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charles bukowski, oder was?

  • charles bukowski
  • 13. Januar 2009 um 18:46
  • charles bukowski
    Gast
    • 7. Januar 2012 um 15:21
    • #31
    Zitat von Mr. Plod

    Hoppa! Man läßt Dich im Regen stehen mit dem Thread?! Soll nicht sein. Las gerade das letzte Posting, vom Juli. :o Ich kann mich noch nicht mal mit einem wichtigen Rasenturnier oder Frauengeschichten rausreden:augenrollen:, Das habe ich nun davon. Ich glaube, in meiner wilden Zeit habe ich mal was von ihm gelesen, aber das ist zig Flaschen Scotch und noch viel mehr Kisten Bier her. Ehrlich hat es mir nicht sehr gefallen, aber ich werde mich noch mal bemühen, Du wirst mir auch was empfehlen? Aber wenn man Arthur Rimbaud gelesen hat, wird es schwer werden...


    Hi, ist doch nicht so schlimm. Ein kleines bischen Geduld, ich will noch ein paar Zitate über und von Charles zu Dichtern und Dichtung raussuchen. Meine Buchempfehlungen kommen dann damit zusammen:huhu:.

  • charles bukowski
    Gast
    • 16. Januar 2012 um 18:46
    • #32

    Sehr schön finde ich wie hier Tab Jones = Tom Jones im Roman "Hollywood" von Charles Bukowski beschrieben wird aus der Sicht vom Schauspieler François Racine = Steve Baës.
    Zitat:

    Wir gehen also nach nebenan in den Saal. Da steht Tab Jones auf der Bühne und singt. Sein Hemd ist offen, und man sieht den schwarzen Pelz auf seiner Brust. Die Haare sind schweissnass. Und mittendrin ein grosses silbernes Kreuz, das er um den Hals hängen hat. Sein Mund ist schauderhaft. Als hätte man in einen Pfannkuchen ein Loch geboxt. Er trägt eine hautenge Hose, die er vorne mit einem Dildo ausgestopft hat. Er packt seine Eier und singt davon, wie toll er Frauen beglücken kann. Er singt wirklich miserabel, ich meine fürchterlich. Alles von wegen Frauen, und wie er sie beglücken kann, aber es ist total verlogen, denn in Wirklichkeit will er dem nächstbesten Mann seine Zunge in den Arsch bohren. Mir wird ganz übel von seiner Singerei. Und ordentlich Eintritt haben wir auch noch dafür bezahlt. Und wenn man Geld bezahlt für einen Alptraum, ist man wirklich nicht mehr zu retten. Wer ist dieser Tab Jones? Sie zahlen diesem Kerl Tausende von Dollars dafür, dass er einen Dildo trägt und seine Eier packt und im Scheinwerferlicht sein Kreuz glitzern lässt. Gute Männer liegen auf der Strasse und hungern, und hier ist dieser Idiot und wird angehimmelt! Die Frauen kreischen! Sie denken, er ist echt, dieser Pappkamarad, der sich in seinen Träumen an Scheisse verschluckt. "Jon = Barbet Schröder", sage ich," bitte lass uns gehen, mir dreht sich alles. Das ist beleidigend. Ich kotz mir gleich in den Schoss." "Warte", sagt er, "vielleicht wird er besser." Er wird nicht besser, er wird schlechter. Und lauter. Sein Hemd geht noch weiter auf, bis zum Bauchnabel. Eine Frau neben mir stöhnt und greift sich in die Hose. "Madame", frage ich, "haben Sie etwas verloren?" Der Nabel von dem Kerl, er ist wie ein totes Auge. Ekelhaft. Selbst ein Vogel, der dringend mal muss, würde einen Bogen darum machen. Und dann dreht sich Tab Jones um und zeigt uns seinen Hintern! Ich kann Hinterteile jederzeit und überall sehen, und ich will es nicht mal, und hier müssen wir Eintritt bezahlen, um diesen fetten, wabbeligen, hässlichen Arsch anzusehen. Wisst ihr, ich habe schon einiges mitgemacht, ich bin zum Beispiel mal von der Polizei verprügelt worden, wegen nichts! Naja, fast nichts. Aber beim Anblick dieses dämlichen Hinterteils fühlte ich mich schlimmer als an dem Tag, als mich die Polizei wegen nichts niedergeknüppelt hat! "Jon", sagte ich, "wir müssen gehn, oder es ist aus mit mir".
    "Also sind wir gegangen", sagte Jon mit einem Lächeln. "Ich wollte einfach mal Tab Jones sehen".
    François hatte sich in Rage geredet. Schaum bildete sich in seinen Mundwinkeln. Spuckebällchen flogen, während er redete. Seine Zigarre war durchweicht und zerkaut.
    "Tab Jones! Wer ist denn dieser Tab Jones? Was interessiert er mich? Tab Jones ist ein Blödmann! Ich liege fünftausend vorn, und was tun wir? Wir gehn uns Tab Jones ansehen! Was juckt mich Tab Jones? Ich kenne keinen Tab Jones! Mein Bruder heisst nicht so! Nicht mal meine Mutter! Tab Jones ist ein Blödmann!"
    "Kurz und gut, wir gingen zurück zum Roulette", sagte Jon.
    "Ja", sagte François, "ich liege fünftausend vorn und wir haben den toten Dildo singen hören, und meine Konzentration ist hin! Wer ist er denn schon, dieser Tab Jones? Ich habe bessere Männer gesehen, die mussten Möwenkacke aufsammeln! Wo bin ich hier? Die Schüssel rotiert, und ich kenne mich nicht mehr! Ich komme mir vor wie ein Baby, das man in ein Fass vor Taranteln geworfen hat! Was sind das für Zahlen? Was sind das für Farben? Die kleine weisse Kugel fliegt raus und bohrt sich in mein Herz und zerfrisst mich von innen heraus. Ich habe keine Chance. Meine Konzentration ist hin! Dildos marschieren auf und ab, und die Idioten kreischen nach mehr! Mir ist schwindelig. Ich stürze mich mit einer Handvoll Jetons ins Getümmel. Ich seh schon meinen Totenschädel in dem stupiden Sarg. Ich verliere. Ich weiss nicht mehr, wo ich bin. Wenn die Konzentration hin ist und man anfängt einzubrechen, kommt man nie mehr raus. Ich wusste, dass ich keine Chance mehr hatte, und verspielte alles, was ich hatte. Ich machte alles verkehrt, als hätte sich ein Feind in mir eingenistet. Ich war erledigt! Und warum? Weil wir uns unbedingt Tab Jones ansehen mussten! Ich frage euch: Wer ist dieser beschisserne Tab Jones?"

    Zitat Ende.

    Doch unterhaltsam geschrieben. Für Tab Jones kann man einen beliebigen Sänger einsetzen, den man Scheisse findet. Mag hier einer Tom Jones?

  • Mr. Plod
    Banjo Man
    Beiträge
    1.932
    • 2. Februar 2012 um 21:56
    • #33

    The Tiger, nee nicht so richtig. ich habe wohl eine Single von dem, aber die ist aus den Sechzigern, ein Sammlerstück.

    Was ich aber noch ansprechen möchte: Du kennst sicher den Film "Down By Law" von Jim Jarmusch. Da gibt es eine Knastszene, in der eine sehr interessante Diskussion über Literatur vorkommt. Zak sagt spöttisch-skeptisch zu Roberto: "Bob Frost in Italian." Er sagt es so, daß man weder Fragzeichen, noch Frage- und Ausrufezeichen setzen kann, ein Punkt ist auch zu schwach, man hört es nicht heraus. Er stellt diesen Satz quasi in die Welt. Dabei mußte ich spontan an Dich und Deinen Namensvetter denken: Gibt es portugiesische Übersetzungen? Und wenn ja, wie klingt es, ist es passend?

    We can help You

  • charles bukowski
    Gast
    • 2. Februar 2012 um 22:42
    • #34
    Zitat von Mr. Plod

    The Tiger, nee nicht so richtig. ich habe wohl eine Single von dem, aber die ist aus den Sechzigern, ein Sammlerstück.

    Was ich aber noch ansprechen möchte: Du kennst sicher den Film "Down By Law" von Jim Jarmusch. Da gibt es eine Knastszene, in der eine sehr interessante Diskussion über Literatur vorkommt. Zak sagt spöttisch-skeptisch zu Roberto: "Bob Frost in Italian." Er sagt es so, daß man weder Fragzeichen, noch Frage- und Ausrufezeichen setzen kann, ein Punkt ist auch zu schwach, man hört es nicht heraus. Er stellt diesen Satz quasi in die Welt. Dabei mußte ich spontan an Dich und Deinen Namensvetter denken: Gibt es portugiesische Übersetzungen? Und wenn ja, wie klingt es, ist es passend?


    Sorry, habe jetzt nicht kapiert was das mit Charles zu tun hat:). Was sagst du zu meinem Post Alte Fernsehserien?

  • Munro
    Lurker
    Beiträge
    630
    • 11. März 2012 um 16:18
    • #35

    Ich entdecke bei Charles Bukowski immer eine gewisse Ähnlichkeit mit Hunter S. Thompson. Sowohl vom Schreibstil, als auch von der Art und Persönlichkeit her, habe ich den Eindruck, die beiden sind sich sehr ähnlich.

  • charles bukowski
    Gast
    • 11. März 2012 um 17:20
    • #36
    Zitat von Munro

    Ich entdecke bei Charles Bukowski immer eine gewisse Ähnlichkeit mit Hunter S. Thompson. Sowohl vom Schreibstil, als auch von der Art und Persönlichkeit her, habe ich den Eindruck, die beiden sind sich sehr ähnlich.


    Habe noch nichts von Thompson gelesen, sollte ich wohl mal nachholen. Soweit mir bekannt haben sich Thompson und Bukowski nie getroffen, und Bukowski hat ihn nie erwähnt. Immerhin kannten beide aber Allen Ginsberg. Laut Wiki wurde Thompson von der Beat-Generation beeinflusst, Bukowski aber von John Fante und teilweise von Celine.

  • Willow Farm
    Lurker
    Beiträge
    142
    • 12. März 2012 um 20:38
    • #37
    Zitat von charles bukowski

    Hat irgendwer schon die DVD "Charles Bukowski: Born into this" gesehen? Lohnt sich das? Neben der Witwe Linda Lee und der Tochter Marina kommen auch Tom Waits, Sean Penn, Bono Vox und andere Freunde von Charles zu Wort.

    Hi Charles (und alle die es interessiert)
    Ich fürchte diese DVD gibts in deutschen Breitengraden nicht zu kaufen.
    Höchstens bei Amazon in Originalsprache und dann aus Amerika.
    Auf You Tube habe ich aber "Born into this" entdeckt.
    In mehrere Teile geteilt und auf Deutsch.
    Falls du ihn noch nicht gesehen hast.:huhu:

  • charles bukowski
    Gast
    • 12. März 2012 um 20:54
    • #38
    Zitat von Willow Farm

    Hi Charles (und alle die es interessiert)
    Ich fürchte diese DVD gibts in deutschen Breitengraden nicht zu kaufen.
    Höchstens bei Amazon in Originalsprache und dann aus Amerika.
    Auf You Tube habe ich aber "Born into this" entdeckt.
    In mehrere Teile geteilt und auf Deutsch.
    Falls du ihn noch nicht gesehen hast.:huhu:


    Danke für die Info:cool:.
    Hier mal was von Wiki
    Bukowski: Born into This ist eine US-amerikanische Dokumentation aus dem Jahr 2004. Die Regie führte John Dullaghan. Der 113minütige Film behandelt das Leben des amerikanischen Schriftstellers Charles Bukowski.
    Das Leben von Charles Bukowski ist geprägt durch eine schlimme Kindheit, Jahrzehnte der Armut, Alkoholsucht, turbulenten Beziehungen, und schließlich seiner internationalen Berühmtheit als Poet, Schriftsteller und Kult-Figur. In zahlreichen Interviews zeigt der Regisseur John Dullaghan, wie ihn Verwandte, Nachbarn, Jugendfreunde und andere Poeten erlebten. Anhand von Dokumenten, Fotos und Filmaufnahmen zeichnet Dullaghan ein Bild des Schriftstellers, das weit über das Säufer-Image hinausragt.
    Auf dem Sundance Film Festival 2003 war der Film für den Grand Jury Price in der Kategorie Documentary nominiert, erhielt den Preis jedoch nicht. Die Internetseite Rotten Tomatoes wertete 47 Filmkritiken aus, von denen 83% positiv ausfielen, und bezeichnet den Film als „durch und durch fesselnd“[1]

  • Mr. Plod
    Banjo Man
    Beiträge
    1.932
    • 13. März 2012 um 08:56
    • #39

    Charles, kennst Du das Hörbuch "Der Mann mit der Ledertasche" gelesen von Matthias Brandt? Hat gute Kritiken bekommen. Bei ihm ist das Manuskript auch in guten Händen...

    We can help You

  • charles bukowski
    Gast
    • 13. März 2012 um 13:03
    • #40
    Zitat von Mr. Plod

    Charles, kennst Du das Hörbuch "Der Mann mit der Ledertasche" gelesen von Matthias Brandt? Hat gute Kritiken bekommen. Bei ihm ist das Manuskript auch in guten Händen...


    Nein, das Hörbuch kenne ich nicht, habe aber natürlich das Taschenbuch und es schon x-mal gelesen. Streckenweise sehr witzig.:topp:
    Seit Jahrzehnten hat Taylor Hackford die Rechte an "Der Mann mit der Ledertasche", im Original "Post Office", aber einen Film hat er noch nicht zustandegebracht:(.

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