CD:

Mitte der 90er kam es im Rahmen der Real World Recording Weeks zum Big Blue Ball Projekt. Die Veröffentlichung dauerte fast 15 Jahre. Peter Gabriel wirkt auf vier Songs mit.

Eine Biografie ist immer auch der Versuch der Charakterisierung. Peter Gabriel selbst, in einer Fernsehshow gebeten, aus einer Liste von 20 Begriffen diejenigen 5 herauszusuchen, die ihn am besten widerspiegelten, wählte "WICKED" (frech, boshaft), "OPEN" (aufgeschlossen), "CREATIVE" (kreativ), "HUMOROUS" (humorvoll) und "KIND" (liebenswürdig, nett, freundlich). Mal sehen, ob wir im nachfolgenden Text noch weitere Seiten von ihm aufdecken können ...
Peter Brian Gabriel wurde am 13. Februar 1950 in der an späteren Genesis-Wirkungsstätten reichen englischen Grafschaft Surrey geboren. Das ebenfalls oft in der Fachliteratur genannte Geburtsdatum 13. MAI 1950 ist FALSCH! Peters Vater, ein Ingenieur der Elektrotechnik, war für seine aufsehenerregenden Erfindungen bekannt (z. B. schuf er bereits in den sechziger Jahren ein interaktives TV-Kabelnetz). Peters Mutter war sehr musikalisch, besaß am Flügel das sogenannte "absolute [Ton-]Gehör". Die Familie gehörte zur gehobenen Mittelschicht und besaß einen Landsitz mit dazugehöriger Farm, wodurch Peter eine sehr freie Kindheit führte. Die Faszination, die die Elemente WASSER und FEUER stets auf ihn ausübten (selbst im reiferen Alter), stammt noch aus dieser Zeit. Daneben, so Peter, "gab [es] viele kleine Mädchen auf der Farm. Ich hatte ein sehr ungezwungenes Sexualleben bis zum Alter von zehn Jahren und danach ging es dramatisch bergab damit! Ein Mädchen kam immer vorbei mit Brennesseln und Stechpalmzweigen ..."
Das glückliche Leben hatte ein Ende, als Peter mit dreizehn Jahren auf ein Internat für höhere Söhne, CHARTERHOUSE, geschickt wurde. Erziehungsziele dieser auf die Eliteuniversitäten Oxford und Cambridge vorbereitenden Institution waren neben einer anspruchsvollen klassischen Bildung auch KIassenbewußtsein bis hin zu einer gewissen Hochnäsigkeit (von der Peter gottseidank nichts abbekommen hat) und das (damals) so typisch englische Verleugnen jeglicher Gefühle, "a stiff upper lip". Klar daß der aufgeweckte, wenn auch zurückhaltende junge Peter Gabriel aus dieser strengen, autoritären, prügelstrafenden und Gefühlsäußerungen verachtenden Atmosphäre auszubrechen versuchte - mittels der Musik! Neben einer kurzlebigen Karriere als Hippie-Schlapphutmacher startete er in mehreren Schülerbands als Aushilfs-Drummer und begann nebenher mit Tony Banks am Schulklavier sein neugewecktes Interesse an Beatles- und SouI-Musik in eigene Songs umzusetzen. Interessant ist vielleicht noch zu erwähnen, daß Peter in den zahlreich stattfindenden Gottesdiensten die englischen Choräle sehr liebte - vielleicht auch ein Ansatzpunkt für den Stil der frühen Genesis-Musik. Drei Jahre vor Peters eigenem Abitur gaben 1966 andere Schülerbands ein Abschlußkonzert und brauchten noch Musiker. So spielten Peter (im Kaftan, Rosenblätter in die Menge schmeißend), Tony und Chris Stewart in der einen Band und Anthony Phillips und Mike Rutherford in einer anderen. Schon im darauffolgenden Januar 1967 taten sich die fünf zusammen und bildeten eine neue "Schülerband": GENESIS.
Um es kurz zu machen: einige Jahre, Plattenverträge, Mitglieder-Umbesetzungen und Stil-Suchexpeditionen später war Genesis eine Kultband, allerdings mit "geringem Absatzpotential" - die Plattenverkaufszahlen waren nicht besonders, aber die Live-Shows wurden immer überragender und presse-attraktiver. Der Stil war "ART-ROCK": von den Bandmitgliedern zu gleichen Anteilen komponierte 10-Minuten-Epen mit surrealen Inhalten (Märchen, Fabeln, griechische Sagen, Exzentrisches, Zitate aus der gehobenen Literatur) und skurrilen Charakteren. Da gab es beispielsweise das kleine Mädchen Cynthia, das ihrem Freund Henry beim Crocket-Spielen den Kopf abschlägt, oder den sich selbst verstümmelnden Amokläufer Harold. Selbst Sozialkritik (an Mietwucher) in Get 'Em Out By Friday wurde in eine Science-Fiction-Story gesteckt. Die Musik war eine noch nie vorher dagewesene Mischung aus akustischen und elektrischen Instrumenten - ein deutscher Ansager bezeichnete sie als "Elektrolore" (elektrische Folklore) -, lange Instrumentalpassagen erinnerten in ihrer verschnörkelten Filigranheit an klassische Musik. Peter Gabriel verdrängte allmählich in den Live-Shows seine Schüchternheit und begann damit, selbst die verschrobenen Personen der Songs zu spielen und selbsterfundene, von den Songs fast unabhängige, Einleitungsstories zu erzählen. Neben dem Gesang spieIte Peter Flöte, Oboe, Tambourin und eine mehr emotional als passend betätigte Fußtrommel, die deshalb auch immer wieder von den Bandkollegen sabotiert und so weit als möglich abgedämpft wurde. Nun traten Theaterspiel, Masken und Kostüme dazu. Als "Schocktherapie" fürs Publikum rasierte sich Peter damals eine sicheIförmige Stirnglatze ins ansonsten feminin langwallende Haupthaar. Bemerkenswert ist, daß im Laufe seiner späteren Karriere Peter eigentlich immer, wenn eine Krise oder ein neuer Abschnitt in Beruf oder Privatleben anstand, eine radikale Veränderung seiner Frisur herbeiführte, oft mit sehr ungewöhnlichen Resultaten. Peters Anteil an der Komposition nahm - manchmal unter Zuhilfenahme von Überrumpelungstaktiken - zu. Beim Album THE LAMB LIES DOWN ON BROADWAY wurde ihm ausnahmsweise gestattet, die gesamte Story des Konzeptalbums und alle Liedtexte allein zu schreiben. Trotzdem kam es nach Spannungen in der Gruppe 1975 zum berühmtem Split.
Eigentlich ist es überraschend, dass einem Abschnitt, der in Peter Gabriels gesamter musikalischer Karriere "nur" 8 von 33 Jahren ausmachte, immer noch überproportional viel Gewicht beigemessen wird. Ein Grund dafür mag (neben dem unverwechselbaren und kreativen Stil von Genesis) der damalige "Produktionsausstoss" gewesen sein - sechs Studioalben und eine Live-LP in 8 Jahren, dazwischen eigentlich dauernd Tourneen in unzähligen Orten. Eine Rate, von der der Peter Gabriel des ausgehenden 20./beginnenden 21. Jahrhunderts nur träumen kann! Immer noch wird Peter Gabriel in der Presse als "Ex-Genesis-Frontmann" tituliert und immer noch wollen die Leute wissen, was ihn damals zum AUSSTIEG bewog. Es gab mehrere GRÜNDE:
a) Die Spannungen in der Band ergaben einen täglichen Kleinkrieg, Machtkampf darum, wer seine Ideen in weichem Maße in den Gruppenliedern durchsetzen konnte; Insbesondere nach der Erfahrung, allein alle Albumtexte zu schreiben, wollte Peter sein eigener Herr sein.
b) Peters erstes Baby hätte fast nicht überlebt und die Gruppe war nicht bereit, ihm genug Zeit für seine Familie zuzugestehen.
c) Die Band war nicht bereit, Nebenprojekte wie ein Hereinschnuppern in die Filmindustrie (als ldeenlieferant für Science-Fiction-Filme) zu tolerieren.
d) Der Stil Genesis' und der Konzerte wurde zu festgefahren, zu stereotyp: ein Wechsel der Richtung erschien Peter nötig.
Peter kehrte dem Musikgeschäft total den Rücken zu und beschäftigte sich ein Jahr lang nur noch mit dem "Züchten von Kohlköpfen und Babies". Aus dem wachsenden Eigenbrötlertum und den Selbstzweifeln wurde er "errettet" durch mehrere Kollaborationen mit dem Lyriker Martin Hall. Die veröffentlichte Single - gesungen von einem Komiker namens Charlie Drake - floppte zwar, ohne eine Spur zu hinterlassen, machte aber Peter den Mund wässrig auf eigene Musikprojekte. Interessanterweise existierte bereits im Dezember 1975 Here Comes The Flood auf einem Demoband!
1977 erschien die erste Solo-LP von Peter Gabriel (unbetitelt wie auch die folgenden drei). Sie hatte unter den Fans den Spitznamen "CAR" (das Cover zeigte Peter fast unerkennbar in einem regenbesprenkelten AUTO sitzend) und war im Musikstil absichtlich so weit weg vom Genesis-Stil gelegt wie nur möglich. Die einzelnen Lieder klangen recht unterschiedlich, erste kleine Erfolge waren Solsbury Hill mit Peters "Unabhängigkeitserklärung" und eben das oben erwähnte apokalyptische Here Comes The Flood. Peter, als Produzent noch zu unerfahren, vertraute sich völlig dem Song-orientierten amerikanischen Produzenten Bob Ezrin an, weshalb einige Arrangements heute in Peters Ohren viel zu überladen klingen. Für das Label der Promo-Single zu Modern Love ließ sich Peter splitterfasernackt nach Vorbild des Leonardo Da Vinci-Mannes ablichten. Peter: "Der Plan war, daß, wenn man die Platte auf den Teller legte, das Ding in der Mitte mir sozusagen eine großzügige Ausstattung verlieh. Zu der Zeit gefiel mir die Idee sehr, aber sie fand keine Anerkennung." Auf den folgenden ersten Solo-Konzerttourneen wurden mutigerweise die ausgearbeiteten Masken und Rollen vom Tisch gefegt, um einer einfachen Performance im Trainingsanzug Platz zu machen, allerhöchstens in der Zugabe tauchte noch ein vereinzelter Genesis-Song auf.
Bereits ein Jahr später erschien das nächste unbetitelte Gabriel-Werk, inoffiziell "SCRATCH" genannt (das Motiv war ein sein Gesicht und damit gleichzeitig das Cover selbst "ZERKRATZENDER" Peter Gabriel). Produzent Robert Fripp fiel ins andere Extrem und ließ als Sound-/Atmosphärenorientierter Produzent die Arrangements etwas zu knapp, zu roh ausfallen. Das Album ist trotz Highlights wie Mother Of Violence (dessen Melodie von Peters damaliger Frau geschrieben wurde), White Shadow und Indigo dasjenige, mit dem Peter im Nachhinein am wenigsten zufrieden ist. Auf diesem Album tauchte zum ersten Mal explizit die Figur des "MOZO" auf. Ursprünglich für ein nie realisiertes Rockmusical konzipiert, geisterte die Figur des "mercurial strangers" durch vergangene und zukünftige Alben mit Songs wie Here Comes The Flood, Down The Dolce Vita, On The Air, Exposure, Red Rain und That Voice Again. Mozo ist ein geheimnisumwitterter Außenseiter, der am Rande eines Fischerdorfes Abfall sammelt und ihn alchimistenhaft in Nutzbares verwandelt. Peter: "Mozo ist jemand, der in unterschiedlichen Verkleidungen an verschiedenen Plätzen auftaucht. Ich habe sogar ein Filmscript um ihn herum konzipiert. Ich habe JUNG und all diesen Alchimiekram gelesen, und immer wird Gold aus Scheiße gemacht, aus Gerümpel, aus Abfall, den die Leute wegschmeißen und ablegen. In meinem neuen Studio versuchen wir handgemachte, billige, abgeIegte Elemente zu kombinieren mit der besten und neuesten Technologie. Es ist sehr leicht, sich für diese High-Tech-mäßige, vernünftige moderne Welt zu begeistern und dabei dieses Aus-dem-Bauch-heraus-Gefühl, diese Erdigkeit, den Grunz-Faktor, wie wir ihn nennen, zu verlieren, der aus den Mißerfolgen, Fehlern, verrückten Zufällen und weggeworfenen Elementen kommt." Diese Mischung aus "HAND-MADE & HIGH-TECH" sollte Peters Arbeitsweise der nächsten Jahrzehnte charakterisieren. Die Konzerte beinhalteten jetzt auch Experimentlersongs, z. B Coverversionen von Klassikern wie All Day And All Of The Night, I Heard It Though The Grapevine oder Ain't That Peculiar. Daneben gab es auch unfertige Songs wie zum Beispiel White Shadow mit total anderer Melodieführung, I Don't Remember ohne Text oder das unveröffentlichte Why Don't We - um dem Publikum die Möglichkeit zu geben - Zitat: - " ... to watch us fuck up!" Langsam bildete sich der harte Kern der Gabriel-Band mit Musikern wie Tony Levin (Bass), Larry Fast (Synthesizer) und Jerry Marotta (Schlagzeug), zu denen später noch David Rhodes (Gitarre) hinzukam. Gabriel selbst spielte inzwischen außer Flöte gelegentliche Percussion und sogar hin und wieder Keyboards! In seiner Solo-Karriere bis dahin mit Erfolg, Plattenverkäufen und Chartplatzierungen nicht gerade sehr verwöhnt, entschloß sich Peter 1978 zu einem ungewöhnlichen Schritt, um zu einer, so Peter, "spirituellen und praktischen Selbstverbesserung" zu gelangen. Er rasierte sich den Kopf völlig kahl, ließ sein Haar danach aber im "Teddy-Look" wieder nachwachsen - passend zu seinem adaptierten Kinderlied Me And My Teddy-Bear. Die Konzerte wurden mittlerweile geprägt durch sein "Straßenbauarbeiterkostüm": Leuchtweste und Arbeitshandschuhe.
Der entscheidende Wechsel in Peters Musik kam 1980 mit "MELT" (Peters Gesicht auf dem Cover schien zu zerfließen, zu "SCHMELZEN"), dem ersten Album, das er nicht mehr melodieorientiert, sondern rhythmusorientiert schrieb. Peters "drei Werkzeuge der Befreiung" (O-Ton Peter) waren selbstproduzierte RHYTHMEN auf der billigen Paia Drumbox, der zur damaligen Zeit vollkommen neue Fairlight SAMPLER (der es ermöglichte, jeden aufgenommenen Sound - zum Beispiel das Zerklirren eines Fernsehbildschirms - zu verändern und in Melodien umzuformen, und - WELTMUSIK, aufgeschnappt auf Kurzwellensendern und adaptiert zur Verwendung in Biko oder Lead A Normal Life. Auf dem Album herrschte ein ganz eigener Sound, eine dumpfe, brodeInde Atmosphäre - Peter wollte gänzlich auf helle Percussionsounds wie den der High-hats verzichten. Sein aIter Kumpel Phil Collins, neben Kate Bush als Gastmusiker herbeigerufen, hatte so seine Schwierigkeiten mit den abmontierten Becken. Aus alter Gewohnheit schlug er wiederhoIterweise ins Leere, bis er oben an passender Stelle einfach eine weitere Trommel anbrachte. Im Laufe der Studioaufnahmen erfanden Phil, Peter und dieStudiotechniker so ganz nebenher den In The Air Tonight-typischen "gated reverb" Schlagzeugeffekt! In früheren Zeiten eher unsicher, glaubte Peter Gabriel diesmal selbstsicher an die Qualität seiner Arbeit. Und er hatte Recht damit: Obwohl ihn im Vorfeld seine amerikanische Plattenfirma wegen des angeblichen "kommerziellen Selbstmords", den dieses Album für sie darstellte, vom Label geschmissen hatte, erzielte beispielsweise die ausgekoppelte Single Games Without Frontiers Peters allererste Top-Ten-Erfolge und das Album wurde ähnlich gut angenommen.
Mit dem deutschen Filmregisseur Horst Königstein als Textübersetzer und Textideenbeisteuerer entstanden im Januar 1980 und Herbst 1982 die DEUTSCHEN VERSIONEN zu den Alben Peter Gabriel (3) und (4) sowie zu dem 1977er Song Here Comes The Flood. Wegen der zum Teil komplett neuen Arrangements der Songs und einiger leichten Textveränderungen bildeten die beiden deutschen Alben zwei eigenständige Werke, waren nicht einfach nur deutsch eingesungene Kopien der Originale.
Den eingeschlagenen Kurs Rhythmus/Fairlight/Weltmusik trieb Peter 1982 zu neuen Höhen mit dem VIERTEN UNBETITELTEN ALBUM. Nur in Amerika bestand die dortige Plattenfirma auf einen Titel, und so war das Album dort unter dem Namen SECURITY bekannt. Zu dem Videostandbild-Cover fiel diesmal auch den Fans kein Spitzname ein, in späteren Anzeigen wurde es lediglich als "?" gelistet. In Songs wie Wallflower oder San Jacinto wurde wieder einmal (wie auch schon in Biko) das politische Engagement Peters sichtbar. Das Album enthielt auch den ersten Gabriel-Song, der in den Discos und bei den DJs beliebt war, Shock The Monkey. Die Konzerte führten zu zwei Erscheinungen: "Monkey"-Make-up und Peters Bodysurfen (damals eine total neue Idee!) während Lay Your Hands On Me. Hauptmotiv für Peters "Dive" war der Abbau der Distanz zwischen Künstler und Publikum. Peter: "Ich habe immer schon Kitzeln gemocht. Vielleicht springe ich deshalb in die Menge, um etwas Kitzel-Gegenleistung zu bekommen." Auf der 1983er Tour entstand das Doppel-LP-Livealbum PLAYS LIVE. Wie bei Peter Gabriel üblich, war dafür das Livematerial nachträglich im Studio "geschönt" worden.
Sein Interesse an Weltmusik führte zur Durchführung des WOMAD-(= Welt der Musik, der Künste und des Tanzes)-Weltmusikfestivals. Es war das allererste seiner Art in Europa, und bot denjenigen, die gekommen waren, unvergleichliche Musikerfahrungen. Wegen äußerer Umstände (u. a. ein Eisenbahnerstreik) verursachte es jedoch leider einen enormen Schuldenberg. Netterweise erklärten sich Peters Exkollegen von Genesis (inklusive Steve Hackett) daraufhin bereit, diese Schulden durch ein gemeinsames, absolut einmaliges GENESIS-WIEDERVEREINIGUNGSKONZERT im Oktober 1982 aufzufangen.
1984 und 1985 sahen außer vielen Kollaborationen auf anderer Leute Platten (Laurie Anderson, Phil Collins, ...) den ersten Einstieg Peters in die Welt der Filmsoundtracks. Neben einzelnen Songs, die er zu den Filmen Against All Odds oder Gremlins schrieb/adaptierte, entstand ein komplettes Peter-Gabriel-Album zu dem Film BIRDY. Diese Filme waren nur die ersten einer langen Reihe von Filmen, zu denen Peter Gabriel im Laufe der Jahre immer wieder einzelne Songs beisteuerte - zu viele, um sie alle einzeln zu nennen ...
1986 dann endlich der absolute Durchbruch : SO, Peters fünftes Album! Obwohl (oder vielleicht gerade deswegen) nicht mehr ganz so experimentierfreudig wie seine Vorgänger und musikmäßig eher an die frühen Soul-Vorbilder wie Otis Redding erinnernd, gelang es Peter Gabriel mit Sledgehammer und den anderen ausgekoppelten Stücken endlich, den Erfolgskurs seiner ehemaligen Genesis-Kollegen zu übertreffen - nicht zuletzt wegen der brillanten Videos und deren innovativer Stop-Motion-Technik am lebenden Objekt. Peter: "Nach einer Welle schmerzten und piekten Körperteile, von deren bloßer Existenz ich vorher nicht die geringste Ahnung gehabt hatte. Die Früchte rochen noch einigermaßen angenehm nach einigen Stunden unter den Studiolichtern, aber die Fische stanken." Produzent war diesmal der Francokanadier Daniel Lanois, der schon zuvor aus anderen Künstlern wie U2 oder den Neville Brothers das jeweils Beste hervorgehoIt hatte. Manche der auf So vertretenen Songs jedoch erreichten ihre endgültige, in Peters Augen perfekteste Version erst im Konzert, z. B. In Your Eyes bzw. dessen "special mix"! Seit So gesellte sich übrigens der französische Schlagzeuger Manu Katché zum festen Kern der Gabrielband, der mit seinem Schlagzeugspiel und seinem Humor ein wichtiges Element einbrachte. Die 1987er This Way Up-Tour wurde Jahre später in dem PoV-Video dokumentiert. Es war kein reines Konzertvideo, sondern ging viel tiefer - durch die Regie des Martin-Scorsese-Schülers Michael Chapman, durch den speziellen Schnitt, durch ungewohnte Kameraperspektiven und durch das Einfügen von privaten Amateurfilmen und wochenschauartigen Filmschnipseln.
Vor der eigentlichen So-Tour war Peter gleich 1986 auf eine Polit-Tournee für Amnesty International gegangen, ein Vorgang, der sich 1988 mit der HUMAN-RIGHTS-NOW-Welttournee mit Springsteen, Sting, Tracy Chapman und Youssou N'Dour wiederholen sollte, die in den exotischsten Konzertorten stattfand, die man sich nur vorstellen konnte. Peter Gabriel war mit diesen beiden Tourneen und mit diversen Auftritten bei Polit- und Benefizkonzerten wie zum Beispiel den beiden Mandela-Konzerten oder dem Kurdenkonzert "A Simple Truth" in der Presse geradezu der Inbegriff des "Benefiz-Zirkusses" geworden.
Vielfältige Aktivitäten kennzeichneten den Zeitraum zwischen 1986 und 1992. Die überraschend aufgetretenen Millionengewinne des So-Albums wurden in den Aufbau von Peter Gabriels eigenen REAL WORLD STUDIOS gesteckt, ein absoIuter High-Tech-Komplex in einer umgebauten Wassermühle.
Ein Meisterwerk entstand 1989 in der Form von Passion, ein über den bloßen Soundtrack zu Scorseses Film Die Letzte Versuchung Christi weit hinausreichendes textloses Album. Bis zum heutigen Tage bietet Passion an Weltmusiksoundscapes und Vokalimprovisationen vielleicht das Beste, was Peter Gabriel jemals produziert hat. Es war charakterisiert durch eine ganz eigentümIiche orientalisch-rhythmische intensive Atmosphäre - auch heutenoch werden Passion-Stücke vielfach von Fernsehredakteuren zur Begleitung ihrer Bilder eingesetzt!
In diesem Zeitraum wurde Peter selber Plattenboß, nämlich des neu erschaffenen REALWORLD-WELTMUSIKLABELS, das sicher in hohem Ausmaße mit zur Verbreitung und Erhöhung des Bekanntheitsgrades von Weltmusik beigetragen hat. Peter stellte den unbekannten Musikern kostenlos Studiozeit und Vertriebswege zur Verfügung. Legendär wurden auch die etwa alle zwei bis drei Jahre stattfindenden Realworld-Recording-Weeks, bei denen bekannte hiesige Künstler und unbekannte Musiker des ganzen Erdballs an improvisierten Kollaborationen arbeiten, mit immer wieder überraschenden Ergebnissen. Während sich die bescheidenen Auflagen des Realworld-Labels finanziell meist gerade einmal selber trugen, gab es gelegentlich überraschende VerkaufserfoIge wie beispielsweise die Alben des Afro Celt Sound Systems. Die eng mit Realworld verbundene Organisation WOMAD mußte Peter hingegen des öfteren mit eigenen finanziellen Mitteln vorm drohenden Konkurs bewahren (zuletzt 1992).
1992 dann endlich ein neues Studioalbum des Meisters: US - salopp gesagt, ein Album über "Beziehungskisten". Das erste überwiegend ich-bezogene Peter-Gabriel-Album verarbeitete die Trennungen von seiner Ehefrau und von der langjährigen Partnerin Rosanna Arquette, wobei Peter in Songs wie Digging In The Dirt durchaus den "Bastard in mir" eingestand. Das erneut von Daniel Lanois produzierte Album bot allerdings nicht nur Selbstreflektionen, sondern mit dem von der Presse als "Sledgehammer-Klon" bezeichneten Steam ein kommerziell erfolgreiches Uptempo-Stück, mit Kiss That Frog ein (bis auf die zwei Hauptdarsteller) fast gänzlich im Computer generiertes Video, zu dem es erstmalig sogar einen "Bewegungssimulator-Ritt" gab, mit Washing Of The Water ein balladeskes Spiritual, in dem wieder einmal Peters besondere Beziehung zum Element Wasser zum Vorschein kam, mit Blood Of Eden ein wunderschönes Duett mit Sinead O'Connor und mit 14 Black Paintings sozusagen die Fortsetzung des sozialpolitischen Songs We Do What We're Told vom So-Album. Musikstilmäßig war Us, wie zu erwarten war, eine Mischung der Sounds von So und Passion. Die dazugehörige, mit dem franco-kanadischen Theaterregisseur Robert Lepage erarbeitete SECRET WORLD TOUR war geprägt durch eine sehr ungewöhnliche, ins Publikum hineinragende Bühnenform und eine Unzahl von überraschenden Bühnenrequisiten, wie z. B. von Hotelzimmermöbeln, einer Telefonbox, einem Bambusfloss, einem Baum etc.. Unter anderem gab es auch eine "Schlüsselloch-Kamera", die einem Peter auf der Bühne (und seine Zahnplomben) aus sehr ungewöhnlichen Perspektiven vorführte. Es war die erste theatralisch angelegte Gabrieltour seit Genesis-Zeiten. Erstmalig machte Peter dabei auch von Backingsängerinnen (teilweise in der Doppelfunktion als Keyboard-Playerin, teilweise als reine Chor- und Duettsängerin) Gebrauch. Die Secret World Tour wurde durch das Secret World Live-Video, die EP und das DoppelaIbum (alle audiomäßig wieder einmal nachträglich im Studio "verbessert") sehr umfassend dokumentiert. Bedingt durch das Aufnahmedatum dieser Werke im November 1993 fehlte leider das tourtypische Lovetown - ein echtes Manko! Als Keyboardspieler der Gabrielband kam mitten in der Tournee Jean-Claude Naimro hinzu - sein späterer Einsatz beim 1998er Pariser Amnestykonzert scheint anzudeuten, daß es sich hierbei um eine längerfristige Besetzung handelt. Neben der reinen Secret World Tour brachte im Sommer 1993 eine spezielle WOMAD-Tour mit Peter Gabriel als Hauptact den Amerikanern die Weltmusik näher. 1994 folgte noch eine Festivaltour ohne Bühnenrequisiten/Bühnenbesonderheiten, deren Höhepunkt Peters Auftritt beim 25-Jahre-Woodstock-Jubiläumskonzert bildete.
Die daraufhin eintretende Stille aus dem Gabriel-Camp wurde nur unterbrochen von Peters Einstieg ins CD-ROM-Business mit der neugegründeten Firma REALWORLD MULTIMEDIA (welche Im Lauf der Jahre auch Nicht-Gabriel-CD-ROMs produzieren sollte). Peters im Dezember 1993 veröffentlichte CD-ROM XPLORA 1 (zum jetzigen Zeitpunkt erscheint es unwahrscheinlich, dass es noch Xplora 2, Xplora 3 etc. geben wird) erschien damals in einer wohl unwiederholbaren Welle von Musiker-CD-ROMs (z. B. von Bowie, The Residents, Grönemeyer), übertraf jene anderen nach Meinung der damaligen Rezensenten jedoch bei weitem. Xplora 1 bot in einer Art Sammelspiel einen allmählichen Einblick in die Welt des Peter Gabriel - sowohl die private als auch in die seiner Arbeit und Interessen. In einem Environment designt in einem ähnlichen Stil wie die Real World-Alben - viel Naturfotografie, viele natürlich gewachsene Muster - fand der Spieler seinen Weg sehr organisch - überwiegend durch Bilder, Grafik und Spiele geleitet anstatt durch Text. Themen waren "Behind-The-Scenes"-Einblicke in Us-Album und Promovideos, das Realworld-Studio und dortige Proben, viel Musik der WOMAD-Organisation und des Realworld-Labels, Amnesty International und die von Gabriel gegründete WITNESS-Organisation (die Menschenrechtsgruppen mit Videokameras und anderer Technologie versorgt), Gabriels Soloalben sowie ein Gabriel-Familienalbum mit privaten Fotos und Amateurfilmen. In der Studiosequenz konnte z. B. Digging In The Dirt mit vier Tonreglern vom Spieler remixt werden. Insgesamt war Xplora 1 wieder einmal ein Versuch Peter Gabriels, die Barrieren zwischen Publikum und Künstler aufzubrechen und das Publikum selbst in den kreativen Schaffensprozess einzubinden.
Noch einen Schritt weiter ging da die 1996er CD-ROM EVE. Wenn diese auch diesmal nicht primär um die Person Peter Gabriels ging, sondern um das Wiedervereinigen der Geschlechter in Form von Adam und Eva, um Beziehungen zwischen Menschen, um Kunst und Umwelt, enthielt sie doch viel von Gabriels Philosophie. Und interessanterweise war hier auch wieder eine Remixmöglichkeit von vier Gabriel-Songs eingebaut worden, diesmal noch ausgefeilter als bei Xplora 1. Wiederum war die Oberfläche der CD-ROM eher untypisch, denn statt virtueller Computergrafik-Welten benutzte man für die vier Eve-Welten ineinander verschmolzene Fotos echter Landschaften. Während Xplora 1 eigentlich weniger ein Spiel als vielmehr eine Art durchzublätterndes Magazin darstellte, war Eve ein echtes (wenn auch mit vielen kreativen Ideen, animierten Sequenzen, mit Musik und ungewöhnlichen Designs angereichertes) SPIEL, in dem man sozusagen Punkte sammeln mußte, um sich darin fortzubewegen und dem Endziel, dem Finden der verschwundenen Eva, näherzukommen. Leider waren die Reize der CD-ROM mit den erst nach und nach zu erratenden Regeln und wegen des sehr langsamen Vorankommens im Spiel Kaufwilligen nicht unmittelbar zugänglich und so war Eve kommerziell eher ein Flop. Im Zusammenhang mit dem ARCHIVE-Projekt fand sich Peter Gabriel 1994/95 im Studio ein, um alte GENESIS-SONGS aus seiner Zeit als Genesis-Frontsänger (das komplette The Lamb Lies Down 0n Broadway-Album, sowie Teile von Supper's Ready) neu einzusingen. Dabei entstand auch sein Vokalpart zu der erst vier Jahre später veröffentlichten The Carpet Crawlers 1999-Single. Durch diese einmalige Zusammenarbeit sowie aufgrund des 1998er Zusammentreffens der vormaligen und gegenwärtigen Genesis-Mitglieder anläßlich der Veröffentlichung von Genesis Archive Vol. 1 häuften sich bei der Presse die Wiedervereinigungsgerüchte und Gerüchte über geplante gemeinsame Konzertauftritte. Diese entbehren jedoch nach wie vor jeder Grundlage - Peter: "Mein Interesse lag mehr daran, daß die [alten] Songs mal wieder durchgesehen wurden, als daran, irgendwelche Sachen mit der Band zu reaktivieren."
Die Phase nach Us war gekennzeichnet durch gemessen an der Zeitspanne eher spärlichen Beiträgen zu Filmsoundtracks, zu Tribute-Alben und zu Benefizkonzerten. Die wichtigsten davon sind wohl die definitiv auf dem nächsten Gabriel-Album (Up) erscheinende Zusammenarbeit mit dem 1997 verstorbenen Nusrat Fateh Ali Khan, Signal To Noise, das von Joseph Arthur geschriebene In The Sun und I Grieve vom City Of Angels-Soundtrack. Die Veröffentlichung von Up ist, nachdem sie mehrmals verschoben wurde, nun für das Jahr 2001 angesetzt. Was Veröffentlichungstermine angeht, hält man sich betreffend Peter Gabriel wohl am besten an das Magazin Q, das einmal über ein bevorstehendes neues Peter Gabriel-Album schrieb, es sei "nahezu vollständig und sollte noch vor Weihnachten zur Veröffentlichung bereit stehen - falls nicht, dann nach Weihnachten."
Eine Rolle an der Verzögerung von Up spielte Peters Beitrag an der MILLENNIUM DOME SHOW namens Ovo. Peter: "Die Ovo-Show sollte ein halbes Jahr Arbeit sein, dann wurden doch zwei daraus." Zu der von 200 Zirkusartisten vorgetragenen ca. 40-minütigen, an den Cirque Du Soleil erinnernde Show, die man nur im Jahre 2000 beim Besuch des anläßlich des Jahrtausendwechsels geschaffen Londoner Millennium Dome Experiences erleben konnte, steuerte Peter den Soundtrack und wesentliche Handlungsideen bei. Interessanterweise glichen Show und Album vom Thema her dem allerersten Genesis-Album From Genesis To Revelation, denn beide Werke waren Konzeptalben, die den hehren Ansatz hatten, die Geschichte der Entwicklung der Menschheit in wenigen Songs zu erzählen. Peter: "Ich mag Platten, die eine Reise unternehmen. Für mich ist es vom Konzept her ein wenig wie ein altes Prog-Rock-Album. Zur Zeit wahrscheinlich die unmodernste Idee überhaupt." Immerhin bediente sich Gabriel dabei des Tricks, die drei Zeitalter der Menschheit anhand der Konflikte zwischen den Generationen einer Familie zu erzählen: Leben mit der Natur, Industrialisierung und eine Zukunft, in der Natur und Technik keine Gegensätze mehr darstellen werden. Daneben gab es aber auch eine Liebesgeschichte. Ähnlich vielgestaltig war die Musik - Peter: "Mit der Musik tue ich etwas, was ich nie zuvor gemacht habe - sowohl den Blick zurück auf eine wahre Bandbreite von Folk-Bezügen als auch den Blick nach vorn in die Zukunft, wo ich industrielle Elemente einbringe. Ausgehend von meiner eigenen Sichtweise presche ich in Gebiete vor, die ich noch nicht untersucht habe, und das genieße ich sehr." Die von Gabriel geschriebenen, relativ textarmen Lieder sangen Sänger wie Iarla O Lionaird, Elisabeth Fraser, Paul Buchanan, Richie Havens und Peter Gabriel selbst ein. Den eigentlichen Soundtrack ergänzte ein die Ovo-Geschichte erzählender Rap mit Neneh Cherry.
Doch Ovo sollte nicht das einzige Projekt bleiben, das Peter von der Fertigstellung seines neuen Studioalbums abhalten sollte. Bald wurde bekannt, dass er an einem kompletten Soundtrack für the Film Rabbit Proof Fence arbeitet. Dieser Soundtrack erschien erst 2002, von Up war auch 2001 nichts zu sehen. Zuvor konnte man ein weiteres Mal ein Live-Konzert bewundern. Peter spielte beim WOMAD Festival in Seattle am 29.07.2001, damals gab Melanie Gabriel ihr Debüt als Backgroundsängerin. Am 27. September 2001 wurde Peter erneut Vater, diesmal eines Sohnes namens Isaac. Mutter des Kindes ist Meabh Flynn.
Während im Frühjahr 2002 dann Long Walk Home - Music from The Rabbit Proof Fence erschien, verdichteten sich endlich die Anzeichen für das baldige Erscheinen von Up. Zuerst plauderte Tony Levin Peters Tourpläne aus, schließlich eröffnete der so genannte Moon Club auf Peters Homepage den Up-Countdown mit Soundschnipseln seiner neuen Songs an jedem Vollmond. In dieser Zeit, am 9. Juni 2002, heiratete Peter Gabriel Meabh Flynn, die zuvor Soundtechnikerin den RealWorld Studios war. Und während das Album noch immer unveröffentlicht war, begann Peter am 31.8.2002 seine etwa 140 Shows und zwei Jahre andauerne Welttournee - zum damaligen Zeitpunkt war das aber so nicht geplant. Verhalten nervös war sein Live-Comeback auf dem Münchner Königsplatz, spektakulär inszeniert dagegen seine Hallentour, die folgen sollte. Nach zwei vollen Tourneen in Europa mit Rundbühne und einer Rundbühnen-Tour in Nordamerika sowie einer Endstage-Tour in Nordamerika und einer Festival-Tour in Europa spielte er am 25.7.2004 in Kaiserslautern sein vorläufig letztes Konzert - und hatte alle Prognosen, binnen 18 Monaten nach Up ein weiteres Album zu veröffentlichen, wieder einmal nicht einhalten können. Zwischendurch fand Peter immer wieder die Zeit, Songs für Soundtracks beizusteuern oder sich sozial zu engagieren, wie beim 46664-Konzert in Kapstadt, bei dem er zum ersten Mal in Südafrika seine Über-Hymne Biko live präsentierte. Für seine Fans brachte die Tour auch ein angenehmes Novum: Die Konzerte der Tour 2004 und der Nordamerika-Tour 2003 wurden alle im Rahmen der Encore Series offiziell veröffentlicht. Direkt nach der Tour verärgerte er viele Genesis Fans, in dem er sein veto einlegte und Nachbesserungen am 5.1 Mix von The Lamb Lies Down On Broadway forderte. Für die Tournee der Reproduktion der Lamb-Show durch The Musical Box gab er dagegen sein Ok. Bis Mitte 2005 erschienen noch drei DVDs, Secret World Live mit Material seiner 93/94er Konzertreise, Growing Up Live, aufgenommen in Mailand 2003 sowie die Video-Kollektion PLAY. Außerdem folgte 2003 ein weiteres Greatest Hits-Album, das schlicht HIT hieß.
2005 begann Peter, über seinen Moonclub frühe Demoversionen verschiedener Songs kostenlos anzubieten. Außerdem trat er erneut bei einem 46664-Konzert auf, diesmal in Norwegen. Auch Live8 konnte Peter seinen Stempel aufdrücken, indem er ein eigenes Live8 Konzert mit dem Eden Project auf die Beine stellte. Der Nachfolger seines Albums Up wird aber auch 2005 nicht erscheinen, statt dessen soll es eine weitere Live-DVD geben der Festival-Tour von 2004 - Still Growing Up - Live And Unwrapped ...
Von der Zukunft der Menschheit zu Peter Gabriels eigener Zukunft - Was können wir in den kommenden Jahren noch erwarten? Peter Gabriel selbst jedenfalls sagte bereits 1981 in einem Melody Maker-Interview: "Ich werde immer den Drang haben, [Musik] zu spielen und zu schreiben, gleichgültig ob ich nun damit Karriere mache und Leute finde, die mir zuhören, oder ob nicht. Ich werde definitiv immer ein Klavier in meiner Nähe haben. In zehn Jahren möchte ich nicht immer noch regelmäßige Tourneen und so'n Kram machen ... Da sehe ich eine ganze Menge anderer Sachen, die mich interessieren könnten."

