Zitat:
Zitat von Tamatommy
it-user townman schrieb, daß der Mittelteil von IKWIL etwas träge daherkäme. Er sollte wissen, daß gerade da PHIL zu seiner damals schon altbekannten "Tarantella" antrat, und sich tanzend wie ein bayrischer Schuhplattler die Tambourines an Kopf, Ellenbögen, Knie und Füße schlug, sich dann zwischendurch immer mal den Applaus des Publikums holte und sich somit auch selbstironisch auf die Schippe nahm.
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Ist bekannt. Und da kommt eben die Frage auf, ob es sinnvoll oder verwerflich ist, Live-Aufnahmen gegebenenfalls auch zu verändern, in diesem Fall z.B. zu kürzen.
Tatsache ist, dass bei IKWIL auf SO ein recht langer Teil existiert, in dem musikalisch auf "Endlosschleife" gestellt wird - und wo dem Publikum live ja auch was geboten wurde. Der Plattenhörer jedoch bekommt dieses "Entertaining" eben nur ansatzweise mit, sodass meine Aufmerksamkeit bei dieser Stelle stets (das war schon immer so) verloren geht.
Ich bin kein Anhänger der Theorie, ein Live-Mitschnitt müsse quasi dokumentarisch sein - ohne Overdubs, Schnitte usw. Nein, ich betrachte eine "Live"-Veröffentlichung als eigenständiges Kunstwerk - und da hat Leerlauf m.E. keine Berechtigung bzw. ist ein künstlerisches Defizit.
Weiter oben sagte ich schon, dass mich z.B. die Umstellungen der Setlist nicht stören, sofern eine LP-gerechte Dramaturgie entsteht.
Mich stört auch überhaupt nicht, wenn im Studio ausgebessert / nachproduziert usw. wird: Hauptsache, es kommt dabei was Gutes raus. Nur das Endprodukt zählt, alles andere ist dabei (für mich jedenfalls) sekundär.
Dass das schwer ist und unbedingt mit Vorsicht zu genießen, weil die Atmosphäre dabei auch leicht nicht mehr authentisch, sondern eben "produziert" / künstlich wirkt, würde ich auf jeden Fall so sehen. Deswegen darf man's auf keinen Fall übertreiben.
Aber mir ist es ganz egal, wenn mein sehr verehrter F. Zappa bei seinen letzten Live-Veröffentlichungen stets mit "No overdubs" geworben hat. Von mir aus hätte er auch "nachbasteln" können - sofern das für das Endprodukt förderlich gewesen wäre.
Letztes Beispiel: Ich liebe ja die LLDOB-Aufnahme von der "Archive". Und das hängt mit Sicherheit u.a. damit zusammen, dass Gabriel in späteren Jahren erkannt hat (ich hab's irgendwo auch von ihm gelesen oder gehört), dass sein Gesang bei Genesis eben nicht so sauber und "gekonnt" rüberkam (ausdrucksstark / charismatisch war er natürlich trotzdem) - was für eine Riesenfreude für mich, ihn so stark zu hören, auch wenn's "gemogelt" ist. Aber die Gesamtaufnahme lässt sich jetzt richtig genießen, anstatt immer durch die sängerischen Defizite beeinträchtigt zu sein. Und wie schlimm wäre es gewesen, wenn die Band "It" nicht drangehängt hätten... (Guter Fake, Jungs!)