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Für die Nachwelt...

  • revelation
  • 28. Januar 2012 um 19:34
  • townman
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.036
    • 30. Januar 2012 um 22:46
    • #21
    Zitat von revelation


    Aber jetz `mal Butter bei die Fische! Ich lege mich hiermit fest auf....Trommelwirbel :Can-utility and the Coastliners

    Es ist ein mittellanges äusserst abwechslungsreiches und dabei kompaktes Stück,daß mich auf eine emotional zerrissene , aufregende,dynamische Reise entführt, und mich nach fünf Minuten in ein atemberaubendes Finale entlässt!

    Instrumental beinhaltet es alles,was Genesis zu bieten hatten: Akkustische Passagen,gewaltige Basspedalparts, sparsamen aber sehr effektiven und inteligenten Einsatz der Leadgitarre, Akkordschichten auf Grundtönen basierend,die eine ganz eigene "Melodie" erzählen ; Ein Basspiel,dass ebenso begleitend, wie eigene (harmonische)Akzente setzend ist; Ein Drumming , dass sowohl akzentuierend, als auch erzählend und spielerisch leicht vorantreibend ist.

    Dazu wird in unter sechs Minuten eine musikalische Geschichte erzählt, für die andere doppelt so lange brauchen. Die Ereignisdichte ist unheimlich gross und es ist an keiner Stelle ein Tönchen zu viel. Jedes neue musikalische Motiv wird eben genau so lange eingeleitet, wie nötig und schon baut sich eine enorme Spannung auf, die wieder aufgelöst wird,bevor kurz danach in ein neues Motiv überführt wird-dennoch wirkt das gesamte Werk in sich gebunden und verfolgt einen musikalischen Faden.

    In diesem Werk zeigen Genesis alles, was sie können,alles,was Sie ausmacht(auch vieles,was sie noch Jahrzehnte später konnten, aber selten alles in einem Stück). Hier sind Genesis für mich absolut Urtypisch !

    Granaten-Posting, klasse! Daran wird in aller Kürze deutlich, das das Wesen von Genesis eben vor allem auch Vielschichtigkeit ist. Macht eine Antwort in einem solchen Thread zwar sauschwer, aber zeigt mir auch, warum ich diese Band so verehre. That's all!

    Zitat von Mr. Plod


    Das ['Firth of fifth'] ist ein classic track, ich habe mich bewußt gegen was neueres entschieden, weil dieses Album sicher das Zeug zum Klassiker hat (die meisten Genesisfans lieben es und allen, denen man es sonst so vorspielt, finden es auch klasse), alle fünf wichtigsten Musiker mitspielen (gut, es fehlt Mr. Phillips = kleiner Makel), dieses Lied insbesondere Melodien und Harmonien aufweist, die für mich einen typischen Genesissound ausmachen, es typisch schrullig-absurde Lyrics hat, schön lang ist, aber nicht zu lang, es heute noch gut klingt (nicht nach verstaubtem progrock-Geseiere),der Sänger Akzente setzt, es hat etwas majestätisches, der klassischen Musik anverwandtes (Anfang) und zugleich Rockiges (z.B: späterer Teil oder Gitarrensolo). Es lebt von Überraschungen (Zusammenspiel der Instrumente/ Einsatz des Mellotrons/ Taktwechsel/Rhythmuswechsel, Hard Rock und Ballade in einem), aber nicht zu perfekt wie die Songs ab 1980, die ganz spezielle Chemie zwischen seinen Musikern ist deutlich heraushörbar, es beginnt zart und leise, endet auch so, dazwischen bzw. kurz gesagt: Genesis in ihrer ganzen Schönheit und Deutlichkeit…

    und: weil Du nur einen Song haben wolltest!

    (Noch ein Geheimnis:): es ist nicht mein Lieblingssong und auch nicht von meinem Lieblingsalbum)

    Auch hier ein großes Dankeschön für deine Beschreibung trotz Müdigkeit! Ich finde es schön, dass du uns diesen Einblick in dein Verständnis von Genesis-Essenz gewährst.
    Übrigens: "Squonk" ist auch nicht mein Lieblingssong, aber...

    Zitat von revelation

    So is das hier gedacht,ja!


  • Mr. Plod
    Banjo Man
    Beiträge
    1.932
    • 31. Januar 2012 um 21:05
    • #22

    revelation
    townman
    Ich möchte Euch kritisieren, das könnt Ihr bei mir natürlich auch:): Für den typischen Genesissong fehlt mir bei townmans Vorschlag die Hybris und das Irre von Gabriel, bei Revelations Meinung ist sie zuviel...Can-utility ist natürlich klasse, ist aber meiner Meinung nach einfach zu kurz für ein typisches Genesis-Lied und es klingt zu wenig zeitlos, das würde mir auch fehlen. Diese Musik at its best ist zeitlos.

    Vielleicht ist es auch etwas völlig anderes: History reloaded: Crapet Crawlers in der 1999er Version :gruebel: nein, jetzt habt Ihr mich wieder total wuschig gemacht und ich kann wieder nicht einschlafen über diesem Gedanken ;)

    Zitat von Robin Lionheart

    Ich halte "Home by the Sea" für das missing link ([...] Das kann man doch auch noch Leuten in hundert Jahren zumuten. Vielleicht verstehn sie es sogar.

    Das ist ein interessanter Ansatz, was die Leute noch in Hundert Jahren hören...vieleicht ist es gar nicht mal so grundverschieden von dem, was wir heute hören, denn. Rock´n´Roll will never die! :mosh:

    We can help You

  • revelation
    Squonk
    Beiträge
    3.744
    • 31. Januar 2012 um 21:22
    • #23

    @Mr.Plod Genesisstücke sind ungefähr 1 - 23 Minuten lang. Ein Sechsminüter ist nicht mehr oder weniger typisch als alles andere.1972 war halt Gabriel der Sänger. Hat sich damals so ergeben:). Was urtypisch-Genesis ist, mache ich nicht an der Frage fest, wer gerade singt.
    Vieles dessen,was ich oben als urtypisch kennzeichnete findet sich sicher auch in früheren oder späteren Stücken oder vielleicht auch in anderen Stücken noch mehr. Das hängt vom Ohr des Behörers ab.

    Für mich ist`s so, wie beschrieben.

    Hier steht nichts Wichtiges! Trotzdem danke fürs Lesen.

    3 Mal editiert, zuletzt von revelation (31. Januar 2012 um 21:31)

  • Mr. Plod
    Banjo Man
    Beiträge
    1.932
    • 31. Januar 2012 um 21:30
    • #24
    Zitat von revelation

    @Mr.Plod Genesisstücke sind ungefähr 1 - 23 Minuten lang. Ein Sechsminüter ist nicht mehr oder weniger typisch als alles andere.1972 war halt Gabriel der Sänger. Hat sich damals so ergeben:).
    Vieles dessen,was ich oben als urtypisch kennzeichnete findet sich sicher auch in früheren oder späteren Stücken oder vielleicht auch in anderen Stücken noch mehr. Das hängt vom Ohr des Behörers ab.

    Für mich ist`s so, wie beschrieben.

    Ja klar, wollte Dich auch nicht dissen! :prost: Dabei bin ich sowas von nüchtern! Huch...:ot:

    We can help You

  • townman
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.036
    • 31. Januar 2012 um 22:34
    • #25

    @Mr. "We can help you": Kannst du mir bitte erklären, was du unter der Hybris Gabriels verstehst? (Am besten am konkreten Beispiel?) Dann könnte ich deine Begründung noch besser nachvollziehen.
    Aber insgesamt gefallen mir die Überlegungen hier momentan ausgezeichnet.
    Zu "Carpet Crawlers": Wäre mir musikalisch zu glatt, um repräsentativ zu sein. Da fehlt mir persönlich - hm, so eine Art Abgründigkeit.


  • al board
    Banjo Man
    Beiträge
    1.387
    • 1. Februar 2012 um 07:59
    • #26

    Entweder hab ich was überlesen oder es hat noch niemand an MAMA gedacht...
    Ich bin mir zwar nicht sicher, ob MAMA der gesuchte Song ist, aber er hat sehr viel von dem, was Genesis einzigartig macht: Drama, subtile Elemente (großartiges Koto-Gequäke von Tony im Wechselspiel mit Mikes "Solo" im Mittelteil), Humor (!) und ein Text, der in die düsteren Untiefen der menschlichen Psyche hinabsteigt.

    Mal sehen, welchen Song ich morgen passender finde... ;)

    al's Lebensweisheiten:

    "Man muss sich seiner Arroganz schon bewusst sein, um sie genießen zu können."

  • Mr. Plod
    Banjo Man
    Beiträge
    1.932
    • 1. Februar 2012 um 08:19
    • #27
    Zitat von townman

    @Mr. "We can help you": Kannst du mir bitte erklären, was du unter der Hybris Gabriels verstehst? (Am besten am konkreten Beispiel?)

    Hab mirr schon gedacht, daß sowas wieder kommt ;) Muß jetzt weg, mußt dich noch gedulden:).


    Zitat von al board

    Entweder hab ich was überlesen oder es hat noch niemand an MAMA gedacht...
    Ich bin mir zwar nicht sicher, ob MAMA der gesuchte Song ist, aber er hat sehr viel von dem, was Genesis einzigartig macht[...]

    Mama hatten wir auch schon. Wo ist denn da die Koto? Oder meinst Du "Moss Garden" von Bowie???

    We can help You

  • thepriest
    Slipperman
    Beiträge
    2.242
    • 1. Februar 2012 um 10:53
    • #28

    Nun wag ich auch mal was:

    Watcher of the skies

    Die Wahl mag erstaunen, aber ich will mal versuchen, sie zu begründen. In diesem Song ist für mich vieles drin, was für mich auch für spätere Phasen Genesis-typisch ist:

    - der Song ist relativ Keyboard-lastig
    - wuchtige Basspedale geben den nötigen Bombast
    - der song enthält längere, durchkomponierte Instrumentalteile, die sich eher an klassicher Musik
    orientieren als am Blues oder Jazz.
    - Das Schlagzeugspiel ist abwechslungsreich und geht über den üblichen Popsong hinaus
    - Der Song ist eine Art Mini-Oper mit einer irgendwie mythologischen Figur (diesmal ein
    Ausseriridischer, aber doch so etwas, wie ein Gott oder Geist).
    - Der Inhalt ist für den Pop/Rock-Bereich eher unüblich
    - Der Song lässt sich live theatralisch inszenieren (die theatralische Inszenierung der Songs zieht sich
    duch die ganze Bandgeschichte bis hin zu "I can't dance").

    Und doch steht dieser Song irgendwie für sich und auch das ist typisch für Genesis. Bei aller Treue haben sie immer wieder neues gewagt und Songs geliefert, die man aufgrund der Vorgängeralben so nie erwarten konnte.

    "Don't get up gentlemen, I'm only passing through"

  • Mr. Plod
    Banjo Man
    Beiträge
    1.932
    • 2. Februar 2012 um 09:44
    • #29
    Zitat von thepriest

    Nun wag ich auch mal was:

    Watcher of the skies

    .

    Ja, aber der Sound! Der Sound ist irgendwie...uncooler, unsatter... Ich bin kein Musiker, ich kann das nicht so gut erklären, ich bräuchte jetzt einen Toningenieur neben mir als Dolmetscher. Watcher of The Skies und Can-Utility sind große, gar größte Momente, aber sie klingen mir immer noch ein bißchen nach verstaubten, dicken Hammondorgeln, nach langen Haaren, Bärten und bell-bottom-Cordhosen, rosanen nämlich, wenn ich sie mit der Eingangsfrage abgleiche, auf die meine Antwort (erzwungen von revelation und townman ;)) immer noch und immer mehr Dancing with the Moonlit Knight heißen kann.

    (Ich habe kurz noch an I know what I like gedacht, aber das ist zu poppig zu zu sehr anch Singleerfolg schielend und auch an Firth of Fifth, aber das ist zu orchestral, zu episch, da fehlt wieder der Rock, das Taffe, das Ungehobelte.

    We can help You

  • Herma
    Giant Hogweed
    Beiträge
    8.491
    • 2. Februar 2012 um 09:57
    • #30

    Tja, hab ich mit Dodo wohl doch Recht gehabt. Ich würde sagen, ich habe das jetzt einstimmig so beschlossen.

    Aber bei Can utilities habe ich bisher an vieles gedacht, aber gewiss nicht an "eingestaubte Hammondorgeln". Bei Watcher magst ja Recht haben, aber CUATC.

    Mit Dancing with the moonlit knight könnte ich mich aber ebenso anfreunden.

    Who dunnit kann immerhin das Credo "Leckt uns im Arsch, wir tun was wir wollen" auf den Punkt bringen, woran sich die Band (ob schlecht, ob recht) auch fast immer gehalten hat. Ey nun guckt nicht so... In too deep oder auch Hold on my heart kann man nicht freiwillig schreiben. Nein, das widerspricht den Naturgesetzen. Jaja, ich bin ja schon ruhig.

    🦄Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.🦄

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