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| GENESIS 1976 bis 1982 Diskussionen über Genesisn von A Trick Of The Tail bis Three Sides Live |
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#321 (permalink) | ||
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it-FORUM User
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Zitat:
(s. mein vorheriger Beitrag).Zitat:
Mit dem "beginnenden Wandel" meine ich den Wandel des breiten Musikgeschmackes in die Richtung: Musik soll Kunst sein und nicht Kommerz. Aber es stimmt: alles ist im Wandel, und nichts ist definitiv aus und vorbei, obwohl es vielleicht so scheinen mag. ![]() genug Off-Topic... obwohl das Thema garnicht weit weg von "Abacab" ist.
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Beiträge: 2911
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#322 (permalink) |
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it-FORUM User
![]() Registriert seit: 21.05.2010
Ort: Leipzig
Beiträge: 755
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@Max:
PHP-Code:
Strawinsky, Berg, Schönberg - und für die Jetzt-Zeit nenne ich noch Krystoff Penderecki, Michael Nyman, Steve Reich, Philipp Glass, Henryk Gorecki, Terry Riley ... Das Ende des Prog-Rocks kam meiner Ansicht durch den koinzidentiellen Zwei-Fronten-Angriff von Punk und Disco. England befand sich Mitte der 70er Jahre im wirtschaftlichen Tief; viele Jugendliche sahen keine Perspektive, wandten sich also entweder dem Punk zu (Aggression) oder der Disco (Betäubung). Außerdem gehört der Trend stets (leider) der Jugend. Wer 1970 20 war, und dem Musik alles bedeutet hatte, war 1978 entweder verheiratet, machte Karriere, oder war frustriert und arbeitslos. Hatte andere Prioritäten im Leben. Auf jeden Fall geben die älteren Typen weniger Geld für Musik aus als die 12-20jährigen, die somit den Markt bestimmen. Nur - die USA bewiesen (fast möchte ich sagen, seltsamerweise) einmal Geschmack und machten das Punk-Zeug nur in Form von Bands wie den Ramones mit. Dort, in diesem riesigen Land, gibt es einfach genug Raum (und Radiostationen) für alles. Die Fans dort verrieten ihre Helden micht so radikal wie die Briten. Und dort gaben Led Zeppelin 1979 in Knebworth ein fantastisches Konzert vor einer gespenstisch kalten und feindlichen Menge, die auf Punk geeicht war. Die Musik-Kritiker verhielten sich absolut charakterlos und verunglimpften plötzlich alles Bestehende. Peter Gabriel wurde einige Jahre später vom "New Musical Express" sogar als Musik-ethnologischer Kolonial-Imperialist bezeichnet. Das mit dem Größenwahn und Prog-Rock-Bombast lässt sich stets einfach behaupten - aber was wäre daran eigentlich schlecht gewesen? Sind die 3-Akkorde-Flegel etwa besser als Peter und sein Rock-Theater? Die haben sich auch nur bei der ursprünglichen Kraft des Rock`n Roll im Stile von Bo Diddley und Ritchie Valens bedient. Selten kann man jedoch von einer neuen Generation erwarten, dass sie, - in den Jahren ihrer Pubertät, - die Idole ihrer älteren Brüder verehrt. Das neue Lebensgefühl einer veränderten sozialen Lage verlangte nach einem neuen Ausdruck, der jenes in die Musik transzendierte. Und das war: scheiße, lasst uns abtanzen bis zu umfallen; oder: scheiße, no future, macht kaputt, was euch kaputt macht. Also: jegliches hat seine Zeit. King Crimson - aber das waren, von den alten "Crimso", nur noch Robert und Bill, - sind für mich eine der wenigen Bands, die neue Wege gingen, ohne den Anspruch einer wirklich innovativen Musik, die den aktuellen Zeitgeist sowohl in sich trägt, als jenen auch verspottet und persifliert, verloren zu haben. Yes fand ich ähnlich gut mit der LP "Drama". 2001 legten Renaissance mit "Tuscany" noch einmal ein sehr gutes Album vor; 2008 Van Der Graaf Generator mit "Trisector". Genesis versuchten sich auf ABACAB wohl auch ein wenig an beiden Richtungen; Post-Punk und Post-Disco bzw. waveigem Philly-Pop. Darum wirkt die Platte so unausgewogen und widersprüchlich. Phil Collins hätte "Me & Sarah Jane nicht schreiben können, stimmt. Aber: er singt, interpretiert es wie der Solist Collins (ab ABACAB überhaupt alles), und nicht mehr, wie der Sänger im Dienste der Gruppe von 75-80. Und das fand ich ebenfalls absolut frustrierend ... das war nicht mehr Genesis, sondern eine Band, die sich besser "Phil and The Supporters" genannt hätte ... ----------------------- Alone, the deaf, the sick the blind turns grimly for the knife the prophet stoops to soothe their brow *Peter Gabriel*: 17.04.93, Berlin, Olympiahalle, 20.05.93, München, Olympiahalle, 29.03.2003, Leipzig, Arena *Genesis*: 12.07.92, Berlin, Maifeld, 04.07, 2007, Leipzig, Zentralstadion, 05.02.98, Leipzig, Messehalle 7, *King Crimson*: 15.06.96, Chemnitz, Stadthalle, 14.06.00, Leipzig, Haus Auensee, *Jethro Tull*: Sommer 85, Budapest, MTK-Stadion, *Page & Plant*: 11/98 Erfurt *Mike Oldfield*: 23.07.99, Parkbühne Leipzig *Rolling Stones* 28.08.99 und 20.06.03, Leipzig, Festwiese *Seigen Ono*: Leipzig, Alte Börse, 11/96 *Ryuichi Sakamoto*: 02.02.2002, Berlin,(Gethsemane?)-Kirche *Neil Young*: 10.07.96, Leipzig, Festwiese *YES*: 30.05.91, München, Olympiahalle, 1997, Dresden, Kulturpalast, 15.03.00, Leipzig, Haus Auensee, 10.11.01, Leipzig, Gewandhaus, 12.06.03, Leipzig, Parkbühne, 09.07.03, München, Tollwood-Zelt, 10.06.04, München, Olympiahalle, *Philip Glass*: 24.03. 96, Hygiene-Museum-Dresden, *Michael Nyman*, Oktober? 1999? Dresden *Steve Reich*, 1997, City-Live-Tour, Berlin und Jena *Bob Dylan*, Leipzig, Messehalle 7, 02.06.98 *The Who*, Leipzig, Völkerschlachtdenkmal, 16.06.07 *Balanescu Quartet*: Kulturarena Jena und Alte Börse Leipzig, 1996 *Van Morrison*: 31.08.06, Parkbühne Leipzig *Kraftwerk*: Leipzig, Haus Auensee, 90? 91? 92? Geändert von Der Teemeister (28.09.2010 um 20:33 Uhr). |
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#323 (permalink) | |
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it-FORUM User
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Zitat:
Aber langsam wird das Thema hier bissel offtopic, Abacab soll ja unterstützt werden und nicht niedergemacht werden
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MISSION PLUSH CHICKEN Mike : ✔ Steve : ✔ ... to be continued There, beyond the bounds of you weak imagination Lie the noble towers of my city, bright and gold. Let me take you there, show you a living story Let me show you others such as me Why did I ever leave? -▲= Shame on you,lazy...-▲= Besucht doch meine Youtubekanäle http://www.youtube.com/user/Mamagog666?feature=mhee http://www.youtube.com/user/illegalalien2?feature=mhee 1. Vorsitzender des Glaskugelclubs |
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#324 (permalink) |
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it-FORUM User
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Ort: Leipzig
Beiträge: 755
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PHP-Code:
geht nicht um die Stimme, sondern um die Art seines Gesanges Akzentuierungen, seinen Manierismus in der Art eines texanischen Dabei macht er nun, ab ABACAB, keinenUnterschied mehr zwischen Genesis und seiner Soloarbeit. Braucht er auch nicht, denn Mike hatte ja zu ihm gesagt: "Schau mal Phil, ich kann jetzt auch so schnulzige Texte schreiben wie Du, und meine Kompositionen auf 3 Akkorde reduzieren, die ich im seichten Fahrwasser der Calypso- Beschwinghtheit belasse ..." Ich unterstüze ABACAB, indem ich ein gutes Haar an der Suppe lasse: "Me & Sarah Jane", "Dodo/Lurker" und "Abacab" sind recht gute Songs ; und "Like It Or Not", ja; selbst "Keep It Dark" kann ich zuweilen etwas abgewinnen. Der Rest ist schrecklich und der Band unwürdig .Mehr kann ich nicht tun für die Scheibe ...![]() |
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#325 (permalink) |
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it-FORUM User
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Wenn man dann schon 5 Songs gut findet, das ist es schon mehr als die Hälfte des Albums
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#326 (permalink) |
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it-FORUM User
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@Teemeister:
Ein sehr interessanter Beitrag. ![]() Ab dieser Stelle muss ich nun passen, mir fehlt dafür wohl das "Selber-Miterlebt-Haben". Die Sache mit den jüngeren Brüdern (die Jüngeren setzen den Trend, weil sie mehr Zeit und Geld für Musik haben) finde ich aber absolut einleuchtend. Damit kann man den radikalen Musikwechsel (zumindest zum Teil) recht gut nachvollziehen. Der Bereich, wo sich beide Beiträge aber (wie ich finde) schneiden, ist, dass sich der Musikgeschmack wieder in Richtung 'anspruchsvollerer' Musik wandeln kann, wenn sich auch die Lebensbedingungen ändern. Woran ich schon gedacht hatte: die heutige Gute-Laune-Dance-Music (fälschlicherweise R&B genannt) als die Musik, die zu der sehr passiven, gemütlichen und wenig hinterfragenden Lebenseinstellung vieler Menschen passt. Zumindest haben die Jugendlichen, die in den 60ern/70ern mit dem Progressive Rock groß geworden sind, in einer politisch recht stürmischen Zeit gelebt, in der - wie ich finde - eine deutlich aktivere, kritischere und gesellschaftskritischere Einstellung vorherrschte. Ich finde es zumindest vorstellbar, dass wenn in einer der nächsten Generationen mehr Gesellschaftskritik und Aktivität im Leben benötigt wird, die Medien mit ihrer kommerziellen, beinahe realsatirischen Geschmacks- und Meinungsmache (DSDS/Singlecharts/Jamba) nicht mehr so glaubwürdig und beliebt sind, wie sie es heute sind.
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#327 (permalink) |
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it-FORUM User
![]() Registriert seit: 02.06.2008
Beiträge: 1.977
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Ich kann das sicherlich auch irgendwie nachvollziehen, wenn man das "Abacab"-Album "unausgewogen und widersprüchlich" (Teemeister) findet. Aber nicht die Begründung, dass sich die Band sozusagen nicht zwischen Punk- und Popeinflüssen entscheiden konnte. Da kann ich nur sagen: GOTTSEIDANK HABEN SIE SICH NICHT VOR (ODER GAR HINTER) EINEN STILISTISCHEN KARREN SPANNEN LASSEN!!!
Der Reiz des Albums besteht für mich u.a. in der lebendigen und offenen / autonomen (!) Auseinandersetzung mit neuen musikalischen Trends / Entwicklungen. Die drei haben jetzt nicht den Fehler gemacht, nur auf die veränderte musikalische Landschaft zu REAGIEREN, sondern sie haben offensichtlich gewagt, zu AGIEREN, indem sie neue Elemente in kreativer Weise adaptiert und eigenständig montiert haben. Das Gesamtbild gab dem Album eine für mich sehr greifbare Identität: Es war bunt, experimentierfreudig, humorvoll, selbstironisch, offen zu vielen Seiten hin - und Genesis haben sich selbst dabei nicht verloren, denn es gibt auf "Abacab" bei aller Heterogenität einen roten Faden: den Minimalismus. (Den leben sie jetzt beherzt und fast jugendlich beschwingt nach Lust und Laune aus.) Dieser Minimalismus war ja wirklich zeitgemäß - sowohl als Antwort auf die eigene Bandgeschichte, die sich nicht in (uninspiriertem) Bombast totlaufen durfte und schon mit "Follow you(...)" sowie "Misunderstanding" usw. mit Erfolg ausprobiert worden war, als auch hinsichtlich der Merkmale von Pop, Punk und Disco. Was "Abacab" aber eben besser macht als wahrscheinlich die meisten (alle?) Punk- / Disco-LPs - der Minimalismus erschöpft sich eben nicht in stilistischer Gleichförmigkeit, folgt keinem Ausdrucksdiktat der tanzwütigen Masse, sondern korrespondiert fantastisch mit der angesprochenen Vielfalt auf diesem umstrittensten Genesis-Album. In diesem Sinne ist es für mich auch durchaus sehr "progressiv". Der Teemeister hat ja King Crimson als ein leuchtendes Beispiel angeführt. Das unterstütze ich sehr - und des Meisters Begründung fand ich wunderbar: Das ist eine Band, welche immer auch aktuelle Entwicklungen registriert, aufnimmt, verarbeitet - und einen ganz eigenen musikalischen Standpunkt daraus entwickelt (u.a. eben auch Trends persifliert, aber auch deutliche Gegengewichte schafft). Hätten Genesis das "Abacab"-Prinzip ernst genommen, dann hätten sie so etwas auch schaffen können. Sie hatten leider, leider keine Lust dazu. |
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#329 (permalink) | |
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it-FORUM User
![]() Registriert seit: 21.05.2010
Ort: Leipzig
Beiträge: 755
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Zitat:
Sagen wir mal so: wenn ich "Shapes" höre, finde ich, ABACAB ist "in places", wie der Enhländer sagt, entscheidend besser. Wenn man so weitergemacht hätte wie mit "Dodo/Lurker", "Me And Sarah Jane", "Abacab" und "Keep it dark" - wäre das für mich akzeptabeler gewesen, als die komplette 2. Seite von Shapes oder gar das WCD-Album. Ob man die Sache nun von "Duke" oder von "Shapes" aus betrachtet: Die progressiven, soundigen, rockigen, verrückten, schrägen, punkigen Ansätze von ABACAB wurde fallengelassen und im Weichspüler ertränkt ... |
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#330 (permalink) |
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it-FORUM User
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Das stimmt schon, mich wunderts wie jemand Abacab als das schlechteste Album darstellen kann...Abacab Sprüht nur so vor verschiedenen Ideen, auch die B-Seiten wie etwa Naminnanu. Und Submarine ist auch was einzigartiges im Genesis Spektrum, Auch der Rest ist Hammer, Abacab,Reply, ja eigentlich das Ganze Album.
Denkt auch mal An Like it or not. Gerade Live ist es DER Song, der am nähesten an sowas wie Afterglow herankam finde ich ... YouTube - Genesis Live Like It Or Not 1981 Montreal Canada (04.Dec.1981)
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