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Im Gespräch mit Leland Sklar & Daryl Stuermer

Ein Interview mit gleich zwei Stammmitgliedern der Phil Collins Band


Es ist Freitag, 16. Juni 2017. Am letzten Tag des insgesamt fünftägigen Aufenthalts der Phil Collins Band in Köln hat Leland Sklar mir die tolle Möglichkeit gegeben, mit ihm für den Deutschen Genesis Fanclub zu sprechen. Kurz nachdem wir uns in ihrem Hotel hingesetzt haben, kommt Daryl Stuermer herein und gesellt sich zu uns. Gibt es etwas schöneres, als die Gelegenheit zu haben, gleichzeitig mit zwei Stammkräften aus der Band von Phil Collins zu sprechen? Daryl stieg 1978 als Livemusiker bei Genesis ein und hat seitdem mit Genesis und Phil Collins solo gespielt. Leland trat erstmals auf No Jacket Required und der darauffolgenden Tour mit Phil Collins auf. Er hat nur die Both Sides- und Dance Into The Light-Touren Mitte und Ende der 1990er-Jahre verpasst. Sie beide kennen Phil Collins also seit mehr als 30 Jahren. Ich sprach mit ihnen über die aktuelle Tour und ihre nächsten Pläne. Es entwickelte sich ein sehr angenehmes und teilweise sehr lustiges Gespräch mit seltenen Einblicken in das Leben auf Tourneen und die Arbeit mit Phil Collins (und jetzt sogar seinem

it: Also, Daryl, das ist alles für Leland vorbereitet, mach dir nichts draus.

Leland Sklar: Aber es sollte nur um dich gehen, ich wollte nur über dich sprechen.

Daryl Stuermer: Ich muss nicht dabei sein.

Leland: Ich denke es ist wunderbar, wenn du dazu beiträgst und wir einen Gedankenaustausch haben.

Daryl: Das ist ok.

Leland: Singular [lacht; Anmerkung des Autors: er bezieht sich auf den Wortteil „Gedanken“ in der Einzahl.]

it: Also, Lee, du hast kürzlich [am 28. Mai] deinen siebzigsten Geburtstag gefeiert…

Leland: …oh, möchtest du nicht lieber mit Daryl sprechen? [lacht] Es war tatsächlich ein Geburtstag, den ich nicht schöner hätte verbringen können. Ich habe ihn mit Daryl und Brad [Cole] verbracht. Wir haben Fish & Chips in der Bar unseres Hotels in Liverpool gegessen. Ich neige nicht dazu, so sehr über Geburtstage nachzudenken. Aber das verrückte ist, wenn du nur auf die Zahl schaust und dir klar wird, dass du das hier seit mehr als fünfundfünfzig Jahren fast jeden Tag gemacht hast, dann ist das schon bizarr. Aber ich fühle mich noch immer genauso kindisch und jugendlich wie eh und je. Es gibt einen großen Unterschied zwischen alt und erwachsen werden. Also ich denke, ich bin sehr alt geworden, aber überhaupt nicht erwachsen.

Daryl: Und ich muss sagen, dass das Musikgeschäft, wenn man es ein Geschäft nennen will, dich jung hält. Das tut es wirklich. Ich fühle mich nicht wie vierundsechzig. Ich fühle mich vielleicht als wäre ich fünfundvierzig und ich bin immer fünfzehn, zwanzig Jahre jünger als ich wirklich bin.

Hier werden wir von einer Dame unterbrochen, die fragt, ob Leland und Daryl zu Phil Collins gehören.

Leland: Er hat uns ge- und verkauft. Wir sind seine Sklaven …

Es folgt eine kurze Unterhaltung mit der Dame, aber dann machen wir genau da weiter, wo wir aufgehört haben:

Leland:Siebzig… Was Daryl sagt stimmt. Ich sehe das immer wie das Peter Pan-Geschäft an. Du musst gar nicht wirklich erwachsen werden. Es gibt Verantwortlichkeiten eines Erwachsenen, die damit einhergehen, aber wir genießen diese kindliche Existenz da draußen. Das einzige, was mir am Siebzigwerden Sorgen macht, ist die Tatsache, dass da in der Tat nun eine Art Licht am Ende des Tunnels ist und dir klar wird, dass da nur noch eine begrenzte Anzahl an Jahren ist. Wenn du zwanzig bist, hast du Jahrzehnte vor dir. Und jetzt siehst du, dass dir, wenn du wirklich gesund bleibst, vielleicht noch fünfzehn Jahre oder so bleiben.

Daryl: Die Leute sagen: denkst du, du wirst mit fünfundsechzig oder siebzig zurücktreten? Und wir sagen: von was? Das ist so ein großartiger Beruf, wenn du es so nennen willst.

Leland: Es ist fast so als wäre unser Beruf zu jeder anderen Zeit unser Nebenberuf geworden. Wenn ich einen anderen Job hätte, würde ich das trotzdem als Hobby machen. Und daher fühle ich mich sehr glücklich. Ich hatte viele Freunde, die in die Geschäftswelt gegangen sind und die eine Countdown-Uhr auf ihrem Schreibtisch hatten bis zum Tag ihres Ruhestands. Sie konnten es nicht erwarten, aus ihrem Beruf herauszukommen und ihn zu beenden, und ich hab gesagt, ich fürchte den Tag, an dem ich aufhöre zu arbeiten.

Daryl: Wir werden nur aufhören zu spielen, wenn wir körperlich nicht mehr können…

it: …so wie Phil mit dem Schlagzeugspielen.

Daryl: Ja.

Leland: Phil hat glücklicherweise mehrere Dinge, die er tun kann. Wenn er kein Schlagzeug spielt, ok. Wenn er nicht über dieBühne tanzen und all das kann, fein. Er kann einfach da sitzen und singen. Ich bin ausschließlich ein Bassist. Wenn ich plötzlich Arthritis oder eine Verletzung hätte und könnte nicht mehr Bass spielen, wäre das für mich verheerend.

Daryl: Wir können um die Bühne herum tanzen, aber wir machen das nicht.

Leland: Das ist nicht schön!

it: Ich habe euch noch nie tanzen gesehen.

Leland: Es ist eher wie ein Veitstanz, wir sehen dann wirklich aus als hätten wir einen epileptischen Anfall.

Daryl: I can’t dance, da hast du es.

it: Genau! Weiter mit Phil, habt ihr seine Autobiografie gelesen?

Daryl: Ja.

Leland: Ich noch nicht..

Daryl: Ich habe sie mir angehört. Ich denke, es ist besser seiner Stimme zuzuhören. Ich fand es ausgezeichnet. Ich habe ein paar Details herausgefunden, die ich noch nicht kannte. Ich wusste über viele Dinge Bescheid, vielleicht siebzig Prozent von dem, was darin steht. Aber ich kannte nicht die Details und es war sehr interessant für mich.

Leland: Meine Frau hat sie mir zu Weihnachten geschenkt und ich habe bislang einfach nicht die Zeit gefunden, mich hinzusetzen und sie zu lesen. Aber wenn ich irgendwann eine Pause habe, setze ich mich vielleicht mal daran. Aber ich bin eher versucht, meine Buchausgabe zu verschenken nachdem Daryl mir erzählt hat, wie gut das Hörbuch war. Und es mag sein, dass ich hingehe und es mir so anhöre – um mir einschlafen zu helfen.

it: Bei all den Problemen, über die Phil sehr offen spricht, habt ihr über die letzten zehn Jahre oder so mitbekommen, was los war?

Daryl: Nicht genau. Das ist, was ich mit Details meinte. Die letzten zwei Kapitel über das Trinken und so, davon wusste ich tatsächlich nichts. Aber Dinge davor waren mir bekannt und nach seiner Kindheit. Das wusste ich alles.

Leland: Über die letzten zehn Jahre haben auch wir alle irgendwie den Kontakt zu ihm verloren. Mit Phil war es früher so, dass wenn du ihm eine E-Mail schicktest, bekamst du innerhalb weniger Minuten eine Antwort. Und nun konntest du ihm E-Mails schicken und möglicherweise sechs Monate lang keine Antwort erhalten. Er zog sich also sehr aus der Öffentlichkeit zurück und wurde sehr introvertiert während dieser Zeit und daher hatten wir keine Kenntnis davon, was los war. Ich habe ihm sehr regelmäßig geschrieben, nur um ihm zu sagen, dass mir egal ist, ob wir jemals wieder zusammen Musik machen werden, es geht mir nur um dich als Freund und ich hoffe du bist ok. Ich meine, dass ist die ultimative Sache. Das geht über das Geschäft hinaus, das sind einfach Freundschaften. Also wenn irgendetwas mit Daryl los wäre, wir würden möglicherweise nie wieder Musik zusammen spielen, aber ich wäre in einer Sekunde da, wenn er mich für irgendetwas bräuchte. Und ich bin mir ganz sicher, dass wenn ich ihn brauchen würde, ich würde ihn vermutlich nie wieder sehen.

Daryl: [lacht] Absolut nicht!

Leland: Weil er ein Konzert nach dem anderen spielt.

it: Wann habt ihr gemerkt, dass sich etwas verbessert hat – seine Stimmung, seine Motivation etwas zu machen?

Daryl: Zu allererst, von der ersten Show in Liverpool an war ich überrascht, wie gut es war. So viel besser als bei den Proben. Und es ging einfach so weiter. Und ich sage, das Beste für mich waren diese Shows in Köln. Alles, was in seiner Stimme ist, kommt mehr und mehr zurück dahin, wo es früher war.

Leland: Und mit seiner Persönlichkeit ist es genauso. Ich denke, eine der Sachen, die in den letzten Jahren echt hart waren ist, dass wir mit einigen Little Dreams-Sachen zu tun hatten und die meisten davon, hinsichtlich dessen, was wir gehofft hatten, nicht so gut waren. Ich meine die eine Show in Miami, wo er wirklich in allerletzter Minute abgesprungen ist. Er fühlte sich nicht gut und all das. Meine größte Sorge war, dass ich nicht zu einer weiteren Tour sondern zu einer Beerdigung gerufen werde. Ich hatte wirklich Angst um seine Gesundheit. Ich war schockiert als die Tour gebucht wurde. Es hat mich echt kalt erwischt. Wirklich? Wir werden wirklich etwas zusammen machen? Und als wir zu den Proben in Miami kamen, war er, ich will nicht sagen schlecht vorbereitet, aber sein Kopf war nicht bei der Sache. Er machte immer noch so einige Sachen durch. Aber auf dieser täglichen Basis wurde er mehr und mehr engagiert. Ich würde sagen, dass die ganze Sache wenige Tage vor Liverpool Form annahm, gegen Ende unserer Produktionsproben in London. Ganz plötzlich, ging es uns allen wie, oh, das sieht wirklich so aus, als könnte es funktionieren. Tony Banks und Mike Rutherford kamen zu den Proben und sie sagten, dass es wirklich funktioniert. Aber wirklich schön ist es, sich das ganze jetzt anzusehen, Tag für Tag. Wir waren vor allem wirklich besorgt über den Tourplan, dann das wäre schon in seinen besten Jahren ein anstrengender Tourplan gewesen mit fünf Shows pro Woche. Bis jetzt zeigt er überhaupt keine Anzeichen von Ermüdung. Ich meine, das wird heute die dritte Nacht in Folge und dann haben wir nur einen Tag Pause und dann haben wir drei Shows in Folge in Paris.

Daryl: Oh, wirklich?

Leland: Es sind drei, ein Tag Pause, dann zwei. [Er meint die Konzertfolge in Paris.]

Daryl: Drei, Pause, dann zwei. Ja, ok.

Leland: Im Moment schreibe ich ihm fast jeden Abend nach der Show nur um ihm zu sagen, wie stolz ich darauf bin, wie es ihm geht und wie stolz ich auf Nic bin und wie er sich in der Show macht.

An diesem Punkt folgt die nächste Unterbrechung. Diesmal ist es Luis Conte, der auf Leland zeigt und mir den Rat gibt, bloß nichts zu glauben, was er sagt. Eine kurze Unterhaltung zwischen Luis, Daryl und Leland folgt. Und weiter geht es mit unserem Interview:

it: Hatte Phil vom ersten Tag an geplant, die ganze Zeit zu sitzen

Leland: Ja, das war klar. Ich meine, es ist sehr offensichtlich, wenn du ihn in den Raum kommen siehst, dass dieser Kerl nicht herumrennen wird. Wir hatte ein paar Sachen vorgeschlagen für die Show, bei denen er etwas herumgegangen wäre. Aber während der Proben stellten sie sich als zu chaotisch und möglicherweise sogar gefährlich heraus. Also waren wir alle dankbar, als diese Sachen rausgeschmissen wurden. Es ging besonders darum, etwas bei In The Air Tonight zu machen, um ihn hinter ein anderes Schlagzeug zu bekommen. Und er hat es getan, aus und vorbei. Es ist im Moment wirklich so, als würde er den Staffelstab an die nächste Generation weitergeben. Und Nic macht so einen guten Job. Und es ist absehbar, dass wenn wir weiter touren Nic immer besser und besser und besser werden wird. Der Unterschied zwischen den ersten Proben im Mai und jetzt ist dramatisch. Er spielte gut, aber mit den Songs reift sein Selbstvertrauen. Er zerbricht sich den Kopf darüber, was sein Vater denkt. Er wird so etwas wie sein eigener Schlagzeuger und es muss wirklich hart sein für ein Kind seines Alters der Motor sein zu müssen, der die Show antreibt. Und dein Vater ist der Boss.

Daryl: Und du spielst mit Musikern, die das nun seit fünfzig, sechzig Jahren machen.

it: Professionelle Musiker. Und er hat noch in seiner Schülerband gespielt.

Daryl: Richtig. Was er also in einem Monat lernt, würde jemand anders in drei Jahren lernen.

Leland: Er sitzt in unserer Garderobe und weiß, wie unreif du sein kannst und du bist trotzdem in diesem Geschäft. Wenn du in unsere Garderobe kommst und du erwartest erwachsene, coole Musiker zu sehen, die haben das Gebäude bereits verlassen, es ist nur ein Haufen von Idioten. [lacht]

it: Gibt Phil ihm Hinweise oder fragt er jeden in der Band? Speziell dich, Leland?

Leland: Ich habe viel mit ihm gearbeitet. Er und ich setzen uns in Ruhe hin und sprechen über Dinge, von denen ich denke, dass es wichtig ist, dass er sich Gedanken darüber macht. Ich habe ihm meine Telefonnummer gegeben und er hat meine E-Mail-Adresse. Wenn du irgendwann über irgendwas sprechen willst, du kannst mich jederzeit anrufen. Ich weiß nicht, wieviel Phil ihm sagt. Er hat ihm während der letzten paar Shows etwas mehr über Tempi und solche Dinge gesagt. Er ist nur engagierter, also denke ich passt er mehr auf solche Sachen auf. Was die anderen angeht, das weiß ich nicht aber er hat einen Schlagzeuglehrer in Miami. Er arbeitet sehr hart an seiner Geschicklichkeit. Er ist nicht einer der Burschen, die sagen: „Mein Vater ist Phil Collins, also werde ich alles bekommen, gib es mir einfach.“ Er reißt sich wirklich den Arsch auf, um es alleine zu schaffen.

it: Er wirkt auch nicht so, er ist sehr bodenständig.

Leland: Er ist das süßeste Kind. Er und sein Bruder Matt sind beide absolut entzückend, wundervolle Kinder. Und ich habe ihm gesagt, dass es eine gute und eine schlechte Seite daran gibt, den Namen Collins zu tragen. Wenn du diesen Namen hast, öffnet dir das eine Menge Türen. Aber wenn du durch die Tür gehst und du bist Scheiße, dann geht diese Tür sehr schnell zu und du kannst durch die Tür nicht noch einmal gehen. An diesem Punkt hat er also das Glück, dass wenn er eine Möglichkeit bekommt, er auch die Fähigkeiten hat. Um sich abzusichern, entwickelt er seine Fähigkeiten und das ist wirklich wichtig.

it: Eine ganz andere Frage: wie geht es Arnold [McCuller]?

Leland: Er wird gerade operiert.

Daryl: Ich habe gerade erst gesehen, dass noch niemand etwas gehört hat.

Leland: Er hatte diese Operation schon einmal. Das verrückte daran ist, dass er auf der Bühne fiel als wir für die letzte Tour in Neuchatel geprobt haben. Ich glaube die Sache ist, dass es nicht der Sturz war, der das verursacht hat. Ich denke, was geschehen ist war, die Verletzung passierte und brachte ihn zu Fall. In der gleichen Weise wie man alte Leute sieht, sie fallen und brechen sie die Hüfte. Aber was normalerweise passiert ist, sie brechen sich die Hüfte und stürzen dadurch. Das ist ein echtes Problem. Und er hat bereits ein künstliches Hüftgelenk. Die Verletzung, um die sich heute gekümmert wird, hatte er in Neuchatel im anderen Bein. Es ist ein Zufall, dass beides kurz vor Paris passierte.

it: Wie ist es passiert?

Leland: Er war da draußen. Er kam herein, um zum Abendessen zu gehen und ganz plötzlich fiel er auf den Boden. Er sagte, er hat etwas reißen gehört.

Daryl: Da ist eine kleine Kante oder so was. Nicht sehr groß. Ging er rückwärts oder sowas?

Leland: Er ging da raus. Er war mit ein paar Freunden unterwegs und sie wollten noch ein Foto machen. Also gingen sie nach draußen. Aber es ist wahrscheinlich, dass es auch gleich hier passiert wäre, weil er sagte, dass er mehr als irgendetwas anderes etwas reißen hörte. Was passiert ist, denke ich: dieser große Muskel [zeigt auf seinen Oberschenkel] verbindet sich am Knie mit einer Sehne. Diese Sehne ist ein Band, das es hält und das ist gerissen. Also ich denke, was sie jetzt tun müssen ist, den Muskel herunterzuziehen und ihn dann wieder mit dem Band zu verbinden. Danach wird es stillgelegt bis die neue Verbindung geheilt ist. Er sagte, dass die Heilung letztes Mal etwa einen Monat gedauert hat. Was sie also jetzt mit ihm tun werden ist, denke ich, heute die Operation und dann nächste Woche wird er irgendwann nach New York geflogen, wo er die Reha macht, weil er auf James Taylors Tour dabei sein soll. Und das möchte er nicht verpassen. Aber ich denke auf James Taylors Tour kann er vielleicht mit einer Beinschiene oder so etwas mitmachen. Es ist eine andere Art von Tour und wir brauchen keine zwei Krüppel auf dieser Tour. Jeder sollte in einem Rollstuhl sitzen wie als Bette Midler eine Meerjungfrau war und sie alle auf der Bühne in Rollstühlen herumgerollt sind.

Daryl: Wir sollten uns auch alle den Kopf bandagieren.

Leland: Ich meine, Phil, als wir hörten, dass er gefallen war und sich den Kopf angestoßen hat ging es allen so „jetzt läuft es endlich, alles funktioniert endlich“ und dann, „machst du Witze?“ Aber man kommt ihn diese großen Hotelzimmer und er sagte da war eine zusätzliche Stufe im Raum und er ist auf der gestolpert und stieß mit dem Kopf an einen Stuhl.

Daryl: Und es war zwei Uhr nachts.

Leland: Und nach der Show. Wie sagt man, Scheiße passiert. Aber es ist furchtbar wenn es passiert. Das einzig Gute daran ist, dass wir wiederkommen und in der Albert Hall spielen werden und hoffentlich erhält das den Schwung und möglicherweise schauen noch nach mehr Arbeit für uns. Wir werden sehen.

it: Sie werden euch nicht nur für zwei Shows zusammentrommeln, richtig?

Leland: Wir hoffen alle, dass sie eine lohnenswerte Lösung für alle Beteiligten finden, denn wir haben eine große Crew. Die ganze Bühne muss gelagert werden. Ich meine, sie haben hier 56 Tonnen Ausrüstung an der Decke hängen.

it: Es sieht so minimalistisch aus.

Leland: Ja, einfach.

it: Die ganze Bühne sieht ein bisschen aus wie die auf der No Jacket Required Tour mit einem einfachen Hintergrund, nur Licht und eine Videowand.

Daryl: Ja.

Leland: Aber es ist eine Menge Arbeit und es sind viele Arbeiter dabei. Sie sagten was von achtzehn Sattelschleppern. Wir werden also sehen. Ich meine, die Zukunft ist die Zukunft. Im Moment freue ich mich darauf die Show heute Abend zu spielen und dann nach Paris zu kommen und dann Dublin und Hyde Park.

Daryl: Und dann machst du deine Wäsche.

Leland: Das mache ich vorher.

it: Das hast du doch schon. Du hast dieses Foto auf Facebook gepostet…

Leland: Als ich letzte Nacht ins Hotel zurückkam habe ich, bevor ich in die Bar runtergegangen bin, um meine Frau und all die Gäste zu treffen, oben in meinem Zimmer das T-Shirt, das ich gestern Abend getragen habe, gewaschen. [lacht]

it: Du erwähntest Dublin. Wie werden das Stadionkonzert und vor allem die Show im Hyde Park sein, besonders da Phil nur sitzt? Denkst du, es wird ein Unterschied sein?

Daryl: Ich denke, wir haben den gleichen Bühnenaufbau wie in den Hallen.

Leland: Ich weiß nicht, ob es größere Leinwände geben wird, wer weiß? Die Sache ist doch, die Katze ist aus dem Sack. Die Leute haben inzwischen genug Videos gesehen. Sie erwarten nicht, dass Phil plötzlich da draußen um die Bühne herum rennt.

Daryl: Außerdem wird die Show ein bisschen kürzer sein.

Leland: Es ist eine kürzere Show.

Daryl: Wir werden wohl mehr von den schnelleren Stücken spielen.

Leland: Mit den anderen Bands sind diese Shows einfach anders. Du kannst sie nicht vergleichen, wenn Mike + The Mechanics, Blondie und KC And The Sunshine Band und all die anderen dabei sind. Ich denke wir spielen fünfundsiebzig…

Daryl: …neunzig…

Leland: …neunzig Minuten und ohne Pause.

Daryl: Anstelle von zwei Hälften, spielen wir einfach durch.

Leland: Weißt du, wir werden sehen. Ich persönlich würde lieber solche Shows spielen wie hier [in Köln]. Ich liebe die Albert Hall, ihre Intimität. Ich bin kein großer Fan von so großen Konzerten wie diesen.

Daryl: Es ist eben nicht sehr intim.

Leland: Wir werden also sehen. Wir werden tun, was wir können. Für mich ist sowieso das Beste, dass meine größte Sorge war, nie wieder die Gelegenheit zu haben, mit Daryl und Brad und einigen anderen auf Tour zu sein. Das hat uns die Möglichkeit gegeben festzustellen, wie sehr wir uns wirklich nicht gut leiden können.

it: Manchmal dauert es eben etwas.

Leland: Und nun sind wir wieder zusammen. Wen interessiert’s?

it: Was hast du als nächstes vor nach der aktuellen Tour?

Leland: Ich werde zurück nach L. A. reisen. Da habe ich ein interessantes Projekt. Ein Kerl namens Mike Ross, ein Produzent mit dem ich gearbeitet habe, und wir hatten mit einem Mädchen gearbeitet, ich habe ihren Vornamen vergessen, irgendwas Fernandez [Mia Fernandez]. Sie ist ein Diskjockey, ein Popstar aus Manila. Also hat er mich für ein weiteres Projekt mit einem chinesischen Künstler, der ein James Taylor Tribute Album macht. Wir versuchen also Russ Kunkel, mich und ein paar andere Leute zu bekommen. Das werde mich machen sobald ich zurück bin. Und direkt danach ist da ein Mädchen names Mari Hamada, die ein großer Popstar in Japan ist. Das ist sie schon eine Ewigkeit. Ich habe vielleicht zwölf, fünfzehn Alben mit ihr gemacht. Also arbeite ich mit ihr und dann starte ich mit Judith Owen am 25. [Juli], mit der ich bereits getourt habe. Wir treffen uns in Cleveland am 25., spielen ein paar Shows mit ihr und direkt danach sind wir Vorband auf Bryan Ferrys Tour entlang der Westküste.

it: Wieder mal.

Leland: Ja, wir touren entlang der Westküste der USA. Und das geht bis Ende August oder Anfang September. Ich versuche die genauen Daten noch herauszufinden, denn Warwick möchte wieder ein Bass Camp anbieten. Ich habe das Gefühl, dass das genau um unsere allerletzten Shows herum sein soll. Also werde ich das möglicherweise nicht machen können. Danach bin ich zu Hause bis wir wiederkommen, um in der Albert Hall zu spielen, es sei denn, etwas anderes ergibt sich, weißt du. Aber ich bin sicher es wird Arbeit geben in L. A.

it: Ein bisschen Urlaub in Aussicht?

Leland: Ja, vielleicht ein bisschen. Ich bin nicht gut im Urlaub machen. Aber ich habe viel Arbeit vor mir. Wenn man so lange unterwegs ist wie im Moment, da gibt es Sachen, die zu Hause passieren, um die man sich kümmern muss, wenn man zurückkommt. Vielleicht fange ich wieder mit Gartenarbeit an und fahre mit meinen Lastern und spiele mit den Hunden. Solche Sachen. Es ist ein bisschen so, als ob du dein Leben zurückerhältst.

it: Und Daryl, was ist mit dir?

Daryl: Ich spiele meine eigenen Konzerte. Ich mache das mit meiner eigenen Band. Es wird auch ein paar Sinfoniekonzerte geben, wo wir mit einem Orchester spielen.

Leland: Das ist echt cool.

Daryl: Das macht viel Spaß.

it: Und wann wird dein letztes Album in Deutschland und Europa erhältlich sein?

Daryl: Richtig, was passiert ist, ich habe ein Album aufgenommen. Tatsächlich habe ich zwei Alben zur gleichen Zeit aufgenommen. Eines verkaufe ich nur bei den Konzerten und jetzt werde ich beide gleichzeitig verkaufen, wenn das andere ganz fertig ist und vielleicht eine Kickstarter-Kampagne machen. Vielleicht nutze ich auch ein paar alte Gitarren von Genesis Touren als, wie nennt man das, Gegenleistung oder Pfand? Jemand verspricht einen Beitrag und bekommt eine Gitarre. Das wird helfen, die Projekte zu bezahlen und das Marketing der Projekte

Leland: Wenn du zwei verkaufst, bekommt man dann einen Rabatt wenn man beide kauft?

Daryl: [lacht] Nein. Dann hoffe ich, dass wir das Set im Juli/August, möglicherweise im August, herausbringen. Das eine Album beinhaltet nur Genesis-Songs, Lieder und Instrumentalstücke. Das andere ist eine Mischung verschiedener Songs. Ich habe einen Genesis-Song, einen Jeff Beck-Song, The Police, Peter Gabriel. Das ist alles instrumental und das andere ist mit Gesang. Wir sind alle sehr aufgeregt deswegen. Wir bringen sie also zur gleichen Zeit heraus.

it: Und gibt es vielleicht eine Chance, dich mal in Europa zu sehen – solo?

Daryl: Das hoffe ich, weißt du. Es ist schwierig, es ist sehr teuer hier herüberzukommen. Wenn man genug Shows zusammenbekommt, dann machen wir es. Wir haben schon mal für nur eine Show in Portugal gespielt.

Leland: Es wäre vielleicht besser, wenn du nur Japan gehst und eine Woche lang im The Blue Note spielst und solche Sachen. Denn ich kenne einige Leute, die für so was nach Japan gegangen sind.

Daryl: Ich denke Deutschland wäre richtig gut, weil es eine sehr große Genesis und Phil Collins-Fangemeinde hat. Aber wenn wir an diesen Orten spielen könnten, wenigstens an fünf bis sechs, wäre es das wert zu kommen. Wir werden also sehen.

Leland: Ich hoffe, dass das funktioniert. Das wäre echt cool.

it: Sehr schön. Vielen Dank dafür, dass ihr euch Zeit für uns genommen habt und wir wünschen euch weiterhin eine großartige Tour!


Interview, Abschrift, Übersetzung, Fotos: Ulrich Klemt

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