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Pflegekräfte - unter Wert bezahlt?

  • revelation
  • 28. März 2012 um 00:46
  • HoHoHo
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.302
    • 28. März 2012 um 19:45
    • #11

    Ein nicht zu lösendes Dilemma:

    • Weniger Familienzusammenhalt, weniger Großfamilien, also auch weniger Pflege innerhalb der Familien.
    • Die Menschen werden statistisch immer älter und im Alter eben auch krank und pflegebedürftig.
    • Immer mehr Krankheiten sind behandelbar - sicher 'ne nette Sache weil's die Lebenserwartung erhöht, aber es kostet auch.
    • Die Zahl der Beitragszahler in Kranken- und Pflegekassen nimmt ab (wegen des demographischen Wandels).


    Wir brauchen also immer mehr Pflegekräfte und haben immer weniger Geld um diese zu bezahlen.

    Wie sollte man das lösen? Mehr Zuschüsse aus Steuermitteln an Kranken- und Pflegekassen? Aber wer zahlt dann diese Steuern, während ohnehin keiner über den Abbau der Staatsverschuldung redet. (Ich weiß nicht ob das keinem auffällt, aber es geht ja immer nur um die Reduzierung der Neuverschuldung, nie um die Reduzierung der Verschuldung.)

    Ich glaube nicht dass sich da in absehbarer Zeit was wesentliches ändern wird.

    (Und ganz grundsätzlich kann man schon mal drüber nachdenken warum "geistige" Arbeit in unserer Gesellschaft so viel besser bezahlt wird als "körperliche" Arbeit. Das gilt ja nicht nur für Pflegekräfte.)

  • revelation
    Squonk
    Beiträge
    3.747
    • 28. März 2012 um 20:12
    • #12
    Zitat von HoHoHo


    (Und ganz grundsätzlich kann man schon mal drüber nachdenken warum "geistige" Arbeit in unserer Gesellschaft so viel besser bezahlt wird als "körperliche" Arbeit. Das gilt ja nicht nur für Pflegekräfte.)


    Zumal Pflege mindestens zu 50% aus geistig/intellektuellen, sowie soziologisch/psychologischen Anteilen besteht.
    Das spiegelt sich auch in den Ausbildungsanteilen wieder.

    Hier steht nichts Wichtiges! Trotzdem danke fürs Lesen.

  • HoHoHo
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.302
    • 28. März 2012 um 20:18
    • #13
    Zitat von revelation

    Zumal Pflege mindestens zu 50% aus geistig/intellektuellen, sowie soziologisch/psychologischen Anteilen besteht.
    Das spiegelt sich auch in den Ausbildungsanteilen wieder.



    Das ist sicher auch bei Schreinern, Heizungsmonteuren etc. nicht so viel anders, die müssen auch rechnen können. Und trotzdem bekommen die nicht so viel wie sie verdienen. Hat sicher auch was mit fehlender Lobby zu tun, Handwerker arbeiten meist in Kleinbetrieben, ohne Tarifverträge/Betriebsrat. Aber ich bewege mich vom Thema weg...

  • tom
    Moderator
    Beiträge
    7.991
    • 29. März 2012 um 10:44
    • Offizieller Beitrag
    • #14
    Zitat von HoHoHo

    Ich glaube nicht dass sich da in absehbarer Zeit was wesentliches ändern wird.

    Ich denke doch - es hat schon längst angefangen. Mittlerweile hat es sich rumgesprochen, dass man einen Pflegeberuf kaum bis zur Rente durchstehen kann. Die Arbeitsverdichtung in den Kliniken ist dramatisch, die Leute gehen buchstäblich auf dem Zahnfleisch. Auch als erfahrene Pflegekraft bekommt man keine adäquate Bezahlung, Zulagen für Nacht- und Wochenenddienste wurde gestrichen oder müssen versteuert werden. Dennoch müssen viele aufhören, weil jahrelanger Stress, Schichtdienst und fehlende Anerkennung ihren Tribut zollen. Dazu stimmen die Rahmenbedingungen für Einhaltung von absolut notwendigen Pflegestandards schon lange nicht mehr. Viele Pflegekräfte können die Zustände schon längst nicht mehr mit ihrem Gewissen und ihrem Berufsethos in Einklang bringen.

    Durch die Privatisierung der Kliniken müssen diese bei den Kosten sparen - der einzige Posten, den sie leicht beeinflussen können, sind die Personalkosten. Ärzte haben eine starke Lobby, konnten zuletzt Lohnzuwächse von über 10 % durchsetzen. In den Kliniken wurden danach massiv ärztliche Aufgaben wie Blutabnehmen usw. an das Pflegepersonal übertragen, die ohnehin schon am Poller waren. Dafür werden nun Ärztestellen gestrichen, die die bleiben, müssen mehrarbeiten. Die Mehrheit der Klinikärzte sind in der Ausbildung oder frisch damit fertig, stehen extrem unter Druck, haben wenig Erfahrung und dürfen keine Fehler machen. Sie sind darauf angewiesen, sich vom Pflegepersonal zeigen lassen, was sie machen müssen. Zusätzlich hat man in den Kliniken die Servicekräfte eingespart, die bislang Botengänge, Transportdienste und Putzarbeiten übernommen hatten. Das dürfen die Pflegenden, in der Regel sind das hochqualifizierte Fachkräfte, jetzt wieder selbst tun. Personalräte selbst in großen Kliniken sind ein Witz, alles wird abgenickt, jede Kröte geschluckt.

    Pflege, Zuwendung und Hygiene erfordern vor allem Zeit, die niemand mehr hat. In der Folge verschlechtert sich insgesamt die Pflegequalität, nehmen Kunst- und Pflegefehler sowie die multiresistenten Bakterien stark zu, immer mehr Patienten erkranken daran. Die Verweildauern wurden massiv verkürzt, Patienten werden krank entlassen, manche kranker als vor der Einlieferung.

    Diese Zustände halten immer weniger Pflegekräfte aus, inzwischen hat es eine massive Flucht aus diesem Berufszweig gegeben. Es wird viel zu wenig Nachwuchs ausgebildet, auch weil der Beruf so unattraktiv geworden ist, dadurch überaltert das Personal. Personal aus Osteuropa ist in der Regel minderqualifiziert, aber da die Standards auch hierzulande nicht mehr gehalten werden können, macht das nichts. Inzwischen ebbt jedoch auch der Zustrom ab, Pflegepersonal wird überall gesucht, dennoch bezahlt man weiterhin schlecht. Angeboten werden Zeitverträge zu schlechten Konditionen, beim Wechsel des Arbeitgebers werden erworbene Besitzstände wie Eingruppierungen und Zusatzleistungen wie Altersversorgung oft nicht übernommen.

    Meine Frau hat seit ihrem Examen 1984 bis 2011 als Krankenschwester auf diversen Intensivstationen gearbeitet und verdiente mit einer 50%-Stelle zuletzt netto etwa 800-900 Euro bei Steuerklasse V. Letztes Jahr ist sie auf eine Palliativstation gewechselt (natürlich hat sie die Weiterbildung selbst bezahlt), der Arbeitgeber ist hier das Land NRW, die Klinik vorher war städtisch. Man hat ihr Konditionen angeboten, die nur wenig besser waren als die eines Berufsanfängers, dazu nur einen Zeitvertrag. Ihre Zusatzversorgung sollte ebensowenig übernommen werden. Als Grund wurden die unterschiedlichen Tarifverträge angegeben, die einen Übergang angeblich nicht zuließen. Der Personalrat hat abgewunken, das sei eben so. Mittlerweile konnte sie sich durch geschicktes Nachverhandeln wieder auf den Stand von vorher bringen, auch die Festanstellung hat sie, aber nur, weil sie noch in der Probezeit mit Kündigung gedroht hat.

    Ich kenne diese Geschichten jetzt seit über 30 Jahren aus der internen Sicht. Die Pflegesituation in Deutschland wird buchstäblich an die Wand gefahren, seitdem die Politiker auf die Idee gekommen sind, dass das Gesundheitssystem um jeden Preis wirtschaftlich sein, bzw. wirtschaftlichen Kriterien unterworfen werden muss. Gleichzeitig hat man die Kliniken privatisiert und sich selbst überlassen, jede muss sehen, wie sie mit dem knappen Geld hinkommt. Vor den großen Lobbys Pharmaindustire und Marburger Bund knicken die Politiker jedoch regelmäßig ein. Geld ist genug da, den Krankenkassen geht es so gut wie selten, aber es füllt die falschen Taschen. Ich kann nur sagen, jeder der heutzutage nicht in ein Krankenhaus gehen muss - sei es als Patient. Arzt oder Pflegender - sollte froh darüber sein.

    Mein Blog: Rockworte
    Mein Solo-Album: "Geduld, meine Herren, Geduld! (Die Grundig-Demos 1980-83)"

    Einmal editiert, zuletzt von tom (29. März 2012 um 10:46)

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  • revelation
    Squonk
    Beiträge
    3.747
    • 29. März 2012 um 11:22
    • #15

    Danke,lieber Tom!

    Hier steht nichts Wichtiges! Trotzdem danke fürs Lesen.

  • RiverOfChange65
    Lurker
    Beiträge
    719
    • 29. März 2012 um 17:09
    • #16
    Zitat von TM Productions

    Ich denke doch - es hat schon längst angefangen. Mittlerweile hat es sich rumgesprochen, dass man einen Pflegeberuf kaum bis zur Rente durchstehen kann. Die Arbeitsverdichtung in den Kliniken ist dramatisch, die Leute gehen buchstäblich auf dem Zahnfleisch. Auch als erfahrene Pflegekraft bekommt man keine adäquate Bezahlung, Zulagen für Nacht- und Wochenenddienste wurde gestrichen oder müssen versteuert werden. Dennoch müssen viele aufhören, weil jahrelanger Stress, Schichtdienst und fehlende Anerkennung ihren Tribut zollen. Dazu stimmen die Rahmenbedingungen für Einhaltung von absolut notwendigen Pflegestandards schon lange nicht mehr. Viele Pflegekräfte können die Zustände schon längst nicht mehr mit ihrem Gewissen und ihrem Berufsethos in Einklang bringen.

    Durch die Privatisierung der Kliniken müssen diese bei den Kosten sparen - der einzige Posten, den sie leicht beeinflussen können, sind die Personalkosten. Ärzte haben eine starke Lobby, konnten zuletzt Lohnzuwächse von über 10 % durchsetzen. In den Kliniken wurden danach massiv ärztliche Aufgaben wie Blutabnehmen usw. an das Pflegepersonal übertragen, die ohnehin schon am Poller waren. Dafür werden nun Ärztestellen gestrichen, die die bleiben, müssen mehrarbeiten. Die Mehrheit der Klinikärzte sind in der Ausbildung oder frisch damit fertig, stehen extrem unter Druck, haben wenig Erfahrung und dürfen keine Fehler machen. Sie sind darauf angewiesen, sich vom Pflegepersonal zeigen lassen, was sie machen müssen. Zusätzlich hat man in den Kliniken die Servicekräfte eingespart, die bislang Botengänge, Transportdienste und Putzarbeiten übernommen hatten. Das dürfen die Pflegenden, in der Regel sind das hochqualifizierte Fachkräfte, jetzt wieder selbst tun. Personalräte selbst in großen Kliniken sind ein Witz, alles wird abgenickt, jede Kröte geschluckt.

    Pflege, Zuwendung und Hygiene erfordern vor allem Zeit, die niemand mehr hat. In der Folge verschlechtert sich insgesamt die Pflegequalität, nehmen Kunst- und Pflegefehler sowie die multiresistenten Bakterien stark zu, immer mehr Patienten erkranken daran. Die Verweildauern wurden massiv verkürzt, Patienten werden krank entlassen, manche kranker als vor der Einlieferung.

    Diese Zustände halten immer weniger Pflegekräfte aus, inzwischen hat es eine massive Flucht aus diesem Berufszweig gegeben. Es wird viel zu wenig Nachwuchs ausgebildet, auch weil der Beruf so unattraktiv geworden ist, dadurch überaltert das Personal. Personal aus Osteuropa ist in der Regel minderqualifiziert, aber da die Standards auch hierzulande nicht mehr gehalten werden können, macht das nichts. Inzwischen ebbt jedoch auch der Zustrom ab, Pflegepersonal wird überall gesucht, dennoch bezahlt man weiterhin schlecht. Angeboten werden Zeitverträge zu schlechten Konditionen, beim Wechsel des Arbeitgebers werden erworbene Besitzstände wie Eingruppierungen und Zusatzleistungen wie Altersversorgung oft nicht übernommen.

    Meine Frau hat seit ihrem Examen 1984 bis 2011 als Krankenschwester auf diversen Intensivstationen gearbeitet und verdiente mit einer 50%-Stelle zuletzt netto etwa 800-900 Euro bei Steuerklasse V. Letztes Jahr ist sie auf eine Palliativstation gewechselt (natürlich hat sie die Weiterbildung selbst bezahlt), der Arbeitgeber ist hier das Land NRW, die Klinik vorher war städtisch. Man hat ihr Konditionen angeboten, die nur wenig besser waren als die eines Berufsanfängers, dazu nur einen Zeitvertrag. Ihre Zusatzversorgung sollte ebensowenig übernommen werden. Als Grund wurden die unterschiedlichen Tarifverträge angegeben, die einen Übergang angeblich nicht zuließen. Der Personalrat hat abgewunken, das sei eben so. Mittlerweile konnte sie sich durch geschicktes Nachverhandeln wieder auf den Stand von vorher bringen, auch die Festanstellung hat sie, aber nur, weil sie noch in der Probezeit mit Kündigung gedroht hat.

    Ich kenne diese Geschichten jetzt seit über 30 Jahren aus der internen Sicht. Die Pflegesituation in Deutschland wird buchstäblich an die Wand gefahren, seitdem die Politiker auf die Idee gekommen sind, dass das Gesundheitssystem um jeden Preis wirtschaftlich sein, bzw. wirtschaftlichen Kriterien unterworfen werden muss. Gleichzeitig hat man die Kliniken privatisiert und sich selbst überlassen, jede muss sehen, wie sie mit dem knappen Geld hinkommt. Vor den großen Lobbys Pharmaindustire und Marburger Bund knicken die Politiker jedoch regelmäßig ein. Geld ist genug da, den Krankenkassen geht es so gut wie selten, aber es füllt die falschen Taschen. Ich kann nur sagen, jeder der heutzutage nicht in ein Krankenhaus gehen muss - sei es als Patient. Arzt oder Pflegender - sollte froh darüber sein.

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    Ja, ja, so ist das. :(
    Dem bleibt eigendlich nichts hinzuzufügen.

    Wer wandert mit mir nach Norwegen aus?!!! :undweg:

    "...A mother sreams and a baby cries, the memory gone before the blood has dried... - ...The options are ever viewer on the ground these days... - ...Credo, it don't mean nothin' to me!". FISH/ Credo

    Nordlichter Stargast ´2012 + 2013 !

  • Aprilfrost
    Giant Hogweed
    Beiträge
    6.236
    • 29. März 2012 um 18:12
    • #17
    Zitat von TM Productions

    Ich kann nur sagen, jeder der heutzutage nicht in ein Krankenhaus gehen muss - sei es als Patient. Arzt oder Pflegender - sollte froh darüber sein.


    Du hast die Situation treffend dargestellt. Ich frage mich nur gerade, warum ich trotzdem jeden Morgen gerne zur Klinik fahre. Hm...

  • tom
    Moderator
    Beiträge
    7.991
    • 29. März 2012 um 18:22
    • Offizieller Beitrag
    • #18
    Zitat von Aprilfrost

    Du hast die Situation treffend dargestellt. Ich frage mich nur gerade, warum ich trotzdem jeden Morgen gerne zur Klinik fahre. Hm...

    Lass mich raten - du bist der Chefarzt? :D

    Mein Blog: Rockworte
    Mein Solo-Album: "Geduld, meine Herren, Geduld! (Die Grundig-Demos 1980-83)"

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Aprilfrost
    Giant Hogweed
    Beiträge
    6.236
    • 29. März 2012 um 19:21
    • #19
    Zitat von TM Productions

    Lass mich raten - du bist der Chefarzt? :D


    Fein geantwortet, habe auch herzhaft gelacht und die Idee einen Moment lang in Richtung Realisierung überdacht. Aber nein, Chefarzt bin ich nicht, auch nicht Oberarzt, ja nicht einmal Arzt, so dass ich mir diese Karriere abschminken kann. Allerdings hat ein Klinikdirektor wohl noch mehr zu sagen als ein Chefarzt. Und vor allem ist er es, der die Gelder an seiner Klinik verteilt. Naja, in den meisten Fällen hat er wohl noch wen über sich, dem er Rechenschaft schuldet.
    Warum also gerne in die Klinik fahren? Weil man da jede Menge Leute sieht, denen es noch viel schlechter geht? Weil man nicht zum Heer der Arbeitslosen - sorry: Arbeitssuchenden - gehören will? Weil das Helfersyndrom es so verlangt? Weil: ich kann nichts anderes?
    Ich werde diese Frage mal unseren Pflegekräfte stellen - vorsichtshalber aus sicherer Entfernung.
    Irgendetwas muss ja dazu geführt haben, dass sie diesen Job erlernt haben. Und dass sie nicht umschulen oder auf andere Weise hinschmeissen.

    PS: Nein, ich bin nicht der Herr Klinikdirektor. Ich arbeite auf einer Station und nicht in der Verwaltung.

  • William Wright
    Slipperman
    Trophäen
    2
    Beiträge
    2.400
    • 30. März 2012 um 00:09
    • #20

    Nicht nur Pflegekräfte sind in diesem Land völlig unterbezahlt! Billigjobs und Zeitverträge allerorten -> die Ausbeutung des Menschen erreicht eine neue Qualität“. (Tocotronics)
    Der Produktionsfaktor „Arbeit“ stirbt zugunsten des Kapitals – Arbeitsnehmer sind eine betriebswirtschaftliche Belastung: lästig, zu teuer und versaut das Betriebsergebnis / den Nettogewinn.

    Aber: schaffen wir es in Deutschland, einen Generalstreik gegen diese eklatanten Missstände zu organisieren? Unsere europäischen Nachbarn (aktuell: Spanien) sind uns klar im Vorteil! Solidarität auch mal für andere Berufsgruppen beweisen? -> Fehlanzeige! Zur Zeit befindet sich der Öffentliche Dienst im Arbeitskampf (nehme aktiv daran teil), aber was wird dabei wieder herauskommen? Siehe zurück ins Jahr 2009 (monatelanger Streik im Erziehungs- und Sozialwesen), an dem sich nur wenige meiner Sozialarbeiter-Kollegen beteiligten ... Scham und Schande! - Was wurden in den letzten Jahren Chancen vertan!


    Die Vergütungen im Sozial- und Erziehungswesen sind ebenfalls eine Katastrophe.
    Wir lassen uns einlullen und übers Ohr hauen

    (die Kassen sind leer, Gürtel enger schnallen, moderate Lohnforderungen bitte, die „Sicherheit“ des Arbeitsplatzes im Öffentlichen Dienst ... -> alles LÜGEN!)

    für ein paar Dollars mehr (frisst die Inflationsrate) und mit Einmalzahlungen (die von den Lohn-Abzügen aufgefressen werden!).
    ... und eigentlich ist es noch nicht mal ausschließlich das Geld, sondern die fehlende gesellschaftspolitische Anerkennung unseres täglichen Tuns und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Wir unterliegen einem "Qualitätsmanagement-Diktat" (Ressourcen bündeln, strategische Aufstellung, passgenaue Personal-Zuschnitte usw.), welches keine Qualität schafft, sondern Arbeitsplätze vernichtet und die Ausbeutung der Verbliebenen nur noch weiter vorantreibt.

    Nee, liebe Leute - so wird das alles nix!

    Wir sind es zwar unbedingt wert - aber, haben wir es uns denn überhaupt verdient? „Let there be Rock!“, aber wer hat dafür einen Arsch in der Hose?

    It's 5-4 on William Wright! :wuetend:

    Meinen absoluten Respekt für die Menschen, die sich in den Pflegeberufen einbringen, aufreiben und dennoch täglich (für andere Menschen) an ihre physischen und psychischen Grenzen gehen!

    waellerrockfabrik.myportfolio.com

    2 Mal editiert, zuletzt von William Wright (30. März 2012 um 00:17)

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