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Phil Collins gelingt das Kunststück, mit einem Mainstream-Manifest Dienst am Fan zu leisten.


Zum verrückt werden. Seit Jahren nimmt die Qualität bei Collins’ Platten im Vergleich zu frühen Werken ab - dazu kamen halbherzige, teils belanglose Compilations oder Konzertmitschnitte. Mittendrin dann auch zwei erstklassige Dokumentationen. Zum einen die Entstehungsgeschichte des besten Phil Collins-Albums Face Value, zum anderen ein erfrischender Rückblick auf 35 Jahre Collins: A Life Less Ordinary.

Ungewöhnlich geschludert wurde bei der DVD zur Trip Into The Light-Tournee. Nur 5.0, es scheppert, das Bild…naja. Und das Konzert nicht mal komplett. Super. Aufatmen konnte man eher bei der DVD-Veröffentlichung des Konzertes auf der Berliner Waldbühne. Erstklassiger Sound, hochwertige Bilder und akzeptables Bonusmaterial. Offenbar hatte man im Collins-Lager die Möglichkeiten des Mediums DVD erkannt.

coverUnd was macht Phil? Soundtracks, Reunion-Gerüchte streuen, geht zu Stefan Raab, macht Spaß mit allen und dann…allen Unkenrufen zum Trotz kam sie dann, die Abschlusswelttournee. Doch Collins wäre nicht Collins, wenn das Ganze nicht einen peinlichen wie treffenden Titel bekommt: The First Final Farewell Tour nannte er die Konzertreise. Das lässt genug Möglichkeiten für die Second Final Farewell Tour mit Genesis und die Third Final Farewell Tour mit der Big Band. Oder Brand X. Aber nein, alles nur Spaß. Phil macht einen Witz. Er wolle wirklich aufhören, doch als die erste Setlist durchsickerte, da war’s vorbei mit dem Spaß im Fanlager. Der Ausdruck „belangloser Sicherheitsset“ gehörte da schon zu den freundlicheren Umschreibungen. Collins will so’n bisschen abdanken, das mag dem Fan so’n bisschen halbgar vorkommen, angesichts der Balladenflut im Set. Fakt ist aber: Collins reiht Hit an Hit, Zeit zum Verschnaufen hat keiner, außer die „echten Fans“, die vor lauter Schnaufen den Kaffee schon längst auf haben. Oder die Konzertbesucher im Stadion, die wegen des Regens Tage später erkältungsbedingt anfingen zu schnaufen.


Ganz egal, Collins sagt laut Servus, haut auf die Pauke, singt seine Hits in den Wald hinein und so schallt’s auch heraus. Die breite Masse ist verzückt, besonders in Deutschland und Frankreich gibt es kaum einen erfolgreicheren Musiker. Phil, the singing drummer, liefert ab, was alle wollen. Als wären wir in Bayern und jeder wählt sowieso CSU.


Und so kam es, wie es kommen musste. Drei Mal Paris, das muss man filmen. Die DVD im Weihnachtsgeschäft macht sich prächtig und ein Konzertdokument stellt sich jeder Fan gern ins Regal. Aber Phil will mehr. Nicht einfach einen Konzertfilm, nein – er will richtig auf die Kacke hauen. Hamish Hamilton hat er als Regisseur engagiert und hatte keinen Plan, wer das überhaupt ist. Er zeichnete die animierten Menüs selber, und so kommt Strichmännchen-Phil durch die Tür und haut In The Air Tonight auf die Felle. Das ist wirklich komisch. Auf DVD Nummer Zwei dagegen zieht er beim Kapitelwechsel eifrig an der Leinwand an der Decke. Originell!

collage

Zwei DVDs? Jawohl, zwar hätte eine DVD für die 2 Stunden und 15 Minuten ausgereicht, aber Collins klotzt. So wird das Konzert gesplittet und jede DVD randvoll mit Extras gepackt. Und wir bekommen noch mehr, als man befürchtet hatte. Das ganze Konzert, es fehlt nichts. Und zu jedem Song gibt es – falls vorhanden – das Musikvideo zum Direktanwählen – quasi aus dem Konzert heraus. Was am Anfang dem einen oder anderen spanisch vorkommen mag, hat Hand und Fuß. Collins packt Obligatorisches mit Paradoxem zusammen. So sehen wir Against All Odds – live bei Live Aid in Philadelphia. Diese Aufnahme ist nicht auf der Live-Aid-Box enthalten. In The Air Tonight bei seiner legendären Live-Premiere beim Secret Policeman’s Ball. Mit dem Farbeimer auf dem Klavier. Multi-Angle Funktionen bei einigen Songs. Eine halbstündige Tourdokumentationen bei der wir erfahren, dass Phils T-Shirts 200 Pfund kosten. Aber dafür halten die! Alle Bandmitglieder kommen zu Wort und betonen die Besonderheit der Band. Hamish Hamilton bezeichnet den Set als „Soundtrack of your life“, da hat er wohl übersehen, dass gleich der erste Song Something Happened On The Way To Heaven heißt. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass er Phil auf dem Klo (!) kennen gelernt hat. Dazu gibt es eine gewitzte Vorstellung der Crew, bei der sich der Meister selbst in der Hauptrolle des Aufsehers auf die Schippe nimmt. Da sucht er einen gewissen Bill Collins (hatten wir das nicht schon mal?) und fragt sich quer durch die Crew. Wem das noch immer nicht genug ist, der bekommt noch mehr. Das amerikanische Fernsehspecial von 1990, lange in den Archiven verschollen, ist in voller Länge auf der DVD enthalten. Und das ist nun wirklich zu schön, um wahr zu sein.

Wer sich die Doppel-DVD komplett ansieht, der ist etwa sieben Stunden beschäftigt. Wer das entsprechende Equipment hat, kann sich beim Konzert vom satten dts-Sound an die Wand pusten lassen. Wer allerdings mal auf die Pausetaste drücken will, der erlebt je nach DVD-Fabrikat eine Überraschung: Nix Pause, das muss durchgesehen werden. Wer die Multi-Angle-Funktionen austestet, der braucht seine Zeit, einen Sinn hinter der springenden Kameraverteilung zu sehen. Die Musikvideos sind zwar nicht in 5.1 abgemischt, aber dennoch ist es eine feine Sache, dass sie dabei sind. Auch wenn es leider nicht alle Videos sind. Hinter dem Begriff „Wild Card“ auf DVD 1 versteckt sich vielleicht das Highlight. Pick Up The Pieces, dargeboten von der Phil Collins Big Band, dirigiert vom legendären Arif Mardin und aufgenommen beim Montreux Jazz Festival.

insideDer Konzertfilm selber ist solide produziert, ohne viel Schnörkel und Schnickschnack. Alles ist drauf, hier und da fehlen mal Ansagen vor den Songs, aber das stört keinen. Auffallend ist das Fehlen von Kameras auf der Bühne. Gelegentlich vermisst man Nahaufnahmen von zum Beispiel Daryl bei einem seiner Gitarrensoli. Der Sound ist klar und transportiert das Live-Feeling sehr gut.


Man kann über den Set klagen, wie man will. Diese DVD ist allererste Sahne und jeden Cent wert. Am Ende ist man sogar fast überzeugt, den Wunschset gesehen zu haben. Okay, Misunderstanding fehlt hier, es war ja auf der Europa-Tour mitgefilmt worden. Aber das ist eher ein kleiner Wermutstropfen. Die Doppel-DVD kommt in einer aufwendigen Digipak-Verpackung mit Farbbooklet. Und so gelingt es Collins wirklich, was niemand mehr für möglich hielt. Finally…The First Farewell Tour ist eine der rundesten Sachen, die in letzter Zeit im Genesis-Lager auf DVD gepresst wurde. Und dies ist angesichts der qualitativ hochwertigen Veröffentlichungen vor allem im Gabriel-Lager eine Art Auszeichnung.

Autor: Christian Gerhardts



DVD-Inhalt:

DVD 1
01. Drums, Drums & More Drums (+ multi-angle)
02. Something Happened On The Way To Heaven (+ video)
03. Against All Odds Live Aid (+ video)
04. Don’t Lose My Number (+ video)
05. You’ll Be In My Heart (+video)
06. One More Night (+ video)
07. Can’t Stop Loving You (+ video)
08. Hang In Long Enough (+ )video
09. True Colors (+ video)
10. Come With Me (+ multi angle, video)
11. A Groovy Kind Of Love (+ video)
12. I Missed Again (+ video)
13. Another Day In Paradise (+ video)
14. No Way Out (+ video)
15. Separate Lives (+ video)

Extras
01. Wild Card: Pick Up The Pieces live at Montreux Jazz Festival



DVD 2
01. In The Air Tonight (+ live Premiere 1981 + video)
02. Dance Into The Light (+ video)
03. You Can’t Hurry Love (+ video)
04. Two Hearts (+ video)
05. Wear My Hat (+ multi-angle, video)
06. Easy Lover (+ multi-angle, video)
07. Sussudio (+ video)
08. It’s Not Too Late
09. Drum Thing
10. Take Me Home (+ video)

Extras

Phil’s World
01. A Bit Of A Parking Problem (Crew-Vorstellung)
02. Finally...The First Documentary (Tour-Dokumentation)
03. Phil’s Flash Gallery (Fotostrecke)

Phil’s Special
01. US-TV-Special von 1990

Ton: Dolby Digital 5.1 / dts 5.1 / Stereo 2.0
Bild: 16:9 (Konzert), 4:3 (Extras)
Regionalcode 2-6

Phil Collins


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