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Oktober 1972 | Genesis - "Foxtrot"


Nach der sehr unspektakulären Veröffentlichung von Nursery Cryme Ende '71 machte sich Unzufriedenheit breit in der Band. Nach fünf Jahren unermüdlichen Engagements und vielen Enttäuschungen schien die Band immer noch keinen großen Schritt weiter gekommen zu sein. Doch bereits im Januar '72 konnten Genesis ganz unerwartet das Licht am Ende des Tunnels sehen.

Jenes Licht kam aus Richtung Belgien, wo ihr zweites Album Trespass die Charts toppte. Es folgte die erste offizielle Einladung ins Ausland, und dort konnten sie sogar ihre TV-Premiere feiern. Die Band wusste nun, dass man sich nicht ausschließlich auf die Heimat konzentrieren musste, um Erfolg zu haben. Nur wenig später erreichte sie eine weitere Überraschungsbotschaft, nämlich dass ihr aktuelles Album in den italienischen Charts bereits auf Platz vier geklettert war. Das Wissen um ihre neuen Fans war sehr wichtig für das Selbstvertrauen der Band. Leider ließen die bereits für England organisierten Gigs nicht zu, dass sie sofort ihre neue Anhängerschaft in Italien mit Konzerten beglückten, aber der in der Heimat zu erwartende Leerlauf über den Sommer hinweg kam ihnen sehr gelegen. Die Konzerte in Italien und die damit verbundenen Eindrücke waren insofern außerordentlich wichtig für das kommende Album, da sie eine Quelle der Inspiration für die einzelnen Musiker darstellten. Die Band spürte, dass es da draußen Leute gab, die ihre musikalischen Vorlieben teilten. Und erstmals wurden sie als "Stars" wahrgenommen. Dazu Peter: "Fast den ganzen Sommer wurden wir nach Italien geschickt mit dem Zweck, die Band in der Zeit ab Uni-Schluss im Juni bis Semesterbeginn im Oktober durchzukriegen. Die wöchentlichen Einnahmen waren bedenklich. Obwohl viele Leute dachten, dass wir mit silbernen Löffeln im Mund auf die Welt gekommen seien, und dass wir's uns jederzeit wieder bei Mama und Papa bequem machen könnten, wurden wir in Wahrheit nicht finanziert."

Foxtrot CoverWatcher Of The Skies ist ein Produkt dieser Tour: "Mike und ich schrieben den Text zu Watcher Of The Skies in Neapel hinter einem Hotel, als wir in diese Landschaft starrten. Sie war total verwüstet. Unglaublich! Wir hatten die Idee von einem Außerirdischen, der auf den Planet runterkommt und diese Welt sieht, in der es mal Leben gab, aber nun kein Mensch zu sehen war", so Tony. Zu den weiteren Songs, die bereits zu diesem Zeitpunkt geschrieben waren, zählen Can-Utility And The Coastliners, Get 'Em Out By Friday - der bis dato erste Song mit sozialkritischem Hintergrund - und das schon ausgiebig live-erprobte Happy The Man. Letzteres wurde dann bereits vor den eigentlichen Foxtrot-Aufnahmesessions aufgenommen und als Single zur Promotion des Albums veröffentlicht, obwohl es nicht mit auf das Album gepackt wurde. Das Instrumental Horizons ist ein Stück für klassische Gitarre, das der damals noch etwas unsichere Steve Hackett aus der Tasche zauberte: "Auf Foxtrot hatte ich immer noch einen leichten Minderwertigkeitskomplex, da ich meinte, dass ich nicht genug für die Band beisteuerte. Ich erinnere mich, dass ich fragte: 'Denkt ihr, dass ich aussteigen sollte, weil ich nicht so viel schreibe wie der Rest von Euch?' Jedenfalls beruhigten sie mich, indem sie mein Gitarrenspiel lobten, was das erste Mal war, wirklich irgendeine Rückmeldung von ihnen zu bekommen. Ich hatte ein unbegleitetes Stück namens 'Horizons' auf dem Album. Es war nicht nur ein Zugeständnis an mich. Es war etwas, das sie alle mochten."

Die euphorische Stimmung innerhalb der Band versprach einen ungebrochenen Ideenstrom, als man sich im Sommer dann zu den Sessions für die nächste Platte traf. Mike: "Einiges davon schrieben wir im Haus eines Arztes in der Nähe von Chessington, aber das meiste davon schrieben wir in Ina Billings Tanzschule in Shepherd's Bush. Wir waren unten in einem Proberaum, was bedeutete, dass wir den ganzen Tag lang das Knallen der Füße hören konnten. "Vielleicht war auch diese Tatsache eine Art Inspiration für das Stück Musik, dass für viele Genesis-Verehrer nach wie vor das Meisterwerk schlechthin darstellt. Tony: "Ich denke, Supper's Ready ist bei weitem das Beste, was wir geschrieben haben - nicht zuletzt wegender Kombination von Ideen." In der abstrusen Story verarbeitet Peter ein sehr bewegendes, spirituelles Erlebnis, dass er gemeinsam mit seiner Frau Jill durchlebte. An den Entstehungsprozess der Musik von Supper's Ready erinnert sich Tony so: "Wir setzten es zusammen über einen Zeitraum von zwei Wochen und arrangierten zur gleichen Zeit auch andere Songs. Wir sortierten, indem wir all die Teile zusammenschmissen, die wir hatten, und ich dachte, dass es, wenn wir nicht aufpassten, genau wie Stagnation werden würde. Also dachte ich mir, warum wir nach diesem wirklich romantischen Stückchen, woraus How Dare I Be So Beautiful wurde, nicht etwas wirklich Verrücktes machen sollten, und zwar direkt in Willow Farm überzugehen, einfach - peng ... - den Song anhalten und sofort hinein. Dies war ein kleiner Song, den Peter fertig hatte, den Text und den Rest. Auf einmal hatten wir uns alle an die Idee gewöhnt und fügten Willow Farm ein, was uns einen großen Anstoß gab, den Rest zu schreiben. Der Apocalypse-Teil hat sich daraus entwickelt - eine Art Improvisation, die ich zusammen mit Mike und Phil machte." Der persönliche Bezug zu Supper's Ready führte auch für Peter zu einem erfreulichen musikalischen Ergebnis: "Es war das erste Mal, dass ich spürte, was Gutes aus meiner Stimme rausgeholt zu haben, weil ich mich fühlte, als würde ich wirklich aus der Seele singen - fast so, als würde ich um mein Leben singen. " Dennoch dachte wirklich keiner in der Band, dass sie da einen echten Meilenstein fabriziert hatten. Mike: "Wir erkannten nicht richtig, was wir da hatten, wir waren mehr um andere Stücke besorgt."

Im August betrat nun ein Kollektiv von reiferen, um einige Erfahrungen reicheren und selbstbewussten Musikern die Island Studios in London, um das Erarbeitete nach eigenen Vorstellungen auf Band zu bringen. Anders als bei Nursery Cryme war man nun aufeinander eingespielt und hatte den eigenen Stil gefestigt, nicht zuletzt auch in puncto Sound. Eigentlich hätten sich Genesis bereits zugetraut, das Album selbst zu produzieren, denn keiner wusste besser über die Vorstellungen der Band Bescheid als die Band selbst, doch Charisma bestand auf einem externen Produzenten. Gerade für Phil war das keine gute Nachricht: "Charisma meinte, dass wir einen Produzenten brauchten, und wir machten es jedem schwer, da wir wussten, dass wir es selbst machen konnten. Ab der Mitte von Supper's Ready, ab Apocalypse In 9/8 fingen wir an, auf Platten richtig gut zu klingen." Die gefeuerten Produzenten hießen Bob Potter und später Tony Platt und konnten entweder die Musik oder die Typen in der Band nicht ausstehen. Mit David Hitchcock und dem Techniker und Genesis-Fan David Burns fand man schließlich dann doch noch ein akzeptables Gespann für die Aufnahmen.

Die Produktion nahm fast zwei Monate in Anspruch. Neben den bekannten Album-Tracks wurde auch Twilight Alehouse, ein Stück, das schon eine ganze Zeit zum festen Live-Repertoire der Band gehörte, aufgenommen, aber erst im folgenden Jahr veröffentlicht. Man war sichtlich zufrieden mit dem Endergebnis, jedenfalls meint Mike: "Foxtrot ist wahrscheinlich eines meiner Lieblings-Genesis-Alben, hauptsächlich wegen Supper's Ready", und Tony: "Für mich ist es einfach ein richtig aufregendes Album, sehr melodramatisch, großartige Höhen, Tiefen und Kontraste. Ein beim Anhören sehr originelles und spannendes Album, und es war ein sehr merkwürdiges Album bezüglich seiner Erstellung."

Manager und Charisma-Chef Tony Stratton Smith hatte, ganz anders als bei Nursery Cryme, Tränen in den Augen, nachdem er erstmals die fertigen Aufnahmen des Albums gehört hatte. "Mit dieser Platte schaffen sie's!" sagte er zu Richard Macphail, dem engsten Freund der Gruppe. Mit gestärktem Rücken wurde Foxtrot im Oktober 1972 veröffentlicht, und alle waren sich sicher, dass dies nun den Durchbruch für die Band bedeuten musste. Fans und Kritiker waren sich einig, dass Genesis ein Meisterwerk geschaffen hatten und man belohnte sie mit einem zwöften Platz in den britischen Charts. Jetzt war klar, dass man diese Band nicht mehr ignorieren konnte, besonders nicht in ihrer Heimat.

Autor: Steffen Gerlach

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