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geschlechtssensible kleinkindpädagogik....

  • FIM
  • 14. Dezember 2006 um 19:12
  • FIM
    Banjo Man
    Beiträge
    1.597
    • 14. Dezember 2006 um 19:12
    • #1

    angeregt durch den lucia thread https://www.genesis-fanclub.de/forum/viewtopic.php/t/3303 eröffne ich nun hiermit einen geschlechtssensiblen thread da sonst das luciafest zusehr ins off topic gerückt wird und werde nun hier auf die fragen eingehen....

    Zitat von Sarek

    Danke Fim für dein ausführliches Posting über deine Arbeit.
    Ist mir schon klar das man den Hebel schon bei den Kindern ansetzen muss,um ein anderes Denken in den Köpfen reinzukriegen. :)

    Hoffe das die Kinder auch damit klarkommen,wenn sie in eine Umwelt leben die etwas anders geprägt ist. :-?

    manchmal ist es schon etwas schwierig... wir haben auch viele kinder aus anderen ländern in deren kultur es sowas wie gleichberechtigung nicht gibt. kinder mit vätern, die der pädagogin nichtmal ins gesicht schauen wenn sie in der früh ihr kind bringen oder die nur die meinung eines mannes ihr kind betreffend akzeptieren und die es einfach nicht verstehen wie man einer frau als leitung des kindergartens "gehorchen" kann. bitte das nicht wertend zu verstehen... kulturelle prägungen sind eben sehr festgefahren und niemand kann was dafür wo er oder sie geboren wurde bzw welche erziehung jemandem zu teil wurde.
    die kinder kommen sehr gut mit den "verschiedenen welten" klar. kinder sind absolut im stande zwischen der welt zu hause und der welt im kindergarten zu unterscheiden. manche sind zu hause extrem ruhig, aber sobald das elternteil aus der kindergartentüre drausen ist sind sie plötzlich das komplette gegenteil (oder umgekehrt). ein gutes beispiel sind auch regeln... banal beispiel.... zu hause dürfens zb auf den tisch steigen, im kindergarten nicht und das wissen sie und halten sich daran. es ist so als würde sich ein hebel im gehirn umlegen. und genau so verhält es sich mit der rollenverteilung. unser ziel ist es ja nicht den kindern eine gehirnwäsche zu verpassen, unser ziel ist es ihnen vorzuleben, daß es auch andere möglichkeiten gibt.... einfach den horizont zu erweitern und sie zu sensiblisieren.

    Zitat

    Denke da z.b an die Walddorfschüler.Viele von denen habe eine Macke.Sorry....muss ich halt so sagen :(
    Sind halt etwas Weltfremd.

    kann ich nix sagen dazu, kenn mich mit walddorf (noch) nicht wirklich aus.

    Zitat

    Auch der Umgang mir der Geschlechtsspezifichen Beschreibungen(ER,SIE, ES) halt ich auch etwas für überzogen.
    Ich bin zb.Dreher von Beruf.Meine Kollegin auch.Ist sie jetzt eine Dreherin?Ist nur ein Beispiel ich weiß,aber die gibt es zuhauf.

    ja, sie ist eine dreherin :)
    ich habe am anfang meiner tätigkeit in diesem kindergarten auch die geschlechtergerechte sprache für absolut unnötig gehalten, hab mich sogar ob derer lächerlichkeit aufgeregt... bei genauerer betrachtung allerdings ist jene essentiell wichtig für unsere sache :)
    es macht einen großen unterschied ob mädchen mitgemeint (war JEDER schon händewaschen?) oder direkt angesprochen werden.
    möglichkeiten....
    1. beide geschlechter ansprechen: war jeder und jede schon händewaschen?
    2. geschlechtsneutrale formulierung: waren ALLE schon händewaschen?

    das direkte ansprechen des weiblichen geschlechtes führt zu einer stärkung des selbstvertrauens und des selbstbewußtseins der mädchen.
    beispiel aus der praxis....
    die kinder haben sich bei der tür angestellt, wir wollten in den park gehn. lorenz steht als erster bei der tür und schreit "ich bin der erste!". hinter ihm steht hannah und sagt "und ich bin DIE erstE!"
    ein kind mit einem gestärkten selbstvertrauen ist ein viel schwierigeres opfer für sexuellen mißbrauch. wir versuchen schon sehr früh den kindern ein bewußtsein dafür zu geben was sie wollen und was nicht, welche berührungen sie als angenehm empfinden und welche nicht UND ihre positiven wie negativen empfindungen auch zu verbalisieren ("ich will das nicht!".... usw)

    Zitat

    Aber ich denke du machst einen guten Job,und es allen gerecht zu machen,ist schon schwierig genug.

    :) danke!
    ja, du hast recht, die probleme im kindergarten sind nicht die kinder, es sind deren eltern! es denen allen recht zu machen geht nicht.
    btw... es gibt kein schwieriges kind, es gibt nur schwierige eltern :)

    Zitat

    Vieleicht wird es mit Rollenverteilung mal soweit kommen,das mir auch mal eine Frau zb.beim Radwechsel hilft. :lol:

    Freu mich schon auf die Zukunft

    Gruß Sarek


    Ps.Beitrag enhält ein Schuss Ironie ;)

    vielleicht hat dir desshalb bis jetzt keine frau dabei geholfen, weil sie als kinder rosa gekleidet in die puppenecken gedrängt wurden weil sie ja schließlich mädchen sind und mit "bubenarbeit" nix zu tun haben sollen.
    vielleicht wäre genau aus deiner nachbarin (zum beispiel) eine sensationelle automechanikerin geworden wenn sie ihre interesse ausleben hätte dürfen :)
    btw... ich könnte dir nicht dabei helfen,... ich hab nichtmal einen führerschein :)

    Zitat von FG

    Hallo Fim,

    Deine Ausführungen sind wirklich sehr ausführlich und interessant.

    Meine Frage:

    Wird denjenigen Kindern, die sich eher rollentypisch verhalten, auch der Raum dazu gegeben, oder greift ihr ein, um dies zu unterbinden?

    FG

    nein, es wird nichts unterbunden, vielmehr angeregt!
    natürlich können wir beim faschingsfest (karneval) den mädchen nicht verbieten als zuckerlrosagekleidete prinzessin zu kommen und den buben als zb cowboy oder ritter... ist halt so.
    natürlich wird beim kindlichen rollenspiel (zb vater, mutter, kind) nicht eingegriffen wenn klischeehaft das kind, das die mutter verkörpert spielerisch kocht oder putzt und die vaterfigur arbeiten geht allerdings rege ich zb an, daß ich die person bin die zu hause kocht (so ist das wirklich!) bzw auch ein mann staubwischen kann (bzw sehns eh mich täglich als mann beim staubsaugen des grupenraumes usw)
    wichtig ist eben den kindern nahe zu bringen, daß (fast) alle tätigkeiten geschlechtsvariabel sind.
    ein beispiel... wenn der computer bei uns in der gruppe nicht funktioniert oder sich aufhängt oder sonstwas rufen die kinder meistens automatisch nach mir, weil ich eben ein mann bin und somit in der schublade technik zu finden sein muß. meistens geht dann aber die kindergärtnerin zum pc um das problem zu beheben.

    pffffffff.... so, jetzt muß ich mich erstmal um MEIN kind kümmern und die "zubettgehwickelung" tätigen.
    könnte noch ewig weiterschreiben... vielleicht gibts noch fragen oder dergleichen!

    gruß FIM!

  • Sarek
    Lurker
    Beiträge
    398
    • 14. Dezember 2006 um 20:05
    • #2

    FIM

    Danke für deinen interessanten und fundierten Bericht :D

    Ich weiß garnicht ob es in Deutschland so etwas oder ähnliches gibt.

    Ist das eine private oder eine staatliche Einrichtung?Eine kirchlicher Kindergarten wird es bestimmt nicht sein.Soweit sind die eh nicht :-?

    Ich merke das du in deinen Beruf ja richtig aufgehst,muss auch so sein!
    Nur so kann man ja den Kindern das Rüstzeug mit auf den Weg geben.
    Erst recht wenn man einen anderen Weg beschreitet.

    Gruß Sarek

    Als ich jung war, wußte ich alle Antworten.
    Jetzt wo ich alt bin, weiß ich alle Fragen.
    Leider habe ich die Antworten vergessen

    http://img504.imageshack.us/img504/6290/avatar1337ii8.gif

  • FIM
    Banjo Man
    Beiträge
    1.597
    • 14. Dezember 2006 um 20:39
    • #3
    Zitat von Sarek

    FIM

    Danke für deinen interessanten und fundierten Bericht :D

    gerne :)

    Zitat

    Ich weiß garnicht ob es in Deutschland so etwas oder ähnliches gibt.

    ich auch nicht!
    in österreich gibt es unseren kg in wien, einen in linz und eine kindergrippe in graz mit geschlechtssensiblem schwerpunkt.

    Zitat

    Ist das eine private oder eine staatliche Einrichtung?Eine kirchlicher Kindergarten wird es bestimmt nicht sein.Soweit sind die eh nicht :-?

    wir sind ein privatkindergarten der aus einem projekt im jahr 1999 entstanden ist.

    in einem kirchlichen würd ich nie arbeiten wollen. :) (würdens mich auch nicht lassen wahrscheinlich! :) )

    Zitat

    Ich merke das du in deinen Beruf ja richtig aufgehst,muss auch so sein!
    Nur so kann man ja den Kindern das Rüstzeug mit auf den Weg geben.
    Erst recht wenn man einen anderen Weg beschreitet.

    Gruß Sarek

    ja, ich hab spät aber doch einen beruf gefunden, der mir (seit im moment 4 jahren) spaß macht.
    ist halt im mom ein harter weg... familie lieben, arbeiten gehen, pädagogikdiplom machen und freizeit genießen wollen ist schwer unter einen hut zu bekommen...

  • Sarek
    Lurker
    Beiträge
    398
    • 16. Dezember 2006 um 14:04
    • #4

    Sorry FIM :D
    Ist nicht auf meinen Mist gewachsen.Hab ich aus einen Schulaufsatz rauskopiert :lol:
    Paßt aber irgendwie zum Thema
    ____________________________________________________________
    Schulaufsatz: Gibt es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs?

    --------------------------------------------------------------------------------

    Mädchen sind keine Indianer. Indianer kennen nämlich keinen Schmerz und dürfen deshalb nicht weinen. Mädchen weinen aber oft gerne. Jungs weinen eigentlich nie und wenn, dann zeigen sie es keinem, weil es peinlich ist.

    Überhaupt haben die Mädchen mehr Gefühl als die Jungen und mehr Haare, die sie lang wachsen lassen. Jungs sind praktischer. Kurze Haare machen wenig Arbeit. Meine große Schwester steht jeden Morgen eine Stunde vor dem Spiegel, ich gar nicht. Da verändert sich ja doch nichts. Bei ihr eigentlich auch nicht - aber sie macht das trotzdem. Mädchen können halt nicht logisch denken.

    Jungs wachsen später Haare im Gesicht und auf der Brust. Mädchen wachsen Brüste. Deshalb haben sie auch im Sommer immer obenrum was an. Vielleicht schämen sie sich, weil sie auf einmal anders aussehen.

    Jungs brauchen nur eine Hose, auch wenn es heiß ist. Mädchen tragen oft keine Hosen, sondern Röcke. Vielleicht weil sie so stolz auf ihre Beine sind? Aber dann könnten sie ja auch kurze Hosen tragen. Ich glaube, die Frauen kommen alle aus Schottland. Deshalb müssen sie Röcke tragen.

    Wenn Mädchen älter werden, fangen sie an, sich im Gesicht zu bemalen. Den Mund rot, die Augen blau und die Backen orange. Jungs machen das nur an Karneval und dann aber richtig bunt. Mädchen sind eitel, sagt mein Papa. Manche Jungs wollen auch wie die Mädchen sein. Die stechen sich dann auch Löcher in die Ohren. In die stecken sie glitzernde Knöpfe rein. Ich finde das doof. Sie sollten froh sein, daß sie Jungs sind. Jungs dürfen nämlich hinterher bestimmen. Das finde ich gut. Gott hat zuerst den Adam gemacht und dann aus seiner Brust die Eva geschnitten. (Vielleicht wachsen Frauen deshalb Brüste?!)

    Der Mann war also als erster da. Deshalb darf er bestimmen. Jungs können besser Fußball spielen, und auch alle großen Politiker sind Männer. Wer wichtig ist, tragt nämlich eine Krawatte. Und Frauen machen das nicht. Sogar der liebe Gott ist ein Mann. Dem müssen alle gehorchen. Der braucht keine Krawatte, der hat einen Bart. Unfair finde ich, daß Frauen nicht arbeiten brauchen. Die sitzen nur in der Wohnung und kümmern sich um die Kinder. Wenn der Mann dann nach Hause kommt, fangen sie Streit an. Deshalb kommen manche Männer auch nicht mehr nach Hause.

    Jungs müssen die Mädchen beschützen, weil sie stärker sind. Jedes Mädchen braucht einen Jungen. Männer helfen gerne. Deshalb tun sie sich hinterher mit einer Frau zusammen und beschützen sie. Das nennt man "Miteinander-Gehen". Manche Männer machen das auch mit mehreren Frauen. Die sind dann besonders stark. Jungs sind einfach besser als Mädchen. Wenn der Klapperstorch zu Männern kommen würde, dann könnten wir die Frauen abschaffen.

    Carsten Becker (3b)
    - Ohne Note -

    Anmerkung:
    Lieber Carsten, bitte sage Deinen Eltern, daß sie mal zu mir in die Sprechstunde kommen sollten.

    Frau Meier

    Als ich jung war, wußte ich alle Antworten.
    Jetzt wo ich alt bin, weiß ich alle Fragen.
    Leider habe ich die Antworten vergessen

    http://img504.imageshack.us/img504/6290/avatar1337ii8.gif

  • Herma
    Giant Hogweed
    Beiträge
    8.493
    • 27. März 2012 um 18:21
    • #5

    Diesen grandiosen Beitrag habe ich sechs Jahre lang übersehen? Das würde sich komplett als Signatur eignen. Nee, nee nee, auch wenn es dem eigentlichen Thema nicht würdig ist, der Krempel kommt auch meine Platte! :D

    🦄Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.🦄

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