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Song 07: "I Belong To The Sky" (30. Juni 2026)

Zum Juni-Ende bekommen wir den Song I Belong To The Sky zu hören, der für Gabriel immer einer seiner Favoriten war. Eine erstaunlich leicht dahinswingende Nummer.

Bright-Side Mix
Dark-Side Mix

Intro und Übersicht zur o\i Artikelreihe


Mit sachte groovendem Up-tempo kommt Gabriel zum Juniende an. Das Stück sei immer einer seiner Favoriten gewesen, sagt Gabriel in seinem Einführungsvideo, und schon für i/o im Fokus gewesen, dafür aber nicht fertig geworden.

Jetzt ist es endlich ausgereift und schaut auf diesem Album ein weiteres Mal optimistisch in die Welt.

Lyrics

Gabriel erklärt, dass sich im Text zwei Zustände zeigen. In den Strophen wird ein entspanntes Zurücklehnen beschrieben, ein in den Himmel blicken und Laufenlassen der Gedanken. Im Refrain geht es dann in die Umsetzung der Gedanken und Träume. Es wird in die Welt aufgebrochen, dass sich das Gedachte materialisieren kann.

So heißt es also zunächst titelgebend "I belong to the sky (ich gehöre zum Himmel)" und dass die Sonne ein Lächeln malt, dass es still ist und Träume ihr Nest verlassen. Dann jedoch bewegt man sich auf der "Straße ins Leben", das geistige Bild lädt und lädt, bis es sich schließlich zu einer Darstellung formt.

Positives wird hier vermittelt. Die Welt, so Gabriel, ist formbarer als man denkt. Kräftige Vorstellungen erhöhen die Chance, dass die Dinge darin auch Wirklichkeit werden.

Kunst

Wieder hat sich Gabriel entschieden, einem Song eine Fotografie beizustellen. Der Titel ist Nimbus de Toekomst 1 (Nimbus der Zukunft 1) und zeigt ein Wolkengebilde, das inmitten eines altertümlichen Gebäudes schwebt. Das Bild ist von 2019 und wurde in einer Serie von sechs Stück in der Größe 125 × 169 cm aufgelegt (Fotografie: Cassander Eeftinck Schattenkerk).

Der dahinterstehende Künstler ist der Niederländer Berndnaut Smilde, geboren 1978 in Groningen, ausgebildet am Frank-Mohr-Institut der Hanze-Universität Groningen wo er 2005 mit einem Master in Bildender Kunst abschloss. Er lebt und arbeitet heute in Amsterdam.

Das Bild ist Teil der Nimbus-Serie, die solche Wolken im Inneren von Räumen präsentiert. Sie werden gebildet durch eine präzise Mischung von Feuchtigkeit, Nebel und Licht. Smilde interessiert dabei das Temporäre – letztendlich existiert die Wolke nur als Foto, das etwas dokumentiert, was längst verflüchtigt ist. Smilde sagt auch: "Ich betrachte sie als vergängliche Skulpturen aus beinahe nichts – den Rand der Materialität. Es wirkt, als könne man in sie eintauchen oder sie ergreifen, aber sie fallen einfach auseinander."

Gabriel gefällt die Vermischung von innerer und äußerer Welt, denn im Song geht es um die Übergänge vom Inneren ins Äußere.

Andere bekannte Werke von Smilde sind die Serie Conditioner – Skulpturen aus Industrieschläuchen und -rohren, die einen antiseptischen Duft verbreiten – oder das Projekt Breaking Light, bei dem durch Prismen erzeugte Regenbogenfarben auf Gebäude geworfen werden. Das und anderes findet sich auf der Webseite von Smilde www.berndnaut.nl

Mehr zu den o\i-Kunstwerken und den Künstlern dahinter in unserem separaten Artikel.


Bright-Side Mix – 30. Juni 2026

Words and Music by Peter Gabriel
Produced by Peter Gabriel
Mixed by Mark 'Spike' Stent
Engineering by Oli Jacobs, Faye Dolle, Katie May, Dom Shaw
Assistant engineering by Charles Hughes
Pre-production engineering by Richard Chappell
Mastered by Matt Colton at Metropolis Studios
Recorded at Real World Studios, Bath and The Beehive, London

Drums – Manu Katché
Rhythm Programming – Peter Gabriel, Richard Chappell
Percussion – Evan Smith
Bass – Tony Levin
Electric Guitar – David Rhodes, Katie May
Acoustic Guitar – David Rhodes, Katie May
Piano – Peter Gabriel
Synths – Peter Gabriel
Additional Synths – Brian Eno, Faye Dolle, Evan Smith
Brass – Evan Smith
Backing vocals – Peter Gabriel, Melanie Gabriel, Faye Dolle
Vocals – Peter Gabriel

Länge 7:23

Als Download bei amazonMP3* erhältlich

Das Stück wirkt zunächst irritierend. Scheinbar ohne Struktur läuft es so durch. Ohne Gliederung, ohne besondere Steigerungen oder Höhepunkte. Doch eine Entwicklung ist da – die genutzten Mittel sind nur fein.

Musik

Das instrumentale Intro von 1:12 Länge eröffnet zunächst mit einem Harmonie-Motiv, das bei jedem Durchgang weitere Schichten erhält, von purem Klavier über Keyboards bis zu Orgel. Dann wird gewechselt zu Rhythmik. Auffällig das gepickte Gitarrenriff und dass wir hier schon erste Bläsereinsätze zu hören bekommen.

Zur Strophe dann reduziert sich die Begleitung zu einer ruhig bewegten paukenartigen Untermalung. Gabriel sagt, das dieser mystisch wirkende Sound einer der Urauslöser für das Stück war. Die Begleitung wechselt zur zweiten Strophe, wird konkreter, die Bläser kehren zurück mit einem verschlungenen Satz. Mit Anlauf rollt der Refrain heran und zum "the street to life" ist da wieder die Gitarre, die wir schon aus dem Intro kennen.

Das Gefüge wiederholt sich in der Abfolge, doch nehmen die Bläser – insbesondere Saxophone – eine führendere Rolle ein. Der Gitarrengroove zum zweiten Refrain ab 3:53 bleibt ab da bis zum Schluss erhalten, nur unterbrochen vom Mittelteil ("we're watching the flame"), der beinahe ausschließlich mit Klavier und einer einzelnen Saxophonstimme noch einmal zurückgenommen daherkommt (in den Harmonien ganz vom Anfang). Dann wird wieder Fahrt aufgenommen.

Gabriel sagt, er liebt es, wenn eine Band zum Ende eines Stücks hin nochmal richtig durchstarten kann. Genau das passiert jetzt und alle beteiligten Musiker geben sich über die lange Schlussphase hinweg völlig hin, schmieden ein zunehmend dichter werdendes Geflecht.

Das Stück groovt vorsichtig, wirkt eher entspannt – aber doch voll Energie. Die einzelnen Teile setzen sich nicht mit großer Akzentuierung voneinander ab, doch wer hinhört erkennt die Strukturierung deutlich. Ungewöhnlich für Gabriel ist, wie jazzartig die Anmutung ist, beinahe funky.

Besetzung

Gabriel hebt in seiner Einführung ein weiteres Mal seine Stammband hervor, die hier – insbesondere im sacht fliegenden Schlussteil – bestens aufgelegt ist.

Ebenfalls hat Brian Eno noch einmal mitgemischt, auch wenn sein Anteil nicht sonderlich deutlich ist. Dagegen scheint Studiotechnikerin Faye Dolle zunehmend mehr musikalische Aufgaben zu übernehmen – ähnlich wie ihre Kollegin Katie May schon länger.

Am herausstechendsten ist sicherlich der Beitrag von Evan Smith an den Blasinstrumenten – insbesondere am Saxophon. Auch wenn er teilweise ergänzt wird von Synth-Saxophon – sein Instrument ist es, das die jazzige Note einbringt. Smith ist bekannt als Multiinstrumentalist, spielt in Jazz und Pop – unter anderem bereits mit Taylor Swift, P!nk, David Byrne, Bon Iver. (Nicht verwechselt werden darf er mit Dr. Evan Smith aus Seattle, der ebenfalls Saxophonist ist.)


Dark-Side Mix – 14. Juli 2026

Autor: Thomas Schrage


Links
Einführungsvideo zu I Belong To The Sky:

Song-Hintergrund auf petergabriel.com

Die Webseite von Berndnaut Smilde.

Die Webseite von Evan Smith.

Diskutiert mit über den Song hier im Forum.


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