Nun also zu "Supper's Ready", laut vieler Genesis-Anhänger der Genesis-Song schlechthin. Aber ist dem wirklich so?
Zu "Supper's Ready" hab ich seit einiger Zeit ein etwas zwiespältiges Verhältnis. Einerseits ist es kompositorisch, wie spiel- und gesangstechnisch auf sehr hohem Niveau (besonders hervorzuheben ist die Rhythmusfraktion, wobei auch Tony und Peter sehr gute Arbet leisten, über die Texte kann man sicher streiten), andererseits wirkt es doch ziemlich arg zusammengestückelt, also mehrere Songs aneinandergeklebt. Was möglicherweise auch der Grund ist, dass Genesis sich danach nie wieder an einem weiteren eine LP-Seite umfassenden Stück versucht haben. Wenn ich mir mal andere Musiker aus jener Zeit zu Gemüte führe wie Pink Floyd, Mike Oldfield, ELP, Van der Graaf Generator oder Yes, die ja schon mehrere Longtracks in ihrem Repertoire haben, muss ich feststellen, dass diese einfach das bessere Händchen für Longtracks haben, da diese meist von den Kompositionen her geschlossener sind und nicht so zusammengestückelt.
Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich bin froh, dass es "Supper's Ready" gibt und ich bereue im Nachhinein keine Zeit, in der ich dieses Stück gehört habe. Jedoch ist SR, um Unbedarften die frühen Genesis mit Gabriel als Frontmann näherzubringen, nicht unbedingt die perfekteste Wahl. Da eignen sich Stücke wie "Firth Of Fifth", "Cinema Show", "Musical Box", "Fountain Of Salmacis", "Get Em Out By Friday" oder "Watcher Of The Skies" einfach besser.