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  4. Song der Woche / Track Of The Week

TotW [25.06.-01.07.2012]: GENESIS - Harold The Barrel

  • martinus
  • 23. Juni 2012 um 21:29
1. offizieller Beitrag
  • martinus
    Giant Hogweed
    Beiträge
    5.752
    • 23. Juni 2012 um 21:29
    • Offizieller Beitrag
    • #1

    Bewertung des Songs "Harold The Barrel" nach Schulnoten 80

    1. 15 Punkte (überragend) (5) 6%
    2. 14 Punkte (sehr gut)1 (8) 10%
    3. 13 Punkte - sehr gut (1-) (13) 16%
    4. 12 Punkte - gut (2+) (13) 16%
    5. 11 Punkte - gut (2) (9) 11%
    6. 10 Punkte - gut (2-) (9) 11%
    7. 9 Punkte - befriedigend (3+) (8) 10%
    8. 8 Punkte - befriedigend (3) (5) 6%
    9. 7 Punkte - befriedigend (3-) (7) 9%
    10. 6 Punkte - ausreichend (4+) (0) 0%
    11. 5 Punkte - ausreichend (4) (0) 0%
    12. 4 Punkte - schwach ausreichend (4-) (1) 1%
    13. 3 Punkte - mangelhaft (5+) (0) 0%
    14. 2 Punkte - mangelhaft (5) (1) 1%
    15. 1 Punkt - mangelhaft (5-) (1) 1%
    16. 0 Punkte - ungenügend (6) (0) 0%

    GENESIS - Harold The Barrel

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    Jahr: 1971
    Album: Nursery Cryme [Rezension]
    Arbeitstitel: unbekannt
    Credits: Tony Banks, Phil Collins, Peter Gabriel, Steve Hackett, Mike Rutherford
    Länge: 3:00
    live gespielt: 1972, 1973, 1974
    bekannte Coverversionen: keine

    Bemerkungen: Die Geschichte des Gastwirts aus Bognor, der den Damen zum Tee statt Gebäck seine Zehen serviert, ist eine moderne Moritat, und, wenn man will, auch ein Stück weit Medienkritik - jedenfalls genug davon, dass der Moderator seinerzeit warnte, "Passt auf, was ihr über die BBC sagt - die hören zu!", als Genesis es dort im Studio spielten. Auf einem Album, das zahlreiche Genesis-Klassiker versammelt, bekommt diese Nummer vielleicht weniger Aufmerksamkeit als sie verdient hat. Nun, in dieser Woche ganz gewiss nicht. Unser Thema der Woche: Harold The Barrel!

    ... cried a voice in the crowd.

    Förderer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

    2 Mal editiert, zuletzt von UK76 (10. Oktober 2025 um 22:36) aus folgendem Grund: TotW Remastered

    • Nächster offizieller Beitrag
  • martinus
    Giant Hogweed
    Beiträge
    5.752
    • 24. Juni 2012 um 21:27
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Ein wohlbekannter Restaurantbesitzer aus Bognor ist heute früh verschwunden. Heute früh vor 41 Jahren. Unser Song der Woche.

    ... cried a voice in the crowd.

    Förderer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

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  • kabuki
    Lurker
    Beiträge
    453
    • 24. Juni 2012 um 21:49
    • #3

    Eines der schönen Kleinode auf der NC.
    Höre ich immer wieder gerne. Schrulliger englischer Humor
    mit Monty Python Anleihen, super!
    13 Punkte

    "Your shirt's all dirty, there's a man here from the B.B.C." :topp:

    :pete:

  • olli
    Lurker
    Beiträge
    232
    • 24. Juni 2012 um 21:55
    • #4

    Bärige Nummer- mitreissend und dynamisch.
    Ja, ganz sicher ein Kleinod :huhu:

    14pkt.

  • martinus
    Giant Hogweed
    Beiträge
    5.752
    • 24. Juni 2012 um 22:01
    • Offizieller Beitrag
    • #5

    Harold The Barrel - einige Anmerkungen zum Stück

    Das Lied folgt dem Muster eines reißerischen Fernsehberichts mit vielen schnellen Schnitten, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln. Wie in einer Nachrichtensendung stellt ein Moderator die Situation vor, ehe verschiedene Leute zu Worte kommen. Darauf folgt eine Liveschaltung zu einem Reporter auf der Straße, der Aussage eines Ratsherrn, die wiederum von der öffentlichen Erklärung des Lord Mayors, also etwa des Oberbürgermeisters von London unterbrochen wird. Weiteren Stimmen aus der Öffentlichkeit stellt sich ein Appell von Harolds Mutter entgegen. Überraschenderweise spricht Harold selbst zweimal, bevor die Angelegenheit ein (vermutlich tragisches) Ende nimmt.

    Der vage reimende Name "Harold the Barrel" deutet eher auf einen Stereotyp als auf eine reale Person. Er lässt auch vermuten, dass Harold eine stattliche Person ist mit einem Brustkorb wie ein Fass (barrel) - und/oder einem Bauch von beachtlichem Umfang.

    Bognor ist ein beliebter Urlaubsort mit etwa 55 000 Einwohnern an der Kanalküste von West Sussex in Südengland, der sich durch einen acht Kilometer langen Strand auszeichnet. Im Mittelalter als Bornor gegründet, wurde es im 18. Jahrhundert ein Ferienort. 1929 wurde Bognor in Bognor Regis ("des Königs Bognor") umbenannt, weil Georg V. hier eine Krankheit auskurierte.

    Hasn’t got a leg to stand on: Mit dieser Wendung bringt die Öffentlichkeit zum Ausdruck, dass Harold weder entkommen noch sein Verhalten nachvollziehbar erklären können wird. Gleichzeitig weist sie als Wortspiel darauf hin, dass Harold seine Füße verstümmelt hat. Da die Zehen beim Gehen rund 12% des Körpergewichts tragen, macht ihr Fehlen es dem Menschen unmöglich, normal zu laufen: Harold hat also wortwörtlich nichts, auf dem er (stabil) stehen kann.

    Man-on-the-spot – Der "Mann von der Straße" steht für den gewöhnlichen Passanten. Den Mann am Ort muss man sich wohl als Radio- oder Fernsehreporter vorstellen, der vom Ort des Geschehens berichtet.

    Der Man-on-the-council setzt geistreich das Thema des "man-in-the-street" und des "man-on-the-spot" fort: Harold hat Lokalpolitiker zu einer Reaktion bewogen.

    Der Lord Mayor übt ein größtenteil repräsentatives Amt in englischen Großstädten aus. Eine Stadt wie Bognor hat keinen Lord Mayor. Wenn man annimmt, dass Harold den Zug in die nächste Stadt mit einem Lord Mayor genommen hat, wären wir jetzt in London (weniger als 2 Stunden Fahrtzeit). Harolds exzentrische Aktion hat also schon hochrangige Politiker auf den Plan gerufen.

    Die britische Öffentlichkeit: Es fällt auf, wie sich die Bandbreite der Äußerungen von "einfachen" Einzelpersonen bis hin zur "britischen Öffentlichkeit" ausdehnt. Darin darf man getrost die Wirkung der Medien sehen, die die Meldung verbreiten. Ihre Äußerungen sind jedoch nicht sachlich.

    Zum ersten Mal spricht nun Harold direkt. Er bietet keine Erklärungen, sondern wünscht sich nur woanders hin. Die Vergeblichkeit einer Flucht ist ihm bewusst. Seine Position auf diesem Fenstersims deutet an, dass er Selbstmord begehen will oder wenigstens damit droht, um der Verhaftung zu entgehen.

    Mr Plod, oder meistens P.C. (Police Constable) Plod, ist der Polizist in den Noddy-Geschichten, die Enid Blyton (wie man sich vielleicht noch vom letzten Weihnachtsquiz erinnert) zwischen 1949 und 1963 als Kindergeschichten veröffentlichte. Seitdem ist es ein Ausdruck für einen etwas unterbelichteten Polizisten geworden.

    Take a running jump – Harold glaubt offenkundig den Versprechungen, die ihm alle machen, kein Wort. Was ihn angeht, können sie mal alle aus dem Fenster springen - in Anbetracht von Harolds eigener Situation ein sehr galliger Kommentar.

    Mrs Barrel – Die Mutter von Harold, der "the barrel" genannt wird, heißt überraschenderweise Mrs Barrel. Vermutlich wurde der Name als Abkürzung für die unhandlliche Angabe "die Mutter von Harold The Barrel" gewählt. Ihr aufgelöster Appell schwankt zwischen emotionaler Ansprache und verzweifelter Panik, die trotz all ihrer Angst eine komische Seite hat ("Du kannst jetzt nicht springen - dein Hemd würde im Fernsehen nicht gut aussehen!")

    Take a running jump
    – Harold bekräftigt sein Misstrauen gegenüber dem, was die Leute um ihn herum sagen. Diesmal kann man den verkürzten Satz allerdings auf zwei Arten vervollständigen: Zu "You can take a running jump" (haut doch ab, ich glaube euch eh nichts) - oder zu "Ich werde jetzt mit Anlauf springen". Die Nachrichtenmeldung endet (höchstwahrscheinlich) mit dem vorzeitigen Ableben von Harold The Barrel.

    . . .

    13 Punkte.

    ... cried a voice in the crowd.

    Förderer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

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  • BlackNapkins
    Gast
    • 24. Juni 2012 um 22:02
    • #6

    …aus urheberrechtlichen Gründen entfernt…

    3 Mal editiert, zuletzt von BlackNapkins (23. November 2012 um 11:04)

  • Prophet
    Moderator
    Trophäen
    1
    Beiträge
    3.956
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    amyristom
    • 24. Juni 2012 um 23:38
    • Offizieller Beitrag
    • #7

    Wie Kabuki schon sagt: sehr schöne schrullige Nummer mit Pythoesken Humor. Auch gut sowohl textlich als auch passend dazu musikalisch umgesetzt sind die schon angesprochenen schnellen "Schnitte" zu den einzelnen Personen im Stile einer aufgeregten Live-Berichterstattung.

    Trotzdem überzeugt mich die Nummer nicht wirklich, hauptsächlich weil mir persönlich dann zum einen doch zu schnell zwischen den einzelnen Parts hin- und hergeschnitten wird (sprich: es klingt doch zu hektisch und verzappelt) und zum anderen am Ende der Song dann zu plötzlich, unvermittelt und musikalisch konzeptlos endet. Gerade noch mitten drin macht es zackbumm und plötzlich Luft raus, Tritt auf die Bremse und es folgen ein paar ruhige Pianoakkorde, die nett klingen aber musikalisch keinen Zusammenhang zu den 3 Minuten davor haben. Sprich: aus der Storyidee hätte man mehr machen können und sollen. So klingt es etwas nach einem Quickie mit Coitus Interuptus. Guter Song, dem plötzlich in der Mitte unerwartet die musikalischen Ideen ausgehen und unmotiviert beendet wird.

    8 Punkte.

    Now our end has come so near
    But you’re still reminded
    On the way to loose our fear
    We walk – still we’re blinded

    • Vorheriger offizieller Beitrag
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  • RiverOfChange65
    Lurker
    Beiträge
    719
    • 25. Juni 2012 um 00:55
    • #8
    Zitat von kabuki

    Eines der schönen Kleinode auf der NC.
    Höre ich immer wieder gerne. Schrulliger englischer Humor
    mit Monty Python Anleihen, super!
    13 Punkte

    "Your shirt's all dirty, there's a man here from the B.B.C." :topp:




    Das finde ich eines der "witzigsten" Stücke der Band.
    Natürlich sehr sarkastisch,:teufelgrins: aber das macht ja auch "die-Güte" des Textes aus...
    Bringt mich immer wieder auf´s Neue zum Schmunzeln, beim Anhören von NC.
    Hat tatsächlich was von MP (...lässt mich automatisch an die "Steinigungs-Szene" aus dem "Brian" denken...!:rolleyes:)

    Von mir "nur" 11 Punkte, da auch ich der Ansicht bin: Ansonsten (musikal.) ein eher "unscheinbares", "kleines-Liedchen", aus dem sie sicherlich noch etwas mehr hätten machen können.

    "...A mother sreams and a baby cries, the memory gone before the blood has dried... - ...The options are ever viewer on the ground these days... - ...Credo, it don't mean nothin' to me!". FISH/ Credo

    Nordlichter Stargast ´2012 + 2013 !

  • martinus
    Giant Hogweed
    Beiträge
    5.752
    • 25. Juni 2012 um 06:06
    • Offizieller Beitrag
    • #9
    Zitat von Prophet

    Wie Kabuki schon sagt: sehr schöne schrullige Nummer mit Pythoesken Humor. Auch gut sowohl textlich als auch passend dazu musikalisch umgesetzt sind die schon angesprochenen schnellen "Schnitte" zu den einzelnen Personen im Stile einer aufgeregten Live-Berichterstattung.
    Trotzdem überzeugt mich die Nummer nicht wirklich, hauptsächlich weil mir persönlich dann zum einen doch zu schnell zwischen den einzelnen Parts hin- und hergeschnitten wird (sprich: es klingt doch zu hektisch und verzappelt) und zum anderen am Ende der Song dann zu plötzlich, unvermittelt und musikalisch konzeptlos endet. Gerade noch mitten drin macht es zackbumm und plötzlich Luft raus, Tritt auf die Bremse und es folgen ein paar ruhige Pianoakkorde, die nett klingen aber musikalisch keinen Zusammenhang zu den 3 Minuten davor haben..

    Es klingt hektisch und verzappelt, wie eine "Nachrichten"-"Meldung" in den "Nachrichten" von, sagen wir, RTL2: Ausgelegt auf Sensationsbefriedigung, schnelle Schnitte statt Information (wir erfahren nie, warum Harold sich die Zehen abschneidet!), zappelig und aufgeregt, um den Zuschauer mitzureißen und das Thema zur Sensation aufzublähen. Ich finde, die Jungs haben das ganz großartig abgebildet.
    Bei den ruhigen Pianoakkorden habe ich immer ein ziemlich grausiges Bild vor Augen: In Zeitlupe zeigt der Sender, "taktvoll" unkommentiert, aber genüsslich, das Bildmaterial, das zeigt, wie sich Harold von dem Fenstersims wirft und langsam viele Stockwerke den Steinplatten eines Gehwegs oder Platzes, seinem sicheren Tod entgegenfällt.

    Was Dich an dem Stück nicht überzeugt, ist, was mich an dem Stück überzeugt. Zugegeben, ich sehe hinter dem Stück inzwischen weniger die Moritat als die Medienkritik - eine frühe Barry Williams Show, wenn man so will - auch wenn ich zugegeben muss, dass ich damit vielleicht mehr aus dem Stück herauslese als Genesis hineingelegt hat.

    ... cried a voice in the crowd.

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    • Vorheriger offizieller Beitrag
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  • sunrise
    Banjo Man
    Beiträge
    1.365
    • 25. Juni 2012 um 09:44
    • #10

    13 Punkte

    ist sehr gut gemacht, finde ich.
    Mir gefällt auch das Beatliche (irgendwie so Walrus-mäßige) an der Produktion
    und die Dynamik des Songs von ganz ruhig und harmonisch bis ruppig und hart.


    Than the sun reflecting off my pillow bringing the warmth of new life

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