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"Darktown": Tiefere Bedeutung...?

  • RiverOfChange65
  • 9. Oktober 2011 um 23:38
1. offizieller Beitrag
  • RiverOfChange65
    Lurker
    Beiträge
    719
    • 9. Oktober 2011 um 23:38
    • #1

    Passend zur nun ins Haus stehenden "dunklen-Jahreszeit", habe ich mal wieder Steve´s "Darktown"-Album herausgekramt und bin (zum 97ten-Mal) am Song "Jane Austens Door" quasi "hängengeblieben". (Auch weil dieser für Steve´s Verhältnisse, mit dieser "extremen" Base-Line- wie ich finde- musikalisch etwas "aus-der-Art-schlägt").

    Habe mir dann kurzerhand die Rezension hierzu (hier im Forum) durchgelesen und möchte nun meine Sichtweise dazu kundtun. (Bitte an dieser Stelle ausdrücklich um Erweiterungen und Einwendungen!).

    Mir erschien das gesamte Album ja schon immer (zwar nicht im herkömmlichen Sinne ein "Konzept-Album" zu sein, jedoch) auf jeden Fall einen "roten-Faden" zu haben.
    Das Ganze kam mir stets wie das Resumee eines "Selbsterfahrungs-Trips" vor.
    Soetwas, wie eine "Abrechnung" mit sämtlichen "Kindheits-Traumata".
    ("Oh has your lifetime seemed unkind..."-"...How many lifetimes it takes to learn...").

    Die "Resultate" der sog. (britischen) "Pädagogik" hatte ja seinerzeit bereits ein Roger Waters mit "The Wall" abgesungen.
    Doch das hier scheint mir gewissermassen noch darüber hinauszugehen (dazu seien auch Steve´s Anmerkungen zu den einzelnen Songs im Booklet zu beachten).

    Das Album-Cover erfüllt mich, in diesem Zusammenhang jedoch immer wieder auf´s Neue mit Beklemmung...

    Doch nun zu dem erwähnten Song "Jane Austen´s Door":
    Einerseits scheint es mir dort um die Sichtweise eines Menschen auf seine Partnerschaft zu gehen ("...falling backwards me and you..."-"...Heureursment vivre dans une cage. Un homme et femme peut-etre mon age....") und andererseits wohl auch um die Beschreibung desjeneigen, seiner Partner/Partnerin ("...you cried inside Jane Austen´s door.So long...")?!

    Zwischen den Zeilen lese ich soetwas heraus, wie die Aufforderung endlich die "Opfer-Haltung" der Vergangenheit/bzw. die ursächl. dafür zugrundeliegenden vergangenen Belastungen und "Fehlentscheidungen" hinter sich zu lassen ("...let it die let it go...") und aus dem Schatten ins Licht zu treten ("...Forgive yourself heal that scar. A purple rose that was ignored. The light inside Jane Austen´s door. Shine on.").

    Die in dem Song enthaltenen "Anspielungen" auf "Jean-Paul Sartre" (als relativ "nihilistisch" eingestellten "Existenzialismus-Philosophen", welcher auch persönl. schwere Lebenskrisen durchlebt hatte) , die Londoner U-Bahn-Station am "Sloane-Sqare" (einem "Übergangspunkt" zu einem "grossbürgerlichen" Teil der Stadt), den erwähnten Titel eines Rolling Stones- Songs "Ruby Tuesday" (geht es um eine Person, die sich wie die genannte "RT" verhält?), sowie die im Titel erwähnte Jane Austen (als eine in GB bedeutsame Schriftstellerin des "Vor-viktorianischen" Zeitalters, welche stets die Abhängigkeits-Situation von Frauen, der damaligen Zeit, zum Thema gemacht hatte), könnten inhaltlich als Metaphern gemeint sein, genausogut jedoch als "Insider-Redewendungen"/ bzw. als sog. "geflügelte-Worte" (zwischen zwei Personen, die dann schon wissen wie das wohl gemeint ist)....?!:gruebel:

    P.S.:
    Habe inzw. hier eine neue Interessensgemeinschaft zu Steve Hacketts kreativem Tun "aufgemacht" und freue mich über rege "Beitragsnahme"...:huhu:

    "...A mother sreams and a baby cries, the memory gone before the blood has dried... - ...The options are ever viewer on the ground these days... - ...Credo, it don't mean nothin' to me!". FISH/ Credo

    Nordlichter Stargast ´2012 + 2013 !

    Einmal editiert, zuletzt von RiverOfChange65 (10. Oktober 2011 um 12:55)

  • Hierophant
    Gast
    • 10. Oktober 2011 um 18:06
    • #2

    "Beitragsnahme"...:huhu:
    >>> bin schon dabei..........

  • martinus
    Giant Hogweed
    Beiträge
    5.756
    • 10. Oktober 2011 um 19:06
    • Offizieller Beitrag
    • #3

    Ich war '99/2000 als Fremdsprachenassistent an drei öffentlichen Schulen in England eingesetzt. In dieser Zeit habe ich Darktown gekauft, mein erstes Hackettalbum überhaupt. Bei dem Titelsong ist mir kalt geworden - ich habe dort Lehrer kennengelernt, die genau so drauf waren, die ihre Schüler (manche zumindest) absolut nicht leiden konnten und daraus keinen Hehl machten, die sich wirklich daran aufgeilten, dass sie so eine Macht über die Schüler haben. Und die haben sie in der Tat! Vergesst Verweise und Briefe an die Eltern: Vor die Tür stellen, Nachsitzen und mehrtägige Ausschlüsse vom Unterricht waren meinem Erleben nach an der Tagesordnung.
    Gerade Darktown erlebe ich daher nicht als Stück, das zu befreiendem Aufbruch aufruft, sondern als resignierte und bedrückend realistische Bestandsaufnahme.

    ... cried a voice in the crowd.

    Förderer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

  • RiverOfChange65
    Lurker
    Beiträge
    719
    • 13. Oktober 2011 um 12:46
    • #4
    Zitat von martinus

    Ich war '99/2000 als Fremdsprachenassistent an drei öffentlichen Schulen in England eingesetzt. In dieser Zeit habe ich Darktown gekauft, mein erstes Hackettalbum überhaupt. Bei dem Titelsong ist mir kalt geworden - ich habe dort Lehrer kennengelernt, die genau so drauf waren, die ihre Schüler (manche zumindest) absolut nicht leiden konnten und daraus keinen Hehl machten, die sich wirklich daran aufgeilten, dass sie so eine Macht über die Schüler haben. Und die haben sie in der Tat! Vergesst Verweise und Briefe an die Eltern: Vor die Tür stellen, Nachsitzen und mehrtägige Ausschlüsse vom Unterricht waren meinem Erleben nach an der Tagesordnung.
    Gerade Darktown erlebe ich daher nicht als Stück, das zu befreiendem Aufbruch aufruft, sondern als resignierte und bedrückend realistische Bestandsaufnahme.




    Genau! Wie gesagt: Das "Konzept" des gesamten Albums/ bzw. "der-Sinn-der-Veranstaltung" ist sicherlich (unüberhörbar), eine retrospektive Auseinandersetzung mit den Auswirkungen solch einer "schwarzen-Pädagogik".
    Die sich im Übrigen ("Sadisten-im-staatl.-Auftrag") nicht nur auf "GB in den Fünfzigern" beschränkt hat, sondern auch Hierzulande, in den Siebzigern und z.T auch noch bis in die Achtziger hinein anzutreffen war: Demütigungen und "zur-Schau-Stellungen", vor "versammelter-Mannschaft"; halbe Vormittage, die "mit-dem-Gesicht-zur-Wand-in-einer-Ecke-stehend" verbracht werden mussten, austeilen von "Kopfnüssen", seitens der Lehrerin und von ihr regelmässig zerissene Schulhefte (weil es nicht in "Schönschrift" war...), sind nur einige, wenige Bsp., deren Zeugin ich damals noch selbst werden "durfte"... :(

    Heutzutage scheint das ja eher "umgekehrt" abzulaufen, aber das ist ein anderes Thema... ("Darktown-Riot" ?!).


    Die Bezugnahme meiner "Nachlese" galt übrigens (in erster Linie) dem "Jane Austen"-Track... ;)

    "...A mother sreams and a baby cries, the memory gone before the blood has dried... - ...The options are ever viewer on the ground these days... - ...Credo, it don't mean nothin' to me!". FISH/ Credo

    Nordlichter Stargast ´2012 + 2013 !

    2 Mal editiert, zuletzt von RiverOfChange65 (13. Oktober 2011 um 23:22)

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