Da Mr. Wilson äußerst selten den süddeutschen Raum streift, ließ ich mir mit zwei Kumpels nicht entgehen, nach Karlsruhe zum Schlachthof zu fahren. Dort angekommen, waren wir erst einmal beim falschen Gig - im benachbarten Gebäude spielte Randy Hansen ![]()
Als wir dann in der richtigen Location waren, hat mein Kumpel drei Stühle besorgt und wir haben uns in die erste Reihe platziert. Da war es schon zehn vor Neun. Punkt 21 Uhr betraten Ray, Steve und Filip die Bühne.
Los ging es mit Change, gefolgt von Follow You Follow Me, Carpet Crawlers, Not About Us. Von den neuen Stücken spielte er im ersten Set More Than Just A Memory und Tale From A Small Town. Qualitativ standen die den Genesis-Hits in nichts nach. Steve spielte sehr gediegen, wirkt im Gegensatz zu seinem luftigen Klang etwas verkrampft. Das entscheidende bei Steve sind allerdings die formidabel dargebotenen Backgrounds. Herrlich anzuhören.
Ray war über jeden Zweifel erhaben, sehr gut bei Stimme und mit gewohnt lockeren Ansagen. Er erzählte, das erste Mal in Karlsruhe zu sein. Er meinte es sei selten, dass er von einem Platz in Deutschland sagen könne, noch nie da gewesen zu sein. Er hofft, sich einen Publikumsstamm aufzubauen und hat sich für nächstes Jahr erneut angekündigt.
Nach 45 Minuten war das erste Set rum. Das zweite, bedeutend längere Set war wieder untermalt mit eigenen Stücken. Gefeiert wurde Filip für seine Klavier-Einlage bei Ripples. Wirklich Pippi-in-die-Augen-machend... Achso, ich war beiden eigenen Stücken: First Day Of Change, Constantly Reminded, Inside - und natürlich der "Rausschmeisser" Airport Song. "Also known as Flughafen-Blues", wie Ray sagte. Mama war das letzte Stück des offiziellen Teils. Als Request spielte er American Beauty wohl erstmals als Acoustic-Version ("let's look how it works").
Da ich die Setlist nicht im Kopf habe, hier noch die unerwähnten, gleichermaßen toll gespielten restlichen Stücke, Reihenfolge weiß ich nicht mehr: Another Cup, Land Of Confusion, That's All, Paradise, No Son Of Mine (Wahnsinns-Version!), One (klasse gesungen von Steve), Solsbury Hill, Biko. Am Schluss spielte er alleine noch In The Air Tonight, ehe er sich ans Autogramme-Schreiben und Plaudern machte. Natürlich habe ich jetzt auch ein Foto mit ihm... :cool:
Ich werde jederzeit wieder ein Konzert besuchen. Das Trio ist in der Form wirklich sprachlos machend. Aber ich würde ihn auch gerne mal mit Band sehen. Seine Stimme ist für die Genesis-Sachen wie gemacht, deswegen sollte er diese auch weiterhin im Repertoire haben. Es dürfen gerne noch mehr seiner eigenen Sachen den Weg in die Setlist finden. Die brauchen sich nämlich nicht vor den "großen Stief-Brüdern" verstecken.
So long, schönen Sonntag an alle ![]()
tamatze