Ich mag Yes eigentlich ganz gern (obwohl ich Genesis sehr viel besser finde - übrigens aus besagten Frickel/Unausgegorenheitsgründen, was Yes manchmal ziemlich nervtötend machen kann), aber diese Pseudo-Version trifft es definitiv ziemlich gut! Auf den Studioalben funktioniert das ja ganz gut, aber schon auf den offiziellen Livealben hat man manchmal das Gefühl, als wenn fünf Leute gleichzeitig und unabhängig voneinander durchgehend Solo spielen - und auf Bootlegs (wo nichts nachbearbeitet wurde) ist das noch viel schlimmer. Meine Hochachtung an den jeweiligen Produzenten (Eddy Offord in den frühen 70ern).
Da finde ich mich extrem wieder. Wie Recht du mit der Genesis-Yes-Abstufung hast. Das kristallisiert sich z.B. für mich auch beim Vergleich der großen "klassischen" Live-Alben ("Yessongs" und "Seconds out") heraus. Bei Yes gibt's da immer so überexaltierte Aussetzer, die den (z.T. überwältigenden) Gesamteindruck trüben.
Und ich höre im Moment gerade alle möglichen Bootlegs von Yes: Da gibt's wirklich viel Chaos, Gewurschtel, Überfrachtung und Klangmatsch.
Dabei finde ich das Ineinanderweben verschiedener eigenberechtigter Stimmen (so Ansätze von Polyphonie) superinteressant und reizvoll - aber wenn es nicht umsetzbar ist, dann bringt's das nicht. Ein Grund für diese eher schwachen Live-Mitschnitte ist auch die Zusammensetzung der Klangfarben: Jeder Yes-Musiker möchte am liebsten einen megahalligen Sound mit allerlei Klingeling noch drumherum - und dass so etwas dann zu ganz blödem Klanggemansche wird, darf nicht verwundern.
(...) und der Rhythmus innovativ und aufsehenerregend, auf die Dauer aber etwas eintönig und vor allem für mich unter dem Niveau des Rahmens.
Sicherlich ist der Rhythmus sehr prägend und zuweilen auch sehr deutlich in Szene gesetzt, aber ich finde im Gegenteil sehr viele Stellen, an denen mit dem Rhythmus ganz abwechslungsreich und spielerisch-kreativ umgegangen wird, anstatt ihn einfach gleichförmig durchlaufen zu lassen.

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