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Nachruf von Bernd Zindler

Bernd Zindler blickt zurück auf seine Freundschaft mit Karin Woywod.

Im Leben begegnet man einigen Menschen, die bleibende Eindrücke auch über deren Tod hinaus hinterlassen. So ein Mensch war Karin.

Meine erste Begegnung mit ihr reicht bis in das Jahr 1991 zurück. Über eine Anzeige in einem Genesis-Fanmagazin kam es weit vor dem Internet zu einer Brieffreundschaft, die in einer gemeinsamen Fahrt nach England gipfelte, bei denen wir neben der Charterhouse School auch die Genesis-Studios in Chiddingfold in einem dahinter steckenden wahren Abenteuer ausfindig machten. Bei dieser Reise fuhren wir zu den Real World Studios und stiegen den Solsbury Hill empor. Es war ein einmaliger Trip, der bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Karin war ein absolut begeisterter Fan und als wir in der frühen Phase des Fanclubs eine Biografie für Peter Gabriel benötigten, kam dafür nur eine Person als Autorin in Frage und das war sie.

Karin mit Bernd und Helmut 2002 bei den Realword-Studios

Sie hatte eine fröhliche, leicht schräge aber auch bunte, positive und liebenswerte Art an sich, die ihresgleichen suchte. Bei vielen Clubtagen gehörte sie zum Stammteam der Crew, die mit viel Engagement half, die besonderen Aufgaben bei der Ausstellung zu übernehmen, was sie stets mit Bravour meisterte.

Ihre Begeisterung für Genesis und Gabriel veränderte sich allerdings über die Jahrzehnte. Eine Zeitlang war sie großer Fan von Benedict Cumberbatch und folgte ihm dafür bis nach London zu Theatervorstellungen.

Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich mein Blick auf die Menschen hinter den Künstlern veränderte. Sie hatte so viel Detailwissen und scheute keine Kosten und Mühen etwas zu erleben, wenn sie es unbedingt wollte.

Die Fotografie begeisterte sie ebenfalls und die Fotos, die sie während ihrer Konzertreisen und auch bei unseren Fanclubtagen gemacht hat, lassen sich wohl nicht zählen. Sie hat keinen Moment gezögert, große Mengen davon zu vervielfältigen und uns hier und da zur Verfügung zu stellen. Ich habe diese Alben immer noch bei mir liegen und schwelge gerne in Erinnerungen. Und dann erinnere ich mich nicht nur an die festgehaltenen Momente darin, sondern auch immer an die Frau hinter der Kamera.

Die Krebserkrankung war ein Schock gewesen und eine Zeitlang sah es so aus, als könne sie den Kampf dagegen gewinnen. Dann kam leider der Rückschlag.

Ich besuchte sie noch zwei Mal in Berlin. Beim letzten Treffen erzählte sie mir, dass eine Sterbebegleiterin mit ihr viel unterwegs sei. Karin hatte eine Jahreskarte für die Berliner Museen und daher kam es zu Besuchen, wo sie die Ausstellungen der verschiedenen Künstler genoss.

Ich vermisse Karin sehr und wünsche, dass wir uns an einem anderen Ort einmal wieder sehen werden.

Bernd