- Offizieller Beitrag
Kurzes Review von Islington, 13.11.2011:
Gutes Konzert trotz etwas wackeliger Technik, dafür mit einigen Überraschungen. Loch Lomond ist ein hervorragender Opener und schon jetzt ein Klassiker. Auch die anderen neuen Songs kommen gut. Amanda hat offenbar viel dazu gelernt und sowohl ihr Gesang als auch ihre Gitarre ist inzwischen unentbehrlich geworden. Als ihr Monitorsystem nach den ersten vier Songs ausgefallen ist, bleibt die Show erstmal stehen. Steve macht ein paar launige Bemerkungen und entscheidet sich dann, ein wenig herum zu improvisieren. Roger und Gary steigen ein und kreieren spontan ein etwa drei Minuten langes Instrumental, das wohl einmalig bleiben wird. Bei Carpet Crawlers, dem ersten Genesis-Stück, scheint der ansonsten kompakte Sound leicht auseinander zu fallen, was offenbar am Sänger liegt: Gary O'Toole hat heute nicht seinen besten Tag als Sänger. Leider geht das John Wetton, der anschließend unangekündigt das Mikro für Firth Of Fifth übernimmt, nicht anders. Ich hatte ihn zuerst nicht erkannt und gedacht, er sei einer der Roadies. Seine Gesangsleistung schien dem nicht zu widersprechen. Highlight des Abends: eine tolle Version von Shadow of the Hierophant, hervorragend gesungen von Amanda, die am Schluss auch Teile des Gitarrensolos übernimmt. Den Akustikpart bestreitet Steve dieses Mal nicht allein, sondern wird unterstützt von Roger und Bruder John. Hands of the Priestess spielen die drei in der klassischen Acoustic-Trio-Besetzung, auch eine kleine Überraschung. Nach etwas über zwei Stunden ist die Show vorbei und die etwa 500 Zuschauer verlassen den kleinen, etwas schmierigen Club und geniessen die angenehme Kühle eines schönen Herbstabends in London.