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Günter Grass - Anti-Semit oder einfach nur ehrlich?

  • Turn It On Again
  • 8. April 2012 um 16:01
  • Eric
    Squonk
    Beiträge
    4.755
    • 9. April 2012 um 18:06
    • #21
    Zitat von Young King Cole

    Man wirft ihm allerdings vor, nicht "früh genug" darüber gesprochen zu haben.

    Mein Gedächtnis sagt mir, dass es da ganz andere Vergangenheiten gab, über die man heute nicht mehr spricht, aber lassen wir das...



    Den Vorwurf muss er sich deshalb gefallen lassen, weil er über Jahrzehnte hinweg als "Moralist" immer andere kritisiert hat, die ebenfalls eine NS-Vergangenheit haben. Insbesondere Kiesinger hatte er die Eignung als Bundeskanzler aufgrund seiner NSDAP-Mitgliedschaft abgesprochen.

    @ townman: Vielen Dank für die Blumen. Ich wüsste allerdings nicht, wo man das noch posten sollte/könnte und wer überhaupt meine Meinung lesen will. Der Text ist einerseits schon viel zu lang, andererseits bin ich auf viele wichtige Punkte noch gar nicht eingegangen. Weder bin ich ausgewiesener Nahost-Experte noch Grass-Kenner. Ich habe aber die Hoffnung, dass es schlauere und bekanntere Menschen als mich gibt, die mit ihrer Meinung in die gleiche Kerbe hauen, dies aber fundierter und prägnanter auszudrücken vermögen, als ich dazu in der Lage bin.

    “THE NIGHT WE TRACKED DOWN PHIL COLLINS, BECAME BEST FRIENDS WITH HIM, AND TALKED HIM INTO REUNITING WITH PETER GABRIEL, AND THEN WE GOT TO SING BACKUP ON THE NEW GENESIS ALBUM AND IT WAS AWESOME!”

    — Barney Stinson, How I Met Your Mother, Season 7, Episode 21 ‘Now We’re Even’

  • Turn It On Again
    Gast
    • 10. April 2012 um 00:46
    • #22

    Eines hat mich zu dem Thema heute auch noch beschäftigt, unabhängig vom Anteil wahrer oder falscher Aussagen im Text. Herr Grass hat die Politik des Landes Israel kritisiert, jeder drittklassige "Medienprofessor" darf ihn seit dem in aller Öffentlichkeit einen Anti-Semiten nennen, und das Land welches so von sich überzeugt ist dass es Herrn Grass einfach mit Argumenten antworten könnte verhängt medienwirksam ein Einreiseverbot und fordert weitgehende Konsequenzen bis zur Aberkennung des Literatur-Nobelpreises.

    Stört es eigentlich nur mich, dass damit auf einmal ein Herr Udo Voigt, Holger Apfel und wie der ganze NPD-Abschaum heißt von heute auf morgen besser gestellt sind als ein Mensch, der sein simples Grundrecht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hat? Ohne dabei in irgendeiner Form die Grundrechte anderer Personen oder Gruppen zu verletzen? Ich komme mir langsam vor wie in einem falschen Film.

    Einmal editiert, zuletzt von Turn It On Again (10. April 2012 um 00:48)

  • who_dunnit????
    Giant Hogweed
    Beiträge
    5.611
    • 11. April 2012 um 08:19
    • #23

    Ich stelle bei sehr vielen Themen fest, dass man eigentlich keine Meinung mehr haben darf. Dass man der vorgegebenen Richtung folgen soll und alles und jedes mit killerargumenten niedergemacht wird.

    Eine streitkultur wird systematisch getötet und einfache passende Lösungen durch Politik und Medien verbreitet. Und sehr viele folgen und Glauben das, alle anderen werden mit religiösem Eifer niedergemacht. Ich erleben das als gerne auch mal streitsamer Mensch jeden Tag. Ich übernehme gerne auch mal die unbequeme Seite um die Diskussion und den Horizont aller zu erweitern, aber meine fresse wird da abgegangen.


    Zu dem Thema hatte ich mir erlaubt einfach mal zu sagen er habe ja nicht Unrecht, dass auch die Politik der handelnden Personen in dem Land vielleicht unbeabsichtigter weise von andren Ländern missverstanden werden konnte. Dass es zum streiten immer 2 braucht.

    Oh meine Güte seid froh, hoffe ich, dass ich noch hier bin und nicht in U-Haft wegen antisemitischer holocaustleugnender Gesinnung. Für mich hat das eine nicht mit dem andren direkt zu tun, oder soll nicht.
    Nur weil ich die Politik von heute mir durch den Kopf gehen lasse und dazu eine Meinung habe heißt das NICHT dass ich denke oder meine man hatte vor vielen Jahren einfach gründlicher arbeiten müssen.
    Das will man so hindrehen weil man damit jede Diskussion auf eine andere ebene bringt und vor allem moralisch beenden kann.

    ME

    P.s. Was ihn dazu gewogen hat weiß ich nicht, es wird ihn aber demontieren

  • revelation
    Squonk
    Beiträge
    3.747
    • 11. April 2012 um 09:16
    • #24

    Ich hoffe,dass Grass alt genug wird,damit er noch erlebt,wie Gras über diese Sache wächst. Die derzeitige Diskussion ist seinem Lebenswerk unwürdig.

    Hier steht nichts Wichtiges! Trotzdem danke fürs Lesen.

  • Fripp
    Slipperman
    Beiträge
    2.071
    • 11. April 2012 um 09:35
    • #25

    Wenn er sich nicht mehr dazu äußert, wird es über kurz oder lang ruhiger werden. Ich habe den Eindruck, durch die selten dämlichen Maßnahmen der israelischen Regierung, scheint in Deutschland die Diskussion sogar ein wenig zu kippen.
    Aber von diesem unfassbaren Medienecho auf seine Aussagen bin ich nach wie vor mehr als irritiert. Kann es vielleicht sein, das man in Deutschland letztlich einfach nur hilf- und ratlos ist, wie man mit dem Nahostkonflikt umzugehen hat?

  • karlsoost
    Lurker
    Trophäen
    2
    Beiträge
    459
    • 12. April 2012 um 18:17
    • #26

    In der SZ gab es mal eine etwas andere Ansicht als in der landläufigen Presse zu lesen:

    Alfred Grosser über Kritik an Israel - "Grass hat etwas Vernünftiges gesagt" - Politik - sueddeutsche.de

    in diesem Sinne...

    a horse not made of sand

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