Moonclub-Video, daß er den russischen Teil versucht hat, aber da das Ergebnis eher belustigend als ernstnehmbar war, hat er es dann wieder bleiben gelassen.

    Mir gefällt der Song ganz gut, ist als temponummer auf SMB auch gut untergebracht. Im Ganzen aber nicht wirklich mein Lieblingstrack.
    Deshalb: 11 Punkte

    _________________________________
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    Meine Artikel von peter-gabriel.net
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  • martinus
    Giant Hogweed
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    5.756
    • 18. April 2010 um 12:59
    • Offizieller Beitrag
    • #12
    Zitat von THOM

    ich bin ja erstaunt, dass du einen Song in dem dauernd von "afraid", "I must" und "not my choice" gesungen wird als leichtfüßig bezeichnest (wo du doch den Text schon so auseinandernimmst). Meiner Meinung nach ist das ein ganz schön fatalistischer Klopper mit einer Prise 'und ich muß mich doch durchkämpfen'. Aber Tempo hat er, ja.

    Nun, musikalisch ist er sicherlich leichtfüßiger als vieles andere auf dem Album. Und die Kombination der von dir genannten Schlagworte gibt dem Ganzen etwas Erleichtertes.

    Da ist die Feststellung: "Ich muß da durch, hilft nix, ist ja auch nicht meine Entscheidung". Dazu kommen diese Einflüsterungen: Du soll Angst haben vor diesem und vor jenem - aber was für absurde Angstszenarien sind denn das, bitte schön? Vor Frankenstein, der endlich mal keine Monster bastelt, sondern Lebendprothesen verbaut? Vor den Alten, die meine Seele doch nur bekommen können, falls ich eine habe und wenn ich sie freiwillig hergebe? Oder doch, ganz nach Art von Bis(s) Zum Morgengrauen, vor den "Kalten", die mein Blut wollen? Ja, sagt mal an, Frau Spektor, haben wir zu viel Geistergeschichten gelesen, dass wir davor Angst haben sollten?

    Ich finde, das Stück beschreibt ein Gefühl von: Jetzt ist es auch schon wurscht, an der Situation kannst du nichts ändern, also wollen wir doch in Schönheit untergehen. Eine positive Haltung: "Kann man nix dran machen? Na, dann wollen wir es doch wenigstens genießen."

    ... cried a voice in the crowd.

    Förderer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

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  • THOM
    Moderator
    Beiträge
    4.334
    • 18. April 2010 um 14:42
    • Offizieller Beitrag
    • #13

    Bin jetzt zu faul, meine Ansicht über den Song zu wiederholen. Deshalb verweise ich nur mal:

    PG-Net

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    Damit das gewesene noch bleibt:
    Meine Artikel von peter-gabriel.net
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  • lillywhitelillith
    Lurker
    Beiträge
    510
    • 18. April 2010 um 17:46
    • #14
    Zitat von martinus

    Nun, musikalisch ist er sicherlich leichtfüßiger als vieles andere auf dem Album. Und die Kombination der von dir genannten Schlagworte gibt dem Ganzen etwas Erleichtertes.

    Für mich klingt das aber wie ein Bekenntnis an etwas, das für eher unumstößlich gehalten wird als Erleichterung.

    Zitat von martinus

    Da ist die Feststellung: "Ich muß da durch, hilft nix, ist ja auch nicht meine Entscheidung".

    "I must go on standing" Da gibt es etwas, dem ich Widerstehen muss bzw. dem ich Rechnung tragen muss. Ist das nicht die Konsequez einer Entscheidung? Die Wahl eines, des nicht leichten, Weges?

    Zitat von martinus

    Dazu kommen diese Einflüsterungen: Du soll Angst haben vor diesem und vor jenem - aber was für absurde Angstszenarien sind denn das, bitte schön? Vor Frankenstein, der endlich mal keine Monster bastelt, sondern Lebendprothesen verbaut? Vor den Alten, die meine Seele doch nur bekommen können, falls ich eine habe und wenn ich sie freiwillig hergebe? Oder doch, ganz nach Art von Bis(s) Zum Morgengrauen, vor den "Kalten", die mein Blut wollen? Ja, sagt mal an, Frau Spektor, haben wir zu viel Geistergeschichten gelesen, dass wir davor Angst haben sollten?


    Ich finde diese Angstzenarien alles andere als absurd. Wie wär's mit der Angst vor der Zukunft? Der in der Zukunft lauernden Gebrechlichkeit, des Alters, des Todes, die uns die Lahmen, die Alten und Kalten vor Augen führen? Wer erbt hier von wem?

    (So als weiterer Gedanke: Für mich beschreiben die 3 ersten Zeilen des "Be afraid..."-Verses Struktur, Funktion und Zirkulation einer Gesellschaft.)

    Zitat von martinus

    Ich finde, das Stück beschreibt ein Gefühl von: Jetzt ist es auch schon wurscht, an der Situation kannst du nichts ändern,

    Das klingt schon fatalistischer als das Original.


    Zitat von martinus

    also wollen wir doch in Schönheit untergehen. Eine positive Haltung: "Kann man nix dran machen? Na, dann wollen wir es doch wenigstens genießen."

    Apres moi le deluge? Die, die unser Blut erben, werden sich bedanken und ihre kaltherzigkeit sollte uns dann nicht wundern.

    Für mich ist es auch ein alles andere als leichter, fröhlicher Song, eher einer der drückensten des Albums, in dem meiner Meinung nach weitaus mehr "gekämpft" wird, als in "My Body is a cage".


    +

    Supper´s Ready: "The Lamb" is served


    Infos zur Lamb in Deutsch

  • martinus
    Giant Hogweed
    Beiträge
    5.756
    • 18. April 2010 um 21:15
    • Offizieller Beitrag
    • #15
    Zitat

    Apres moi le deluge? Die, die unser Blut erben, werden sich bedanken und ihre kaltherzigkeit sollte uns dann nicht wundern.

    Für mich ist es auch ein alles andere als leichter, fröhlicher Song, eher einer der drückensten des Albums, in dem meiner Meinung nach weitaus mehr "gekämpft" wird, als in "My Body is a cage".+

    Nun, ich habe meine Lesart präsentiert; ich kann auch deine nachvollziehen. Der Kern der Aussage "Nach mir die Sintflut" ist aber eben genau die Ablehnung von Verantwortung für die Zukunft. Dass die Angehörigen der Zukunft (die nächsten Generationen also) von so etwas hohen Blutdruck bekommen, ist logisch und geht mir ganz genauso (Das Nähere siehe unter: Neues aus dem Bundestag).

    Die Fokussierung des Blickwinkels auf die reine Gegenwart, auf das "ich will jetzt" ist genau der egoistisch-arrogante Panzer, an dem jeder Einspruch abprallt, und der daher keinen Kampf nötig macht. Mit der Haltung lebt man sehr angenehm und entspannt, könnte ich mir vorstellen.

    Große Klammer um alles: Meiner Meinung nach.

    ... cried a voice in the crowd.

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  • HoHoHo
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.296
    • 19. April 2010 um 20:16
    • #16

    "Après moi" ist mal wieder ein Stück bei dem ich nicht so recht weiss wie ich's finde... Gefällt mir ganz gut im Kontext des Albums, würde ich aber als einzelnes Stück bestimmt nicht hören. Und den Text verstehe ich nicht. Lahme übernehmen meine Beine? Hm... merkwürdiges Zeug dessen Bedeutung sich mir nicht erschliesst. Ich hab's nicht so mit Sprachwissenschaft, keine Ahnung was ein Binnenreim ist und wo man einen entdecken sollte. Für mich ist der Text einfach eine bedeutungslose Aneinanderreihung von Worten. Ansonsten musikalisch und gesanglich in Ordnung. Aber ob ich da 7 oder 10 Punkte geben soll oder was dazwischen, irgendwie ist mir das Stück zu belanglos.

  • lillywhitelillith
    Lurker
    Beiträge
    510
    • 20. April 2010 um 17:16
    • #17
    Zitat von guardian eyes

    Und warum das linke Auge auf dem Innenteil des Covers?
    Und er nimmt seinen Gesang in einem früheren Tempel der Freimaurer auf ...
    Und wer weiß etwas über den Club of Budapest.
    Fragen über Fragen. Ich denke wir sollten ihm einen Brief schreiben.

    Sind das ernst gemeinte Fragen oder versteckte Mutmaßungen?

    Da hier vom linken Auge - Du meinst wohl das Horus-Auge (Mond-Auge)- die Rede ist, fällt mir noch was ein.

    In dem von Peter Gabriel duch gabrielesisch ersetzten ehemaligen russischen Teil des Liedes, kann das Wort Nuriet/Noriet/Nouriet rausgehört werden. Ist ebenfalls ein Name, der auch im russischen Sprachraum (Nuriet) gebräuchlich ist, wie auch das lettische Wort für Sonne darstellt.

    Supper´s Ready: "The Lamb" is served


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  • Zy
    Giant Hogweed
    Beiträge
    4.906
    • 24. April 2010 um 00:03
    • #18

    Ich habe mir den Tipp zu Herzen genommen und in den letzten Tagen, das Stück mehrfach angehört, denn auch auf mich wirkte der Song wie viele PG Lieder, die erst etwas reifen müssen. Anfänglich gefielen mir eigentlich nur die instrumentalen Passagen am Anfang und Ende, in der Zwischenzeit ist auch der Gesangspart deutlich in meiner Gunst gestiegen.
    Aber trotzdem: Der Song hat sehr starke Passagen die langweilig und flach (Beginn Gesangspart) oder nicht passend, holprig wirken.
    Daher nur 11 Punkte von mir.

    Zy
    ------
    "The music is the true currency. It's more valuable than the accolades or the money. The relationship is with the invisible muse and you know if she's pleased or if she ain't." - Steve Hackett

  • guardian eyes
    Lurker
    Beiträge
    318
    • 25. April 2010 um 21:32
    • #19

    [quote='lillywhitelillith','RE: Scratch der Woche [16.04.2010]: PETER GABRIEL - Après Moi']Sind das ernst gemeinte Fragen oder versteckte Mutmaßungen?

    Nun ich bin ja nicht der Verschwörungstheoretiker per se. Schließlich bin ich ein großer Verehrer von PM.
    Aber ich frage mich schon was uns der Meister z.B. seiner Bilderauswahl rüberbringen will. Er denkt sich doch auf jeden Fall was dabei. Dieses schwarze CD-Cover, das Blut und dann noch die Kaputzenverkleidung. Ich will da nichts reininterpretieren. Wollte nur mal ein paar Dinge aufschreiben, die ja im Internet zufinden sind und dachte jemand weiß da noch was dazu. Wir nehmen hier doch sonst alles auseinander ...
    Kam aber nicht so gut an :(

  • Aprilfrost
    Giant Hogweed
    Beiträge
    6.235
    • 25. April 2010 um 21:37
    • #20
    Zitat von guardian eyes

    [quote='lillywhitelillith','RE: Scratch der Woche [16.04.2010]: PETER GABRIEL - Après Moi']

    Nun ich bin ja nicht der Verschwörungstheoretiker per se. Schließlich bin ich ein großer Verehrer von PM.
    (

    Wer oder was mag nur PM sein?

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