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Telling Stories: Ray Wilsons Unplugged Deutschland-Premiere


Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir uns Genesis-Konzerte angesehen und vorne stand und sang ein Mann, der es einfach nicht fassen konnte, für diese Rocklegende zu singen. "Wenn ich mit Genesis baden gehe, ist auch meine Karriere im Eimer", hatte Ray Wilson dem britischen Magazin "Select" damals gesagt. Der Rest ist Geschichte. Das Album Millionairhead seiner Band Cut floppte, Calling All Stations kam in den USA nicht an. Grund genug für Tony und Mike, das Projekt einzustampfen. Ray wurde depressiv und stand tatsächlich vor dem Scherbenhaufen seiner Karriere.


Es dauerte einige Zeit, bis er sich berappelte. Die Band Cut legte er aufs Eis mit dem Ziel, ein Soloalbum zu veröffentlichen. Uncut sollte es zunächst heißen, einige Songs stellte er sogar auf seine Homepage. Die verschwanden dann irgendwann, genauso wie das Projekt Uncut und Ray kündigte an, etwas touren zu wollen. Es ist in keinster Weise verwunderlich, dass er den Start seiner "Storytellers"-Tour in Edinburgh machte. Es war für ihn quasi ein Heimspiel. 13 ausverkaufte Shows waren Balsam für sein angeschlagenes Selbstbewusstsein. Er machte den Leuten Spaß, nur mit Gitarre, Bruder und Amanda Lyon bewaffnet spielte er seine ganze Karriere rauf und runter und noch ein bisschen mehr. Eine CD veröffentlichte er auf seiner Website. Aber in Deutschland hatte er seit Cut 1999 nicht mehr gespielt.

In diesem Sommer war es endlich soweit! Ray kündigte ein Gastspiel beim Stadtfest in Duisburg an. Das Stadtfest am Parkhaus hat in Duisburg zwar Tradition, ist aber nicht unbedingt ein optimaler Rahmen für einen Ray Wilson unplugged Gig. Im Normalfall gröhlen die Leute dort Wolfgang Petry Songs, nicht selten treten lange ausgediente Schlagerstars auf. Nur manchmal verirrt sich aber auch gute Rockmusik dort hin.

Ray war am 15.6.2002 quasi Headliner der Gratisshow und betrat pünktlich um 22 Uhr die Bühne. Das Wetter spielte mit, es war angenehm warm und der drohende Regen blieb aus. Ray sah die etwa 2000 Besucher und musste etwas schmunzeln. Entsprechend überraschend war für die Anwesenden der Opener Biko, nicht eben eine mitreißende Partynummer, aber ein Song mit hohem Wiedererkennungswert. Überhaupt sollten die Anwesenden an diesem Abend noch sehr oft über bekannte Klassiker der Rockgeschichte staunen können. So verschaffte sich Ray vor größtenteils fremden Publikum direkt mehrere Pluspunkte. Aufgelockert klingen die Songs durch die akustische Darbietung und Rays Stimme ist in Topform, ebenso sein Humor. Spätestens beim zweiten Song, Follow You Follow Me, hatte er das Publikum auf seiner Seite. Es folgte eine teils sehr überraschende Reise durch die Musikgeschichte. David Bowie, Bob Dylan, Unmengen Genesis. Natürlich auch Stiltskin und sogar Pink Floyd. Mitreißend war seine Version von Springsteens Born To Run, überwältigend wie überraschend der Genesis Klassiker Ripples, das Ray als seinen Lieblingssong des besten Genesis-Albums ankündigte. Pink Floyds Wish You Were Here verfehlte seine Wirkung nicht, ebenso wenig wie die mutigen akustischen Versionen von The Lamb Lies Down On Broadway, Mama oder There Must Be Some Other Way. Nicht zu fassen, dachte man sich, was der mit den beiden Gitarren aus diesen Songs rausholt. Etwa 80 Minuten dauerte der normale Set, danach folgte fast eine Stunde lang ein Zugabengewitter. Die Leute wollten ihn nicht gehen lassen und Ray hatte einen Mordsspaß. Er hatte sich für sein einziges Solokonzert am Tag darauf in der Kaue Gelsenkirchen warmgespielt.

 

16.6.2002, Kaue Gelsenkirchen, viertel nach 6 abends. Nichts los in der Kaue, ein paar Fans haben sich in die Bar zurückgezogen. Mit Interviewtermin im Gepäck wird erst mal der Veranstalter gesucht. "Er ist nicht so gut drauf", berichtete Wolfgang von Impuls Promotion, "Irgendwie hat er nicht so richtig Lust, seine Stimme ist angeschlagen". Ray nahm vor der Show noch ein Special fürs Radio auf, also würde das Interview erst nach der Show stattfinden. Etwas besorgt aufgrund der Aussagen des Veranstalters strömten dann doch etwa 250 Fans in die bestuhlte, aber sehr ansprechend eingerichtete Kaue. Von 2 Ebenen aus konnte man die Show verfolgen. Ray kam wieder relativ pünktlich auf die Bühne, fing diesmal wortlos mit Follow You Follow Me an, das er nach einem Spielfehler abrupt abbrach und Lover's Leap spielte. Gekoppelt mit den Aussagen des Veranstalters bezüglich seiner Stimmung ging das ja gut los. Allerdings sollte sich bald herausstellen, dass sein Konzert in der Kaue tatsächlich zu einem ganz besonderen Auftritt wurde.

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Man konnte sehen, wie er Amanda und Steve spontan den nächsten Song zurief. Keine feste Setlist, einfach nur rausgehen und spielen. Es folgte ein Reigen alter Genesis-Klassiker, bei dem auf Follow You Follow Me nochmals gespielt wurde - und diesmal ohne Panne. Die meisten Songs des Abends hatte er auch schon in Duisburg gespielt, allerdings in völlig anderer Reihenfolge. Nach einem wieder genialen Ripples spielte Ray nun endlich ein paar neue Songs. Während Gouranga beim ersten Hören etwas unentschlossen wirkt, klebt sich Change, der Titelsong des neuen Albums, sofort ins Ohr. Der Song stellt quasi die positive Fortsetzung von Ghost dar, das wenige Songs vorher gespielt wurde.

Jetzt griff Ray in die Kiste mit Klassikern. Forever Young und Blowing In The Wind von Bob Dylan, Ziggy Stardust und Space Oddity von David Bowie und schließlich Born To Run von Bruce "The Boss" Springsteen. Auch Stiltskin kommt nicht zu kurz. Schließlich gibt es etliche Zugaben mit einer bunten Mischung, bei der auch Pink Floyds Wish You Were Here wieder gespielt wird. Auch die Genesis-Fraktion unter den Fans, die natürlich deutlich in der Mehrheit ist, kommt mit Mama, There Must Be Some Other Way oder einem grandiosen Fading Lights noch mal voll auf ihre Kosten. Ganz am Ende gab's auch noch einen neuen Song, der noch keinen Titel hatte.

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Ray erzählte immer wieder erheiternde Geschichten zwischen den Songs. So berichtete er von der ersten Session bei Calling All Stations, als Mike ihm einen Song vorsang und er lachen musste. Die Geschichte ist bekannt, Ray erzählte vor ein paar Jahren, dass dies bei dem Titelsong geschehen war. In der Kaue brachte er die Geschichte aber mit Shipwrecked in Verbindung. Beim Song Change erzählte er von seiner schweren Zeit: "I've lost my house, my girl, my car ... my flat ... now I live in a caravan (Gelächter)"with Fish". Mit solchen Stories gewann er schnell die Sympathien des Publikums. Nachdenklich ging es auch zu, im großen und ganzen aber stand die gute Laune im Vordergrund.

Im Herbst 2002 kommt Ray wieder nach Deutschland im Rahmen einer etwas größeren Tour. Das Konzert in der Kaue war mehr als nur eine Werbung für ein Live-Konzert von Ray Wilson.

Im anschließenden Interview verriet uns Ray einige interessante Fakten zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.


Autor: Christian Gerhardts
Fotos: Christian Gudrian

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Ray Wilson


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