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Nicki Magnus nmonix interview

Interview mit Nick Magnus

(via E-Mail, Mai 2014)


it: Nick, vor etwa 5 Jahren hatten wir in Remscheid ein Interview mit Dir geführt. Was hat sich in Deinem Leben seither verändert?

Nick: In Remscheid haben John Hackett und ich The Watch kennengelernt, und sie haben uns unter ihre Fittiche genommen. Wir sind gute Freunde geworden und haben in den Jahren darauf bei einer ganzen Reihe von Konzerten als ihre Vorgruppe gespielt. 2011 war dann eine bunte Mischung – ich habe für Shirlie Roden, eine Sängerin und Songwriterin, die in der Gordon Giltrap Band war, ein Album produziert. John und ich haben ein Livealbum herausgebracht, und wir haben ein paar Vorarbeiten für Johns nächstes Album, also den Nachfolger von Checking Out Of London, geleistet – das Album ist aber noch nicht fertig. Außerdem haben wir noch gemeinsam ein Stück für das Rome ProGject album geschrieben und produziert. Irgendwo dazwischen habe ich angefangen, an den allerfrühesten Ideen für n’monix zu basteln. So richtig los ging es damit aber erst Anfang 2012. Den größten Teil des Jahres habe ich an n’monix geschrieben. Nennenswerte Unterbrechungen gab es nur ein paar. Zum Beispiel habe ich auch einige Stücke für ein Albumprojekt von Odette Swann arrangiert und produziert, auf Sarastro Blakes Album New Progmantics bei einem Stück mitgespielt und die überarbeitete Version von Camino Royale aufgenommen, die sich auf Genesis Revisited II von Steve findet … im Nachhinein eine ganz schön ausgefüllte Zeit. 2013 war ein schwieriges Jahr: Im März ist mein Vater gestorben, da habe ich viel Zeit damit verbracht, all das zu bewältigen, was damit dann einhergeht. Künstlerische Leistungen hatten da keine Priorität, darum war das Jahr auch schon fast um, als n’monix fertig wurde.


it: Zwischenzeitlich hast Du zwei Soloalben veröffentlicht; das letzte ist gerade erschienen. Wie kam es zur Thematik von n’monix? Wer hat die Idee entwickelt?

Nick: Der Albumtitel hat sich sehr früh ergeben, er ist eine absichtliche Falschschreibung von „mnemonics“. Am Anfang hatten wir die Idee, ein ganzes Album über Mnemonik zu machen, also über die Merktechniken, die man einsetzt, um sich schwer Merkbares leicht und schnell merken zu können. Das Wort leitet sich her von der altgriechischen Titanin Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung und Schwester des Kronos. Von dort aus kamen wir zu der allgemeinen Betrachtung, wie sich die Erinnerung mit der Zeit verändert, und dass die Zeit schlussendlich die Erinnerung auslöscht. Es schien nur natürlich, all diese Gedanken zusammenzubringen, nicht nur diese eine Idee. Und so beschäftigen wir uns mit vielen Aspekten von Zeit und Erinnerung, den mythologischen, humorvollen, grotesk-trivialen (wie beim Grand Guignol), mnemotechnischen und demenzbezogenen.


it: Hat Dick völlig freie Hand bei der Gestaltung seiner Texte? Und was kommt bei den Stücken mit Gesang zuerst: die Musik oder der Text?

Nick: Bei den vorigen Alben gab es ungefähr eine halbe-halbe Teilung in der Frage, ob erst die Musik da war oder erst die Texte. Bei n’monix waren die Texte deutlich früher da, so dass ich mehr Musik zu den Texten geschrieben habe als umgekehrt. So mag ich es auch gerne, denn da habe ich mehr Gelegenheit, die Musik an die Stimmung und Themen der Texte anzupassen. In gewisser Weise ist keiner von uns völlig frei. Ab und zu muss Dick mal Verslängen anpassen oder ein Wort austauschen, damit der Text zur musikalischen Phrase passt. Und wenn Dick umgekehrt mit einem Versmaß und einer Reimstruktur ankommt, die besonders gelungen sind, dann passe ich eben die Musik an.


it: Ein wesentlicher Unterschied zum Vorgänger ist der stärker orchestrale Klang. Was benutzt Du, um die Illusion des Symphonieorchesters zu erzeugen?

Nick: Die Klänge, die ich benutze, stammen aus einer Kombination von Software- und Hardwareinstrumenten. Die Hardware sind verschiedene Module vom Roland Synthesizer, aber die Mehrzahl der Sounds, vor allem die detaillierten und genau artikulierten Klänge, sind Softwareinstrumente; die Orchestersachen stammen größtenteils von Kontakt von Native Instruments. Softwareinstrumente sind im Allgemeinen realistischer, stärker und besser beherrschbar als die entsprechenden Hardwareinstrumente..    


Nick Magnusit: Und wie hast den Chor am Ende von Memory hinbekommen?

Nick: Der Chor in Memory kommt von einem Kontakt-Instrument namens Requiem. Auf Shadowland hört man denselben Chor.


it: Hast Du ein Lieblingsstück auf n’monix?

Nick: Mein Lieblingsstück wechselt mit meiner Stimmung. Headcase ist mir allerdings besonders lieb. Es ist bullig, spielerisch, leicht verrückt – und ich finde, Dick ist hier ein ganz besonders kluger Text gelungen.


it: Worin siehst Du den wesentlichen Unterschied zu Children Of Another God?

Nick: Der Hauptunterschied im Konzept liegt darin, dass Children eine bestimmte (erfundene) Geschichte erzählt, während n’monix verschiedene Aspekte einer großen Idee  untersucht – ähnlich wie bei Hexameron. Ich finde es interessant, dass dir der Klang stärker orchesterartig vorkommt. Musikalisch geht n’monix für mich eher Richtung Rock, und manche Stücke haben ja auch eine harte Seite an sich – vor allem Time, Kombat Kid, Headcase und Eminent Victorians.


it: Beim letzten Interview war Children Of Another God noch nicht erschienen. Was fällt Dir rückblickend zu diesem sehr gelungenen Album ein?

Nick: Danke für das Lob! Children Of Another God war ganz bewusst rockiger, weniger klassisch als Hexameron, vor allem weil die Geschichte in der Gegenwart oder nahen Zukunft spielt und heutige Themen aufgreift.

Trotzdem versuche ich immer ein Gleichgewicht zwischen den einzelnen Stilen zu wahren. Wenn ich mich an einer Erzählung orientieren kann, hilft mir das. Ein Aspekt des Albums, der gut funktioniert, ist die Struktur, die immer düsterer wird und in einem schmerzlichen Ton ausläuft. Das Album damit enden zu lassen war natürlich ein Risiko, weil man ja gewöhnlich erwartet, dass ein Album mit einem Hoch enden. Aber es passt, und ich bin immer noch stolz auch das Ergebnis.


it: Steve [Hackett] taucht ja auf n’monix noch häufiger auf als auf Children Of Another God. Die musikalische Zusammenarbeit scheint ja nach wie vor sehr gut zu funktionieren. Hättest Du Lust, wieder mit Steve zusammenzuarbeiten - im Studio und live?

Nick: Ich habe das Glück und die Freude, dass wir auf meinen Alben immer noch zusammenarbeiten, und es war ein besonderer Genuss, bei der Neuaufnahme von Camino Royale mitzuarbeiten, die auf Genesis Revisited II erschienen ist.

Steves aktuelle Band ist perfekt für das, was er jetzt macht, und Roger King arbeitet ihm erstklassig zu. Rogers Fähigkeiten am Keyboard, bei der Produktion, beim Arrangement und allen technischen Dingen sind unersetzlich geworden, und ich muss sagen, ich bin ein großer Fan seiner Arbeit. Ich habe immer gerne mit Steve gearbeitet, und wenn es ein Projekt gäbe, für das Steve meine Mitarbeit haben wollte (wie bei Camino Royale), dann wäre ich selbstverständlich gerne dabei – solange Roger einverstanden ist. Auf der Bühne wäre das aber etwas schwieriger, denn ich habe keine Live-Ausrüstung mehr für die Keyboards.


it: Ein durchaus ernst gemeinter Vorschlag für ein gemeinsames Projekt wäre eine Neueinspielung von Cured, an dem Du ja damals ganz maßgeblich beteiligt warst. Mit der heutigen Technik und der Erfahrung, die Du zwischenzeitlich gesammelt hast, könnte dieses Album unendlich lebendiger klingen.

Nick: Es ist immer eine verlockende Idee, sich im Nachhinein Sachen anzuschauen, die verbessert werden könnten. Ich bin sicher, dass Cured von dem heutigen technischen Möglichkeiten und der gesammelten Erfahrung aller Beteiligten profitieren würde. Andererseits war das Album natürlich damals auch schon ein Produkt moderner Technologie, vor allem der LinnDrum, die damals das Neueste vom Neuen war und auch stark im Vordergrund stand. Cured hätte ganz sicher ganz anders geklungen, wenn es von einer Band eingespielt worden wäre statt ein Zwei-Mann-Projekt zu sein. Es ist aber das Produkt seiner Zeit, und eine gute Positionsbestimmung, wo wir damals standen.


it: Lass uns mal einen Moment phantasieren: Wenn Du die Möglichkeiten dazu hättest, würdest Du mit n’monix gerne auf Tournee gehen? Mit einer richtigen Band, vielleicht sogar mit einem Orchester?

Nick: Das ist aber wirklich nur Fantasie – die Kosten für eine Liveaufführung von n’monix wären astronomisch! Man bräuchte eine Band aus sechs Musikern, dazu ein Orchester und einen 80-köpfigen Chor! Vielleicht, wenn ich mal im Lotto gewinne …


it: Jetzt wieder zurück in die Realität: Was sind Deine weiteren Pläne? Gibt es schon Überlegungen zu einem Nachfolger zu n'monix? Wenn ja, wann dürfen wir damit rechnen?

Nick: Wir haben schon angefangen, Ideen für das nächste Album zu sammeln. Einfach um diese Ideen reifen zu lassen, damit  wir dann auf einem soliden Konzept aufbauen können. Dabei könnte vielleicht eine Sammlung einzelner Erzählungen herauskommen, die dann Teil einer größeren Geschichte werden – mal schauen, wie sich das entwickelt.




Fragen : Martin Brilla
Übersetzung : Martin Klinkhardt

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