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Steve Hackett "Tribute" Kritik Schallplattenmann

  • tom
  • 10. März 2008 um 00:21
1. offizieller Beitrag
  • tom
    Moderator
    Beiträge
    7.991
    • 10. März 2008 um 00:21
    • Offizieller Beitrag
    • #1

    Steve Hackett "Tribute"

    Klassik – Der ex-Genesis-Gitarrero mit klassischem Gitarren-Album
    (CD; Edel)
    Steve Hackett war zwischen 1971 und 1977 der Gitarrist der britischen Progressive-Rock-Ikonen Genesis. Obwohl die Trennung von der Band nun über 30 Jahre zurückliegt, schwebt immer noch so etwas wie ihr übermächtiger Schatten über ihm, so sehr, dass es kaum eine Solo-Veröffentlichung von ihm gibt, die nicht mit einem Sticker damit wirbt, dass dies der 'ex-Guitarist of Genesis' sei. Dabei müsste sich Hackett gar nicht hinter diesem Etikett verbergen, zumal seine Solo-Scheiben die unterschiedlichsten Genres abdecken: Neben klassischen Progressive-Rock-Alben produzierte er auch zahlreiche Pop-, Blues- und Akustik-Alben, sowie (halb-) klassische Orchesterwerke.
    Sein neuestes Album "Tribute" ist also mal wieder ein klassisches Album, doch (erstaunlicherweise) zum ersten Mal in seiner Karriere ein Album mit klassischen Kompositionen bzw. Arrangements für Gitarre. Und so entpuppt sich "Tribute" als vielfaches Tribute-Album: Für die Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750), William Byrd (1543-1623), Enrique Granados (1867-1916) und Joaquín Rodrigo (1901-1999) ebenso wie für die Ikone der klassischen Gitarre des 20. Jahrhunderts Andrés Segovia (1893-1987). Folgerichtig war Hackett auf dem Album auch bemüht den Sound der legendären Aufnahmen Segovias aus den 1920ern und 1930ern zu reproduzieren, ihnen einen warmen 'Vinyl-Klang' zu geben und auf digitalen Hochglanz-Klang zu verzichten. Dennoch ist das Album nicht mit den Aufnahmen der alten Meister zu vergleichen, denn so gut Hacketts Spieltechnik auch sein mag, seine Interpretationen bleiben meilenweit hinter denen Segovias oder anderer großer klassischer Gitarristen des 20. Jahrhunderts zurück. Vieles wirkt seltsam blutleer und ausdrucksschwach.
    "Tribute" ist unter dem Strich dann auch leider nicht mehr als eine nette Fingerübung für Hackett. Klassikfans werden sich schnell langweilen; Rockfans werden über diese hölzernen Darbietungen nicht zur klassischen Gitarrenmusik finden. [sal: @@]

    Der Schallplattenmann sagt - Neu!

    Mein Blog: Rockworte
    Mein Solo-Album: "Geduld, meine Herren, Geduld! (Die Grundig-Demos 1980-83)"

  • eclipse
    Slipperman
    Beiträge
    2.594
    • 10. März 2008 um 00:35
    • #2

    Der Schallplattenmann sagt nicht nur "Neu", sondern anscheinend auch gequirlten Mist, wenn der Tag mal wieder lang ist, das ist jedenfalls meine persönliche Meinung. "Tribute" ist eine großartige, ausdrucksstarke, mitnichten blutleere Platte, die ich oft und gerne höre und mich sofort begeistert hat, und das liegt nicht nur daran, dass ich eine signierte Ausgabe besitze :D. Nebenbei bemerkt, kenne ich weitaus besser geschriebene Kritiken zu der Platte :rolleyes:...

  • brecher
    Slipperman
    Beiträge
    2.556
    • 10. März 2008 um 00:36
    • #3

    Also zum einen ist Prog anscheinend nicht die Musik für den "Schallplattenmann". Zum anderen ist es so das sich Hackett in der Klassik auf sehr dünnem Eis bewegt.
    Klassikpuristen sind oftmals sehr konservativ eingestellt und tun sich meist von Haus aus schwer wenn ein Rockgitarrist daherkommt und Klassik interpretiert. Das sind jedenfalls meine Erfahrungen. Bei ELPs Adaption von den Bildern einer Ausstellung bis zu dem lächerlichen Gehabe der Deutschen Grammophon gegenüber Zappas Yellow Shark war es auch so.
    Meiner Meinung nach ist es doch schön das es einen Mittler der Welten gibt der diese wunderbare Musik auch anderen Hörern erschließt.

    Wie dem auch sei, bei mir ist´s 5 vor 3

    http://www.myspace.com/progtronaut

  • duke77
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.165
    • 10. März 2008 um 00:51
    • #4
    Zitat von brecher

    Also zum einen ist Prog anscheinend nicht die Musik für den "Schallplattenmann".

    "sal" vom "Schallplattenmann" ist mWn der sogenannte "Vesir" der progrock-dt yahoo-groups-Liste und auch auf den BBS, also durchaus dem Prog zugetan.

    Ich habe "Tribute" noch nicht, bin aber prinzipiell von Kritiken, die sich auf eine "Blutleere" beziehen nicht besonders überzeugt. Der Eindruck der "Blutleere" ist doch recht Hörer-Tagesverfassungs-abhängig. Und wenn sich 2/3 des Besprechungstextes nicht mit der Musik befassen, verstärkt sich diese nicht-Überzeugung nur.


    eclipse: hast Du einen Link zu einer kompetenteren Tribute-Besprechung parat?

    ____________________

    This is love, girl, call it what you will. This is love. (Tony)

    1986’s “Invisible Touch” was an updated prog manifesto camouflaged as pop artifact. (LA Times)

  • Eric
    Squonk
    Beiträge
    4.755
    • 10. März 2008 um 00:56
    • #5

    Yehudi Menuhin hat Steves Fähigkeiten an der klassischen Gitarre sowie auch seine kompositorischen Fähigkeiten in höchsten Tönen gelobt. Eine größere Auszeichnung kann es kaum geben, die Kritik vom Schallplattenmann kann da nur verblassen, auch wenn vielleicht ein Funken Wahrheit dahinter steckt. Bei seinen eigenen Kompositionen gefällt mir Hackett letztlich doch besser. Trotzdem ist Tribute ein sehr schönes Album, das ich ebenfalls gerne höre.

    “THE NIGHT WE TRACKED DOWN PHIL COLLINS, BECAME BEST FRIENDS WITH HIM, AND TALKED HIM INTO REUNITING WITH PETER GABRIEL, AND THEN WE GOT TO SING BACKUP ON THE NEW GENESIS ALBUM AND IT WAS AWESOME!”

    — Barney Stinson, How I Met Your Mother, Season 7, Episode 21 ‘Now We’re Even’

  • eclipse
    Slipperman
    Beiträge
    2.594
    • 10. März 2008 um 01:28
    • #6
    Zitat von duke77

    "sal" vom "Schallplattenmann" ist mWn der sogenannte "Vesir" der progrock-dt yahoo-groups-Liste und auch auf den BBS, also durchaus dem Prog zugetan.

    Ich habe "Tribute" noch nicht, bin aber prinzipiell von Kritiken, die sich auf eine "Blutleere" beziehen nicht besonders überzeugt. Der Eindruck der "Blutleere" ist doch recht Hörer-Tagesverfassungs-abhängig. Und wenn sich 2/3 des Besprechungstextes nicht mit der Musik befassen, verstärkt sich diese nicht-Überzeugung nur.


    eclipse: hast Du einen Link zu einer kompetenteren Tribute-Besprechung parat?

    Ja, hier ;):

    Rezension: Steve Hackett - Tribute - Bands/Musiker G - L - YES

  • duke77
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.165
    • 10. März 2008 um 09:30
    • #7
    Zitat von eclipse

    Ja, hier ;):

    Rezension: Steve Hackett - Tribute - Bands/Musiker G - L - YES

    Danke!

    Hmmm... die Mitgliedernamen dort kommen mir bekannt vor. ;)

    ____________________

    This is love, girl, call it what you will. This is love. (Tony)

    1986’s “Invisible Touch” was an updated prog manifesto camouflaged as pop artifact. (LA Times)

  • brecher
    Slipperman
    Beiträge
    2.556
    • 11. März 2008 um 10:27
    • #8

    Und noch ´ne "Rezi". Eigentlich ist es gar keine Rezi sondern ein Essay über die Frage warum biedere Klassik von Rockgitarristen gespielt wird...
    Hören: Steve Hackett gönnt sich ein Klassik-Album - DIE WELT - WELT ONLINE

    Wie dem auch sei, bei mir ist´s 5 vor 3

    http://www.myspace.com/progtronaut

  • Max
    Banjo Man
    Beiträge
    1.904
    • 12. März 2008 um 15:19
    • #9
    Zitat von duke77

    Danke!

    Hmmm... die Mitgliedernamen dort kommen mir bekannt vor. ;)


    Klar, das Forum ist doch die "Yes- und Prognebenstelle des Genesis Fanclubs". :p

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