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  3. PHIL COLLINS
  4. PHIL COLLINS - Alben und Songs

Die Magie von FACE VALUE

  • Christian
  • 27. April 2006 um 23:56
1. offizieller Beitrag
  • Christian
    Administrator
    Beiträge
    22.832
    • 27. April 2006 um 23:56
    • Offizieller Beitrag
    • #1

    Es ist wieder einer solcher Tage. Diplomarbeit für heute beiseite gelegt, das Bier aufgemacht und man überlegt, was man hört. ich hab keine kleine CD-Sammlung, aber an solchen Abenden lege ich oft nen Klassiker auf. gestern war es Brothers In Arms und heute....

    Face Value

    ich weiß noch, wie ich meine ersten Gehversuche im Genesis Lager unternahm und irgendwann - nach But Seriously und No Jacket Required, auf Face Value stieß (damals zunächst als Kaufkassette - unfassbar)

    mein erster Gedanke war: Wie kann man so ein unfassbares Album veröffentlichen? Das war von But Seriously genauso weit weg wie von Selling England By The Pound, das ich kurz vorher hatte. Ich war 14 und hatte keine Ahnung vom Werdegang von Genesis oder sonstwem.
    Face Value hatte mich "schwer getroffen" und bis heute lässt es mich nicht mehr los. Es dauerte Jahre, bis ich vieles verstand und vor allem, bis ich erkannte, welches Niveau dieses Album hat. Und bis ich Eric Clapton auf If Leaving me Is Easy raushörte.
    Damals war I'm Not Movin' DIE Nummer schlechthin. heute ist You Know What I Mean die Mutter aller Balladen.

    Das erste mal Droned....was war das für ein beknacktes stück. Und heute? Es gibt wenig Collins Stücke, die genialer sind. Fast das gleiche gilt für Hand in Hand...

    Wer sind eigentlich Genesis? Das faszinierende an Face Value ist, dass es sich, je mehr man es hört, sich immer weiter von irgendwelchen Genesis Alben entfernt. Jeder meint, But Seriously mit Invisible Touch vergleichen zu müssen oder vergleichen zu können. Aber Face Value...das steht einfach nur da und ist groß.

    Alles redet über In The Air Tonight. Collins größte Hypothek. Es war kein Zufall, dass dies bei jedem Konzert nach wie vor DAS Highlight ist. Dass man sich einfach mit ans Schlagzeug setzen und durch die Felle runterpoltern zur Legende machen kann, ist ja fast schon dreist. Aber das passierte. Collins hat das nie getoppt. Mit jedem Album wurde er ein Stück verkrampfter, scheinbar wissend, dass er nie wieder etwas wie Face Value würde erschaffen können

    Bemerkenswert finde ich Shankar, der auf der Face Value DVD sagt (sinngemäß): "Wir hatten keine AHnung, was das für Album wird. Pop, jazz, Instumental, Fusion...wir wussten es nicht. Aber die Art wie Phil arbeitet, er kann sehr spontan alles über den Haufen werden - Phil Collins erinnert mich an Frank Zappa" An wen? Als ich mein Interesse für Genesis & collins entwickelte, war Collins längst die Hassfigur der schreibenden Presse.
    Aber an Face Value, da scheint sich keiner dranzutrauen. Face Value ist zu groß dafür und Collins machte sich im Laufe der Jahre viel zu klein, um etwas vergleichbares zu kreieren.

    Ich kann mich an dem Album zu Tode hören, ich werde es nie leid. Es gibt dafür keine ungünstige Tageszeit. Ich bin leidenschaftlicher Peter Gabriel fan und liebe Selling England und Trick of The Tail - aber: Einmal wurde ich gefragt - "was meinst du, was ist da beste Album, das Genesis oder irgendjemand von Genesis überhaupt jemals veröffentlicht hat?"

    Lange nachdenken musste ich nicht, es gab für mich nur eine Antwort.

    Christian
    it-Redaktion

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  • Steffen
    Moderator
    Beiträge
    2.800
    • 28. April 2006 um 09:26
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    klasse, christian! absolut treffend geschrieben! das zitat von shankar bringt's auf den punkt. die platte birgt einfach so viele unterschiedliche facetten, und hat doch überraschenderweise eindeutig profil. und das profil eines collins ist bis heute einzigartig geblieben, aber war nie mehr so erfrischend naiv und doch so mitreißend wie bei seinem "ersten mal". es ist sowohl emotional als auch soundtechnisch mit abstand die "wärmste" platte. sein profil hat er mit den nächsten zwei platten gefestigt. ab "...but seriously" war's dann leider nur noch aufguss und routine. mit "dance into the light" hat er dann nochmal mit den afrikanischen einflüssen, den 60ies angehauchten gitarren-songs und mit dem verzicht auf drum-machines neues gewagt, aber songwriter-technisch kann sie halt auch nicht mit "face value" mithalten...

    Got no friends? Got no fun? Listen to SPLIFF and you'll see the sun!

    Club-Mitglied seit 1991 +++ GENESIS (11x ab 1987) + PHIL COLLINS (12x ab 1990) + PETER GABRIEL (20x ab 1987) + STEVE HACKETT (12x ab 2003) + MIKE & THE MECHANICS (12x ab 1989) + RAY WILSON/_CUT (8x ab 1999) + THE MUSICAL BOX (15x ab 2003) +++ Nächste Station: 27.05.2026 STEVE HACKETT +++ Alle Kozertbesuche seit 1982

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  • Ernie
    Banjo Man
    Beiträge
    857
    • 28. April 2006 um 12:10
    • #3

    Nun, ohne Zweifel: "Face value" ist sicherlich ein ganz großes Album. Ich denke mir, dass er jedoch damit für seine späteren Kritiker erst den Grundstein des Anstoßes geliefert hat, indem er gezeigt hat, was er eigentlich auch als Komponist und Arrangeur drauf hat!
    Brand X gingen ja sowieso an der Masse vorbei und waren sicherlich auch nicht alleine sein Baby - obwohl sein Einfluss bei "Product" z. B. schon sehr stark war. (Weise nur darauf hin, weil seine Beteiligung bei Brand X "grob" im selben Zeitraum lag!)
    Die Vielschichtigkeit und aus meiner Sicht Qualität hat er auf keinem seiner folgenden Outputs je wieder erreicht. Dieses Album war ja auch vom Ansatz und Hintergrund her sein persönlichstes.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen, alles, was danach kam, war meistens erstklassige Popmusik und sicherlich zu Recht erfolgreich, aber es hat für mich bei weitem nicht mehr den Stellenwert, wie "Face value".
    Zum Schluss noch mein Lieblingsthema. Es exisitiert ein sehr schönes "Remastering" der Platte auf einer Gold-CD von Atlantic. Mir ist unverständlich, warum bis heute noch keines der mehrfach angekündigten remasterten Alben erschienen ist. Die Gold-CD ist lange vergriffen und schweineteuer. Wer dennoch eine Gelegenheit hat und dieses Album liebt, sollte aber unbedingt zugreifen! Es lohnt sich! (Obwohl mein Exemplar einen Kratzer hat. Grrr!) ;)

    That's all folks!

  • Christian
    Administrator
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    22.832
    • 28. April 2006 um 12:17
    • Offizieller Beitrag
    • #4

    seit Jahren liegen die 5.1 Mixxed von Alan Sides der Alben Face Value, No Jacket Required und But Seriously im Panzerschrank von Atlantic Records. Phil hat die Veröffentlichung verhindert, möchte wenn dann alle Alben in 5.1 rausbringen...aber wann das sein wird?

    Christian
    it-Redaktion

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  • sam2309
    Slipperman
    Beiträge
    2.633
    • 28. April 2006 um 13:02
    • #5

    Gut geschrieben chef. Face Value kann ich auch andauernd hören ohne das es mir auf die Nerven geht. Ich glaube es liegt daran, daß es so zeitlos ist und in wirklich jeder Situation hörbar. Es ist Phils bestes Album. Keine Frage :!:

  • Jack Sparrow
    Slipperman
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    2.287
    • 28. April 2006 um 14:31
    • #6

    joa cheffe, da hast du ja dein juwel gefunden. wenn ich in die face value lobeshymnen mit einsteigen will, muss ich es wohl noch einige jahre lang intensiv hören. hab das album noch nicht soo lange.

    Alles hier ist definitv NICHT meine Privatmeinung!

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  • sussudio
    Squonk
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    4.625
    • 28. April 2006 um 15:26
    • #7

    Yo, ich liebe diese LP auch, aber als Einstieg in die Collins-Welt sollte man vielleicht doch lieber mit But Seriously oder No Jacket Required beginnen (so war das jedenfalls bei mir, Face Value kam dann als drittes genau wie bei Christian ;) ). Mal ne andere Frage:
    Ich hab mir eben zum mindestens tausendmillionstenmal die Face Value DVD angesehen, und bei The Roof Is Leaking wird auf der DVD Eric Clapton erwähnt, im Booklet der Face Value CD dagegen wird Eric bei The Roof... nicht erwähnt, da steht nur:

    Me (also Phil): Piano, Vocals
    Daryl: Banjo
    Joe Partridge (wer ist das eigentlich?): Slide Guitar

    von Eric keine Spur. :-?

    Aber, wie gesagt, Face Value ist ein wahrlich großartiges Album. Das sagt selbst der Musikexpress, der ja sonst für unsern Phil nich viel übrig hat. Bei den 50 besten Alben der 80er war Face Value immerhin Platz 37.

    31.10.1997 PHIL COLLINS (Hannover)
    11.06.2004 PHIL COLLINS (Berlin)
    15.06.2007 GENESIS (Hamburg)
    15.06.2012 ROACHFORD (Kiel)
    24.06.2012 MIKE & THE MECHANICS (Kiel)
    18.05.2014 STEVE HACKETT (Hamburg)

  • Mango Kid
    Squonk
    Beiträge
    3.763
    • 28. April 2006 um 16:27
    • #8

    Yoyoyo Face Value ist groß... Das beste von Phil - zweifelsohne und auch unbedingt in meiner Top 10 aller Musikalben die ich kenne vertreten...

    Für mich nach dem obligatorischen ITAT auf Platz 2 ganz klar "The roof is leaking" und dann kommen You know what I mean und If leaving me is easy...
    Aber das ganze Album ist einfach nur perfekt und für mich lebt es davon, dass es in sich stimmig ist - eine Gänsehautatmosphäre schafft und nie langweilig wird. Es gibt wenig Alben, die das toppen können!

    Auf jeden Fall sehr schick geschrieben Chef :topp:

    Smokey, wir sind hier nicht in Vietnam, wir sind hier beim Bowling, da gibt es Regeln.

  • Christian
    Administrator
    Beiträge
    22.832
    • 28. April 2006 um 21:14
    • Offizieller Beitrag
    • #9

    mir fällt grad was auf...als Phil Collins FACE VALUE erschuf, wa war er so alt.....wie ich jetzt :schockiert:

    Christian
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  • Jack Sparrow
    Slipperman
    Beiträge
    2.287
    • 28. April 2006 um 22:47
    • #10
    Zitat von Christian

    mir fällt grad was auf...als Phil Collins FACE VALUE erschuf, wa war er so alt.....wie ich jetzt :schockiert:

    das wird es ja langsam zeit für deinen schöpfungsakt ;)

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