Der Mittelteil, nehme ich an ?
Das letzte richtige Prog-Stück von Genesis?
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Der Mittelteil, nehme ich an ?
Klar, die Gesangsteile am Anfang und am Ende haben nichts mit Prog zu tun. Die Prog-Elemente sind ganz klar im Instrumentalteil zu finden.
Ich frage mich nur, wieso "Fading Lights" so eindeutig dem Pool der Prog-Stücke wie "Cinema Show" oder "Supper´s Ready" zuzuordnen ist...
...und durch welche eindeutige Unterscheidungsmerkmale es von "Nicht-Prog-Stücken" der CAS, wie etwa "The Dividing Line", abzugrenzen ist...Die Kluft zwischen "Fading Lights" und Stücken wie "Cinema Show" ist meines Erachtens deutlich größer als der Unterschied zwischen "Fading Lights" und den "proggigeren CAS-Stücken".
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hm, bei mir ist ews nicht nur der Mittel-Teil mit dem Solo,
was den Song letztlich ausmacht und von so mißglückten
Versuchen wie "Dividing Line" unterscheidet; es ist die ganze
Stimmung des Liedes nebst der Art, wie Phil es singt.
Da kommen schon -bewußt oder unbewußt - Erinnerungen
und Gefühle für One For The Vine oder Ripples mit hoch.
Ich warte bei "Fading Lights" nicht die ganze Zeit
(wie bei "Dividing Line") auf das keyboard-Solo,
ich genieße die Stimmung des ganzen Songs.
Dividing Line verfügt über eine kaum zu toppende Monotonie,
auch bei den drums, besonders aber bei Rays Stimme . Da sehe ich
eher bei dem Titel "Calling All Stations" Anklänge/Parallelen zu dem
Titel "Abacab" ... -
Die Kluft zwischen "Fading Lights" und Stücken wie "Cinema Show" ist meines Erachtens deutlich größer als der Unterschied zwischen "Fading Lights" und den "proggigeren CAS-Stücken".Welche musikalischen Merkmale sind denn für die deutlichere Kluft zwischen "Fading lights" und "Cinema show" deines Erachtens entscheidend?
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Ich muß ehrlich gestehen : Ich sehe da keine Kluft.
Beides klingt für mich wie perfectes Genesis-Jamming.
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Welche musikalischen Merkmale sind denn für die deutlichere Kluft zwischen "Fading lights" und "Cinema show" deines Erachtens entscheidend?
Als gravierendster Unterschied fällt mir zunächst die Gitarrenarbeit ein. Die fantastische 12-Saiter-Arbeit spielt bei Cinama Show eine tragende Rolle. Hinzu kommen die leichten, flinken, fließenden Gitarrenläufe von Steve, die rein spieltechnisch Solo-Charakter haben aber dennoch nur begleitenden Charakter besitzen. Dem steht eine absolut unscheinbare Gitarrenarbeit bei Fading Lights gegenüber, die man nur wahrnimmt, wenn man ganz genau hinhört. Letztlich macht Mike nur die Keyboard-Teppiche dicker. Die Gitarren hätte Tony ohne Weiteres durch eine weitere Keyboardspur ersetzen können...hätte keiner gemerkt...einzig am Ende des Instrumentalteils reiht Mike dann doch mal mehrere Töne aneinander, so dass der Eindruck einer Melodie entsteht. Doch bevor das ersehnte Solo richtig beginnt, setzt auch schon wieder der Drumcomputer ein. Da sind wir schon beim nächsten Unterschied. Der Blubber-Drumcomputer...untypisch für Prog...
Kommen wir zum Arrangement...beide Stücke beginnen ruhig und steigern sich dann im Instrumentalteil. Bei Fading Lights besteht die Begleitung im ruhigen Teil im Wesentlichen aus kitschigen Keyboard-Flächensounds und Drumcomputer...bei Cinema Show aus 12-Saitern...
Allgemein heben sich natürlich die prog-typischen Keyboardsounds bei Cinema Show von den Kitsch-Sounds bei Fading Lights ab. Rein spieltechnisch ist anzumerken, dass das Solo von Fading Lights im Vergleich zum Solo von Cinema Show fast peinlich wirkt.
Insgesamt weist Cinema Show eine weitaus größere Dynamik auf als Fading Lights. Zum Einen sind die Kontraste zwischen ruhigen und bombastischen Passagen größer, zum Anderen gibt es bei Cinema Show mehr Tempiwechsel. Selbst innerhalb der ruhigen 12-Saiter-Passagen ist das Tempo sehr dynamisch...gibt es bei Fading Lights überhaupt ein Tempowechsel? Hab´s nicht überprüft...
Zwar gefällt mir Phils Schlagzeugarbeit bei Fading Lights sehr, dennoch bietet Cinema Show mit den Ghost-Notes und dem 7/8 mehr Prog...
Auch der Gesang hebt sich bei Cinama Show durch die Kopfstimme und einen dadurch bedingten größeren Tonumfang von Phils Gesang bei Fading Lights ab...So Townman...ich hoffe, ich bin deinem Impuls zu deiner Zufriedenheit gefolgt

Ich muß ehrlich gestehen : Ich sehe da keine Kluft.
Beides klingt für mich wie perfectes Genesis-Jamming.
...die nicht zu leugnenden Unterschiede schließen keineswegs aus, dass beide Stücke perfekt sind...
Ich warte bei "Fading Lights" nicht die ganze Zeit
(wie bei "Dividing Line") auf das keyboard-SoloNe, Tony schlurft ja die ganze Zeit behaglich über die Tasten...aber auf das Gitarrensolo warte ich die ganze Zeit vergebens...
...aber du hast schon Recht...The Dividing Line schreit förmlich nach einem Keyboard- oder Gitarrensolo...aber es kommt nix... -
So Townman...ich hoffe, ich bin deinem Impuls zu deiner Zufriedenheit gefolgtAuf jeden Fall! So etwas könntest du ruhig öfter machen, wenn's nach mir ginge.
Da ich mich im Moment ein wenig mit Tonys Keyboardsolos beschäftige, bin ich gerade auch ein bisschen intensiver an "Cinema show" dran, deshalb war ich an deiner Sichtweise sehr interessiert, das passte einfach sehr schön zusammen.
In diesem Thread ist ja der Hinweis auf Phils reduzierteres Drumming in den späteren Zeiten auch schon gekommen. Und ich war beim Hören von CS erneut begeistert, was dieser talentierte Sack da im 7/8 (u.a. an Geisternoten) fabriziert - da bekommt der Hörer eben nicht alles gleich plakativ vor den Bug geknallt, sondern da gibt es wirklich Schichten, die sublim übereinander angeordnet sind und auch genaueres Hinhören lohnenswert machen, obwohl der Song auch an der Oberfläche sehr gut verträglich ist.Bei "Fading lights" finde ich auch, dass das ein absolut "runder", also in sich äußerst stimmiger Song ist. Allerdings gibt es da zum einen das angesprochene Kitschproblem und zum anderen eben auch die fehlenden Tiefenschichten: Die gesamte Substanz ist an der Oberfläche, wirklich wie bei einem zweidimensionales Plakat. Phil gibt sich nicht mehr ab mit den feineren Zwischentönen.
Trotzdem finde ich den Song "proggig", allein schon aufgrund des Songaufbaus und des längeren Instrumentalteils. Auch die Melodiephrasen sind breiter angelegt als z.B. bei "Hold on my heart". Ist allerdings für mich aus den von uns genannten Gründen keinesfalls ein "Klassiker" des Progs. -
(...) gibt es bei Cinema Show mehr Tempiwechsel. Selbst innerhalb der ruhigen 12-Saiter-Passagen ist das Tempo sehr dynamisch...gibt es bei Fading Lights überhaupt ein Tempowechsel? Hab´s nicht überprüft...
Zwar gefällt mir Phils Schlagzeugarbeit bei Fading Lights sehr, dennoch bietet Cinema Show mit den Ghost-Notes und dem 7/8 mehr Prog..."Cinema Show" bietet in der Tat eine ungeheure rhythmische Flexibilität, Elastizität und Reichhaltigkeit. Schon der erste Gitarrenpart ist sehr agogisch gespielt, weist also kleine, aber deutlich hörbare Modifikationen des Tempos auf, um die Phrasengestaltung zu unterstützen und den Vortrag lebendiger zu machen. Die Musik "atmet" hier richtig.
Und auch im weiteren Verlauf des Gesangsteils des Songs gibt es immer wieder kleine Tempoverzögerungen, Verlangsamungen (z.B. vor "I will make my bed / She said, but turned to go") oder auch ein deutliches Anziehen des 4er-Takts (z.B. beim ersten Einsatz des Schlagzeugs bei "chocolate surprise"). Diese metrische Elastizität ist ja fast in der Tradition klassisch-kammermusikalischen Musizierens zu sehen. Jedenfalls macht die Band das hier klasse. Und zudem kommt auch vor dem Keyboardsolo an einer Scharnierstelle schon ein Taktwechsel vor (eingeschobener 2er-Takt), bis dann die große 7/8-Orgie losgeht.Bei "Fading lights" hingegen kannst du das Metronom auf 55 BpM stellen und von A-Z starr durchtickern lassen. Übrigens muss ich meine Äußerung zu Phil ein bisschen relativieren: Er spielt nicht stur "dum-tschik", sondern groovt wirklich exzellent und treibt den Mittelteil toll an, sodass Tonys mittelmäßiges Solo insgesamt noch so ganz gut wirkt - Phil ist im Mittelteil eigentlich derjenige, der die "Musik macht" (und die Akkordprogressionen sind auch so ganz schön).
Meine Schlussüberlegung: "Fading lights" ist sozusagen ein "Prog - light"-Stück: kalorienreduziert und abgespeckt, für den kleinen Prog-Hunger zwischendurch geeignet. Als reichhaltiges Hauptmahl würde ich "Cinema show" unbedingt vorziehen.
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"Cinema Show" bietet in der Tat eine ungeheure rhythmische Flexibilität, Elastizität und Reichhaltigkeit. Schon der erste Gitarrenpart ist sehr agogisch gespielt, weist also kleine, aber deutlich hörbare Modifikationen des Tempos auf, um die Phrasengestaltung zu unterstützen und den Vortrag lebendiger zu machen. Die Musik "atmet" hier richtig.
Und auch im weiteren Verlauf des Gesangsteils des Songs gibt es immer wieder kleine Tempoverzögerungen, Verlangsamungen (z.B. vor "I will make my bed / She said, but turned to go") oder auch ein deutliches Anziehen des 4er-Takts (z.B. beim ersten Einsatz des Schlagzeugs bei "chocolate surprise"). Diese metrische Elastizität ist ja fast in der Tradition klassisch-kammermusikalischen Musizierens zu sehen. Jedenfalls macht die Band das hier klasse. Und zudem kommt auch vor dem Keyboardsolo an einer Scharnierstelle schon ein Taktwechsel vor (eingeschobener 2er-Takt), bis dann die große 7/8-Orgie losgeht....sehr schön und treffend analysiert und ausformuliert

Bei "Fading lights" hingegen kannst du das Metronom auf 55 BpM stellen und von A-Z starr durchtickern lassen.
...tatsächlich? Hast du´s ausprobiert?
Übrigens muss ich meine Äußerung zu Phil ein bisschen relativieren: Er spielt nicht stur "dum-tschik", sondern groovt wirklich exzellent und treibt den Mittelteil toll an, sodass Tonys mittelmäßiges Solo insgesamt noch so ganz gut wirkt - Phil ist im Mittelteil eigentlich derjenige, der die "Musik macht"
...meine vollste Zustimmung...das Schlagzeug im Mittelteil ist das Einzige, woran ich nichts auszusetzen hätte...
Meine Schlussüberlegung: "Fading lights" ist sozusagen ein "Prog - light"-Stück
Du wirst lachen, aber die Bezeichnung "Prog-Light"-Stück ist mir bezüglich "Fading Lights" auch schon durch die Hirnwindungen gegeistert...:)
...und die Bezeichnung passt sogar außerordentlich gut zum im Titel: "Fading lights"
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Nick: Ich habe mir in der Tat ein Metronom angestellt (bin eben so komisch drauf). Allerdings muss man ja gar nicht den ganzen Song dabei anhören. Stichproben reichen. Phil hat sicherlich mit "Klick" auf dem Ohr eingespielt und es gibt einfach keine auch noch so geringe, hörbare Tempoveränderung im ganzen Stück.
Viel Spaß heute Abend! -