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  4. PINK FLOYD / David Gilmour / Roger Waters

Pink Floyd: Studioalben-Notenvergabe

  • tom
  • 18. Januar 2012 um 00:58
  • Online
    townman
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.036
    • 22. Januar 2012 um 10:11
    • #31
    Zitat von TM Productions

    Habe gestern abend und heute morgen mal nach langer Zeit wieder "A Momentary Lapse Of Reason" gehört - soo schlecht ist das aber doch nun wirklich nicht! - Da gibt es ein paar schöne Momente. (...)One Slip[/I] fand ich immer schon einen tollen Song, der auch auf jedem anderen Album ein Höhepunkt wäre. (...)
    Sicher ist das Album kein Klassiker (...)

    Da möchte ich mich voll anschließen. Das Album habe ich von Anfang an gemocht, "One slip" allen voran. Der Song als erste Zugabe bei der damaligen Tour hat mich total weggeblasen ("Run like hell" gleich danach dann erst recht).
    Dass das Album kein "Klassiker" werden würde, war allerdings auch sofort klar. War mir aber fast egal, da ich mich riesig über die Wiederauferstehung einer schon totgesagten Band freute, welche ein Album rausbrachte, das ich mir sogar komplett anhören mochte.

    "Das ist kein Klassiker mehr, da fehlt mir der Wahnsinn von Waters, das Überraschende der Siebziger-Alben, das Neue, Atemraubende, der Sound, die Überraschung eben." (Mr. Plod)

    "Momentary lapse" war musikalisch sicherlich kein Überflieger und hat auch vom Konzept her kein so unglaubliches Profil. Ich weiß aber noch, dass ich damals dachte: "Ach, so hört sich also ein neuer Floyd-Sound an." Da gibt es schon Stellen und Songs, die mit "The wall" oder "Wish you were here" nichts mehr gemein haben.

    Witzigerweise habe ich den "Ach-Gott-jetzt-wiederholen-sie-sich-nur-noch-das-habe-ich-alles-schon-einmal-und-dann-noch-besser-gehört"-Effekt bei "Division bell" gespürt - und zwar heftigst. Das Album war und ist für mich Inbegriff einer erschreckend konsequenten Selbstkopie.

    Zitat von Monti

    Ich denke nicht, dass es ein CAS darstellt.

    Sehe ich auch so. CAS war ein selbst produzierter Grabstein, "Momentary lapse" hingegen der Auftakt einer zumindest live Aufsehen erregenden Wiedergeburt + (erfolgreichem) Nachfolgealbum + höchst angesehenem Live-Album. (Wobei ich auch sagen muss: "Delicate sound of Thunder" steht bei mir nicht niedriger im Kurs als "Pulse".)

    Bis ich hier mitvoten könnte, müsste ich mir noch so einiges anhören. Aber zumindest mit "Piper" habe ich schon angefangen und muss sagen, dass mir das kaum mehr etwas gibt. Das wirkt auf mich nur noch wie eine Spielerei aus vergangenen Tagen. Schade. Bin gespannt, ob "Saucerful of secrets" noch ein wenig Magie für mich bereit hält.


  • BlackFox
    Lurker
    Beiträge
    582
    • 23. Januar 2012 um 11:28
    • #32

    Erstmal generell ! Es ist mir immer eine Freude die hochinteressanten
    Posts von TM zu lesen. Fundierte sachliche Meinung und immer lesenswert
    geschrieben.

    Nun aber zu Momentary Lapse. Gilmour selber sagte mal, es sei ein sehr
    technisches, wenig musikalisches Album. Dem Stimme ich zu. Das liegt
    sicherlich auch am relativ kalten 80'er Jahre Sound. Songs wie One Slip und
    Terminal Frost sind trotzdem sehr hörenswert. Außerdem ist mit Sorrow
    einer meiner absoluten Floyd-Favoriten vertreten.

    Außerdem würde mich eine Immersion Box mit dem neuen Mix + neue Drums
    (Sic!!!) von Mason enorm reizen. Das recht statische Drumming empfand ich immer als einen der größten Schwachpunkte, neben dem kalten Sound eben.
    Um ehrlich zu sein, könnte diese Box zu meiner Lieblings-Immersion-Variante werden. Pink Floyd haben sich immer weiterentwickelt und egal was man von
    AMLOR hält, nach The Wall und The Final Cut war ein anderer Sound dringend
    notwendig geworden.

    Division Bell empfinde ich als eine weiter auf Kommerz
    getrimmte Vermischung von Dark Side und Wish You Were Here. Ich schätze
    dieses Album dennoch sehr. Ich stehe auf Bombast und TDB war mit seinen
    einschmeichelnden Melodien und dem Hang zur Gigantomanie in der Produktion
    ebenfalls ein, für mich, großes Floyd-Werk.

  • Mr. Plod
    Banjo Man
    Beiträge
    1.932
    • 23. Januar 2012 um 21:23
    • #33
    Zitat von Monti

    Ich denke nicht, dass es ein CAS darstellt. Eher ein IT. Mit AMROR kann man eher größere Massen ansprechen da es ziemlich zugänglich ist. Ich bin ja noch ziemlich jung was Floyd angeht. In einem jahr wird sichs sicher auch geändert haben. Aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich bei dem Album nur daliegen und relaxen.

    Ja, das gönne ich Dir auch, daß Du relaxen kannst. Mit Anfang 20 war das bei mir auch noch alles so neu(Ummagumma klang z.B. sooo toll), Entdecken hier und da, jetzt langweile ich mich schon oft, es gibt immer weniger zu Neues zufinden...und ich klinge schon wie ein alter Sack :mrgreen:

    CRANK IT UP!:genesis:

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  • Mr. Plod
    Banjo Man
    Beiträge
    1.932
    • 25. Januar 2012 um 08:14
    • #34

    Zum Entspannen fällt mir was relativ neues ein, mit allerdings nur Zweidrittel Floyds: On An Island von Gilmour, die ist hinreißend!:-D

    David Gilmour - On an Island Live BBC2 2006 - YouTube

    We can help You

  • doctordiper
    Slipperman
    Beiträge
    2.993
    • 25. Januar 2012 um 11:51
    • #35

    On An Island ist ja praktischer Nachfolger von Division Bell und hat nichts weniger in der Qualität des Floyd Sounds, des Konzepts und der sehr guten Kompositionen, die teilweise inpirierter sind als auf TDB.

  • tom
    Moderator
    Beiträge
    7.991
    • 25. Januar 2012 um 13:07
    • Offizieller Beitrag
    • #36
    Zitat von doctordiper

    On An Island ist ja praktischer Nachfolger von Division Bell und hat nichts weniger in der Qualität des Floyd Sounds, des Konzepts und der sehr guten Kompositionen, die teilweise inpirierter sind als auf TDB.

    Sorry, aber die Ansicht kann ich nicht teilen - "On An Island" hatte ich mir sofort und blind gekauft, fand es aber nur enttäuschend und langweilig. Es kommt in keiner Sekunde an "Division Bell" heran, sondern ist nur ein altersmüdes Spätwerk.

    Habe jetzt, wie angekündigt, "Atom Heart Mother" (2011 Remaster) überstanden und in zwei Etappen gehört. Dabei war aus Versehen der Shuffle-Knopf im iPhone gedrückt, so dass ich die Songs der zweiten LP-Seite nicht in der korrekten Reihenfolge gehört habe, was die nachträgliche Zuordnung meiner Eindrücke etwas erschwert. Begonnen hat das aber mit der berüchtigten Atom Heart Mother Suite - die ich als "interessant" charakterisieren würde, ohne dass das jetzt ein Euphemismus sein soll. Sie haben hier definitiv was gewagt und Neuland beschritten, auch wenn das Experiment mit Bläsern und einem klassisch ausgebildeten Chor wohl als weitgehend gescheitert angesehen wird. Ich fand es weitgehend OK, wobei es im Mittelteil natürlich etwas zu kakophonisch zuging und mir der "Text" des Chorgesangs mehrfach spontane Heiterkeit bereitet hatte "Ssa ssa ssa ssa whsss - rrrrrrrr ho di rabatika gogotschaaah ... Wasserkuh, Wasserkuh - ruckuku ruckuku" - das hat schon viel Schönes. :)
    Von den ziemlich sinnfreien Experimenten (wohl zuviel Stockhausen gehört die Jungs) mal abgesehen ist das Stück aber harmlos, durchaus anhörbar, schafft es aber nicht annähernd, eine vergleichbar magische Athmosphäre zu erzeugen wie ein Jahr später das ebenfalls LP-Seiten-füllende Echoes. Vielleicht sind es auch die Bläser, die über weite Strecken dann doch zu konventionell arrangiert sind und bei denen man oft das Gefühl hat, dass ihre Melodielinien, von einer Hammond oder einem Mellotron gespielt, besser gekommen wären.

    Die B-Seite des Albums ist auf jeden Fall zugänglicher. If - so etwas wie die Blaupause einer klassischen Roger-Waters-Ballade, nett aber etwas spannungslos. Summer '68 dann eine überraschend kurzweilige Einlage von Rick Wright - hier sind die Bläser besser passend eingesetzt. Fat Old Sun beginnt dann -für mich überraschend, denn das war mir bisher gar nicht aufgefallen- mit dem gleichen Glockengebimmel wie 24 Jahre später High Hopes - es ist nicht ganz identisch, ich habe aber nachhören müssen um mich zu vergewissern. Ansonsten ist der Song, der am ehesten schon in Richtung "Meddle" geht, der vielleicht erste richtig gute Gilmour-Song, auch wenn ausgerechnet hier das Gitarrensolo an Ende klingt, als hätte es ein Anfänger gespielt. Schon seltsam, dennoch mein Favorit auf diesem Album. Mit Alan's Psychedelic Breakfast, einem weiteren Longtrack, wird man allerdings wieder ein wenig zu "Ummagumma" zurückgeworfen. Nach den lustigen Frühstücksgeräuschen zu Beginn ertönt mehrstimmiges pentatonisches Gedudel, dann schlürft Alan (etwas zu übertrieben) Tee, macht den Herd an und dazu erklingen akustische Gitarren, später die Pedal-Steel, offenbar Gilmours Beitrag. Plätschert etwas vor sich hin - am Ende hören wir passend dazu das Spiegelei brutzeln. Klingt lecker. Die letzten vier Minuten gehören dann der Band, die sich im Midtempo durch ein gefälliges, aber höhepunktloses Instrumental spielt - zum Schluss macht Alan dann den Abwasch und das Album ist zuende.

    Es fehlen zu einem guten Floyd-Album ein wenig die großen Kompositionen und mit der Titel-Suite hat man sich ein wenig verzettelt, aber so ist es ein schönes Übergangsalbum, das gut in die Zeit passt. 1970 war ohnehin ein Jahr der Veränderungen, schon weil sich die Beatles endgültig auflösten und so Platz machten für einen Haufen neuer Bands, die alle ungefähr gleichzeitig aus den Startlöchern kamen. Hier mit "befriedigend +" sicher insgesamt korrekt bewertet, sicher besser als sein Ruf und sicher nicht alles "pretty horrible" (David Gilmour in der Nachbetrachtung).

    Mein Blog: Rockworte
    Mein Solo-Album: "Geduld, meine Herren, Geduld! (Die Grundig-Demos 1980-83)"

    3 Mal editiert, zuletzt von tom (25. Januar 2012 um 13:15)

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  • Christian
    Administrator
    Beiträge
    22.832
    • 25. Januar 2012 um 13:41
    • Offizieller Beitrag
    • #37
    Zitat von doctordiper

    On An Island ist ja praktischer Nachfolger von Division Bell und hat nichts weniger in der Qualität des Floyd Sounds, des Konzepts und der sehr guten Kompositionen, die teilweise inpirierter sind als auf TDB.

    das sehe ich wie Tom anders. On An Island ist was völlig anderes und hat mit The Division Bell in etwa so viel gemeinsam wie Nursery Cryme und der Tarzan Soundtrack.

    Bis heute bleibt das Gilmour Konzert in München das einzige Konzert, bei dem ich eingeschlafen bin - während On An island. Frag mal martinus...

    Christian
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  • BlackFox
    Lurker
    Beiträge
    582
    • 25. Januar 2012 um 14:05
    • #38

    Komischerweise finde ich die frühen Floyd Platten, je älter ich werde, zunehmend besser. Gestern Nachmittag habe ich im Auto San Tropez gehört und war regelrecht angetan........

    Atom Heart Mother hatte ich eigentlich nur im Schrank, weil Pink Floyd drauf steht. Entdeckt habe ich die Scheibe erst viel später. Und meine Freude daran, hat mit den aktuellen Remasters nochmals deutlich zugenommen.

    Zu On An Island habe ich das zwiespältigste Gefühl aller meiner Platten.
    Manchmal liebe ich sie, manchmal möchte ich Gilmour dazu eine Briefbombe
    schicken. Insgesamt sehe ich sie auch recht nah bei TDB, nur eben orchestraler und minimalistischer. Aber der Titeltrack oder Take a breath wären auch auf TDB nicht aufgefallen. Außerdem hat OAI ganz klar den Aufbau der letzten Gilmour Floyd Platten. Instrumental, 2-3 Midtemposongs, 2-3 schnellere Sachen und bombastischer Ausklang.

    Außerdem erinnern mich Sachen wie Were We Start, sehr an die die kurzen
    Songs von Atom Heart Mother, Meddle oder Obscured by clouds.

    Im Endeffekt hätte OAI durchaus als Floyd Album herausgebracht werden können. Im Gegensatz zu Gilmour und About Face, die sie meines Erachtens
    mehr von PF abheben.

  • doctordiper
    Slipperman
    Beiträge
    2.993
    • 25. Januar 2012 um 14:45
    • #39
    Zitat

    "On An Island" hatte ich mir sofort und blind gekauft, fand es aber nur enttäuschend und langweilig. Es kommt in keiner Sekunde an "Division Bell" heran, sondern ist nur ein altersmüdes Spätwerk.

    Zitat

    On An Island ist was völlig anderes und hat mit The Division Bell in etwa so viel gemeinsam wie Nursery Cryme und der Tarzan Soundtrack.

    Was für vorlaute Behauptungen, mir fehlt da jeden Bezug, das ist das Problem mit Behauptungen wenn vergessen wird klar zu Stellen dass es sich um Euren Geschmack handelt, und nicht um eine musikalisch nachvollziehbare Analyse. Diesbezüglich bemüht sich Black Fox in seiner Bemerkung etwas mehr:

    Zitat

    Außerdem hat OAI ganz klar den Aufbau der letzten Gilmour Floyd Platten. Instrumental, 2-3 Midtemposongs, 2-3 schnellere Sachen und bombastischer Ausklang.

    Ich antworte auf subjektive Antworten auch nicht anders als subjektiv.

    Also Division Bell ist für mich eines der besten PF Alben seit Animals, The Wall, Final Cut und MLOR. Diese haben zwar bombastische Produktionen, prägnante Visual und Logo's, aber sind musikalisch einfach schwächer (nach meinen Geschmack)
    Zudem hat DB eine spannende Song Reihenfolge.
    Die Pulse Tour hat Division Bell da richtig zur Geltung gebracht.

    On An Island ist in der gleichen Richtung, vieleicht nicht besser - das ist Geschmackssache - aber reicher an Ideen.
    Es ist halt immer eine Sache der Geduld, ich weiss, es ist nicht einfach aus den vorgenormten Hörgewohnheiten zu entweichen und sich zu erlauben das an zu hören was ein Künstler selber neu entdeckt hat, und Gilmour hat mit OAI komponiert wie noch nie zuvor.

    Es ist interressanterweise ein guter Kompromiss zwischen den Floyd Sachen und seine neueren Kompositionen, zB ist für mich das Solo von THE BLUE eines der feinsten das Gilmour jemals gespielt hat, und im Styl gar nicht so weit entfernt wie US AND THEM (obwohl es nicht die gleichen Autoren sind)
    Auch das Line-Up ist fantastisch, auch da hat Gilmour ein passende Besatzung zu seinen Songs gefunden. Sind vieleicht nicht mehr die jüngsten, aber sie machen die Musik die zu ihrem Alter passt, gerade dann wenn man nichts mehr zu beweisen hat. Wer will noch mit 60 die gleichen Sachen erzählen wie mit 20....

    In der gesamten Produktion und dem Inhalt hat On An Island Division Bell nichts zu beneiden, es ist einfach reifer und persönlicher.

    Und andere Frage: ist das eine Art "Best of Remaster" ?
    A Foot In The Door (The Best Of Pink Floyd): Pink Floyd: Amazon.de: Musik

    15 Mal editiert, zuletzt von doctordiper (25. Januar 2012 um 16:33)

  • HoHoHo
    Giant Hogweed
    Beiträge
    7.284
    • 25. Januar 2012 um 19:49
    • #40
    Zitat von doctordiper


    Und andere Frage: ist das eine Art "Best of Remaster" ?
    A Foot In The Door (The Best Of Pink Floyd): Pink Floyd: Amazon.de: Musik



    Ja, das ist eine neue "Best of" Zusammenstellung die im Rahmen der "Why Pink Floyd" Kampagne von EMI veröffentlicht wurde. Völlig sinnlos insbesondere wenn man bedenkt wie gut die "Echoes" Best of 2CD zusammengestellt war, die hatte auch ein perfektes Booklet und 'nen guten Klang, die neue "A Foot in the Door" ist dagegen einfach sinnlos, hat wohl ein mageres Booklet und ist m. E. nicht wirklich gut zusammengestellt (was bei nur einer CD auch nicht anders zu erwarten ist).

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